Behördenlob

Also, meistens schimpft man ja über die Behörden, Verwaltung, Beamten etc. Aber, ich denke, wenn´s mal so richtig gut war, sollte man auch loben.

Zuvor aber ein Spruch, den ich kürzlich gelesen habe, und der hierhin paßt: „So klingt eine funktionierende Verwaltung“ : Wie ein Marsch auf dem Akkordeon.

Erneut ein also: Hatte vergangene Woche ein Auto bei der Zulassungsstelle TBB zuzulassen, wußte nicht, was ich dazu insgesamt brauche. Anruf daher vorab, und was man mir, sehr freundlich, durchgab, war vollständig, kurz, präzise, erschöpfend, nicht zu viel, nicht zu wenig. Schon mal schön.

Ich kreuze wenige Tage später im Landratsamt auf, wo ist bitte die Zulassungsstelle? Der Pförtner, gar nicht muffelig, gar nicht verschanzt hinter seinem Glas, unterbricht für einen Augenblick sein Telefonat, da lang, immer geradeaus.

Dort, hinterm Tresen ein paar Damen, einer gebe ich meine Unterlagen, ein kurzer Blick drüber, hätten sie gerne eine spezielle Nummer, auch in kaum einer Minute erledigt, sie schreibt mir die Numer auf einen Zettel, zum Schilderpräger gegenüber, nach wenigen Minuten zurück.

Die junge Dame hinter dem Tresen sieht mich kommen, kommt mir entgegen, bitte gleich hierher, das ist die Kasse, ich kriege die Plaketten draufgedrückt, zahle, fertig. Nach nicht mal 20 Minuten wieder draußen.

Klar, was soll daran eigentlich auch länger dauern? Ich könnte aber andere Zulassungsstellen nennen…

Also, TBB, ein dickes Lob, von wegen Schifferklavier…

Antal

…schließ ich mich an
Hallo Antal!

Ich pflichte die bei, im Landratsamt FN (=Bodenseekreis) ist’s auch so kundenfreundlich! Und ich sag das jetzt nicht nur, weil ich Verwandt-/ und Bekanntschaft unter den netten Damen bei der Zulassungsstelle und auch sonst im Hause habe… :smile:

Schönen Abend noch,
Juli

Also, meistens schimpft man ja über die Behörden, Verwaltung,
Beamten etc. Aber, ich denke, wenn´s mal so richtig gut war,
sollte man auch loben.

Sie haben ihre Arbeit gemacht. Klar, das ist bei einer Behörde mal ein ganz großes Lob wert.

Es gibt eben immer Leute…
…die was zu meckern finden.

Ich dagegen finde es schön, dass nicht immer nur gepostet wird, wenn irgend was nicht passt, sondern eben auch mal wenn man positiv überrascht wird.

Und das sollte für Behörden und Unternehmen gleichermaßen gelten.

Daniel

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Stimmt. Man sollte Behörden öfter loben, wenn sie ihre Arbeit so machen, wie die Gesetze das von ihnen verlangen. Sowas ist schließlich schon längst keine Selbstverständlichkeit mehr …

Liebe Grüsse

Holger von oben

Hi,

schön, daß Du mal ein Lob aussprichst. Hast Du das auch den auf der Behörde gesagt?

Ich denke, daß sich die Leute lieber beschweren, als sich zu bedanken. Wenn etwas läuft, wird das als quasi selbstverständlich hingenommen, aber die Leitung wird wenig honoriert, es sei denn daß ein Fehler passiert, dann wird sich aufgeregt.

Wenn ein Straßenbahnfahrer z.B. auf einen Fahrgast länger wartet, weil der eben gerade noch über die Straße hinhechtet, dann sehe ich selten, daß sich dieser bei dem bedankt. Andersrum wird sich beschwert, wenn der Fahrer nicht mitbekommt, wie einer gerade um die Ecke kommt.

Inzwischen habe ich es mir angewöhnt, einem Fahrer zu danken, wenn er etwas länger auf nen Anschluß wartet, aber das habe ich selten von anderen gesehen.

Gruß

Winni

Hallo,

Ich denke, daß sich die Leute lieber beschweren, als sich zu
bedanken. Wenn etwas läuft, wird das als quasi
selbstverständlich hingenommen, aber die Leitung wird wenig
honoriert, es sei denn daß ein Fehler passiert, dann wird sich
aufgeregt.

sind die Leute nicht letztendlich dafür da, ihren Job gut und richtig zu machen? Ich beziehe das jetzt nicht nur auf Behörden sondern ganz allgemein. Dankt man der Reinigung, wenn die Flecken aus der Kleidung raus sind und alles schön gebügelt wurde? Dankt man dem Briefträger, weil er alle Briefe in den richtigen Kasten wirft? Wird der Sekretärin gedankt, die einen Brief fehlerfrei tippt?

