Beitragssatzerhöhung b.d. GKV

Kann eine GKV, die sich allen Mitgliedern geöffnet hat, beliebig die Beitragssätze erhöhen, das heißt beliebig hoch und zum beliebigen Zeitpunkt? Gibt es eine Möglichkeit, das vor einem Kassen wechsel zu erfahren?

Eine Krankenkasse kann die Beiträge natürlich nicht beliebig erhöhen. Sie wird allerdings darauf achten, daß man kostendeckend arbeiten, also keine Verluste macht.

Selbstverständlich hat man als Pflichtversicherter dann ein Sonderkündigungsrecht.

Beispiel:
Die BKK Krupp Hoesch Stahl AG erhöhte zum 01.08.2000 die Beiträge um 1,4 v.H.

Kündigung erforderlich bis: 31.08.2000

Wechsel der Krankenkasse: zum 01.10.2000

Nachteil ist natürlich, daß man 2 Monate den höheren Beitrag zahlen muß. :frowning:

Ich empfehle den Wechsel zu einer vielleicht etwas teureren Krankenkasse (vielleicht so 12,5 - 12,8 %), die aber seit Jahren schon den Beitrag stabil hält. Das erspart einem eine Menge Ärger.

Gruß,
Henning

Kann eine GKV, die sich allen Mitgliedern geöffnet hat,
beliebig die Beitragssätze erhöhen, das heißt beliebig hoch
und zum beliebigen Zeitpunkt? Gibt es eine Möglichkeit, das
vor einem Kassen wechsel zu erfahren?

Ich empfehle den Wechsel zu einer vielleicht etwas teureren
Krankenkasse (vielleicht so 12,5 - 12,8 %), die aber seit
Jahren schon den Beitrag stabil hält. Das erspart einem eine
Menge Ärger.

Das kann ich nicht ganz nachvollziehen. Was für einen Ärger erspart mir ein höherer Beitrag? Der einzige Aufwand, den ich habe, ist, der neuen KV beizutreten und die alte zu kündigen und den Dauerauftrag zu ändern. Ich selbst bin Anfang des Jahres in die BKK Krupp Hoesch Stahl gewechselt. Nachdem ich von der Beitragserhöhung erfahren habe, habe ich mir wieder eine andere gesucht - und eine gefunden, die mit 9,9% (ohne Krankengeldanspruch) sogar noch billiger ist! Und für knapp 120,-- DM netto im Monat nehm ich diesen „Ärger“ gern in Kauf.

Freundliche Grüße

Wolle

************************************************
Nach meinen bisherigen Erfahrungen bist Du aber eher ein Einzelfall, denn die meisten Versicherten sind schon stark an einer Beitragssatzstabilität interessiert, den (meiner Meinung nach) die günstigen Betriebskrankenkassen (11,8 % abwärts) nicht bieten können. Vielleicht hängt das mit Bequemlichkeit zusammen oder aber auch mit der Angst, daß gewisse Leistungen aufgrund von Vorerkrankungen nicht übernommen werden (was natürlich falsch gedacht ist).

Bei uns kommen derzeit viele Mitglieder von der Krupp Hoesch zurück, obwohl unser Beitragssatz auch nach der Erhöhung immer noch etwas höher ist als bei der Krupp Hoesch.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Es kommt doch immer auf seine Grundeinstellung an - wenn ich
nur aufs Geld schaue dann nehme ich immer die billigste
Kasse, die am Markt ist - Service ist mit piepegal -
Leistungen brauche ich nicht - Solidarität ist für mich,
was die Krankenversicherung angeht, nicht so wichtig.
Das ich als „gutes Risiko“ durch Kündigung meine bisherige
Krankenkasse „schwäche“ ist mir solange egal, solange ich
gesund bin - aber wehe wenn ich krank und hilfebedürftig
bin - dann erwarte ich, dass meine Krankenkasse alles aber auch
alles bezahlt - habe ich dafür immer einen „hohen“ Beitrag
gezahlt.
Komisch - warum wechseln immer die Gesunden die Krankenkasse ?

Günter

Hi,
wenn ich könnte, wie ich wollte, wär ich schon privat versichert. Ich verstehe auch nicht, mit welchem Recht mir der Staat Solidarität vorschreiben kann. Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen Dinge, die ich privat niemals mitversichern würde, ich bezahle aber für diejenigen mit, allen möglichen Schnullifax vermeinen zu benötigen.

