Beispiele für Western mit weißen Indianern

Hallo!!!
In der Schule haben wir gelernt (Englisch,9.Klasse Gymnasium), dass Indianer in alten Western meist durch Weisse ersetzt wurden.
Da dieses Thema in unserer müdlichen Schulaufgabe drankommen wird, sollen wir uns über Gründe, Auswirkungen, Beispiele, Lösungsstrategien und Hintergründe informieren.
Leider kann ich im Internet fast gar nichts über dieses Thema finden.
Kennt sich jemand mit diesem Thema gut aus oder weiß eine informative Seite zu dieser Problematik???
Ich wäre euch sehr dankbar, wenn ihr schnell antworten könntet, weil ich schon am 28.6.11 in die Prüfung muss.

Danke im Vorraus,
Pearl

Hallo Pearl;

ich kann mir in keiner Weise vorstellen, dass Indianer im alten Westen eigentlich „Weisse“ waren. Da bin ich mir sicher, dass Du was verwechselst.
Eine plausible Tatsache ist die, dass in den alten Westernfilmen alle wichtigen Indianer-Rollen von weissen Schauspielern gespielt wurden. Indianer dagegen wurden in der Regel nur als Statisten verheizt. Indianische Hauptrollen in den Hollywood-Filmen wurden also nur an „Weisse“ Schauspieler vergeben (bis auf wenige Ausnahmen).
Ich denke mir, dass es dies ist, was Du wissen willst.
Ansonsten melde Dich wieder —

Gruss Heinz

Schau doch mal bei http://www.foursuns.de nach. Da steht sehr viel zum Thema Indianer. Oder eben mich fragen denn ich kenne Leute wie zum Beispiel den Ur Enkel von Geronimo … solche Leute können Dir genau sagen was alles abging. Wie gesagt schau Dir das mal an ansonsten kann ich dir sicherlich weiterhelfen.

Service und Support http://hilfe.friel-networksystem.de
Ticket anfordern und du kannst die Mails dann online verfolgen.

LG ANDY

Hallo Pearl, so richtig kann ich Deine Fragestellung nicht beantworten. Vielleicht hilft Dir dies: Es gibt ein Buch über Western von Joe Hembus, das ich leider nicht besitze, ob er dazu Stellung nimmt weiß ich nicht. Was ich aber weiß ist, dass die Filmbosse bei der Besetzung der Filme „Weiße“ als Rothäute besetzt haben und nicht „Rothäute“ Rothäute gespielt haben. Das ist Diskriminierung, die Indianer sind zwar die Ureinwohner aber sie sind keine „Weiße“, die wie Du aus den Geschichtsbüchern kennst, schon immer etwas Besseres waren - glauben sie jedenfalls -. Das gleiche findest Du in Australien. Für die Australier sind die Aborigines „Nichtmenschen“ und werden von der Mehrheit der australischen Bevölkerung auch genauso behandelt.
Vielleicht hilft es Dir weiter. Viel Glück
dosanjong

sehr viel kann ich dir dazu leider nicht sagen. klar ist, dass die bekannten sprechrollen durchweg von weißen gespielt wurden (wie z.b. burt lancaster in ‚apache‘ oder jeff chandler in ‚broken arrow‘) und hollywood die komparsenrollen in der regel mit entsprechend geschminkten weißen besetzte. soviel ich weiß, war ‚dances with wolves‘ einer der wenigen filme, in denen die indianer tatsächlich von indianern verkörpert wurden.
aber es gibt einiges an literatur zu western und westerngeschichte. als fachmann gilt glaube ich nach wie vor joe hembus. auch georg seeßlen, der sich eher aus einer gesellschafts- und ideologiekritischen perspektive mit filmen beschäftigt, hat vor ner weile ein western-buch herausgebracht. vielleicht findest du ja dort zumindest hilfreiche literaturhinweise.
viel glück!

Hallo Pearl;

Dein Anliegen hat mir keine Ruhe gelassen und ich habe in meinen Indianerbüchern gekramt und folgendes zutage gebracht:

Deine Antworten findest Du alle in dem Buch „Medizinmann der Sioux“ von Richard Erdoes und Archie Fire Lame Dear.

ISBN 3-423-36057-7 Buch anschauen

Archie Fire hat in dem Kapitel „Hollywood Hejoka“ seine Arbeit bei den verschiedenen Filmteams Hollywoods aus indianischer Sicht genau beschrieben.

