Beiträge Kindergarten und Schule

Moin,

da aus der Diskussion unten der Eindruck bei mir entstanden ist, dass sehr viele Eltern bereit sind, 5 Euro und auch wesentlich mehr pro Stunde für die gute Betreuung ihrer Kinder auszugeben, würde mich mal interessieren, was gerade diese Eltern bereit wären, pro Kindergartenstunde oder pro Schulstunde zu zahlen.

Fändet ihr eine Bezahlung von 5 Euro bis 10 Euro pro Stunde für die Betreuung eurer Kinder in einer Kinderkrippe, einem Kindergarten oder in der Schule angemessen, zum Beispel um damit das Gehalt der Betreuer und Lehrer aufzubessern, die Institutionen besser auszustatten, die Gruppen zu verkleinern, mehr Betreuer einzustellen etc.?

Oder ist das (bitte die Gründe nennen) etwas gaaaanz anderes, als z.B. die Betreuung durch Babysitter und Tagesmütter?

Ach ja, dass doch bitte „der Staat“ hier die Bezahlung übernehen soll, lasse ich als Begründung nicht gelten. Mir geht es ganz speziell darum, was euch eine gute Betreuung und Ausbildung eurer Kinder wert ist.

Gruß
Marion

Hallo Marion,

ich habe die Diskussion unten nicht verfolgt, aber grundsätzlich sehe ich schon einen Unterschied z.B. in der Betreuung während meiner Freizeit (also wenn ich ins Kino möchte oder was immer auch) und der Betreuung, die ich benötige, um meinen Lebensunterhalt verdienen gehen zu können).

Es wäre paradox, wenn ich für die Letztgenannte einen Großteil meines verdienten Geldes „opfern“ müsste.

Eine Abstufung entsprechend des Gehaltes der Eltern empfinde ich als absolut legitim (ich habe damals als Auszubildende ohne jegliches Einkommen auch meine 70,00 DM im Monat irgendwie aufbringen müssen für die Betreuung meines Kindes, das war völlig ok, aber mehr hätte es eben nicht sein dürfen. Dann hätte ich meine Ausbildung an den Nagel hängen können).

Genauso sehe ich es bei der Schulausbildung. Hätte ich damals einen Platz für meine Tochter auf einer Privatschule bekommen (die einkommensabhängig das SChulgeld berechnete), wäre ich bereit gewesen, 10% meines Nettogehalts dafür monatlich aufzuwenden. Eine gute Ausbildung wäre mir viel mehr wert, aber wenn ich es nicht habe, muss ich dann drauf verzichten?

Andere können sicher viel mehr aufwenden - Bildung sollte nicht am mangelnden Geld scheitern, oder?

Grüße
Demenzia

Hallo,

ich habe die Diskussion unten nicht verfolgt.

Aber ich finde es ist etwas anderes, wenn ich mal sporadisch abends einen Babysitter benötige und dafür 5,- Euro oder mehr die Stunde zahle, als jede Kindergarten- oder Schulstunde mit der selben Summe zu bezahlen.

Im Falle des Babysitters kommen vielleicht höchstens 40 Euro im Monat zusammen. Bei den Beiträge für Kindergarten und Schule wären das schnell 440,- Euro im Monat, zusätzlich zu dem was man eh schon bezahlt. (Beispielrechnung: 5 Euro x 4 Schulstunden pro Tag = 20 Euro pro Tag, ca. 22 Schultage pro Monat x 20 Euro pro Tag = 440 Euro pro Monat).

Sicher können sich das einige leisten. So geschieht es ja auch schon an Privatschulen. Dort gibt es bessere Unterrichtsmöglichkeiten, die durch hohes Schulgeld geschaffen werden können.

Aber das an staatlichen Schulen so zu handhaben fände ich grenzwertig, da es sich nicht jeder leisten kann.

Gruß

Samira

Hi Marion,

du sprichst mir wie so oft aus der Seele. Für mich ist ein Babysitter sofern er bezahlt werden muss Luxus. Der Kindergarten ist ein muss für die Entwicklung des Kindes und dafür bezahlen wir schon relativ viel.

Nicht viel im Sinne was mir mein Kind wert ist, das ist unbezahlbar und eh nicht messbar aber abhängig davon in welchem Bundesland man lebt sind die Kosten für den Kindergarten schon nicht ohne. Wir zahlen für das erste Kind mehr als für das „Geschwisterkind“, dazu kommt noch Essensgeld und je nach Gruppe, Geld für das wöchentliche Frühstück. Will man die Kinder in die „Frühschicht“ geben, extra, ebenso wie Betreuung zu längeren Zeit. Da kann man zwischen 12, 14 und 18 Uhr wählen.

