Behördenrücksendungen erstattungsfähig?

Hi,

angenommen jemand bekäme irtümlicherweise den Behördenbescheid (z.B. Rentenbescheid) einer anderen Person zugeschickt. Klar würde er diesen nicht behalten sondern an die Behörde zurücksenden. Das kostet ihn allerdings 15min Arbeitszeit (a z.B. €20.-/h gleich €5.-) sowie 55ct Porto und 15ct für den Briefumschlag.
Müsste die Behörde, falls $Person ihr eine Kostenaufstellung über € 5,70 (oder besser Rechnung?) stellen würde, diese erstatten? Warum wäre das so oder auch nicht?

Grüße,
J+

Frage bzw. Rechnung unverständlich ???
Hallo J+,

wenn ich einen falschen Brief im Briefkasten habe, nehme ich den bei nächster Gelegenheit mit zu Briefkasten und werfe ihn dort ohne jeglichen Kommentar wieder ein.

Das kostet weder Porto noch Briefumschlag und auch allerhöchstens 60 Sekunden zusätzliche Zeit. Was willst Du da berechnen?

Oder hast Du den Brief etwa aufgemacht, obwohl er nicht an Dich adressiert war???
Au Backe - dann könnte die Behörde, der Du eine Rechnung schreiben willst, Dich wegen Verstoß gegen das Briefgeheimnis anzeigen.

Nee, das mit der Rechnug würde ich sein lassen und den Brief einfach wieder einwerfen - ist doch kein Problem???

Grüße
Gordie

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jetzt klarer?
Hi Gordie,

nimm einfach an es würde sich hier weder um einen unberechtigt geöffneten noch um einen falsch zugestellten Brief handeln. Der Bescheid könnte z.B. innerhalb einer anderen Sendung „versteckt“ gewesen sein und könnte so natürlich nicht einfach in den Briefkasten gesteckt werden. Er könnte auch nicht einfach unfrei in einem neuen Briefumschlag an die Behörde geschickt werden da die Erfahrung zeigt, dass diese diesen nicht annehmen und er zum Absender zurück kommen würde.

Viele Grüße,
J+

Hallo,

Du hast noch einiges an Kosten unterschlagen.

  • Deine Spucke ist äußerst wertvoll, die Du beim Anlecken der Briefmarke verbraucht hast. Zudem kannst Du für das Anlecken der Marke Schmerzensgeld verlangen, da der Geschmack an Körperverletzung grenzt.
  • Dein Auto wird abgenutzt, wenn Du einen zusätzlichen Stop am Briefkasten einlegst. Zudem werden die Polster vom Brief abgeschabt, was den Wiederverkaufswert sinken lässt.
  • Du musstest Dich bei einem Rechtsanwalt erkundigen, welche Kosten Dir ersetzt werden müssen, was eine Erstberatung zum Pauschalpreis von … ausmacht.
  • Du musstest Dich in einem Forum informieren, ob der Rechtsanwalt auch richtig beraten hat. Kostet Dich eine halbe Stunde für das Posting, Stromkosten, PC-Abnutzung, nochmal PC starten zum Lesen der Antwort, nochmal eine halbe Stunde, weil die Antwort unbefriedigend war, nochmal PC starten für die nächsten Antworten…
  • Der ganze Streß kostet Dich ein jahr Deines Lebens, was allein an Rentenzahlungen mindestens…
    Ich würde an Deiner Stelle sofort eine Klage starten.

Im Ernst, was soll denn diese Korintenkackerei? Gestern hat UPS ein Paket für meinen Sohn versehentlich in einer Tischlerei am anderen Ende des Dorfes abgeliefert. Statt das Paket von UPS wieder abholen zu lassen, haben die uns angerufen, so daß wir (sogar nach Feierabend) das Paket dort selber abholen konnten. Und die wollten nichtmal was für die Kaffekasse von meinem Sohn haben. So geht das auch mal ohne großen Aufwand.
So lange das nicht zur Regel wird…

Gruß
Axel

Nö!
Hi J+,

ich schließ mich voll und ganz dem Posting von Axel an.
Der von Dir konstruierte Fall ist sehr selten und mir noch nicht passiert. Da Du den einfachsten und naheliegensten Weg, den falschen Bescheid an den Empfänger zu geben (wenn er bei Dir in der Nähe wohnt) oder ohne Briefmarke an die Behörde zurückzuschicken (ggf im alten Umschlag) nicht gehen willst, kannst Du den Bescheid nur auf dem üblichen Weg entsorgen.

