Hallo
Heutzutage
möchten sich Menschen nicht mehr so eng binden, wie es noch
die Eltern getan haben. Dies gilt insbesonders für den
finanziellen Aspekt, was ich ehrlich gesagt auch gut verstehen
kann.
Aber soll es denn Aufgabe des Steuerzahlers sein, finanziell dafür zu sorgen, daß Mareike ein Jahr lang in Ruhe prüfen kann, ob sie sich langfristig an ihren Freund binden will?
Zieht Mareike mit ihrem Partner nun zusammen, wird ihnen die
finanzielle Unabhängigkeit gestrichen.
Den Satz finde ich lusitig… Die „finanzielle Unabhängigkeit“ über Hartz IV zu sichern, ist für dich kein Widerspruch? Im Übrigen haben die beiden ca 1850 Euro netto p.M. zur Verfügung. Da kenne ich finanziell schlechter dastehende Paare (sogar mit Kind/ern), die keinen Anspruch auf aufstockende Leistungen haben. Außerdem könnte Mareika ja auch Glück haben und eine Beschäftigung finden, die sie finanziell unabhängiger macht. Wenn sie diesbezüglich aber die gleiche Einstellung an den Tag legt, habe ich da so meine Zweifel, denn auch bei einer Arbeitsaufnahme besteht ja die Gefahr, daß sie kein Hartz IV mehr bekommt und vielleicht will sie den AG ja erst einmal ein Jahr finanziell unabhängig prüfen? (verzeih mir bitte diesen Sarkasmus einmal…)
Und der Aspekt mit der Ausnutzung des Sozialsystems zieht
meiner Meinung nach nur bedingt. Ich möchte nicht wissen, wie
viele Menschen nur zum Schein eine Wohnung haben (um eben
abzukassieren) die viel teurer ist, als der Anteil an der
Miete des (vermögenden) Partners.
Das unrechte Handeln anderer als Legitimation für die eigenen Fehlverhalten zu nutzen, ist nicht neu, wird aber auch nie richtiger.
Die bestehende Regelung
zwingt doch manche Leute dazu, sich so zu verhalten, damit
nicht durch den Wegfall von Hartz4 das gemeinsame Netto so
stark dezimiert wird, dass der Lebensstandard (wohlgemerkt:
Nicht verheiratet, keine Kinder) des Partners stark gemindert
wird.
Genau an dieser Einstellug krankt vieles. Natürlich - darüber müssen wir gar nicht streiten - ist Hartz IV nicht das beste „Gesetz“. Aber wir haben vergessen, was ein ganz elementarer Sinn ist, nämlich Menschen in einer Notlage zu helfen und ihnen ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen (daß das in vielen Fällen nicht immer gelingt, auch darüber müssen wir nicht streiten). Wenn ich aber mit meinem Freund zusammenleben kann und dann mit einem gemeinsamen Einkommen von 1850 Euro netto mehr als zumutbar leben kann und mich dann lieber dafür entscheide, weiter am Trpf des Sozialstaates zu hängen, dann ist das in meinen Augen absolut indiskutabel und widerspricht jeglicher sozialer Verantwortung. Ganz zu schweigen von der Frage, wie zukunftssicher meine Beziehung ist, wenn ich sie gegen staatliche Unterstützung abwäge…
Gruß,
LeoLo