ich war gerade wieder in England bei Bekannten auf Besuch. Mir ist aufgefallen, dass sie nach dem „Hello!“ immer ein „How are you?“ hinterherschicken. Dasselbe ist mir bei der Ferienhausvermieterin aufgefallen, die ich nicht kenne. Welche Antwort wird hier erwartet? „I am fine, thank you.“ oder ebenfalls ein „How are you?“? Bei „How do you do?“ wird ja mit derselben Frage geantwortet… doch wie ist es hier?
Hallo,
wenn ich nicht total falsch informiert bin, gibt es doch das „how do you do“ gar nicht mehr oder?
Dafür das „how are you“.
Ich kenne es jedenfalls nur so:
„How are you?“
„fine, thanks, (and) how are you?“
Hoffe, ich konnte wenigstens ein wenig helfen…
Gruß
ShannonS
in jeder mir bekannten Sprache/Kultur fragt man zur Begrüßung irgendwie „Wie geht’s?“
Dass das im Deutschen etwas unüblich (geworden?) ist, macht einen Teil des Vorurteils über den unhöflichen Deutschen aus.
Klar, wir empfinden das als oberflächlich, weil ja kein Brite/Amerikaner/Serbe dann unsere Krankengeschichte hören will (soll schon vorgekommen sein). Aber diese Einstellung hinterfragt doch jede Art der Höflichkeit.
mir ist dasselbe in Neuseeland aufgefallen.
Scheint wirklich eine Frage der Hoeflichkeit zu sein und wenn du mich fragst, kannst du mit deinem momentanen Empfinden antworten. Also: „I am fine, thanks“ oder „not too bad, thanks“ … Und sicherlich waere dann auch die Gegenfrage nicht verkehrt.
Ich empfinde das noch immer als befremdlich, obwohl ich nun schon drei Monate in Neuseeland bin.
ich glaube statt des „How do you do?“ wird auch manchmal gefragt
„How is it going?“. Das habe ich in Neuseeland jedenfalls des oefteren gehoert aber nie „How do you do?“.
„How is it going?“. Das habe ich in Neuseeland jedenfalls des
oefteren gehoert aber nie „How do you do?“.
„How do you do“ erfüllt ja auch eine ganz andere Funktion als „How are you (doing) / How is it going“.
„How do you do“ ist keine Frage nach dem Befinden, sondern eine (m. W. nicht mehr sehr gebräuchliche) Floskel bei der gegenseitigen Vorstellung („Sehr erfreut / Angenehm“).
„How do you do“ erfüllt ja auch eine ganz andere Funktion als
„How are you (doing) / How is it going“.
„How do you do“ ist keine Frage nach dem Befinden, sondern
eine (m. W. nicht mehr sehr gebräuchliche) Floskel bei der
gegenseitigen Vorstellung („Sehr erfreut / Angenehm“).
So isses. „How do you do“ ist zwar altmodisch und formal, wird aber immer noch benutzt, wird mit „How do you do?“ beantwortet and wird nur gesagt wenn 2 Menschen sich zum allerersten Mal treffen.
„Hello, how are you?“ ist standard in England und wird normalerweise mit sowas wie „Fine, thanks, and you?“ beantwortet. Der andere sagt denn „Good/fine/“ etc. und dann kann man weiter reden. Meine Schwägerin antwortet meistens mit „Mustn’t grumble“, was ich sehr süß finde.
Wichtig ist, dass eine Antwort wie „Fine, thanks, and you?“ erwartet wird - nur „Fine, thanks“ klingt unhöflich. (Sorry - we Brits have our strange little ways…) Alles andere ist überflüssig. Und die Engländer wollen keine negative Antwort hören! Das bringt alles durcheinander…
Wichtig ist, dass eine Antwort wie „Fine, thanks, and you?“
erwartet wird - nur „Fine, thanks“ klingt unhöflich. (Sorry -
we Brits have our strange little ways…) Alles andere ist
überflüssig. Und die Engländer wollen keine negative Antwort
hören! Das bringt alles durcheinander…
Och, meine Antwort auf die Frage der Iren „How’s ‚t goin‘?“ war meist „Shit (oder „crap“, je nach Fragesteller) but thanks for asking!“ hatte eigentlich immer ein Grinsen zur Folge… Aber ich gebe zu, dass ich das bei eher Fremden nicht gesagt habe. Ebenfalls beliebt war „You don’t wanna know…“
liebe Gruesse,
Astrid
(12 Jahre auf der gruenen Insel)
Und auch für die Auflösung, dass „Fine, and you?“ durchaus erwartet wird, auch wenn es eigentlich nichts sagt.
Schöne Grüße
MM
(in freundlicher Erinnerung an den Onkel aus Connecticut, der - ich war fünf Jahre alt und hatte noch nie einen Ausländer gehört oder gesehen - die Treppe heraufstürzte und laut krähte „Oouie gääts? Oouie gääts?“, was ich noch nie von jemandem gehört hatte und fortan für Amerikanisch hielt)
Ich finde es auch sehr nett. Very British. Ein bisschen „Keep calm & carry on“…
Und auch für die Auflösung, dass „Fine, and you?“
durchaus erwartet wird, auch wenn es eigentlich nichts sagt.
Das ist genau der Punkt. Es ist alles einfach Standard, wird erwartet, sagt aber nichts. Könnte eigentlich komplett weggelassen werden, aber das wäre nicht mehr British…
gehört oder gesehen - die Treppe heraufstürzte und laut krähte
„Oouie gääts? Oouie gääts?“, was ich noch nie von jemandem
gehört hatte und fortan für Amerikanisch hielt)
@Astrid
Och, meine Antwort auf die Frage der Iren „How’s ‚t goin‘?“ war meist „Shit (oder „crap“, je nach Fragesteller) but thanks for asking!“
Finde ich gut! Aber ich glaube die Iren sind ein bisschen entspannter, was sowas angeht… Wenn ich an den Nachbarn bei meinen Eltern denke…nö, ich glaube, sowas wouldn’t go down well at all!
vielen Dank für eure hilfreichen Ausführungen. Gerade diese quasi nichtssagenden Phrasen sind es meist, die sehr viel ausmachen und aussagen - was so in keinem Lehrbuch steht.
Gerade diese quasi nichtssagenden Phrasen sind es meist, die sehr viel ausmachen und aussagen - was so in keinem Lehrbuch steht.
Das ist leider wahr. Noch’n Beispiel: Ein Engländer trinkt (in England wird Suppe getrunken, nicht gegessen) gerade eine Suppe. „Is the soup OK?“ fragt die Gastgeberin. „Yes, but it’s a little salty“, sagt der gast. Wenn er das sagt, meint er, dass die Suppe so schmeckt als ob der halbe Nordsee drin wäre.
Keine Ahnung, wieso wir so sind. Ich bin so lange in D, dass ich manchmal vergesse, wie meine Leute sind. Wenn ich wieder auf der Insel bin, ist es manchmal a little bit of a shock to the system…