Grüße
Gordie

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Hallo,

dir ist noch nie ein Fehler unterlaufen? Du hast noch nie erfahren, dass vollkommen unbeteiligte Dritte aus reiner Menschenfreundlichkeit Fehler anderer ausgebügelt haben, wo dies ohne großen Aufwand und große Kosten möglich war?

Du tust mir leid!

Meine Güte, wenn bei mir was falsch adressiert landet, dann kommt es notfalls eben in einen neuen Umschlag und dann wird auch ggf. noch eine Briefmarke spendiert, oder ich bringe es persönlich vorbei oder mache mal einen kurzen Anruf um die Sache zu klären und das Thema ist in einer Minute erledigt. Da brauche ich kein Geld und kein Dankeschön für.

Wenn man so ein ganz kleines Bisschen Gemeinsinn hat, dann denkt man einfach nur daran, dass man anderen Leuten damit jede Menge Ärger erspart hat und hofft, dass andere im umgekehrten Fall genau so handeln. Bei mir hat es jedenfalls schon oft auch anders herum funktioniert, was zeigt, dass die Saboteure unseres Gemeinwesens glücklicherweise noch nicht die Oberhand haben. Aber deine Herangehensweise macht mir Angst, dass es bald soweit sein könnte.

Kopfschüttelnder Gruß vom Wiz

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hier Im Rechtsbrett ist’s echt ulkig… Realität?
Hallo Wiz,

irgendwie ist dieses Rechtsbrett echt ulkig. Einerseits ist es streng verboten hier reale Fälle zu diskutieren. Andererseits wird man _persönlich_ für seine Postings angemacht. Was geht hier eigentlich ab?? Könnt ihr Rechtsleute euch mal entscheiden welche Regeln ihr aufstellt und euch dann auch selbst dran halten?

Entweder werden hier persönliche Meinungen und Verhaltensweisen erlaubt, dann kannst du mich dafür auch gerne angreifen. Oder hier gehts um fiktive Diskussionen, dann greif mich bitte nicht PERSÖNLICH an.

dir ist noch nie ein Fehler unterlaufen?

Natürlich! Nur der Unterschied gegenüber einer Behörde ist, dass ich meine Fehler selbst bezahlen muss und in Rechnung gestellt bekomme. Die Fehler der Behörde zahl ich aber auch. Für dich mag das das normalste der Welt sein, ich finde sowas asozial.

jede Menge Ärger erspart hat und hofft, dass andere im
umgekehrten Fall genau so handeln.

Im ungekehrten Fall wird genau so nicht gehandelt sondern Rechnungen über Pfurzbeträge gestellt (KEINE STEUERZAHLUNG!!). Das steckte auch hinter meiner Idee hier zu posten.

Bei mir hat es jedenfalls
schon oft auch anders herum funktioniert, was zeigt, dass die
Saboteure unseres Gemeinwesens glücklicherweise noch nicht die
Oberhand haben.

Ich hoffe mal in deinem Sinne, dass du mich damit nicht beleidigen wolltest. Wenn doch erwarte ich von dir eine Entschuldigung: ich bin ganz gewiss kein Saboteure sondern habe zum sozialen Funktionieren unserer Gesellschaft sicher weit mehr beigetragen als der weitaus größte Teil der mitschwimmenden Masse.
Sein nicht so vorschnell mit deinen Worten.

Viele Grüße,
J+

irgendwie ist dieses Rechtsbrett echt ulkig.

irgendwie ist echt ulkig, dass dies kein Rechtsbrett ist.
Grüße
Ulf

Also, ich finde das Anliegen von J+ durchaus diskussionswürdig. Zwar hat er sich ein Beispiel ausgesucht, das gar arg nach Pipifax klingt, und das erklärt wohl auch die schroff ablehnenden Reaktionen. Aber es gibt Folgen von Behördenmurks ja in allen Größenordnungen, und es ist extrem selten, dass die Verursacher jemals Folgekosten tragen müssen.