Klar, alle würden sich bestimmt freuen, wenn man sich bedankt. Ich freue mich auch, wenn man sich bei mir für irgendetwas bedankt. Aber wenn es doch mein Job ist es zu tun und ich quasi jeden Monat den Dank in Form des Gehaltsscheck bekomme müsste das doch reichen, oder?
Schließlich wird derjenige immer dafür bezahlt, diese Arbeit zu tun. Deswegen ist es auch völlig klar, dass nur etwas darüber gesagt wird, wenn es nicht läuft, wie es soll. Denn in dem Moment wurde ja ein Fehler gemacht. Wenn aber alles richtig gemacht wurde und jedes Mal jemand darüber hier einen Beitrag verfassen würde wäre viel los: Da dankt der erste der Verkäuferin bei Aldi, die das Wechselgeld richtig abgezählt hat, der nächste dankt der Kellnerin, die es geschafft hat, das getränk zu bringen ohne es zu verschütten etc.

Wenn ein Straßenbahnfahrer z.B. auf einen Fahrgast länger
wartet, weil der eben gerade noch über die Straße hinhechtet,
dann sehe ich selten, daß sich dieser bei dem bedankt.
Andersrum wird sich beschwert, wenn der Fahrer nicht
mitbekommt, wie einer gerade um die Ecke kommt.

Ja, damit hast du natürlich recht. Aber da tut der Fahrer auch mehr als er muss. Wenn sein Fahrplan sagt um Uhrzeit X ist Abfahrt und er wartet noch ist das nett. Das ist dann eine zusätzliche Leistung, die wenigstens in Form eines „Danke“ honoriert werden sollte. Das ist m. E. einfach vorhandene Erziehung (oder wenn kein Danke kommt mangelt es eben an dieser).

Und ich behaupte auch nicht, dass man es im Dienstleistungsgewerbe leicht hat - ich selbst habe schon mitbekommen, wie ein Busfahrer übelst beleidigt wurde weil er auf jemanden gewartet hat obwohl der Bus schon Verspätung hatte. Es hat sich jemand aufgeregt, der den Anschlusszug nehmen wollte (den hat er dann nicht bekommen, weil direkt die Polizei gerufen wurde, er des Busses verwiesen wurde, eine Anzeige wegen Beleidigung bekommen hat und mit zur Polizeiwache durfte).

Letztendlich kann man heute leider nicht mehr erwarten, gelobt zu werden - so schlimm es auch ist. Aber das ist wohl in jeder Branche so. Tut man etwas nicht, was man hätte tun sollen bekommt man einen Rüffel. Tut man etwas mehr, als gefordert war gibts leider oft nicht mal nen Lächeln.

Inzwischen habe ich es mir angewöhnt, einem Fahrer zu danken,
wenn er etwas länger auf nen Anschluß wartet, aber das habe
ich selten von anderen gesehen.

Scheinbar haben meine Eltern bei meiner Erziehung doch etwas richtig gemacht. Denn bedanken wurde mir - neben Pünktlichkeit - schon früh beigebracht.

Liebe Grüße
Timi

Hi,

Wenn ein Straßenbahnfahrer z.B. auf einen Fahrgast länger
wartet, weil der eben gerade noch über die Straße hinhechtet,
dann sehe ich selten, daß sich dieser bei dem bedankt.

Nein? Würde mir nie in den Sinn kommen, einzusteigen ohne ‚danke‘ zu sagen. … Ich muß wohl mal wieder Straßenbahn fahren, ich komme mir richtig weltfremd vor. … Ach ja, hier gibt’s ja gar keine Straßenbahn. … :wink: Also, wenn ich mal wieder in Berlin bin, laß ich das Auto stehen und meide die U-Bahn. :wink:

Gruß, Rainer

Hallo,

sind die Leute nicht letztendlich dafür da, ihren Job gut und
richtig zu machen? Ich beziehe das jetzt nicht nur auf
Behörden sondern ganz allgemein. Dankt man der Reinigung, wenn
die Flecken aus der Kleidung raus sind und alles schön
gebügelt wurde? Dankt man dem Briefträger, weil er alle Briefe
in den richtigen Kasten wirft? Wird der Sekretärin gedankt,
die einen Brief fehlerfrei tippt?

Komisch, wenn ich hier einen Computer schnell wieder zum Laufen bringe bedanken sich die Leute immer, dabei ist das mein Job. :wink:

Und wenn ich zur Zulassungsstelle komme, die Dame schickt mich gleich die Nummernschilder kaufen und füllt in der Zwischenzeit für mich mein Formular aus, dann ist das nicht deren Job und ich bedanke mich dafür.
Gibt’s nicht? St.Ingbert heißt der Ort (Saarland), wo einem so etwas passiert, wenn wenig Andrang ist.

