Begrifflichkeit: wertvollste Marke

Hallo!

Unter http://www.focus.de/finanzen/news/marken-rangliste_a…
findet man eine Liste der wertvollsten Marken Europas.

Meine Fragen…
Was für einen Wert hat eine Marke, bzw. was wird hier aufgeführt? Ist es der Wert des Unternehmens in Aktien? Der Umsatz oder Gewinn wird es wohl nicht sein…? Ist es der Wert einer Marke zu einem bestimmten Zeitpunkt?
Vielleicht kann ein BWLer eine Rechnung aufstellen, wie z.B.
Wert = Erlöse eines Jahres - Investitionen …

Ich als NICHT-BWLer stelle mir das halt so Fragen…

Danke für die Hilfen…

jerome

Hallo,

Was für einen Wert hat eine Marke, bzw. was wird hier
aufgeführt?

der Wert der Marke, d.h. der Preis, der beim Verkauf der Markenrechte zu erzielen ist. Dabei handelt es sich logischerweise um Schätzungen bzw. Hochrechnungen auf Basis bestimmter Prämissen.

Ist es der Wert des Unternehmens in Aktien?

Nein, da ist der Börsenwert des Unternehmens.

Gruß
Christian

moin

ich bin kein bwl-ler und habe auch somit keine ahnung vom messverfahren.

mein bauchgefuehl sagt mir nur, dass das eine total willkuerliche kuenstlich erzeugte „hitparade“ ist, wofuer ein konzern - um weit vorn zu stehen - wahrscheinlich noch etliches an diese „studie“ bezahlt hat.

wenn du einen bwl-ler fragst, wie er die weltmarke „ALBERT EINSTEIN“ als haarshampoo einschaetzt, dann wird er dir jubelnde antworten geben - in der realitaet sieht es aber so aus, dass die voellig unwichtige „VERONA FELDBUSCH“ regional fuer bessere verkaufszahlen sorgen wuerde…

eigentlich wollte ich mit meinem kommentar nur mal meine allgemeine ablehnung gegen bwl-ler loswerden:

im job habe ich oefter bei logistikausschreibungen mit bwl-lern - meist frisch von der uni - zu tun:

die sind echt so bloed, die koennen nichtmal nen lkw von einem hubwagen unterscheiden und investieren hunderttausende in eine „investigationssoftware“ , wobei das gesamte transportvolumen der firma nicht mal 10% der kosten fuer diese software betraegt…

„reverse auctions“ sind auch so eine typisch bekloppte bwl-erfindung: da sitzt du - aehnlich wie bei ebay - vorm pc und gibst in einem kurzen festgesetzten zeitraum zahlen ein, fuer die du bereit bist, bestimmte logistikdienstleistungen zu erbringen.
dass dann aber die bwl-ler keine ahnung von erforderlichen nebenleistungen haben , oeffnet dem gewinner tor + tuer, die dann richtig abzuzocken!

wollte ich einfach mal loswerden, nix fuer ungut…
gruss
khs

Hallo Jerome,

Meine Fragen…
Was für einen Wert hat eine Marke, bzw. was wird hier
aufgeführt? Ist es der Wert des Unternehmens in Aktien?

Jein. Sicherlich fließen die Potentiale bzw. Chancen aus einer Marke (finanzielle Rückflüsse aufgrund der hohen Bekanntheit der Produkte) regelmäßig in den Börsenkurs mit ein. Allerdings kann man dies nicht 1:1 setzen bzw. vollständig zu betrachten.

Die Feststellung über den Wert einer Marke ist so ziemlich das Schwierigste, was einem Bewerter und Ersteller von Daten der Unternehmensrechnungslegung, über den Weg laufen kann.

Wenn man von Marken spricht, dann spricht man regelmäßig von sog. immateriellen Vermögenswerten. Dabei handelt es sich um Vermögensgegenstände, die es nicht physisch gibt; die man nur sehr schwer von anderen Vermögensgegenständen, oftmals nur sehr schwer vom gesamten Unternehmen(swert) abgrenzen kann.

Wichtig im Zusammenhang mit der „Wertfrage“ ist, dass eine Marke die man nicht „gekauft“, sondern selber „kreiert“ hat, nicht in den Bilanzen der Unternehmen auftauchen darf. Ihr Wert ist somit etwas, was nur sehr schwer zu greifen ist. Im Börsenkurs wird zwar ein Teil dieses Wertes erfasst. Das sieht man daran, dass der Marktwert des Eigenkapitals (alle Aktien * aktueller Börsenkurs) nahezu immer extrem über dem Buchwert des Eigenkapitals liegt.

