Beichte - Absolution - Was ist wenn es keine gibt?

Hallo!

Ich hab da eine Frage zum Thema Beichte und Absolution. Was ist wenn der Priester keine Absolution gibt. Sind die Sünden dann trotzdem vor Gott verziehen?

Gruss

Petra H.

Hallo!

Du meinst eine katholische Beichte? Da würde mich wirklich interessieren unter welchen Umständen einem da keine Absolution erteilt wird…ich bin der Meinung, es gibt sie schlicht immer, Ausnahme vielleicht wenn jemand scherzbeichten geht und sehr offensichtlich ist, dass der „Beichtende“ den Pastor nur veräppeln will oder so. Der wird dann vielleicht vor der Absolution rausgeschmissen.
Aber ich bin mir sehr sicher, dass man bei einer normalen Beichte egal für welche Sünde die Absolution bekommt - ist die Frage also theoretisch oder ist dir das wirklich passiert? Dann würde ich mal das Gespräch mit deinem Beichtvater suchen.

Auf der theoretischen Ebene habe ich persönlich die Gewissheit, dass ein Pastor für die Vergebung von Sünden nur eine symbolische Rolle spielt und Gott dir alles vergibt, was du beichtest. Ob das die offizielle Lehrmeinung ist, muss aber jemand anderes sagen.

Grüße
Sonja

Hallo,

Auf der theoretischen Ebene habe ich persönlich die
Gewissheit, dass ein Pastor für die Vergebung von Sünden nur
eine symbolische Rolle spielt und Gott dir alles vergibt, was
du beichtest. Ob das die offizielle Lehrmeinung ist, muss aber
jemand anderes sagen.

Die Logik gebietet, dass die Beichte zu einer menschlichen Person Mumpitz ist. Wäre dem nicht so, dann hätte Jesus z.B. gar nicht beichten können (mangels Beichtvater) und wäre in der Hölle gelandet. Dies scheint mir der christlichen Vorstellungswelt fern zu sein, daher ist micht Beichte wohl primär die Beichte gegenüber Gott gemeint. Das Gespräch mit dem Beichtvater hat wohl eher weltlich-psychologischen Effekt.

Grüße,

Anwar

Hallo Anwar

Das Gespräch mit
dem Beichtvater hat wohl eher weltlich-psychologischen Effekt.

Da stimme ich dir zu. Das Argument mit Logik und Jesus funktioniert aber nur, wenn man davon ausgeht, dass Jesus was zu beichten gehabt hätte und nicht frei von sämtlichen Sünden war.
Letzteres wiederum dürften die meisten Leute, die beichten gehen, glauben, und darum: keine Sünde, keine Hölle, da braucht’s auch keine Beichte.

Grüße
Sonja

Hi,

Aber ich bin mir sehr sicher, dass man bei einer normalen
Beichte egal für welche Sünde die Absolution bekommt

Als Nichtgläubiger war ich naturgemäß noch nie beichten, könnte mir aber vorstellen, dass man keine Absolution bekommt, wenn man dem Pfarrer beichtet, gerade (oder irgendwann mal) jemanden umgebracht zu haben.
Oder gibt er dann trotzdem sein Ok und alles wird gut?

Viele Grüße
WoDi

Hallo,

Letzteres wiederum dürften die meisten Leute, die beichten
gehen, glauben, und darum: keine Sünde, keine Hölle, da
braucht’s auch keine Beichte.

Nein, der Witz ist doch, dass Jesus an irgendeiner Stelle zu seinem „Vater“ (also Gott) beichtet. Wo genau müsste ich raussuchen.

Grüße,

Anwar

Hallo,

Aber ich bin mir sehr sicher, dass man bei einer normalen
Beichte egal für welche Sünde die Absolution bekommt

Als Nichtgläubiger war ich naturgemäß noch nie beichten,

dito

könnte mir aber vorstellen, dass man keine Absolution bekommt,
wenn man dem Pfarrer beichtet, gerade (oder irgendwann mal)
jemanden umgebracht zu haben.

Damit hat das aber nichts zu tun.