Gruß, Rainer

Hallo,
Dankt man der Reinigung, wenn
die Flecken aus der Kleidung raus sind und alles schön
gebügelt wurde? Dankt man dem Briefträger, weil er alle Briefe
in den richtigen Kasten wirft? Wird der Sekretärin gedankt,
die einen Brief fehlerfrei tippt?

Hi
warum machst du das nicht?
Wenn es „besonders schwierige Flecken“ waren, bedanke ich mich auch bei der Reinigung.
Wenn ich den Brieträger mal sehe (wenn überhaupt, dann Samstags oder wenn ich Urlaub habe) dann bedanke ich mich selbstverfreilich - mir bricht dabei kein Zacken aus der Krone.
Und wenn das Vorzimmer (ich habe leider keine eigene Sekretärin) meine Wünsche erfüllt, wofür sie bezahlt werden, sage ich immer noch „Danke“ und wenn es nur ein Stempel ist, die sie aufdrücken mussten.

Also
wo liegt dein Problem?

Gruß
HaWeThie

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Hi hawethie,

Dankt man der Reinigung, wenn
die Flecken aus der Kleidung raus sind und alles schön
gebügelt wurde? Dankt man dem Briefträger, weil er alle Briefe
in den richtigen Kasten wirft? Wird der Sekretärin gedankt,
die einen Brief fehlerfrei tippt?

Hi
warum machst du das nicht?

Das Danken war nicht im Bezug auf „Dankeschön sagen“ gemeint, sondern eher darauf, es zu „würdigen“.

Wenn es „besonders schwierige Flecken“ waren, bedanke ich mich
auch bei der Reinigung.

Ist ja auch ok. Dann erzählst du vielleicht hinterher auch „Also in der Reinigung XY kriegen die fast alle Flecke raus…“ aber lobst du die Reinigung auch in den höchsten Tönen, wenn dort nichts herausragendes gemacht wurde? ZB müssen wir immer einige Kleidungsstücke imprägnieren lassen. Die Reinigung bietet diese Dienstleistung an, wir bezahlen dafür. Bei der Abholung sagt man natürlich danke aber letztendlich vergisst man doch ganz schnell die Reinigung, weil ja nichts Herausragendes geleistet wurde. Wenn man aber irgendein Teil kaputt / schmutzig (etc.) zurückbekommt ärgert man sich da ne Weile drüber.

Wenn ich den Brieträger mal sehe (wenn überhaupt, dann Samstags
oder wenn ich Urlaub habe) dann bedanke ich mich
selbstverfreilich - mir bricht dabei kein Zacken aus der Krone.

Nein, natürlich nicht. Wie gesagt, es geht auch nicht um die normale Höflichkeit (obwohl auch die vielen Leuten zu fehlen scheint…). Sondern darum, dass du kaum hier einen Artikel verfassen würdest „Mein Briefträger wirft meine Post immer so schön ein“. Weil es eben selbstverständlich ist – er wird dafür bezahlt. Nur wenn du eben jeden Tag deine Post zerrissen vorfindest wäre das vielleicht einen Beitrag wert.

Und wenn das Vorzimmer (ich habe leider keine eigene Sekretärin)
meine Wünsche erfüllt, wofür sie bezahlt werden, sage ich immer
noch „Danke“ und wenn es nur ein Stempel ist, die sie aufdrücken
mussten.

Und wenn du abends mit Freunden zusammensitzt erzählst du denen dann, dass die Herrschaften im Vorzimmer so toll stempeln können? Oder nimmst du das einfach als gegeben hin?

Also
wo liegt dein Problem?

Ich frage mich, wie schlecht der „Service“ in deutschen Behörden zu sein scheint, dass es nötig ist hier ein Lob – Posting zu machen. Sollte man nicht erwarten können, dass es einfach so läuft? Klar, es läuft mal ab und an was falsch, lange Wartezeit o.ä., aber ist es wirklich so erwähnenswert, wenn mal was reibungslos gelaufen ist, was man eigentlich ohnehin erwarten können sollte?

Liebe Grüße
Timi

Hallo Rainer,
auch hier noch mal die Anmerkung, dass ich mit „danken“ weniger das normale „dankesagen“ meinte sondern eher es herausragend zu würdigen (ich habe mich falsch ausgedrückt, das tut mir leid).

Und wenn ich zur Zulassungsstelle komme, die Dame schickt mich
gleich die Nummernschilder kaufen und füllt in der Zwischenzeit
für mich mein Formular aus, dann ist das nicht deren Job und ich
bedanke mich dafür.

Eben, es ist nicht ihr Job. Sie tut dann etwas extra, wofür man sie wenigstens mit einem Danke und einem Lächeln „belohnen“ sollte. Sowas erzählt man dann vielleicht auch weiter, eben weil es nicht das war, was man zu erwarten hatte.