Ich schildere mal einen Sachverhalt aus meiner eigenen Erfahrung; ich tue das sehr ungenau, damit der konkrete Fall nicht erkennbar wird:
Ich bin selbständig, beschäftige einige „geringfügige“ bzw. „kurzfristige“ Arbeitskräfte; die Lohnbuchhaltung einschließlich zugehöriger Behördenmeldungen erledigt meine Steuerkanzlei. Vor einiger Zeit hatte ein Sozialversicherungsträger aus ungeklärten Gründen falsche Daten im Bestand, was zu einer ungerechtfertigten Nachforderung an mich führte, incl. Mahngebühren und Säumniszuschläge. Zur Abwehr dieses Unfugs waren bzw. sind noch erforderlich: drei Ferngespräche von je etwa 15 min; mehrere Einschreiben, Standardbriefe und Faxe, Zeitaufwand meinerseits bisher insgesamt ca. 6 Stunden, die nötige Einschaltung meiner STeuerkanzlei wird weitere externe Kosten verursachen. Seitens des Versicherungsträgers offenbarte sich eine fast unglaubliche Ignoranz und Inkompetenz der mit dem Fall befassten Mitarbeiter; die letzte Sumpfblüte ist, dass momentan noch eine „Forderung“ gegen mich erhoben wird, die ausschließlich aus Mahn- und Verzugsgebühren besteht und auf die nun wieder sekundäre Mahn- und Verzugskosten aufgeschlagen werden. Dabei ist all das nur Folge von deren falschen ursprünglichen Forderungen, welche die Sesselfurzer immerhin inzwischen storniert haben (nach ca. einem halben Jahr!) .
Also, wer zahlt mir das alles? Ich hab schon ernsthaft überlegt, ob ich dieser Behörde bzw. Organisation eine Rechnung schicken soll, wenn der Fall abgeschlossen ist. Natürlich erwarte ich keine Bezahlung, aber ich bin immer der Meinung, wer andere ungerechtfertigt belästigt, soll eine Rückmeldung bekommen, sonst tritt ja ein Lerneffekt ein nach dem Motto: ich kann das immer wieder so machen, ich hatte ja bisher nie Nachteile davon.
Leider wäre das mit zusätzlichem Zeitaufwand für mich verbunden, weswegen ich es wahrscheinlich doch unterlassen werde :frowning:

Übrigens habe ich einen Bekannten, der vor Jahren wegen einer Verkettung behördlicher Fehlentscheidungen (die allesamt nachträglich korrigiert wurden) auf Zinsverlusten in fünfstelliger DM-Höhe sitzenblieb. Er war am Ende zu entnervt, um noch zu versuchen, das einzuklagen.

FK

Korintenkackerei?
Hallo Axel,

gestern selbst erlebt: Ich benötigte die Beglaubigung einer Zeugniskopie. Also bin ich zur hiesigen Amtsverwaltung, dort wurde ein flüchtiger Blick auf beide Papiere geworfen, Stempel drauf, Unterschrift - fertig. Das dauerte nicht einmal 1 (eine!) Minute.
Anschließend durfte ich 4 (vier) Euro „Verwaltungsgebühr“ zahlen.
Und da soll man denen etwas schenken?

fragt nachdenklich
Frankl

Hallo,
die Beglaubigung auch einer einzelnen Seite dauert länger, wenn der Belaubiger tatsächlich (wie eigentlich vorgeschrieben) die einzelnen Noten verglichen hätte. Bei Kosten von etwa 100Euro pro Stunde (man muß da schon alles mitrechnen) entsprechen 4Euro etwa 2,4 Minuten. Zudem wird pauschal abgerechnet - bei etwas mehr Aufwand zahlst Du das gleiche.
Was also ist jetzt ungerechtfertigt?

Btw., jeder Pastor darf das auch. Was er bei Gemeindemitgliedern auch oftmals kostenlos macht.

Gruß
Axel

Im übrigen ist es zum Beispiel bei einem Schulzeugnis gar kein Problem, einfach in die Schule zu gehen und sich das dort beglaubigen zu lassen - übrigens auch alles andere, wenn man einen guten Draht zur Sekretärin hat :wink:

Frank

Hallo auch Frank,

Dein Vorschlag beinhaltet für mich zwei Probleme:

  • Die Schule ist ca. 400 km entfernt
  • Es ist rund 30 Jahre her, daß ich dort die Lehrer belästigte, und so könnte ich nicht einmal sicher sein, ob es diese Schule in ihrer damaligen Form noch gibt

Und nu?

Gruß Frank

Hallo!

Und nu?

Dann bleibt Dir natürlich nichts anderes übrig…wobei im Grundsatz auch jede andere Schule eine öffentliche Stelle ist, die Beglaubigungen vornehmen kann, oder Du gehst ins Pfarramt.

Frank