IMHO hat die göttliche Vergebung nichts mit den weltlichen
Konsequenzen zu tun (also nichts mit „alles wird gut“).
Außerdem muss für die Vergebung im Beichtstuhl, soweit ich
informiert bin, die wirkliche Reue gegeben sein, d.h. der
Geistliche, der die Beichte abnimmt und Absolution erteilt,
muss sich sicher sein, dass die Reue ehrlich gemeint ist.
Und nicht zuletzt muss der Beichtende auch glaubhaft versichern,
dass er nicht vorhat, seine Sünde erneut zu begehen (das hängt
natürlich auch mit der Reue zusammen). Aber wenn jemand z.B.
„in Sünde“ lebt, also ohne Trauschein mit jemandem zusammenlebt,
dann kann er für diese Sünde nur Absolution erhalten,
wenn er fürderhin dort ausziehen wird und keine sexuellen
Beziehungen mehr außerhalb des Ehegelübtes plant.
Nur so macht die Sache der Absolution auch Sinn.

Gruß
Elke

2 „Gefällt mir“

Ja - sicher, Du musst Dich nur vor Dir selber verantworten können. Dann ist alles O.K. !

Gruss: hardy

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi,

danke dir für die Infos.
Natürlich würde es mir Leid tun, wenn ich jemanden umgebracht hätte und ich würde sicher auch echte Reue empfinden. Aus naheliegenden Gründen kann und vor allem will ich da natürlich keinen Selbstversuch starten…:smile:
Aber ist das wirklich so, dass ich dann - nach der entsprechenden Beichte - religionstechnisch aus der Nummer raus wäre?

Viele Grüße
WoDi

hallo petra,

ich habe gelernt, dass einem automatisch vergeben wird wenn man mit aufrichtigem herzen bereut. einen priester braucht es dazu eigentlich nicht.

liebe grüsse,
coco

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi,

sowie ich das verstehe – aber vielleicht meldet sich
hier mal jemand, der sich in katholischer Religion
wirklich auskennt - ist einem vergeben, allerdings
ist das auch ein Paradox: mir ist vergeben, aber
die Reue, die bleibt natürlich. Muss auch bleiben,
sonst würde mir ja nicht vergeben werden. Irgendwie,
wie eine Katze, die sich in den Schwanz beißt.

Gruß
Elke

Hallo Elke,

nach katholischem Verständnis wird dir ein Mord nur vergeben, wenn du ihn wirklich bereust und dich der irdischen Justiz stellst!
Die Reue bleibt dir, hier auf Erden, aber die Tore des Himmels stehen dir wieder offen und darauf kommt es letzendlich doch an!
Deswegen ist Hexenverbrennung ja auch gar nicht weiter schlimm, selbst wenn da ab und zu mal ein Irrtum vorkam, denn nach dem qualvollen Flammentod, stand ihnen das Himmelstor auf jeden Fall offen und sie durften zu Gottes Füßen frohlocken und jubilieren! Allerdings nur, wenn sie vor ihrem Tod gebeichtet und die Absolution erhalten hatten!

Zefixhalleluja!

Nemo.

wie eine Schlange!

Irgendwie,
wie eine Katze, die sich in den Schwanz beißt.

Das Sushi hat mir die Editierfunktion vermasselt. :wink:
Ich meinte natürlich eine Schlange, die sich in
den Schwanz beißt.
logo.

Elke

Hi,

Aber ich bin mir sehr sicher, dass man bei einer normalen
Beichte egal für welche Sünde die Absolution bekommt

Oder gibt er dann trotzdem sein Ok und alles wird gut?

Hallo,

Elke hat recht. Für eine gültige Beichte (also „normal“) muss man Reue empfinden (auch wenn die nur der Angst vor jenseitlichen Strafen entspringt…), zu der auch der Wunsch gehört, die gleiche Sünde nicht nochmal zu begehen. Außerdem die Bereitschaft zur Wiedergutmachung im weltlichen und im geistlichen Bereich.
Ich hab auch keine Informationen aus erster Hand, aber habe mir sagen lassen, dass der Priester sowohl Hinweise gibt in Bezug auf was für Gebete man als Bußwerk sprechen sollte als auch darauf, was man im „real life“ zwecks Widergutmachung unternehmen sollte. Bei einem gebeichteten Mord würde einem höchstwahrscheinlich ans Herz gelegt sich zu stellen. Die Absolution bekommt man aber schon vorher.
Ein Bekannter, der katholische Theologie studiert hat, erzählte mir mal, dass der Priester gehalten sei, generell Reue und Bereitschaft zur Wiedergutmachung vorauszusetzen sofern der Beichtende nichts anderes behauptet.
Täte er das, wäre die Beichte ungültig und für die gibt es wohl keine Absolution; es ist aber dann auch keine vollständige Beichte.