Wenn es aber um Dinge geht, die einfach so zu laufen haben, weil mein Gegenüber dafür bezahlt wird, dass es so passiert würdige ich persönlich das nicht wirklich. Auf jeden Fall schwärme ich nicht noch Tage später davon, wenn mir die Verkäuferin beim Bäcker die richtige Anzahl Brötchen und eine Tüte drumrum gegeben hat. Wirft sie mir die Brötchen lose vor die Füße sieht das wieder anders aus…

Liebe Grüße
Timi

Wäre jetzt aber nett…
…wenn der Thread enden würde. Hat ja mit einem Wissensforum nix mehr zu tun. Geht nach ALK oder so. Danke.

MfG
Toni

Mod.

Ich frage mich, wie schlecht der „Service“ in deutschen
Behörden zu sein scheint, dass es nötig ist hier ein Lob –
Posting zu machen. Sollte man nicht erwarten können, dass es
einfach so läuft? Klar, es läuft mal ab und an was falsch,
lange Wartezeit o.ä., aber ist es wirklich so erwähnenswert,
wenn mal was reibungslos gelaufen ist, was man eigentlich
ohnehin erwarten können sollte?

Hallo nochmal,
es ist nicht der „schlechte Service“ der Behörden, sondern dass es ausschließlich Postings über schlechten Service zu lesen gibt (wie gesagt: die die zufrieden sind, melden sich ja nicht).
Übrigens immer nur die Behörden - ich habe noch nie ein Schreiben gelesen, in dem steht: " die Frisöre bauen Mist" oder „die Reinigungen arbeiten nicht ordentlich“ - wie gesagt: immer Verallgemeinerungen.
Ich glaube mal, dass der größte Teil ordentlich arbeitet (auch in den Behörden).
Dass es hier mal einer schreibt, wenn er (nach seiner Meinung) außergewöhnlich gut bedient wurde, so ist das imho kein Grund, dies wieder in den Dreck zu ziehen.

Gruß
HaWeThie

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Oh je, da hab ich ja wohl was losgetreten. Leute!!! Leute, nehmt das doch nicht so ernst - so´n richtig schöner deutscher Bierernst. Gleich kommt noch einer und bringt Kant ins Spiel.

Natürlich werden die Leute dafür bezahlt, und ich sage trotzdem „danke“, wenn der Kellner den Teller vor mich hinstellt, mein Getränk nicht verschüttet wurde und überhaupt (das kostet nix und gehört sich zudem so) und wenn… und wenn…

Aber, wenn´s da so richtig schön flutscht, peng zarack bumm, das ist doch schön. Oder nicht? Das meinte ich auch (ist völlig aus dem Blickwinkel geraten) mit „…dem Schifferklavier“.

Einen schönen Abend allen unseren Philosophen (oder Filosofen?)

Antal

Wenn ich (Ordnungsamt) meine Arbeit so mache, wie die Gesetze es von mir verlagen, bekomme ich meist kein Lob! :frowning:

Gruß
Robert

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Hallo!
Also, ich denke, es gehört zur guten Erziehung, sich zu bedanken!
Vor allem gibt es ja mehrere Möglichkeiten, seinen Job zu verrichten. Man kann seine Arbeit zwar mit gleichem Ergebnis verrichten, aber hier geht es doch mehr um das „WIE!“ Ich als Beispiel arbeite bei einer Behörde (Ausländeramt). Nun habe ich die Möglichkeit, mich wie ein „typischer“ Beamter zu verhalten und keine netten Worte zu sagen, oder aber, ich unterhalte mich mit den Menschen vielleicht auch ein wenig über private Dinge, oder so! Das kommt immer gut an und dann merkt man auch, dass sich diese Menschen wohlfühlen. Das äußern sie dann manchmal dadurch, dass sie mich zu einem Besuch in ihrem Heimatland oder vielleicht auch zu ihrer türkischen Hochzeit einladen. Manchmal kommen sie auch mit kleinen Aufmerksamkeiten (Pralinen oder so) vorbei oder wollen etwas Trinkgeld da lassen.
Hab mir aber angwöhnt zu sagen, dass dies mein Job ist und selbstverständlich sein sollte, dass sie sich wohl bei mir im Büro fühlen. Dann erspare ich mir meistens Diskussionen von wegen „ich darf nichts annehmen!“, mir ist dann einfach wichtig, dass diese Menschen zufrieden nach Hause gehen, auch wenn eine Entscheidung NEGATIV für sie war.
Naja, loben tun diese Leute einen dann nicht beim Chef, ist klar, aber zumindest beschweren sie sich auch nicht! :wink:
Gruß,
Phlippo!