Begriff 'Elektronik'

Guten Tag,

… woher kommt er eigentlich? Wie alt ist er?
Es gibt ja heute viele „…troniken“, aber die sind ja wohl alle abgeleitet.

Danke, Stucki

Hi Stucki,

das wird sich kaum mehr klären lassen. Soweit ich mich erinnere, kam der Begriff erst zum Tragen, als es nötig wurde, sich mit dem Verhalten von Elektronen auseinanderzusetzen, als nämlich die Halbleiter die Technik eroberten. Vorher floss halt ein Strom; die Vakuumröhre emittierte Elektronen, der Selengleichrichter richtete Halbwellen gleich, mehr musste niemand wissen.

Etwa 1965 kam die Fachzeitschrift „Elektronik“ auf den Markt; vor dieser Zeit hießen die Blätter Funkschau, Funktechnik, Fernsehtechnik, Elektrotechnik und ähnlich.

Gruß Ralf

hallo,

hier hilft wikipedia weiter: http://de.wikipedia.org/wiki/Elektronik

wenn man sich klar macht, wann welche technologie verfügbar war, erschließt sich einem auch der zeitpunkt der namensgebung.

Es gibt ja heute viele „…troniken“, aber die sind ja wohl
alle abgeleitet.

ja.

gruß
ann

hallo,

hier hilft wikipedia weiter:
http://de.wikipedia.org/wiki/Elektronik

dort wird allerdings auch nichts über die Erfindung/Prägung des Namens „Elektronik“ gesagt.

wenn man sich klar macht, wann welche technologie verfügbar
war, erschließt sich einem auch der zeitpunkt der
namensgebung.

Das war die Frage: Warum heisst die Technologie „Elektronik“. Die in Wikipedia genannte Ableitung aus dem Griechischen elektron = Bernstein ist uralt und deswegen heisst die Technik seit mehr als 100 Jahren Elektrotechnik.

Dass der Begriff mit der Mikro- und dann komplexeren Steuerungstechnik so in den 50er, 60er Jahren aufkam, ist klar. Wollt’s nur mal genauer wissen, ist aber auch nicht so wichtig.

gruß, stucki

ann

Hallo,

ich weiß auch nicht genau, ab wann der Begriff „Elektronik“
benutzt wurde. Die beherigen Hinweise gehen aber IMHO in die
falsche Richtung.

Elektronik wurde auch schon lange vor der Entwicklung der
Halbleitertechnologie entwickelt und benutzt ->Elektronenröhre,
es wurde aber zumindest im deutschen Sprachraum anders genannt,
nämlich „Schwachstromtechnik“

Der Vater der Elektronik (Schwachstromtechnik) war übrigens Prof.
Barhausen, der in Dresden das „Institut für Schwachstromtechnik“ begündete.

http://www.horstmaier.de/html/uber_barkhausen.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Barkhausen

… woher kommt er eigentlich? Wie alt ist er?
Es gibt ja heute viele „…troniken“, aber die sind ja wohl
alle abgeleitet.

Das Wort Elektronik ist vermutlich im englischsprachigen
Sprachraum entstanden und kam mit der Entwicklung der
Halbleitertechnologie in den 60’gern zu uns zurück.

Gruß Uwi

Hallo,

hört sich gut an, ist ja eigentlich auch nicht so wichtig, kam letztens bei einer Diskussion über Begriffe mal auf.
Wie du sagtest, gab es früher in den 50er Jahren bzw. kannte ich (als ich noch ein kleiner Starkstromlehrling war :wink:) nur die Begriffe „Stark- und Schwachstrom“, vielleicht noch „Nachrichtentechnik“.
Der Begriff „Pneumatik“ scheint auch in dem Dreh herum aufgekommen zu sein.

Gruß, Stucki

Hallo Uwi.

Elektronik wurde auch schon lange vor der Entwicklung der
Halbleitertechnologie entwickelt und benutzt
->Elektronenröhre,
es wurde aber zumindest im deutschen Sprachraum anders
genannt,
nämlich „Schwachstromtechnik“

Das kenne ich etwas differenzierter.
Schwachstromtechnik war, zumindest noch aus der Vorkriegszeit bis in die 50er Jahre hinein, alles was mit Betriebsspannungen unter 24 V betrieben wurde, die vom ‚Dampfkessel-Überwachungsverein‘, heute TÜV, für industrielle Anwendungen aus Sicherheitsgründen festgelegt worden waren. (Später 42 V).
Alles was mit Spannungen darüber betrieben wurde war Starkstromtechnik, oder wenn Verteilernetze im Spiel waren Hochspannungstechnik.
Es gab noch keine Niederspannungsröhren. Dort ging es immer um Hochspannung bis ca. 500 V. Der Bereich rund um die Röhren hieß Funk-, Hochfrequenz- oder Nachrichtentechnik. Dazu zählte auch die später definierte Niederfrequenztechnik.
Die Nachrichtentechnik mit Niederspannung und elektromagnetischen Bauteilen (Relais, Übertrager) hieß Fernmeldetechnik. Untersparte: Vermittlungstechnik.
Zum Ende meiner Studienzeit, 1959, kam die erste große Diversifizierungswelle, wo dann auch die Regelungstechnik eigenständig wurde. Als mein Vater sein Examen machte, 1921, lief die gesamte Elektrotechnik an den Hochschulen noch unter ‚Maschinentechnik‘ (zumindest im Rheinland).
Mit freundlichen Grüßen
Alexander Berresheim

Der Vater der Elektronik (Schwachstromtechnik) war übrigens
Prof.
Barhausen, der in Dresden das „Institut für
Schwachstromtechnik“ begündete.