Mal ein Beispiel:
Eine der wohl bekanntesten und „wertvollsten“ Marken in Deutschland, ist Nivea. Nivea kommt aus dem Hause Beiersdorf. Das Unternehmen ist an der Bröse gelistet und hat auch einen sehr guten Börsenkurs. Beiersdorf vertreibt aber noch weitere, bekannte Produkte. Die Vorteile und somit die Werttreiber aus der Marke Nivea für das Unternehmen Beiersdorf kommen wegen dem guten Image vor allem aus den finanziellen Rückflüssen für die verkauften Nivea-Dosen und Tuben.

Wenn nun ein anderes Unternehmen diese Marke aus dem Unternehmen Beiersdorf herauskaufen will, muss die Marke bewertet werden. Hierzu finden spezielle Bewertungsverfahren Anwendung, die eine Vielzahl von Faktoren in Zusammenhang mit der Marke berücksichtigen. Hier kann es dann mitunter sehr teuer werden.

Der Umsatz oder Gewinn wird es wohl nicht sein…? Ist es der Wert
einer Marke zu einem bestimmten Zeitpunkt?

Ganz einfach ausgedrückt überlegt man sich, welche „Gewinne“ (Zahlungseingänge) mit einer Marke über einen längeren Zeitraum hinweg erzielt werden können. Hierzu muss man aber wissen, wie das Produkt am Markt etabliert ist. Darüber hinaus muss ein ganzer Kranz von Marketing-Aspekten berücksichtigt werden. Es geht eben darum, den „Einfluss auf den Kunden“ festzustellen. Es geht hierbei in erster Linie um eine ganze Reihe von qualitativen Kriterien, die dann in einem zweiten Schritt in quantitative Größen transformiert werden, um eben den Wert festzustellen.

VG
Sebastian

Hallo Kalleinz,

im job habe ich oefter bei logistikausschreibungen mit
bwl-lern - meist frisch von der uni - zu tun:

ich halte ja auch nicht viel von frischgebackenen BWL-ern mit Pulli überm Hemd und der „ich weiß alles“-Attitüde, aber diese Bengel setzt man nicht an solche Studien und wenn Du fair zu Dir selber bist, wirst Du vermutlich zugeben, daß Du auch mal jung warst und nicht alles wußtest.

Gruß
Christian

Hallöle,

Ich zitiere mal Christian:

[…] und wenn Du fair zu Dir selber bist, :wirst Du vermutlich
zugeben, daß Du auch mal jung warst und nicht alles wußtest.

Da würde ich dann noch gerne -mit Blick auf die VK unseres engagierten BWL-Kritikers- hinzufügen, dass man mit „mehreren abgebrochenen Studien(gängen)“ wohl sicherlich nicht zu denen gehört, die einen der vorderen „BWL-Kritiker-Plätze“ in Anspruch nehmen sollten bzw. dürfen.

Sicherlich kann man nicht bestreiten, dass es unter BWL’lern auch mal solche gibt, die vielleicht weniger gut dazu geeignet sind oder aber „mal daneben greifen“. Allerdings soll es ja auch Ärzte geben, die Scheren und Tupfer an „ungünstigen Stellen“ vergessen. Es sei mal dahingestellt, wer nun den größeren Schaden verursacht.
Und was das Auftreten der BWL’ler anbetrifft: Wenn jemand meint, dass sei schon abgehoben, dann kann man direkt sagen, dass er noch keinen Juristen getroffen hat :smile:
an erster Stelle steht

im job habe ich oefter bei logistikausschreibungen mit
bwl-lern - meist frisch von der uni - zu tun:

Mag ja alles sein, nur sollte man vielleicht in Betracht ziehen, dass nicht jeder der beratend tätig wird, auch deswegen gleich BWL studiert haben muss.

