Hallo und Grüß Gott, liebe Kirchgänger!
Seit Jahren fallen mir krasse Unterschiede zwischen Gottesdiensten in der Stadt und in kleinen Dörfern auf. Während bei der Bestattung von Johannes Paul geklatscht wird, herrscht in Dorfkirchen bei freudigen Anlässen nur Stille und Andacht. Bei einer Erstkommunionsfeier in einer kleinen Kirche konnte ich keinen Unterschied zu einer Totenandacht feststellen. Es kam keinerlei Freude auf, die Ministranten schauten finster drein, keinerlei Freude, nur Geld für den Klingelbeutel, sonst Modenschau für ältere Damen (Wer hat den schrillsten Hut?). Die Kirchenbesucher fanden alles normal (Hauptsache feierlich und andächtig, nur kein Aufsehen). Jetzt interessiert mich, ob es in kleinen katholischen Kirchen immer noch humorlos und langweilig zugeht, nachdem unser lieber Papst Benedikt sehr viel Humor besitzt.
Einen schönen Sonntag
Franz
Hi, mögliche Gründe:
- soziale Kontrolle vs.Anonymität (im Dorf kennt jeder jeden, keiner will auffallen, kleinere Gemeinden)
- Tradition vs. Modernität
- Zusammensetzung der Gemeinde (haben ggf. die alten hutausführenden Schachteln in der Gemeinde das Sagen? Sind die Jungen nur aus der Stadt zu besuch und gehen nur in die Kirche, weil es eben so Tradition ist?) - Schließlich wird es der beste Pfarrer schwer haben, aus einem Haufen säuerlicher alter Ladys einen Gospelchor zu zaubern
- Fähigkeiten und Orientierung des Pfarrers (ich kann mir denken, dass es modern eingestellte Pfarrer eher in die Stadt zieht, wenn sie die Wahl haben)
Gruss A.
Da bist du in der falschen Dorfkirche
Hallo Franz!
Du müsstest einmal in unserer Dorfkirche vorbeischauen! Bei manchen Gottesdiensten „geht’s da wirklich rund“. Und wenn eine Gruppe gut gesungen hat und /oder musiziert hat, gibt es am Ende des Gottesdienstes Applaus. Gerade die Erstkommunionfeier ist jedesmal ein ganz tolles Ereignis. Die Kinder gestalten die Feier größtenteils selber, sie werden dabei von einigen ältern Kindern unterstützt (Orff-Instrumente, Gitarren…).
Sogar am Karfreitag gab es in der Kirche Applaus für den Chor und das Horn-Ensemble, die die Gebete großartig umrahmten.
Ich denke, man darf da nicht allgemein urteilen, sondern die „Freiheit“ steht und fällt mit der Einstellung des Pfarrers.
Und: Die Anzahl der Kirchenbesucher hängt mit der Messgestaltung zusammen, ist so!
Und was die „Modeschau“ betrifft - das mag für ein paar sehr alte Damen wirklich noch gelten. Die meisten Leute scheren sich nicht mehr darum, es ist kaum ein Unterschied zwischen Alltags- und Sonntagskleidung festzustellen, außer an den „hohen Feiertagen“, da rücken viele „trachtig“ aus, oder die Jeans werden durch Raulederhosen ersetzt… 
Einen schönen Sonntag!
Helene
Hallo Franz!
Hallo Helene,
dann besteht ja noch Hoffnung für die Kirche, dass sie überlebt. Früher hatten wir sogar Pfarrer, die über eine Stunde lang predigten, weiblich und männlich waren streng getrennt, schmerzende Knie auf Holz, keine Heizung, eben alles sehr deprimierend.
Einen schönen Sonntag!
Helene
Franz
Hi, mögliche Gründe:
Hallo Andreas,
das denke ich auch. Schließlich hatten wir große Schwierigkeiten, Pfarrer herzubekommen. Da bekamen wir oft Leute aus Indien. Manche meinten dann, die wären nicht geeignet, weil zu lustig.
Grüße
Franz
- Fähigkeiten und Orientierung des Pfarrers (ich kann mir
denken, dass es modern eingestellte Pfarrer eher in die Stadt
zieht, wenn sie die Wahl haben)Gruss A.
Hallo Franz,
ich denke die Gestaltung des Gottesdienstes liegt hauptsächlich in der Hand des Geistlichen.
Ich kann mich noch gut an die Taufe meines Sohnes erinnern auch in einer kleinen Dorfkirche. Es war eigentlich eine entspannte und fröhlich heitere Atmosphäre aber auch nicht ausgelassen oder gar störend.Bis wir von dem Katholischen Pfarrer (aus Indien) in einem Generalstabsmäßigem Ton darauf hingewiesen wurden ruhig zu sein und auf sein Zeichen hinzuknien oder aufzustehen hätten, mit dem Argument wir seien ja schließlich in einer Katholischen Kirche. Nach diesen Rügen war natürlich nichts mehr von einer Fröhlichkeit oder Entspanntheit zu spüren und die Situation war so wie sie in vielen besonders ländlichen Katholischen Kirchen leider immer noch normalität ist.
Viele Grüsse
Markus
Hallo Franz,
Hallo Markus,
danke für die Meinung. Mir ist auch aufgefallen, dass Dorfpfarrer eine eigene Macht in der Gemeinde darstellen, noch so wie im Mittelalter. So wurden auch kleine Kinder mit ihren Eltern in die Schranken verwiesen, die nicht still sein konnten und wollten. Doch hoffen wir, dass unser humorvoller Papst Benedikt einige Reformen bringt.
Grüße
Franz
ja schließlich in einer Katholischen Kirche. Nach diesen Rügen
war natürlich nichts mehr von einer Fröhlichkeit oder
Entspanntheit zu spüren und die Situation war so wie sie in
vielen besonders ländlichen Katholischen Kirchen leider immer
noch normalität ist.