„Der Zeit entsprechend“ ist doch dann insb. im Hinblick auf geschichtliche Rückschlüsse doch einfach falsch, bzw. ungenau.
So wie ich das sehe, kann man doch nur etwas als „modern“ oder „nicht modern“ bewerten, in dem man die Situation in Relation zur heutigen Wahrnehmung setzt.
Andererseits suggeriert diese Definition, dass dasjenige, was bewertet werden soll, nur der Zeit entpsrechen muss.
Dann kommt man doch schnell an seine Grenzen und im Prinzip kann jede Handlungsweise als modern angesehen werden, da sie der Zeit entsprechenden Zeit entspräche. Damit würde ja der Begriff modern ad absurdum geführt.
So wie ich das sehe, kann man doch nur etwas als „modern“ oder
„nicht modern“ bewerten, in dem man die Situation in Relation
zur heutigen Wahrnehmung setzt.
das sehe ich anders: „modern“ bezieht sich für mich immer auf eine bestimmte Zeit (und einen Ort, ein bestimmtes Umfeld, …), die nicht „heute“ sein muss. Man kann sich ja auch bequem darüber unterhalten, was in den 20er Jahren oder im Mittelalter „modern“ war.
Okay. Mal angenommen ich würde in den Raum stellen:
„Im Mittelalter war es modern, dass man Hexen verbrannt hat.“
Und die Entwicklung wäre so voran geschritten, dass man das heutzutage sogar „verbesserete“ Verfahren dafür kennt.
Wenn ich mich in diese Zeiut hineinversetze, wäre es durchaus legitim zu sagen, die Hexenmodern damals war modern.
Die ganzen Wertemaßstäbe beruhen doch auf unseren Erfahrungen?!
Was ich mit meinem Beispiel eigentlich zeigen wollte, ist, dass wenn man das ganze nicht annimmt, die Hexenverbrennung plötzlich nicht mehr modern ist. (Antiquierte Vorstellungen, etc.)
Das Problem an deiner Sicht der Definition ist meiner Meinung nach folgende:.
Du betrachtest ja eine bestimmte Zeit, etc. In deiner Betrachtung schneidest du also im Prinzip alles nachfolgende weg. Da alles, was schonmal da war, ja veraltet ist und nicht modern sein kann, ist alles was „neu“ ist, grundsätzlich „modern“
Mich stört dadran, dass „neu“ und „modern“ quasi gleichgesetzt werden.
Ich hab jetzt schon so lange darüber nachgedacht und habe langsam das Gefühl, dass es wei mehr oder weniger sinnvolle Definitionen von modern gibt, die man im normalen Sprachgebrauch nicht voneinander unterscheidet.
Einmal das oben beschriebene, und einmal unter Bezugnahme zum heutigen Verständnis.
Scheint dann von Fall zu Fall unterschiedlich zu sein. Aber um die Modernität von Politik aus der Vergangenheit bewerten zu können scheint es doch auch notwendig, beides wieder miteinander zu vermischen.
vielleicht habe ich an deiner Frage generell etwas nicht verstanden, aber im Moment habe ich das Gefühl, du vermischt ein Faktum mit der Bewertung dieses Faktums aus heutiger Sicht.
Wenn ich sage, die Römer hatten moderne Wasserleitungen, dann ist das ein gesichertes Faktum - egal, wie gut oder schlecht unsere heutigen Wasserleitungen sind.
Die ganzen Wertemaßstäbe beruhen doch auf unseren
Erfahrungen?!
„modern“ ist - für mich zumindest - eben kein Wertemaßstab aus heutiger Sicht, sondern eine zeitbezogene Beschreibung der zu einer Zeit üblichen Normen, Gepflogenheiten, etc., oder eben einen Schritt über diese Normen hinaus.
„Obwohl Korsetts vor dem 1. Weltkrieg durchaus noch modern (=üblich) waren, trug die moderne (= ein Schritt voraus) Frau Reformkleider“
Mittlerweile denke ich auch, dass ich das wohl fälschlicherweise anders interpretiert habe. => modern = neuartig (für diese Zeit).
Das ganze Problem ist wahrscheinlich durch die etwas inkohärente Aufgabenstellung entstanden. Man sucht nach Lösungen und biegt sich die Definitionen so zurecht, wie sie letztendlich zur Aufgabenstellung wieder stimmig sind…
vielleicht helfen diese Definition Dir bei den Überlegungen (da wird nicht berücksichtigt, dass man auch von „modern“ in früheren Zeiten sprechen kann):
„_ modẹrn , in der jüngsten, letzten Zeit aufgekommen
a) der neuesten Mode, dem neuesten Geschmack entsprechend, modisch: sie trägt ein m. Kleid, m. Schuhe; diese Tasche ist sehr, nicht mehr m.; ein Fernsehapparat, eine Uhr mit m. Gehäuse; ein m. Kinderwagen; das Zimmer ist mit m. Möbeln ausgestattet; er ist, geht m. gekleidet
b) dem neuesten Stand der gesellschaftlichen, wissenschaftlichen oder technischen Entwicklung entsprechend, heutig, neuzeitlich, zeitgemäß: das m. Leben; die m. Welt, Naturwissenschaft, Technik, Chemie, Medizin, Ernährung; eine m. Fabrik, Einrichtung; ein m. Gebäude, Flugzeug; m. Instrumente, Waffen, Stadtviertel; sie wohnen m.; m. Anschauungen, Organisationsformen; m. Methoden der sozialistischen Wirtschaftsführung; auf die Probleme der Gegenwart orientiert, in die jetzige Zeit passend: er ist ein m. Mensch; sie ist eine m. Hausfrau; eine m. Familie, Ehe, Erziehung; ein m. Staat; eine m. Verfassung; er denkt m.
c) nicht althergebracht, nicht klassisch: die m. Musik, Malerei, Literatur, Kunst, Dichtung, Lyrik, Oper; der m. Gesellschaftstanz; das m. Ballett; die m. Richtung in der Malerei; Der Musiker spielte darauf auch etwas Modernes, es konnte von Reger sein Hesse 3,192 (Demian); Sport der Moderne Fünfkampf“_