VG
Sebastian
… ein bekennender BWL’ler.

das ist aber gemein…

Da würde ich dann noch gerne -mit Blick auf die VK unseres
engagierten BWL-Kritikers- hinzufügen, dass man mit „mehreren
abgebrochenen Studien(gängen)“ wohl sicherlich nicht zu denen
gehört, die einen der vorderen „BWL-Kritiker-Plätze“ in
Anspruch nehmen sollten bzw. dürfen.

moin,
du kennst ja meinen kompletten cv nicht, und da finde ich deine unterstellung schon gewagt:

in deiner logik steht es mir also nicht zu , einen fussballer zu kritisieren, weil ich kein profi bin, einen drummer als holzhacker zu bezeichnen, weil ich nie an so einer schiessbude gesessen habe, oder eine frau als zickig zu kritisieren, weil ich keine titten habe…

in meinem weltbild benutze ich auch beurteilungskriterien, die nicht ausschliesslich auf scheinen und diplomen basieren - das handel ich mit dem oberbegriff „lebenserfahrung“ und „menschenkenntnis“ ab.

und genau daran fehlt es oft den bwl-ern, auf die ich leider oft treffe.

gruss
khs

Servus,

du kennst ja meinen kompletten cv nicht, und da finde ich
deine unterstellung schon gewagt:

Glaube ich nicht, denn:
Du kritisierst BWL’ler. Weiters gibts Du zu erkennen, dass Du selber keiner bist. Ergo kennst Du Dich mit dem Studiengang an sich nicht vollständig bis gar nicht aus.
Sicherlich wirst Du wissen, dass hinter jedem Studium ein gewisser Aufwand steht und man nur in seltenen Fällen sein Diplom auf „fragwürdige“ Weise bekommt. Du selbst hast diesen „Qualifikationsprozess“ nicht bis zum Ende durchlaufen. So manch ein abgeschlossener BWL’ler aber schon. Du greifst durch Deinen gezielten Verweis auf den BWL’ler einen Akademiker an (IHK-BWL’ler lasse ich jetzt ausdrücklich außen vor). Ich denke schon, dass man dann einen Abstrich als „Nicht-Akademiker“ machen sollte. Das heisst natürlich nicht, dass es sich beim Akademiker um den besseren Menschen handelt. Jedoch lässt sich nicht von der Hand weisen, dass er in manchen Gebieten ein größeres und besseres Fachwissen besitzt. Das ist ja gerade Sinn und Zweck eines Studiums.

in deiner logik steht es mir also nicht zu , einen fussballer
zu kritisieren, weil ich kein profi bin, einen drummer als
holzhacker zu bezeichnen, weil ich nie an so einer schiessbude
gesessen habe, oder eine frau als zickig zu kritisieren, weil
ich keine titten habe…

Zu der Sache mit dem Fussballer: Ein denkbar schlechtes Beispiel wie ich finde, da hier mit Abstand die geringste objektive Nachprüfbarkeit von Qualität gegeben ist. In der Tat kann das jeder und wenn man sich so manchen Profi-Fussballer ansieht, fragt man sich auch nicht selten zu Recht, warum man da von einem Profi spricht. Gilt übrigens auch für die menschlich-moralische Komponente.

Es steht Dir natürlich zu, den Betriebswirt zu kritisieren. Allerdings fällt es mir persönlich schwer, Kritik von Kritikern anzunehmen, bei denen ich davon ausgehen muss, dass ihnen der vollständige Überblick über die Materie fehlt. Bezogen auf Deinen Fussballer ist das sicherlich weitaus weniger dramatisch. Hier ist jeder nach ein paar Mal Kicker-Lesen und die Sportschau-Gucken recht gut in der Lage zu bewerten.
Fraglich ist eben nur, ob man nach einigen Stunden des Lesens von Büchern zum Thema Supply-Chain schon in der Lage ist, den damit verbundenen (betriebs)wirtschaftlichen Gesamtzusammenhang zu erkennen. Ein anderes Beispiel sind ja auch Steuerberater, von denen auch die Mehrheit mal in die Richtung BWL studiert hat.

in meinem weltbild benutze ich auch beurteilungskriterien, die
nicht ausschliesslich auf scheinen und diplomen basieren - das
handel ich mit dem oberbegriff „lebenserfahrung“ und
„menschenkenntnis“ ab.

Schön und gut und … sicherlich auch richtig. Aber wenn Du das machst, dann solltest Du es auch so in Deiner Kritik kenntlich machen. Und Du solltest vielleicht auch mal überlegen, dass sich die BWL’ler nicht alles ausgedacht haben, sondern das auch die Globalisierung, die überhaupt weit vernetzte Welt einen Teil dazu beiträgt, dass man mit -für den Nicht-BWL’ler- „fragwürdigen“ Praktiken konfrontiert wird.

VG
Sebastian