Andersrum finde ich das Problem viel interessanter: Was, wenn ich dem Pastor unter Vorspiegelung falscher Tatsachen Reue und Willen zur Wiedergutmachung vortäusche und von dem dann tatsächlich die Absolution zugesprochen bekomme - die gilt dann trotzdem nicht? Wie kann mein Beichtvater dann behaupten, im Namen Gottes meine Sünden zu vergeben?

Grüße
Sonja

oh, nochwas:

Was passiert, wenn man was beichtet, das normalerweise mit Exkommunikation „bestraft“ wird? Die ist ja dem Papst vorbehalten, meine ich, ebenso wie sie wieder aufzuheben.
Vielleicht wäre das die Ausnahme.

Hallo!

Ich hab die Frage theoretisch gemeint. Ist das mit der Absolution immer so klar hab ich mich gefragt. Meist ist es ja so im Leben das das was wir meinen das es klar und logisch ist sich dann und wann herausstellt das dem nicht so ist.

Aber ich bin mir sehr sicher, dass man bei einer normalen

Beichte egal für welche Sünde die Absolution bekommt - ist die
Frage also theoretisch oder ist dir das wirklich passiert?
Dann würde ich mal das Gespräch mit deinem Beichtvater suchen. Deshalb auch meine Frage. Hab mich einmal schlau gemacht und erfahren, dass es auch Bußgottesdienste gibt. Scheint eine Alternative zur Beichte zu sein nur genau weiß ich das auch nicht. Hab mir gedacht, dass ihr im Forum mehr darüber wisst.

Gruss

Petra H.

Hallo!

Du meinst eine katholische Beichte? Da würde mich wirklich
interessieren unter welchen Umständen einem da keine
Absolution erteilt wird…ich bin der Meinung, es gibt sie
schlicht immer, Ausnahme vielleicht wenn jemand scherzbeichten
geht und sehr offensichtlich ist, dass der „Beichtende“ den
Pastor nur veräppeln will oder so. Der wird dann vielleicht
vor der Absolution rausgeschmissen.
Aber ich bin mir sehr sicher, dass man bei einer normalen
Beichte egal für welche Sünde die Absolution bekommt - ist die
Frage also theoretisch oder ist dir das wirklich passiert?
Dann würde ich mal das Gespräch mit deinem Beichtvater suchen.

Auf der theoretischen Ebene habe ich persönlich die
Gewissheit, dass ein Pastor für die Vergebung von Sünden nur
eine symbolische Rolle spielt und Gott dir alles vergibt, was
du beichtest. Ob das die offizielle Lehrmeinung ist, muss aber
jemand anderes sagen.

Grüße
Sonja

Hi!

Die Frage die sich hier stellt ist ob ein Mensch der jemanden umbringt dies beichtet. Der müsste doch fürchten, dass sein Verbrechen auffliegt. Andererseits hab ich da gehört, dass es schon Menschen gibt die so etwas beichten und dann die Frage nach dem Beichtgeheimnis ein großes Problem aufwirft. Ich frag mich hier auch ob es eine Absolution hierfür gibt.

könnte mir aber vorstellen, dass man keine Absolution bekommt,

wenn man dem Pfarrer beichtet, gerade (oder irgendwann mal)
jemanden umgebracht zu haben.

Gruss

Petra

Hi,

Aber ich bin mir sehr sicher, dass man bei einer normalen
Beichte egal für welche Sünde die Absolution bekommt

Als Nichtgläubiger war ich naturgemäß noch nie beichten,
könnte mir aber vorstellen, dass man keine Absolution bekommt,
wenn man dem Pfarrer beichtet, gerade (oder irgendwann mal)
jemanden umgebracht zu haben.
Oder gibt er dann trotzdem sein Ok und alles wird gut?