Gruß,
micha

Hi,
wenn ich könnte, wie ich wollte, wär ich schon privat
versichert. Ich verstehe auch nicht, mit welchem Recht mir der
Staat Solidarität vorschreiben kann.

vielleicht, weil es Personen gibt, die aufgrund von Alter, chronischer Erkrankung oder Einkommen weder von einer Privatversicherung genommen werden, noch die notwendigen Leistungen aus eigener Tasche bezahlen könnten.
Da aufrund der von der beschriebenen rationalen, aber egoisitischen, Haltung diese Personen aufgrund von Krankheit keine Chance in unserer Gesellschaft hätten, halte ich diese staatlich verordnete Solidarität für überaus legitim.

Die gesetzlichen
Krankenkassen bezahlen Dinge, die ich privat niemals
mitversichern würde,

dann bring mal Beispiele, aber benenne bitte auch gleich, welchen Anteil diese „Dinge“ an den Gesamtleistungsausgaben der GKV haben…wenn du auf über 1% kommst, darfst du weitermotzen.

ich bezahle aber für diejenigen mit,
allen möglichen Schnullifax vermeinen zu benötigen.

und in der PKV zahlst du nur deshalb weniger, weil du dich aus einer gesellschaftlichen Solidarität herauskaufst. Die Beiträge sind doch nur deshalb geringer, weil aufgrund von Risikoselektion kaum hohe Leisungsausgaben anfallen können. Gleichfalls würde ich die PKV nicht unbedingt als „wirtschaftlich“ bezeichnen, wenn ich mir ansehe, was die PKV an niedergelassene ärzte und Krankenhäuser abdrücken mußt. Außerdem finanzierst du mit den PKV-Beiträgen einen wesentlich höheren Anteil an Verwaltungsausgaben, von denen ein Großteil für Werbung draufgeht…letzteres ist in meinen Augen „Schnullifax“.

Grendel

Hi,

Da aufrund der von der beschriebenen rationalen, aber
egoisitischen, Haltung diese Personen aufgrund von Krankheit
keine Chance in unserer Gesellschaft hätten, halte ich diese
staatlich verordnete Solidarität für überaus legitim.

Gut, soweit akzeptiert, wirklich!. Aber dann formuliere ich es anders: Warum müssen nur diejenigen diese Solidarität üben, die weniger verdienen als die Beitragsbemessungsgrenze? GERADE DIE ANDEREN hätten doch wohl hier eine gesellschaftliche Verantwortung - werden aber aus dieser entlassen. Warum???

dann bring mal Beispiele, aber benenne bitte auch gleich,
welchen Anteil diese „Dinge“ an den Gesamtleistungsausgaben
der GKV haben…wenn du auf über 1% kommst, darfst du
weitermotzen.

Akupunktur, sämtliche Kosten für Doppeluntersuchungen (ich gehe nicht zu 5 Ärzten nacheinander, um mir 5 Meinungen abzuholen)-das allein dürfte wesentlich mehr als das gewünschte % ausmachen, Naturheilverfahren (um das gleich dazuzusagen: ich bestreite hier nicht, das sie nicht eine Alternative sein können für Leute die der Schulmedizin nicht trauen - trifft aber auf mich nicht zu, eher im Gegenteil),
sämtliche Kuren.
Wie gesagt, ich halte nicht alle diese Dinge für Schwachsinn, ich will nur selbst entscheiden können, ob ich sie mitversichern und Geld dafür bezahlen will - oder eben nicht und ich sie im Fall der Fälle eben selbst bezahle. Für mich(!) bezeichne ich diese Dinge eben als Schnullifax :wink:

und in der PKV zahlst du nur deshalb weniger, weil du dich aus
einer gesellschaftlichen Solidarität herauskaufst. Die
Beiträge sind doch nur deshalb geringer, weil aufgrund von
Risikoselektion kaum hohe Leisungsausgaben anfallen können.
Gleichfalls würde ich die PKV nicht unbedingt als
„wirtschaftlich“ bezeichnen, wenn ich mir ansehe, was die PKV
an niedergelassene ärzte und Krankenhäuser abdrücken mußt.
Außerdem finanzierst du mit den PKV-Beiträgen einen wesentlich
höheren Anteil an Verwaltungsausgaben, von denen ein Großteil
für Werbung draufgeht…letzteres ist in meinen Augen
„Schnullifax“.