Nur nebenbei: der Mann hieß Barkhausen und hat viele Röhrenschaltungen entworfen.

Hallo,

Elektronik wurde auch schon lange vor der Entwicklung der
Halbleitertechnologie entwickelt und benutzt
->Elektronenröhre,
es wurde aber zumindest im deutschen Sprachraum anders
genannt,
nämlich „Schwachstromtechnik“

Das kenne ich etwas differenzierter.

Naja, es sollte ja auch kein Abriß über die Geschichte der
Elektronik der letzten 80 Jahre werden.

Schwachstromtechnik war, zumindest noch aus der Vorkriegszeit
bis in die 50er Jahre hinein, alles was mit Betriebsspannungen
unter 24 V betrieben wurde,

Das kann evtl. im lokalen Sprachgebrauch schon so gewesen sein,
aber wirklich plausibel ist das aus verschiedenen Gründen für
micht nicht.

  1. Schwachstrom hat nicht direkt was mit niedriger Spannung zu tun.

  2. Röhrenschlatungen wurden eh mit deutlich höheren Spannungen
    betrieben, wie Du ja selber schon angemerkt hast.

  3. Barkhausen hat sich als Schwachstromtechniker ja eben viel
    mit Röhrenschltungen beschäftigt. Das war nun mal das erste
    bedeutende elektronische BE.

die vom
‚Dampfkessel-Überwachungsverein‘, heute TÜV, für industrielle
Anwendungen aus Sicherheitsgründen festgelegt worden waren.
(Später 42 V).

Das sind Festlegungen aus der industriellen Praxis, haben IMHO
wenig mit akademischen Bezeichnungen der Fachgebiete zu tun.

Alles was mit Spannungen darüber betrieben wurde war
Starkstromtechnik, oder wenn Verteilernetze im Spiel waren
Hochspannungstechnik.

Das ist IMHO zu kurz gefast und eher falsch.
Schwachstromtechnik und Starkstromtechnik hatten schon damals
in den 20- igern und 30-igern ähnliche Abgrenzungen, nämlich
Schwachstromtechnik = Technik zur Signalerzeugung/Signalübertragg.
und Starkstromtechnik = Energieerzeugung/Energieübertragung.

Es gab noch keine Niederspannungsröhren. Dort ging es immer um
Hochspannung bis ca. 500 V. Der Bereich rund um die Röhren
hieß Funk-, Hochfrequenz- oder Nachrichtentechnik.

Das kam später, als die Schwachstromtechnik/Elektronik sich schon
soweit entwickelt hatte, daß es vielfältige Anwendungsgebiete gab.

Dazu zählte auch die später definierte Niederfrequenztechnik.
Die Nachrichtentechnik mit Niederspannung und
elektromagnetischen Bauteilen (Relais, Übertrager) hieß
Fernmeldetechnik. Untersparte: Vermittlungstechnik.

Mag alles so richtig sein, wurde aber erst später so
differenziert und außerdem gab es da auch durchaus spezische
Unterschiede zwischen Ländern und zu unterschiedl. Zeiten.

Die Schwachstromtechnik war IMHO trotzdem die Quelle und
der Oberbegriff, so wie die „Elektronik“ heute ein Oberbegriff
für eine Vielzahl von Fachgebieten ist.

Zum Ende meiner Studienzeit, 1959, kam die erste große
Diversifizierungswelle, wo dann auch die Regelungstechnik
eigenständig wurde.

Regelungstechnik ist zwar in Instituten und Universitäten ein
teilweise eigenständiges Institut oder Sektion, aber letztendlich
ist Regelungstechnik heute auch nur ein Teilgebeit der
Informationstechnik (sprich Elektronik).

Regelungstechnik war auch zu meiner Studienzeit Bestandteil
jeder Elektronikausbildung aber auch eine Spezialisierungsrichtung
für Elektroniker.

Als mein Vater sein Examen machte, 1921,
lief die gesamte Elektrotechnik an den Hochschulen noch unter
‚Maschinentechnik‘ (zumindest im Rheinland).

Ja, das wird sicher so gewesen sein, denn Schwachstromtechnik
wurde ja erst später etabliert (siehe Barkhausen Links).
Gruß Uwi

Der Vater der Elektronik (Schwachstromtechnik) war übrigens
Prof.
Barhausen, der in Dresden das „Institut für
Schwachstromtechnik“ begündete.

Nur nebenbei: der Mann hieß Barkhausen und hat viele
Röhrenschaltungen entworfen.

Da ich im „Barkhausenbau“ studiert habe, war mir das schon klar.
Wer die Links interessiert verfolgt hat, dem wird evtl.
klar geworden sein, daß dies ein Schreibfehler sein könnte.
Gruß Uwi