Behörden das Mieten verbieten?

Hallo,
eine Stadtverwaltung mietet sich Baustellenmaterial für ein halbes Jahr (Absperrschranken). Diese kosten pro Tag 2 Euro - d.h. man hat Gesamtkosten von 360 Euro pro Stück. Der gleiche Händler verkauft die Dinger für 35 Euro pro Stück…

Die Stadt hat 600 davon gemietet. Korruption kann ich ausschließen denn sonst hätte mir der Vermieter der Bauschranken die Geschichte nicht erzählt.

Wieso verbietet man der öffentlichen Hand nicht das Mieten von benötigten Gütern oder auch Immobilien wenn es sich nicht gerade um einen Sonderfall handelt?

Jeder wirtschaftlich denkende Mensch wird wissen, dass mieten langfristig fast immer teuerer kommt als die benötigten Güter anzuschaffen (und evtl. danach wieder zu veräußern).

Gruß
Desperado

Weil das Steuergelder sind und es niemanden in der Politik interessiert wie damit umgegangen wird.
Frei nach dem Motto: ist ja nicht mein Geld. ramses90

Hallo!

Man müsste das kaufmännisch durchrechnen. Es kann durchaus sein, dass es wirtschaftlich vorteilhaft ist, auf Anschaffung solcher Materialien zu verzichten, auch wenn es im Einzelfall zu höheren Kosten als den Anschaffungskosten führt. Anschaffungskosten sind nur ein Teil der gesamten Kosten.

Nicht vorschnell urteilen, nicht ohne Sachkenntnis urteilen, differenzieren, sowas halt.

Wobei natürlich auch teilweise verschwenderisch mit Mitteln umgegangen wird, das kommt bei öffentlichen Verwaltungen manchmal vor.

Schöne Grüße!

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Mir fallen nur sehr wenige Beispiele ein bei denen mieten wirtschaftlicher wäre als kaufen. Sinnvoll fände ich es deshalb dass man mieten grundsätzlich verbietet und jede Ausnahme begründet werden muss. Für denn einzelnen Amtsmitarbeiter ist es natürlich praktischer wenn ein externes Unternehmen die benötigten Materialien aufstellt und wieder abholt und man keine eigenen Mitarbeiter damit betrauen muss. Das minimiert die benötigten Arbeitsschritte für den Amtsmitarbeiter - aber wirtschaftlich ist es meist eben nicht.

Möglicherweise hast du aber keinerlei betriebswirtschaftliche Kenntnisse.

Hallo,

Aus meiner Sicht ist das die Masche der Unternehmens- und Politikberater der letzten Jahrzehnte: öffentliche Aufgaben (wie zum Beispiel das Vorhalten von Baustellenkennzeichnungen) an die private Hand abgeben, da „die öffentliche Hand zu teuer ist und die privaten das alles viel besser und preiswerter können."

Seit wann hat das Agieren der Politik etwas mit wirtschaftlichem Denken zu tun? Siehe Maut (die man mit Gewinngarantie an ein privates Konsortium abgegeben hat). Siehe Klima-Stiftung (mit der Altmeier lieber reichen Leuten 2% Rendite in den Ars… bläst, statt für Minusprozente Staatsanleihen auszugeben) Siehe Privatisierung des Berliner Energieversorgers BEWAG, siehe Privatisierung von Autobahnen. Siehe Quasiprivatisierung der Bahn. Die Liste ließe sich endlos fortführen. Stets geht es um die Verteilung gesellschaftlichen Eigentums in die Taschen einer kleinen Minderheit.

Grüße
Pierre

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Aha. Du sprichst mir also lieber die Kenntnisse ab anstatt mal ein paar Beispiele zu bringen. Einige davon fallen sogar mir ein - aber in den meisten Fällen ist mieten eben unwirtschaftlich.

