kommt vor
Hi.
Ein Freund von mir hat bei seiner Promotion mächtig daneben
gegriffen. Nach wenigen Monaten stellte sich heraus, daß er
keinen Zugang zum gewählten Thema findet. Dies führte
natürlich dazu, daß er sich superunglücklich bei seiner neuen
Arbeitsstelle fühlt. Auch die Kollegen und das gesamte Klima
am Institut liegen ihm nicht richtig.
Dann sollte er sich nach einem neuen Job umschauen, und zwar schnell.
Ich habe ihm eigentlich immer geraten sich erstmal
durchzubeißen, da es meiner Erfahrung nach in jeder Promotion
zahlreiche Tiefpunkte gibt, die aber überwunden werden können.
Fachliche Tiefpunkte: ja, da muss man durch. Aber wenn es bereits am Anfang mit dem Klima nicht hinhaut? Eine Promotion kann lange dauern, besonders wenn die Bedingungen nicht gut sind. Oder noch schlimmer, nach 5 Jahren ohne den begehrten Titel dastehen und dabei für einen Hungerlohn gearbeitet zu haben. (Ich kenne nicht wenige Doktoranden, bei denen das Arbeitsamt den Abschluss der Promotion „finanziert“ hat.)
Mittlerweile bin ich mir aber nicht mehr so sicher ob mein Rat
der richtige war.
Was meint ihr: Im ersten halben Jahr die Stelle zu wechseln,
die Promotion abzubrechen und sich ein anderes Thema an einer
anderen Uni zu suchen, ist das ein arger Karriereknick?
Definitiv: Nein. Ein paar meiner Studienkollegen haben das getan. Diejenigen, die die Promotionsstelle gewechselt haben, sind inzwischen promoviert. Diejenigen, die in die Industrie gegangen sind verdienen inzwischen besser als ich.
Oder
zeigt es gar im Gegenteil, daß einer weiß was er will?
Das kommt darauf an, wie man es verkauft.
Schlecht kommt bei einer Bewerbung immer: „Die anderen waren so böse zu mir“.
Besser (wenn der Gegenüber nicht promoviert hat): "Ich hatte genug von der „Theorie im Elfenbeinturm und möchte jetzt etwas praktisches/sinnvolles machen“.
Ciao Rossi