In den Ferien dann für den Großen Extrakosten für Ausflüge (Fahrgeld, Eintritt, Taschen und Essengeld). Zum Schluss noch ein Wochenendausflug und die jährliche Spende für die Tombola. Das wir uns noch mit dem Auffrischen von Stiften, Malpapier, Gartensanierung beteiligen ist freiwillig aber wird immer gerne gesehen.

Im Jahr sind das so um die 3500 – 4000 Euro (glaube ich) plus den Mitgliedsbeitrag im e.V. bei dem Kassenwart etc. als Ehrenamtliche auch immer gesucht werden.

Auf die Stunde sicherlich nicht die Welt gesehen aber zieht man Krankheit, Urlaub, Schwänzen, bewegliche Ferientage, Fortbildung mal ab passt das glaube ich zumal wir ja nicht den ganzen Kindergarten alleine finanzieren müssen.

Es geht mir zumindest aber nicht um den Preis als einzelnes und auch nicht was ein Lehrer, Erzieher oder Babysitter wert ist, denn wie gesagt manche Dinge die die Kinder betreffen kann man nicht in Geld aufwiegen. Zieht man aber die einzelnen Punkte (Kindergarten, Schule, Sportverein, Schwimmkurse, Babysitter, Gitarren AG, etc. zusammen, frag ich mich wirklich wie viele Eltern da mithalten können die von dem sogenannten Durchschnittseinkommen (oder weniger) auskommen.

Da nützt es auch nichts das Gehalt eines Einzelnen zu betrachten da langt manchmal schon ein Blick auf den Kontoauszug :wink:

Viele Grüße
Me

Hi,

Fändet ihr eine Bezahlung von 5 Euro bis 10 Euro pro Stunde
für die Betreuung eurer Kinder in einer Kinderkrippe, einem
Kindergarten oder in der Schule angemessen, zum Beispel um
damit das Gehalt der Betreuer und Lehrer aufzubessern, die
Institutionen besser auszustatten, die Gruppen zu verkleinern,
mehr Betreuer einzustellen etc.?

Nein, eher mehr. Bzw. so viel wie notwendig. Ich habe aber, ehrlich gesagt, keine Ahnung wie viel das wirklich sein müßte.

Oder ist das (bitte die Gründe nennen) etwas gaaaanz anderes,
als z.B. die Betreuung durch Babysitter und Tagesmütter?

Anderes als Tagesmütter: nein.
Anderes als Babysitter: ja.

Die Grenze zwischen „ja“ und „nein“ verläuft entlang der Notwendigkeit den Alltag zu bewältigen und der Unterstützung zur Freizeitgestaltung.

Ach ja, dass doch bitte „der Staat“ hier die Bezahlung
übernehen soll, lasse ich als Begründung nicht gelten. Mir
geht es ganz speziell darum, was euch eine
gute Betreuung und Ausbildung eurer Kinder wert ist.

So viel wie notwendig. Leider kann ich mir das nicht leisten…
Aber ich sehe hier auch nicht „den Staat“ in der Pflicht, sondern die Gesellschaft. Ich zumindest möchte nicht in einer Gesellschaft leben, die die Kosten von Erziehung und Bildung ihres Nachwuchses (den die Gesellschaft ja dringend benötigt) den Eltern allein auferlegt.
Wie von den anderen bereits gesagt: die „Luxuskosten“ für die Betreuung meiner Kinder zur Unterstützung meiner Freizeitgestaltung kann ich ebenso beeinflussen wie die Kosten einer zusätzlichen Bildung/Erziehung, die über den Standard hinausgeht.
Genau diesen Standard muß aber die Gesellschaft sicherstellen. Nur so kann man auch Kindern mit schlechten Startbedingungen die Chance auf ein erfolgreiches Leben geben.
Im übrigen bin ich nicht der Meinung, unser Standard wäre besonders gut oder auch nur ausreichend…

Gruß Stefan

P.S.

Im übrigen bin ich nicht der Meinung, unser Standard wäre
besonders gut oder auch nur ausreichend…

…was aber natürlich nicht nur eine Frage fehlenden Geldes ist. Geld fehlt zwar an vielen Ecken, die Fehlstellung anderer Stellschrauben ist aber gravierender.