Wobei ohne diese „Masche“ bislang nirgendwo aufgefallen ist, dass die Bereithaltung eigener Mittel in Randbereichen irgendwie wirtschaftlich sei. Privatwirtschaftliche Unternehmen verzichten regelmäßig darauf, da sie ja nicht das Geld der Aktionäre verschwenden dürfen. Warum sollen öffentliche Auftraggeber das Geld der Steuerzahler verschwenden, nur weil nach Milchmädchenrechnung im Einzelfall 3,60 € (oder auch einmal 3.600 €) gespart werden kann, dafür aber eine Planstelle eingerichtet werden muss (TVÖD Besoldungsgruppe 8, ca. 120.000 € Jahrespersonalkosten)? Sind die alle dumm? Nein, die meisten Entscheider in der öffentlichen Verwaltung sind eben nicht dumm. Deswegen neigen sie dazu, nicht zu viele Aufgaben selbst zu übernehmen,. sondern nur die Aufgaben, die sie besser erfüllen können, als externe Dienstleister.

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Hi,

ist ja nicht nur, das der Sachbearbeiter eigene Mitarbeiter für den Auf- und Abbau beauftragen muss, die Dinger müssen ja anschließend auch irgendwo gelagert, für den Verkauf fertig gemacht werden (reinigen, prüfen), entsprechende Verkaufsanzeigen geschrieben und nachher noch verkauft, Rechnungen geschrieben ect. werden. Das alles ist ein nicht unerheblicher Aufwand. Ob es sich da dann wirklich rechnet, die Dinger zu erwerben statt zu mieten würde ich da nicht so klar sehen.

Grüßle
Frank K.

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Leider eine völlig unbelegte und völlig blödsinnige Aussage „Eigentum“ ist so eine Nebelkerze, da setzt bei vielen Menschen der Verstand völlig aus, weil das hoch emotional besetzt ist. Rechnen, rechnen, rechen, das hat man als Betriebswirt gelernt, und zwar mit allen Kosten, auch den Gemeinkosten.

Möglicherweise kennst du den Begriff der Gemeinkosten nicht, dann stell bitte eine entsprechende Frage im BWL-Brett.

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Alle Städte die ich kenne haben Räumlichkeiten und Mitarbeiter die genau für solche Aufgaben da sind - und wie lange wird es wohl dauern bis man ein paar Absperrschranken auf den LKW geladen und eine Kleinanzeige verfasst hat? Reinigen und prüfen? Das macht der Käufer der gebrauchten Waren selbst.

Sehe ich ähnlich: Öffentliche Unternehmen werden vernachlässigt indem man eine Unternehmenskultur toleriert die mit wirtschaftlichem Arbeiten nicht viel zu tun hat damit man behaupten kann dass die öffentliche Hand nicht wirtschaften kann. Wenn man ein paar fähige Manager einstellt und die richtigen Anreizsysteme schafft kann auch ein Staatsbetrieb wirtschaftlich sein - aber daran hat natürlich niemand ein Interesse.

Die Klimastiftung fand ich auch lustig: Man macht keine neuen Schulden sondern leiht sich nur neues Geld. Demnächst gibt es bestimmt noch eine Straßenstiftung, Schulenstiftung, Sozialstiftung…

Der war gut! :rofl:

(wird sicher gleich gelöscht)

Moin…

was mir weitaus mehr dabei fehlt, ist die Konsequenz die daraus gezogen wird: keine.

Jeder dieser Dummbeutel, die in den Ämtern die Stühle durchsitzen und Quatsch verzapfen, sollte da auch mal mit „Bezugskürzungen“ rechnen können. Das würde schon manchen mal mehr zum nachdenken bewegen.

Es werden auf allen Ebenen einfach zu viele Entscheidungen getroffen, die persönlich so nicht getroffen werden würden. Letztendlich sind das schon Leute vom Fach - also nicht völlig unintelligent.

Auf Hinweise weiter unten, dass Gemein- und Verwaltungskosten anfallen werden: das lässt sich beziffern, werden aber definitivst unter 190.000€ liegen…

LG
Ce