Gruss Heinz

Hallo Perlenregen,
man nahm Weiße,die so aussahen wie man glaubte, dass Indianer aussehen. Indianer die aussehen wie man glaubte, dass Indianer aussehen müßten gibt´s halt nicht. Auch eine Art Rasissmus ?
Grüß dich
Philipp

es tut mir echt leid, aber indiesem thema kann ich dir ueberhaupt nicht weiter helfen…

Hallo,
vielleicht hilft dir das etwas weiter.

http://www.butzek.info/Indianer/indianer.html

Viel Erfolg

DJ

Hallo
viel kann ich dir nicht helfen, ich habe aber neulich eine sehr schöne Doku bei Arte zu diesem Thema gesehen
Hollywood-Indianer

Dokumentarfilm Deutschland / Kanada / Niederlande 2009

:Zitat_In seiner unterhaltsamen Dokumentation über die sogenannten „Hollywood-Indianer“ beleuchtet Filmemacher Neil Diamond aus dem Volk der Cree die filmische Darstellung der nordamerikanischen Ureinwohner in einem Jahrhundert Kinogeschichte.
hier der Link
http://programm.ard.de/TV/arte/2010/05/30/hollywood-…
schöne Grüße

Hallo Pearl,

vielen Dank für die Anfrage. Leider war unser Dozent für Filmgeschichte in Urlaub und wir können Dir erst jetzt antworten - die Zeit war knapp.

Es ist recht schwer, zu diesem speziellen Thema etwas in der Filmgeschichtsliteratur zu finden.

Im klassischen (Edel-)Western spielen Indianer nur eine untergeordnete Rolle.

Oft waren die Indianer-Figuren(!) kaum mehr als anonymes „Indianer-Material“, keine ausgearbeiteten, individuellen Figuren, die eine eigene Figurenbeschreibung erfordert hätten (Ähnliches galt lange für die afroamerikanische Bevölkerung der USA in den unterschiedlichsten Genres des amerikanischen Films). Für Sequenzen wie „Die Indianer reiten hinter der Postkutsche her“, „Die Indianer werden von den Soldaten in die Flucht geschlagen“ oder „Die Indianer tanzen ums Lagerfeuer herum“ braucht man Statisten, Maske und Kostüme. Indianer braucht man dafür nicht.

Es gab nicht nur in Hollywoods Film-Business, sondern auch in Politik und Wirtschaft kaum einflussreiche Personen, die von den Ureinwohnern Amerikas abstammten. Daher ist die Frage keine primär filmgeschichtliche, sondern eine kulturpolitische bzw. sozialhistorische.

So wurden auch Indianer-Figuren mit einer individuellen Qualität von Schauspielern europäischer Abstammung dargestellt, beispielsweise von dem in Berlin geborenen Henry Brandon in John Fords „Der schwarze Falke“ (1956) oder Jeffrey Hunter und Hugh O’Brian in „Die weiße Feder“ von 1955. Auch der spätere Star Rock Hudson spielte in Winchester 73 (1950) den Indianer Young Bull.

Diese „Europäisierung“ findet man auch im Zusammenhang mit anderen ethnischen Gruppen in den USA, etwa bei Asiaten, siehe Peter Lorre als „Mr. Moto“, die vielen Darsteller der Figur des „Charlie Chan“, später satirisch überhöht von Darstellern wie Peter Sellers oder Peter Ustinov in dieser Rolle.

Erst später, seit der New Hollywood-Ära ab 1967, gibt es bekannte indianische Darsteller, die wiederum wegen ihrer Abstammung meist auf Indianer-Rollen festgelegt werden. Will Sampson oder Gary Farmer spielen selten Amerikaner, deren ethnischer Hintergrund für die jeweilige Geschichte vollkommen bedeutungslos ist.

Das gleiche Problem schildern immer wieder Schauspieler asiatischer oder afrikanischer Herkunft heute in Deutschland.

Vielleicht schaust Dir noch die Seiten an:
http://www.borg-ibk.ac.at/aktivitaeten/gesch/filme4_…
http://www.borg-ibk.ac.at/aktivitaeten/gesch/filme1_…
http://www.borg-ibk.ac.at/aktivitaeten/gesch/filme2_…
http://www.borg-ibk.ac.at/aktivitaeten/gesch/filme3_…

Uns würde es dennoch interessieren, ob Du von dem Material etwas verwenden kannst und mit welchem Erfolg. Wir drücken Dir die Daumen. Du kannst uns auch mal besuchen. Wohnst du in Berlin?

Alles Gute und viele Grüße Deine

Filmakademie Kelle

Hallo Heinz;
danke für deine schnelle Antwort.
Genau das meinte ich!
Die prüfung war gut, du hasbt mir sehr geholfen.

Danke nochmal,
Pearl

Hallo!
Danke für die vielen Infos!
Leider wohne ich nicht in Berlin, sonder in München, womit das besuchen schwierig werden könnte.
Aber sollte ich irgendwann mal nach Berlin kommen werde ich mich bestimmt an euch erinnern.
Leider weiss ich meine Note noch nicht, aber ich glaube, dass sie ziemlich gut wird.
danke nochmal,
Pearl