Gruß Stefan

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Hallo Marion,

würde mich mal interessieren, was gerade diese
Eltern bereit wären, pro Kindergartenstunde oder pro
Schulstunde zu zahlen.

bei Deinen beiden Beispielen kommt durchaus zur Berechnung dazu, wieviele Kinder gleichzeitig betreut werden sollen.

Selber habe ich zwar nie außer Essensgeld für meine Tochter im Kindergarten zahlen müssen (ich war damals Studentin), aber ich finde schon, dass es einen Unterschied in dem Geld, das ich zahlen möchte (und kann) ausmacht, ob ich einen Menschen dafür bezahle, dass er mein Kind (oder vielleicht noch die eigenen dazu) betreut, oder was es kosten darf, wenn 15, 20 oder gar über 30 Kinder gemeinsam betreut werden.

Im übrigen stehe ich voll dahinter, dass auch Kinder von Eltern mit wenig Geld mit Steuermitteln (zu denen ich inzwischen dank Qualifikation auch reichlich beitrage) erzogen und gebildet werden.

Gruß, Karin

Mahlzeit Marion!

da aus der Diskussion unten der Eindruck bei mir entstanden
ist, dass sehr viele Eltern bereit sind, 5 Euro und auch
wesentlich mehr pro Stunde für die gute Betreuung ihrer Kinder
auszugeben

Du denkst etwas anders wie ich, mein Kind ist mir nicht x Euro Wert
sondern der Dienstleister (mir viel gerade kein besserer Begriff ein)
hat ein Recht angemessen bezahlt zu werden.

würde mich mal interessieren, was gerade diese
Eltern bereit wären, pro Kindergartenstunde oder pro
Schulstunde zu zahlen.

Soviel das die Lehrer ein gutes Auskommen haben.

Fändet ihr eine Bezahlung von 5 Euro bis 10 Euro pro Stunde
für die Betreuung eurer Kinder in einer Kinderkrippe, einem
Kindergarten oder in der Schule angemessen,

Nein! Beispiele Gymnasium; 1000 Schüler; 50 Lehrer; Durschnittliche
Unterrichtszeit 6h.
Das hieße bei 10 Euro 60.000Euro pro Tag oder bei 20 Tagen im
Monat 1,2mio Euro pro Monat.
Diese Summe zum Unterhalt des Gebäudes und 50 Lehrer halte ich für
zu hoch. Laß uns 7.500 Euro Gehalt (inklusive allem) rechnen, dann
blieben 825.000 Euro für das Gebäude und Hausmeister etc. pro
Monat. Ich denke die brauchen keine güldenen Kloschüsseln.
Selbst mit 5 Euro pro Stunde läßt sich das nicht sinnvoll darstellen.

Oder ist das (bitte die Gründe nennen) etwas gaaaanz anderes,
als z.B. die Betreuung durch Babysitter und Tagesmütter?

Zwischen Luxus und Bildung sehe ich schon einen Unterschied, obwohl
wir gerade wieder mächtig daraufhin arbeiten Bildung zum Luxus werden
zu lassen.

Ach ja, dass doch bitte „der Staat“ hier die Bezahlung
übernehen soll, lasse ich als Begründung nicht gelten. Mir
geht es ganz speziell darum, was euch eine
gute Betreuung und Ausbildung eurer Kinder wert ist.

Das kann man in Geld nicht rechnen was mir die Ausbildung meiner
Kinder bedeutet.

Mal so ganz nebenbei gesagt:
Westdeutschland 2006 (http://www.boeckler.de/pdf_fof/S-2008-88-2-1.pdf)
1.935.661 Kinder im Kindergarten
7.517.000.000 Euro Kosten (ja das sind 10 Stellen!)

Also 3883Euro pro Kind und Jahr oder besser etwa 250 Euro pro
Erwerbstätigen, dabei hab ich gar kein Kind mehr im Kindergarten…

Und bevor wieder alle über mich herfallen, ich halte es für
richtig das der Staat unser Bildunssystem durch Steuern finanziert!

Gruß
Stefan

19,90€ oder 4,98/Monat
Hi!

Mal ein Beispiel aus dem real life:
An der Schule meines Zwerges wir ein Musikunterricht angebote, damit die Kids pro Woche auf 2 Std. (lt Lehrplan) kommen statt auf nur eine (Lehrermangel).
Die, welche mögen, können eine Schulstd. pro Woche Percussion lernen, dadurch ist „der Rest“ der drei Klassen des Jahrgangs klein genug, dass ein Musiklehrer diese unterrichten kann.

