Beikost: Gläschen vs. Selbstgekochtes

Hallo,

immer wieder höre ich, dass Babys lieber Gläschen essen statt Selbstgekochtes, wenn mit der Beikost begonnen wird (oder auch später). An was liegt das denn? Eigentlich sollte doch etwas Selbstgekochtes besser schmecken?
Ich denke immer, die Gläschen haben alle den gleichen Grundgeschmack. Oder mischen die Hersteller etwas rein, so dass die Babys das essen mögen? Zucker?
Ich frag mich eben, woher das kommt.

Was denkt Ihr zu diesem Thema? Würde mich mal interessieren.

Grüßle, Úte

Hallo Ute,
ich würd sagen, das hängt vom Baby ab, so klein sie auch sind, haben die von Anfang an schon Vorlieben und Abneigungen.
Zumindest habe ich das bei meinen Kindern (und den meiner Freundinnen) beobachtet. Peter hat am liebsten (und zwar monatelang) selbst gekochtes, fast salzloses, Möhren/Kartoffel-Püree mit bischen Apfelkompott gegessen; Eva hingegen hat sich schon sehr früh entschieden, nur gut gewürztes, möglichst auch noch scharfes Essen ist das Richtige für sie - und bloss nicht zu oft das Gleiche. Ob es aus Gläschen kam, oder aus dem Kochtopf, war beiden egal.
Allerdings sollte man beim Selbstgekochten schon auf die Zutaten achten, also möglich beim Biobauern kaufen, gerade solange die Süßen noch so klein sind. Ich glaube, das die Fertigkost für Babys schadstoffärmer ist, als das was man selbst auf den Tisch bringt (wer kann schon ständig den Biobauern bezahlen?). Nur die meisten Breie zum Selbstanrühren sind völlig überzuckert, man muss halt immmer auf die Inhaltststoffe achten, es gibt auch welche ganz ohne Zucker(austauschstoffe).

so - und jetzt werde ich mir einen ungesunden Kaffee mit wenigen Nährstoffen selbst zubereiten…
Birgit :smile:

Hi,

ich glaube, dass die Qualität von Gläschen heute besser den je ist. Es gab in den letzten Jahrzehnten so viele negative Berichte, dass die eigenen sowie externen Kontrollen so gut sind wie nie zuvor. Nichts desto trotz bin ein großer Freund der selbst gemachten Speisen. Ein paar Wurzeln und Kartoffeln schälen, kochen und in Gläschen abfüllen kostet weder viel Zeit noch mühe und neben der Ersparnis ist man sich dann auch sicher was drin ist.

Das die Speisen in den gekauften Gläschen immer gleich zu schmecken scheinen liegt glaube ich an unseren verkorksten Geschmacksnerven. Es gibt heutzutage wohl kaum noch ein Fertigessen wo nicht irgendwelche Geschmacksverstärker oder so ein Zeug enthalten sind. Ich hatte dieser Tage mal eine Reportage über Jogurt gesehen und viele Leute haben die Sorte ohne Beschriftung des Bechers nicht mal mehr erkannt.

Viele Grüße
Me

Hallo,
ich denke, dass tatsächlich der Geschmack der Gläschenbreie durch die standardisierte Herstellung zum Einen einheitlich und in gewisser Weise in Richtung „fein“ und „süss“ beeinflusst wird.
Beim Selberkochen wird jede Mahlzeit anders, z.B. jede Möhre kann anders schmecken. Ich habe früher viel selbergekocht, weil es einfach preiswerter ist, aus ein paar Möhren und Kartoffeln z.B. für einen Euro bekommt man locker für 1-2 Wochen Mittagsbrei…

Beatrix

Hi Ute!

Dem kann ich nicht zustimmen. Meine Tochter (jetzt 15 Monate) hat, als ich mit der Beikost begonnen habe, NUR Selbstgekochtes gegessen. Die Gläschen hat sie immer ausgespuckt. Mittlerweile isst sie auch (im Notfall, wenns mal schnell gehen muss) ein gemischtes Gläschen. Aber lieber mag sie auch jetzt noch, wenn ich es frisch koche und pürriere…

LG, Iris

Hi!

Unserem Zwerg (jetzt 3,5 Jahre alt) bekam beides (selbstgekochstes mit ca. 3 Salzkristallen „gewürzt“) und hat beides reingefuttert - wobei wir mit dem selber kochen bis zu seinem 1. Geburtstag warteten, damit er nicht schon vorher die Nitratbomben (Karotten und Kartoffel) bekommt …

Das die Gläschen alle gleich schmecken läßt sich zurückführen auf unsere komplett zerstörten Geschmacksnerven (auf den Gläschen steht sowieso immer ganz genau oben, was in welcher Menge drinnen ist) - als unser Zwerg began, mit uns mitzuessen, würzten wir natürlich wesentlich weniger, die Geschmacksnerven kamen ein bißchen zurück und meine Frau verträgt heute noch immer kein Hot-Ketchup, ohne dem sie früher nicht leben hätte können :wink:

Grüße,
Tomh