Beiss-Hemmung beim Menschen?

Hallo Experten,

ich hab mal in der Schule gelernt, dass es bei Hunden eine sogenannte Beiß-Hemmung gibt, dass kein Hund einen anderen verletzt, falls dieser sich unterwirft oder aus dem eigenen Wurf ist.

Gibts beim Menschen sowas nicht? Ich meine für mich ist es eigentlich schon krank, einen anderen Menschen zu töten, aber es kommt täglich vor, ist also scheinbar nicht ganz so unnormal. Wenn aber z.B. ein Bruder seine Schwester tötet, das ist sowas von unvorstellbar, ist der, der sowas tut eine Mutation oder gibts beim Menschen so eine Beiss-hemmung nicht Genetisch veranlagt?

Nick

Gibts beim Menschen sowas nicht?

Hi

Nein, ich denke sowas gibts beim Menschen nicht. Selbst bei Hunden ist das so eine Sache. Durch Erziehung (oder Misshandlung) beißen Hunde auch mal Artgenossen zu Tode, selbst wenn diese sich unterwerfen.

Wenn schon das Sozialverhalten beim Hund komplizierter ist, als ein einfacher „Reflex“, kann man sich leicht vorstellen, dass beim Menschen noch viel mehr Faktoren eine Rolle spielen.

Wenn man direkte soziologische und psychologische Aspekte mal auslässt und sich die nähere Verwandtschaft ansieht: Schimpansen töten auch, es gibt unter Schimpansengruppen regelrechte Kriege.

Warum nun ein Mensch einen nahen Verwandten umbringt, lässt sich auf keinen Fall nur mit solchen einfachen Mustern erklären.

Grüße

Laralinda

P.S.: Eine richtige Beißhemmung haben zum Beispiel Haimütter im Zeitraum der Geburt der Jungen - die hormonelle Umstellung löst diese Beißhemmung aus, sonst würde sie ihre eigenen Jungen direkt auffressen.

ich hab mal in der Schule gelernt, dass es bei Hunden eine
sogenannte Beiß-Hemmung gibt, dass kein Hund einen anderen
verletzt, falls dieser sich unterwirft oder aus dem eigenen
Wurf ist.

Gibts beim Menschen sowas nicht? …

Hallo,

ich denke schon, kaum jemand wird seine Schwester gern und zum Vergnügen umbringen - wenn es doch geschieht, dann sind eben andere Motive stärker, z.B. jahrelang aufgebauter Hass wegen Unterdrückung oder eine überkommene sogenannte Familienehre.

Gäbe es garkeine Hemmung, würde sich die Menschheit viel massiver selbst dezimieren, es gäbe dann vermutlich auch keine Gesetze oder Gebote dagegen, denn die sind ja Ausdruck solcher Hemmungen.

Gruss Reinhard

hi,

doch es gibt sie. die natürliche tötungshemmung des menschen, und die ist durch eine erfolgreich erlangte moralentwicklung ausgeprägt, zeigt sich in einer handlungsweisenden gewissensinstanz a lá „das tue ich nicht“. sie wird beim militär systematisch abgebaut und abtrainiert. durch die verwendung möglichst neutraler begriffe („gegner neutralisieren/ situation klären“) beim schiessen, töten und bei der verwendung von massenvernichtungswaffen kommt es zu einer subjektiven erleichterung gegen den gewissensbiss. auch das prinzipielle einstudieren von legitimierenden grundsätzen und feindbildern, die es verdienen, „ausgeschaltet zu werden“, dient dazu, einen menschen tötungsbereit zu machen.

man braucht einen inneren satz und eine vorbildfigur, z.b. einen general oder verteidigungsminister oder regiliösen führer, die einem für die taten danken und einen moralisch sogar noch emporheben (heldentum).

schau dir mal auf youtube die ehemaligen soldaten an, die berichten, was die eigenen greueltaten, die man mit einem automatischen gewehr unter zivilisten angerichtet hat, auf deren psyche wirken. es sind traumatisierte, seelisch kaputte patienten, die vorher natürlich von ihren armeen auf möglichst jugendaliches alter hin ausgewählt wurden, weil man in dem alter da vorher normalerweise nicht drüber nachdenkt. das machen alle armeen der welt so und sie wissen GENAU warum.

die dagegen zahlenmässig viel selteneren einzeltaten, in denen familiendramen passieren, sind auf affektive durchbrüche zurückzuführen, die andere gefühle wie die tötungshemmung situativ unterdrücken können (und der täter, der die schwester wegen ehrverletzung umbringt HAT DEN RÜCKHALT seiner bezugsgruppe!). am meisten jedoch spielt habgier eine rolle, nach dem prinzip: „ich töte dich, damit ich dein geld haben werde.“ das ist zwischen menschen der häufigste tötungsgrund (danach kommt eifersucht).

vor vermeintlich psychisch kranken irren, die einen erwürgen würden, muss man gar keine angst haben, die tun in den allerseltensten fällen etwas. aber gnade uns gott, wenn eine feindliche armee mit bewaffneten 20jährigen uns überfällt oder der nachbar erfährt, dass wir im lotto gewonnen haben…

Hallo Alpha
die 12 - 14 jährigen Schüler, die auf dem Schulhof einen Mitschüler zusammenschlagen und auf ihn eintreten, wenn er am Boden liegt? Von welchen Militärausbildern haben die ihre Indoktrination?

Gruß
Volker

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hi,

wie schon beschrieben zähle ich die unter affektive durchbrüche, die keine indoktrination benötigen (und von indoktrination habe ich nicht geredet sondern gemeint war moralische-gewissensetlastung und damit legitimiereung durch die gesellschaft bei gewaltanwendung). ausserdem war vom töten die rede, nicht von brutalität. die ist komplexer.