Behelfsbrücken

Hallo.

In einem bekannten Lied über Prinz Eugen von Savoyen heißt es:

"Prinz Eugen der edle Ritter wollt dem Kaiser wiedrum kriegen Stadt und Festung Belgerad.
Er ließ schlagen einen Brucken, daß man konnt hinüberrucken, mit d’r Armee wohl vor die Stadt.

Als der Brucken war geschlagen, daß man konnt mit Stuck und Wagen frei passiern den Donaufluß…"

Die Donau ist bei Wien und Budapest schon sehr breit, Belgrad liegt sogar noch weiter unterhalb.
Wie hat man Anfang des 18. Jahrhunderts schnell behelfsmäßig eine Brücke über diese Länge bauen können, die auch Fuhrwerke und Geschütze trug?

Grüße
Ostlandreiter

Pontonbrücke
Hallo,

Wie hat man Anfang des 18. Jahrhunderts schnell behelfsmäßig
eine Brücke über diese Länge bauen können, die auch Fuhrwerke
und Geschütze trug?

Möglicherweise per Pontonbrücke, laut http://de.wikipedia.org/wiki/Ponton gibts die schon seit 513 v. Chr. Meine mich zu erinnern das in einem Roman über den Spanienfeldzug von Napoleon auch der Bau einer Pontonbrücke eine wichtige Rolle spielte. http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3548210929 Ist zwar ein paar Jahre nach Savoyen aber technisch hat sich da soviel nicht verändert.

btw: Gerade gefunden http://de.wikipedia.org/wiki/Prinz_Eugen_von_Savoyen

indem er sie unerwarteterweise nicht von Land, 
sondern mittels einer Pontonbrücke von Wasser aus angriff.

Gruss Jan

Hallo !

Holz gab es genug. Aus Holz wurden Flöße gebaut und die zusammengelegt.

mfgConrad

Hallo !

Hier dreimal Napoleons Flußüberquerung. Man darf dabei nicht vergessen, dass damals die Flüsse überall Furten hatten.

Napoleons Feldzug nach Rußland.

Die Brücke über den Njemen war eine von Pionieren gebaute Holzbrücke auf Stelzen. Sie stand also fest auf dem Grund. (24. Juni 1812).
Andere Teile seiner Armee fuhren mit Booten rüber. (30. Juni 1812).

Der Dnjepr wurde durchwatet. (14. Aug.1812).

Die Beresina auf dem Rückzug wurde wieder durchwatet.

mfgConrad

Moinsen!
Meine Vorposter haben eigentlich alles gesagt nur noch ne kleine Ergänzung zum Aufbau. Die Schwimmkörper waren Kupferverkleidete Holztröge, die dann mit Bohlen und Brettern überkleidet wurden. Diese Pontons wurden zu Friedrichs Zeiten im Train mitgeführt (ob auch schon bei Eugen solche vorgefertigten Pontons im Train waren, oder ob dort einfach nur Flußboote genommen wurden weiß ich nicht). Die Pontons wurden am Ufer zu Wasser gelassen und in bestimmten Abständen mit dicken Bohlen verbunden. Auf diese Bohlen wurden dann Bretter genagelt und damit eine Brücke daraus. Das alles erfolgte noch am eigenen Ufer und wurde so gut es ging vor dem Feind geheimgehalten. Danach wurde das ganze Gebilde eingeschwommen, d.h. ein Ende war fest am Ufer das andere Ende wurde mit Hilfe der Strömung ans andere Ufer getrieben.
Im Falle von Eugen vor Belgrad und der Breite des Flusses ist das kein Problem, da die Donau dort recht viele Inseln hat, so dass immer nur die Inseln verbunden werden mussten.

Also danke für die aufschlußreichen Erklärungen.
Das mit den vielen Inseln leuchtet ein, da haben die Türken auf der anderen Seite nichts mitbekommen.

Grüße
Ostlandreiter