Viele Grüße
WoDi

Hallo,

könnte mir aber vorstellen, dass man keine Absolution bekommt,

wenn man dem Pfarrer beichtet, gerade (oder irgendwann mal)
jemanden umgebracht zu haben.

Warum nicht?

Gruß
Elke

Hallo!

Danke für dein Feedback.
Ich denke Gott ist barmherzig und gütig. Und der Priester ist zwar das Werkzeug Gottes aber nicht Gott selbst. Ich finde er hat nicht das Recht zur urteilen oder beurteilen. Das steht ihm nämlich nicht zu. Auch bin ich der Meinung, dass eine Lebensgemeinschaft wenn sie Würde und Respekt beinhaltet, durchaus vor Gott Bestand hat. Und die sexuelle Ebene geht dem Herrn Pfarrer nichts an, da es, wie ich aus der Zeitung erfahren musste selbst kath. Priester gibt die Vater werden, also es mit der Unkeuschheit nicht so ernst nehmen. Also darf er auch dem gewöhnlichen Volk so etwas nicht vorhalten. Denn sonst wäre er ein Pharisäer.

Gruss

Petra

in Sünde" lebt, also ohne Trauschein mit jemandem

zusammenlebt,
dann kann er für diese Sünde nur Absolution erhalten,
wenn er fürderhin dort ausziehen wird und keine sexuellen
Beziehungen mehr außerhalb des Ehegelübtes plant.
Nur so macht die Sache der Absolution auch Sinn.

Hallo,

Aber ich bin mir sehr sicher, dass man bei einer normalen
Beichte egal für welche Sünde die Absolution bekommt

Als Nichtgläubiger war ich naturgemäß noch nie beichten,

dito

könnte mir aber vorstellen, dass man keine Absolution bekommt,
wenn man dem Pfarrer beichtet, gerade (oder irgendwann mal)
jemanden umgebracht zu haben.

Damit hat das aber nichts zu tun.

IMHO hat die göttliche Vergebung nichts mit den weltlichen
Konsequenzen zu tun (also nichts mit „alles wird gut“).
Außerdem muss für die Vergebung im Beichtstuhl, soweit ich
informiert bin, die wirkliche Reue gegeben sein, d.h. der
Geistliche, der die Beichte abnimmt und Absolution erteilt,
muss sich sicher sein, dass die Reue ehrlich gemeint ist.
Und nicht zuletzt muss der Beichtende auch glaubhaft
versichern,
dass er nicht vorhat, seine Sünde erneut zu begehen (das hängt
natürlich auch mit der Reue zusammen). Aber wenn jemand z.B.
„in Sünde“ lebt, also ohne Trauschein mit jemandem
zusammenlebt,
dann kann er für diese Sünde nur Absolution erhalten,
wenn er fürderhin dort ausziehen wird und keine sexuellen
Beziehungen mehr außerhalb des Ehegelübtes plant.
Nur so macht die Sache der Absolution auch Sinn.

Gruß
Elke

Hallo Petra,

mein Beispiel auf „in Sünde leben“ war nur deshalb gewählt,
weil es ein typisches Beispiel ist für eine Übertretung
eines der 10 Gebote, was aber heutzutage nicht in dem
Sinne bereut wird, dass man verspricht, es nicht wieder zu
tun. Nichtsdestotrotz ist außerehelicher Geschlechtsverkehr
etwas, das die Kirche nicht erlaubt. Aber es war nur
ein Beispiel, das sich angeboten hat. Genauso gut hätte
ich anführen können, jemand, der mit seiner Firma Leute
bewusst betrügt und nicht vorhat, die Firma zu schließen.

Dein Problem, das aus vielen deiner Postings spricht,
ist, dass du dir gern deine Privatreligion zusammenbasteln
möchtest. Du möchtest die Geborgenheit etc. der Kirche,
aber du sprichst der Kirche überall dort, wo deinem
eigene Empfinden widersprochen wird, schlicht die Autorität ab.
Aber es hat nun mal nichts mit kirchlichen Lehren zu tun.
Denn gerade das gehört auch zum kirchlichen Glauben:
die Anerkennung der Autorität des Priesters.

Gruß
Elke

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