Womit wir wieder beim eigentlichen Problem sind, das einige eben gleicher sind… das nervt mich! …und in diesem Zusammenhang eben auch der Hinweis, auch noch möglichst ne teure Krankenkasse zu nehmen, weil ich da mit Handschlag begrüßt werde 8jaja, ich weiß, war jetzt etwas übertrieben *ggg*)

Gruß,
micha

Gut, soweit akzeptiert, wirklich!. Aber dann formuliere ich es
anders: Warum müssen nur diejenigen diese Solidarität üben,
die weniger verdienen als die Beitragsbemessungsgrenze? GERADE
DIE ANDEREN hätten doch wohl hier eine gesellschaftliche
Verantwortung - werden aber aus dieser entlassen. Warum???

das kann ich voll und ganz unterschreiben. Ich dachte, du würdest grundsätzlich die Notwendigkeit einer solidarischen KV anzweifeln. Die Tatsache, dass man sich in Abhängigkeit von seinem Einkommen aus dieser Solidarität freikaufen kann, halte ich für genauso kritikwürdig wie du.

dann bring mal Beispiele, aber benenne bitte auch gleich,
welchen Anteil diese „Dinge“ an den Gesamtleistungsausgaben
der GKV haben…wenn du auf über 1% kommst, darfst du
weitermotzen.

Akupunktur,

das reicht noch nicht für das % …:smile:

sämtliche Kosten für Doppeluntersuchungen (ich
gehe nicht zu 5 Ärzten nacheinander, um mir 5 Meinungen
abzuholen)-das allein dürfte wesentlich mehr als das
gewünschte % ausmachen,

nee…wird nicht reichen. Doppeluntersuchungen und deren Kosten sind immer wieder beliebt in aktuellen Diskussionen, aber egal wie häufig du zu deinem Arzt geht…es kostet die GKV nicht mehr. Seitens der gesetztlichen Kassen wird mit befreiender Wirkung an die Kassenärztliche Vereinigung gezahlt…dieser Betrag steht quasi schon vor der Behandlungsperiode fest. Die KV
verteilt dann gemäß der Punkte des einheitlichen Bewertungsmaßstabs an die Ärzte. Ist alles furchtbar kompliziert, aber wenn immer mehr Leute immer wieder zum Arzt rennen, steigert dies nicht die Kassenausgaben, sondern senken den Punktwert und der „Stundelohn“ des Arztes sinkt.

Naturheilverfahren (um das gleich
dazuzusagen: ich bestreite hier nicht, das sie nicht eine
Alternative sein können für Leute die der Schulmedizin nicht
trauen - trifft aber auf mich nicht zu, eher im Gegenteil),

sooo viele Kassen der Gsetzlichen bieten das doch gar icht an

sämtliche Kuren.

Kuren von Krankenkassen? Das Gros dessen, was an Kuren läuft wird doch von der BfA oder LVA, also Rentenvericherung getragen, soweit es Erwerbstätige betrifft, bei denen die „Kur“ dem Erhalt der Erwerbstätigkeit dient. Bei der GKV sind die Zeiten vorbei, in denen jeder Rentner seinen „Kurlaub“ bekam. Mütter/Kind-Kuren finde ich eigentlich legitim.
Im Prinzip gibt es den Begriff der Kur gar nicht mehr, sondern das heißt jetzt „Anschlussheilbehandlung“…und eine derartige Reha-Maßnahme nach einer Orthopädischen oder kardiologischen OP ist sicher keine Verschwendung sondern mindert nur spätere mögliche Leistungsausgaben.

So leicht isses nicht mit dem einen %…:smile:

Wie gesagt, ich halte nicht alle diese Dinge für Schwachsinn,
ich will nur selbst entscheiden können, ob ich sie
mitversichern und Geld dafür bezahlen will - oder eben nicht
und ich sie im Fall der Fälle eben selbst bezahle. Für mich(!)
bezeichne ich diese Dinge eben als Schnullifax :wink:

macht aber nicht sehr viel von deinem Beitrag aus…:wink:

Womit wir wieder beim eigentlichen Problem sind, das einige
eben gleicher sind… das nervt mich! …und in diesem
Zusammenhang eben auch der Hinweis, auch noch möglichst ne
teure Krankenkasse zu nehmen, weil ich da mit Handschlag
begrüßt werde 8jaja, ich weiß, war jetzt etwas übertrieben
*ggg*)

d’accord…und deine Sichtweise finde ich gar nicht mal „übertrieben“ auch die GKV freut sich über „gute Risiken“.

Grendel