Guten Tag,
auf der Site http://www.handicap-network.de/handicap/Handicaps/qu… (www.handicap-network.de) stehen moderne Ansätze zur Therapierbarkeit von Querschnittslähmungen.
Bspw. „Tunnel für Nervenfasern“
"17.8.2004 - Patienten mit Verletzungen des Rückenmarks könnten vielleicht von einer Technik profitieren, die zwei kanadische Chemikerinnen ersonnen haben. Im Fachblatt „Biomaterials“ präsentieren die Forscherinnen ein von regelrechten Tunneln durchzogenes Gel, das das Wachstum von Nervenfasern in geordnete Bahnen lenken und beschleunigen kann.
„Wir müssen die Zellen dazu bringen, in eine bestimmte Richtung zu wachsen“, erläutert Molly Shoichet von der University of Toronto. Auf diese Weise werde die von den sprossenden Nervenfasern zu überbrückende Entfernung minimiert und damit der Heilungsprozess beschleunigt.
Shoichet und ihre Mitarbeiterin Tina Yu stellten ihr Gel durch Polymerisation von 2-Aminoethyl- und 2-Hydroethyl-Methacrylat her. Eingebettet in das Material waren einige Hundertstel Millimeter feine und mehrere Millimeter lange Fäden aus einem weiteren, leicht abbaubaren Polymer. Nach Auflösen dieser Fäden verblieben lang gestreckte Hohlräume in dem Gel. In diese Tunnel injizierten die Forscherinnen schließlich Bruchstücke von Laminin-Proteinen, die die Anlagerung und das Einwachsen von Nervenfasern fördern.
Wie die Chemikerinnen berichten, war ihre Lock-Strategie erfolgreich. „Wenn die Nervenzellen vor den Kanalöffnungen platziert werden, reagieren sie auf die Peptide wie auf Brotkrumen und folgen ihnen“, erläutert Shoichet. In diesen Kanälen sei das Wachstum der Nervenfasern deutlich rascher erfolgt als in Kanälen ohne „Lockstoff“. Die Forscherin warnt allerdings vor Hoffnungen auf einen baldigen Einsatz des Tunnel-Gels. Nach den Versuchen an Zellkulturen ständen zunächst Tierversuche und erst später eventuell klinische Studien an.
Forschung: T. Tina Yu und Molly S. Shoichet, Department of Chemistry und Department of Chemical Engineering and Applied Chemistry, University of Toronto, Ontario
Online-Veröffentlichung Biomaterials, DOI 10.1016/j.biomaterials.2004.05.012
Quelle: Scienceticker"
Was haltet ihr davon?
Liebe® Pioneer1,
zuerst einmal etwas grundsätzliches. Es ist absolut richtig und sehr gut, wenn man sich allseitig informiert. Wenn man eine Krankheit hat, um so besser.
A B E R
Im Internet wird auch viel Blödsinn usw. verbreitet (siehe etliche "Beiträge bei wikipedia). Hier als Laie die Spreu vom Weizen zu trennen ist kaum möglich, wenn hier schon Fachleute sehr aufpassen müssen.
T R O T Z D E M
am Ball bleiben. Wenn hier zu lesen ist, dass man erst …, bevor man es am Menschen anwenden kann, so deutet dass aber schon auf eine seriöse Mitteilung hin. Also meine Empfehlung: Dran bleiben und weiter beobachten.
Ich selber wurde hier doch sehr auf die sogenannte chinesische Medizin erinnert. Dort gibt es schon seit wenigstens 3.000 Jahren sehr ähnliche Ansätze. Querschnittslähmung kann heilbar sein ( KANN !!!).
Was hier aber als solche „verkauft“ wird, muss ich in diesem Zusammenhang warnen. Das Problem ist nämlich, dass sich die wirklichen Experten seit über 30 Jahren abgeschottet haben. So kommen hier nur Bruchstücke in Europa, Nordamerika usw. an. Leider.
Also abwarten und weiterhin sehr kritisch sein.
Ganz wichtig ist aber die psychologische Betreuung. Wer seinen Lebensmut erhalten hat, ja sogar steigen konnte hat, wie bei ALLEN Krankheiten, immer weitaus höhere Heilungschancen. Beispiel extem - Krebs in allen Varianten jetzt schon nachweisbar 3 x (in Worten Drei) höhere Überlebensraten.
Ich hoffe wenigsten etwas weiter geholfen zu haben. Eine fertige Pille, die das Problem in 3 Tagen löst, währe mir auch lieber.
Auch wenn dabei Hoffnungen zerstört werden: Eine richtige ausgeprägte Querschnittslähmung ist nicht heilbar.
Die geschilderte Arbeit dieser beiden Chemikerinnen klingt zwar sehr interessant, ich würde ihnen aber trotzdem raten, erst mal ein bißchen Pathophysiologie zu lernen:
Querschnittslähmungen beruhen auf einer Zerstörung des Rückenmarks und nicht auf einer Läsion irgendeines peripheren Nerven. Mit „Auswachsen“ ist da nichts. Da müßten viele Nervenbahnen geflickt werden. Und wenn man den Kabelbaum des Rückenmarks etwa mit dem eines Internetgroßserver vergleichen würde, würde der Kabelbaum des letzteren geradzu albern aussehen.
Noch ein Tip: Wenn es irgendetwas gäbe, würde dann unser Innenminister immer noch im Rollstuhl sitzen?