Wir zahlen monatlich 19,90€, was wir ALS AUSNAHME (Zusatzangebot) ok finden.
Rechne das mal hoch:
19,90€ bei 17 teilnehmenden Kindern = 338,30€ -> 1 Std in der Woche.
Nimm mal 30 Std in der Woche, und Du kommst auf 10.149€.
Da aber nicht 17 Kinder die Regel sind, sondern ein „angestrebter Durchschnitt“ von 28 Kindern existiert, wären es 16.716€, was ich für enorm halte, wenn ich mir das Einkommen von Angela Merkel anschaue…

LG
Guido

Hallo

19,90€ bei 17 teilnehmenden Kindern = 338,30€ -> 1 Std in
der Woche.

Ich gehe davon aus, dass die Ferien durchbezahlt werden? Das ist ja so üblich bei Musikunterricht.

Dann zahlt ihr ca. 6,12 pro 45 Minuten (19,90 x 12 = Jahresgebühr; Jahresgebühr : 39 (denn mehr Wochen werden im Jahr nicht unterrichtet) = 6,12).

Für 6,12 die Stunde bräuchte man meiner Meinung nach maximal noch 15 andere Schüler akzeptieren, auch wenn die Instrumente während des Unterrichtes vom Musiklehrer gestellt werden. Ansonsten fände ich das arg überteuert.

Aber 30 Stunden in der Woche jeweils 28 Schülern das Schlagzeug spielen beibringen, das schafft glaube ich niemand. Und die Instrumente kosten schon was, und die müssen auch manchmal ersetzt werden, und ich denke doch, dass da zumindestens irgendwelche Klanghölzer und Schlegel oder so etwas ähnliches für jeden Schüler vorhanden sind. Und vorbereitet muss der Unterricht natürlich auch werden, denke ich mal. Eigentlich rechnet man für einen einstündigen Unterricht mit einer Stunde Vorbereitung und Nachbereitung.

Aber trotzdem finde ich persönlich den Preis zu hoch, wenn dann da 28 Schüler in der Gruppe sind.

Viele Grüße
Simsy

Hi!

Ich gehe davon aus, dass die Ferien durchbezahlt werden? Das
ist ja so üblich bei Musikunterricht.

Naja - es sind 10 Monate durchgehend.

Für 6,12 die Stunde bräuchte man meiner Meinung nach maximal
noch 15 andere Schüler akzeptieren, auch wenn die Instrumente
während des Unterrichtes vom Musiklehrer gestellt werden.
Ansonsten fände ich das arg überteuert.

Das passt ja auch ganz gut. Es war auch genauso von der Schule kalkuliert…

Aber 30 Stunden in der Woche jeweils 28 Schülern das
Schlagzeug spielen beibringen, das schafft glaube ich niemand.

Percussion ist nicht gleich Schlagzeug!
Zwar ist Schlagzeug ein Teil des Ganzen, aber halt nur ein Teil :smile:

Und die Instrumente kosten schon was, und die müssen auch
manchmal ersetzt werden, und ich denke doch, dass da
zumindestens irgendwelche Klanghölzer und Schlegel oder so
etwas ähnliches für jeden Schüler vorhanden sind. Und
vorbereitet muss der Unterricht natürlich auch werden, denke
ich mal. Eigentlich rechnet man für einen einstündigen
Unterricht mit einer Stunde Vorbereitung und Nachbereitung.

Klar - kein Thema.
Ich habe ja auch nur mal einfach hochgerechnet.

Aber trotzdem finde ich persönlich den Preis zu hoch, wenn
dann da 28 Schüler in der Gruppe sind.

Das ist ja nicht der Fall.

Das Problem ist ja bei einer solchen „Wertermittlung“, dass Schulen, Ausstattung und Lehrer derzeit durch die Steuern (zu wenig!) finanziert werden.
Deshalb müsste man schon nur den „Aufschlag“ ermitteln.

In Dortmund existiert eine Schule, die über miese Toiletten klagte.
Seitdem für jedes Kind irgendwas um die 10€ im Jahr(!) bezahlt wird, sind die Toiletten völlig neu saniert, mit Blümchen geschmückt und auf Grund der Reinigungskraft (Minijob) immer blitzblank.

Nebenbei: Die ehemalig beste Freundin meines Sohnemanns besucht eine Privatschule hier in der Gegend.
http://www.stgeorgesschoolduisburg.de/Sites/stgeorge…

Wäre so etwas wie Freizeit neben der Schule möglich, hätten wir uns da auch echte Gedanken drüber gemacht (Kindergarten war auch nicht billiger)

LG
Guido