Behandlung einer Depression, wie?

Die Sache ist die, ich kenne jemanden, der wohl wirklich unter einer Depression leidet. Mir steht die Person sehr nahe und ich möchte gerne helfen.

Natürlich wäre eine Therapie am besten, doch dazu könnte ich ihn wohl kaum bringen.

Jetzt frage ich mich, wie würde so eine Therapie überhaupt aussehen? Was würde gemacht werden, über was würde man sprechen? Wie funktioniert das alles? Sicher, es wird viel mit Antidepressiva gearbeitet, aber das ist ja nicht alles.

Denn vielleicht, wenn ich es schaffe ihm ein wenig zu helfen, erkennt er vielleicht, dass doch nicht alles so hofnungslos ist und das ein Psychologe ihm vielleicht noch mehr helfen könnte.

Ich wäre wirklich sehr dankbar für jede Hilfe

Hallo Gwen,

also eine Therapie ist mitunter sinnvoll, wenn man die richtige
Therapieform für den Betroffenen findet. Psychologe und Psycho-
therapeut sind nicht das gleiche. Eventuell ist bei einer Depres-
sion in chronischer Form eine Tiefenpsychologisch fundierte Psy-
chotherapie angezeigt. Dabei sollte aber zunächst abgeklärt wer-
den, um welche Art von Depression es sich handelt. Nicht jede De-
pression muss übrigens medikamentös behandelt werden! In der Re-
gel sind Depressionen ein Ausdruck von unbewältigter Trauer. Es
können Einschnitte sein, die lange Zeit zurückliegen (Kindheit),
und nicht bzw. nicht ausreichend verarbeitet wurden. Möglicher-
weise aus Zeitmangel, Verdrängung oder Überforderung. Gespräche
sind immer sinnvoll. Dies ist auch Teil der Therapie. Ziel dabei
sollte es sein, den Betroffenen zu sich selbst zu führen. Insbe-
sondere zu den Teilen seines Selbst, die ihm verborgen sind oder
die er am liebsten nicht zeigen mag. Zu den Teilen, die eher weh
tun, die schwach oder deformiert sind. Er sollte dabei vor allem
viel Ruhe und Zeit erhalten. So eine Therapie kann 2-5 Jahre in
Anspruch nehmen.

Ich hoffe das hat erst einmal geholfen…

Beste Grüße,
Yedi386

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Hi Gwen,

ich empfehle da immer wieder gerne dieses Buch:

Daniel Hell
„Welchen Sinn macht Depression?: Ein integrativer Ansatz“
ISBN-10: 3499620162 Buch anschauen

Es enthält u.a. viele Informationen für Angehörige, diese Krankheit und damit das Verhalten des Betroffenen besser zu verstehen und gibt Hilfen zum Umgang mit ihm.

Den von Dir geschilderten Fall kenne ich natürlich nicht und Ferndiagnosen über das Internet taugen nichts. Dennoch halte ich es für eine Überlegung wert, den Betroffenen zum Besuch eines Psychiaters zu bewegen (noch keinen Therapeuten), damit für den Anfang eine medikamentöse Hilfe eingesetzt werden kann (ist u.U. ein langwieriger Prozess, das „richtige“ Medikament zu finden). Mit der Stimmungsaufhellung durch die Medikamente wächst oft die Bereitschaft, therapeutische Hilfe anzunehmen.

Ich schreibe das als betroffene Laiin, bin also keine Fachfrau, weiß aber, wovon ich spreche.

Einen schönen Sonntag Dir,

Anja