Belastbarkeit von ISDN-Kabeln

Hallo!

Weiss jemand mit welcher max. Stromlast ich ein ISDN-Kabel gefahrlos noch betreiben kann? Ich würde ganz gerne eine I2C Steuerung aufbauen und ISDN-Kabel dafür misbrauchen. Es wäre schön, wenn ich die Module dann mit den zusätzlichen Leitungen versorgen kann. Mir schwebt da momentan 5-9V und ca. 1A vor. Ist das noch OK oder ginge eventuell noch mehr?

Gruß,
Lucky

Hallo Lucky

ganz einfach, bau die Sache provisorisch auf und miss den Spannungsabfall des Kabels bei Vollast (ggf mit einem Testwiderstand z.B. einer Halogenlampe). Wenn Du auf 10m Kabellänge mehr als 0,5 Volt Spannungsabfall hast, kannst Du von einem Pfusch ausgehen.

Gruß Gerold

Hallo!

Weiß jemand mit welcher max. Stromlast ich ein ISDN-Kabel noch gefahrlos betreiben kann? Ich würde ganz gerne eine I2C Steuerung aufbauen und ISDN-Kabel dafür missbrauchen. Es wäre schön, wenn ich die Module dann mit den zusätzlichen Leitungen versorgen kann. Mir schwebt da momentan 5-9V und ca. 1A vor.
Ist das noch OK oder ginge eventuell noch mehr?

Gruß,
Lucky

Hallo Lucky

Ich gehe mal davon aus, dass Du das Kabel als ortsbewegliches Kabel einsetzen willst.

ISDN-Flachkabel hat einen Leiterquerschnitt von 0,14 mm² bis 0,16mm². Du musst auf zwei Dinge achten:

  1. Die zulässige Strombelastung des Kabels Die dürfte für 0,14mm² mindestens 2A betragen, siehe auch den folgenden Link:
    http://www.helukabel.de/pdf/german/technik/T26__STRO…

  2. den maximal zulässigen Spannungsabfall über die Leitungslänge.
    Den tatsächlichen Spannungsabfall solltest Du als angehender Dipl. chem. aus dem Strom, dem Leitungsquerschnitt, der (doppelten) Leitungslänge sowie dem spezifischen Widerstand selbst berechnen können. Es gibt zu dem Thema Tabellenbücher.

Gruß merimies

Hallo merimies!

Natürlich bekomme ich die Transportgleichungen gerade noch hin.
Allerdings hätte ich nicht gedacht, dass auch ein max. Spannungsabfall zu Beachten ist. Mir ist natürlich klar das der Spannungsabfall direkt in Wärme resultiert, aber mit zunehmender Leitungslänge nimmt ja auch die Oberfläche zu und somit der Wärme(ab)transport.
Ich bin bis jetzt davon ausgegangen, dass der entscheidende Faktor für die max. Belastbarkeit eines Kabels in diesem Bereich nur die Stromdichte ist und nicht die Spannung.
Mir geht es ja hauptsächlich darum, dass ich das Kabel nicht abfackele.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo merimies!

Hallo Lucky

Natürlich bekomme ich die Transportgleichungen gerade noch hin.
Allerdings hätte ich nicht gedacht, dass auch ein max. Spannungsabfall zu beachten ist.

Das habe ich mir schon gedacht. Das ist nämlich ein typischer Anfängerfehler, auch bei Ingenieuren.

Mir ist natürlich klar das der Spannungsabfall direkt in Wärme resultiert, aber mit zunehmender Leitungslänge nimmt ja auch die Oberfläche zu und somit der Wärme(ab)transport.

Du nimmst also an, dass der Spannungsabfall geringer wird, je besser Du die entstehende Wärme abführst? Wo hast Du denn diese absurde Vorstellung her?

Eine Eigenschaft einer jeden elektrischen Leitung ist ihr elektrischer Widerstand. Und dieser ist abhängig von:
Der Leitungslänge in Meter
Dem Leitungsquerschnitt in mm²
Dem spezifischen Widerstand für Kupfer (= 0,0179 Ohm pro Meter/mm²)

Das ergäbe für Deinen Anwendungsfall für einen Meter einfache Länge bei 0,14mm² Querschnitt einen Leitungswiderstand von 0,128 Ohm.

Gehen wir z.B. von einer Kabellänge von 10m aus, dann hat dieses Kabel einen Leitungswiderstand von 0,128x10x2=2,56Ohm (der Faktor 2, weil Du eine Hin- und eine Rückleitung hast).

Wenn Du durch dieses Kabel einen Strom von 1A schickst, dann fällt auf der Leitung nach dem Ohmschen Gesetz U=IxR eine Spannung von 2,65V ab.

Du musst also in das Kabel 7,56V einspeisen, um am Ende die geforderten 5V herauszubekommen.

Wenn aber der Strom auf der Leitung nicht konstant ist, sondern schwankt, dann schwankt natürlich auch die Spannung am Ende der Leitung – gegenläufig zum Strom.

Ich bin bis jetzt davon ausgegangen, dass der entscheidende Faktor für die max. Belastbarkeit eines Kabels in diesem Bereich nur die Stromdichte ist und nicht die Spannung.

Eben, das ist ja gerade der Anfängerfehler.

Mir geht es ja hauptsächlich darum, dass ich das Kabel nicht abfackele.

Ein lobenswerter Vorsatz, aber es reicht eben nicht.

Ich hoffe, Du siehst jetzt klarer.
Gruß merimies

Hallo merimies!

Hallo Lucky

Natürlich bekomme ich die Transportgleichungen gerade noch hin.
Allerdings hätte ich nicht gedacht, dass auch ein max. Spannungsabfall zu beachten ist.

Das habe ich mir schon gedacht. Das ist nämlich ein typischer
Anfängerfehler, auch bei Ingenieuren.

Mir ist natürlich klar das der Spannungsabfall direkt in Wärme resultiert, aber mit zunehmender Leitungslänge nimmt ja auch die Oberfläche zu und somit der Wärme(ab)transport.

Du nimmst also an, dass der Spannungsabfall geringer wird, je
besser Du die entstehende Wärme abführst? Wo hast Du denn
diese absurde Vorstellung her?

Wo habe ich geschrieben, dass der Spannungsabfall geringer ausfällt?? Ich habe hier lediglich die Wärmeabfuhr erwähnt, weil ein Wärmestau zu Bränden führen kann.
Das der Spannungsabfall mit zunehmender Leitungslänge zunimmt ist trivial!
Allerdings sooo absurd wäre diese Idee auch nicht, da der spezifische Widerstand von Kupfer mit steigender Temperatur zunimmt (z.B. 0,0185 Ohm*mm²/m bei 30°C oder 0,132 Ohm/m im vorliegenden Fall)! Aber das nur am Rande.

Eine Eigenschaft einer jeden elektrischen Leitung ist ihr
elektrischer Widerstand. Und dieser ist abhängig von:
Der Leitungslänge in Meter
Dem Leitungsquerschnitt in mm²
Dem spezifischen Widerstand für Kupfer (= 0,0179 Ohm pro
Meter/mm²)

Das ergäbe für Deinen Anwendungsfall für einen Meter einfache
Länge bei 0,14mm² Querschnitt einen Leitungswiderstand von
0,128 Ohm.

Gehen wir z.B. von einer Kabellänge von 10m aus, dann hat
dieses Kabel einen Leitungswiderstand von 0,128x10x2=2,56Ohm
(der Faktor 2, weil Du eine Hin- und eine Rückleitung hast).

Wenn Du durch dieses Kabel einen Strom von 1A schickst, dann
fällt auf der Leitung nach dem Ohmschen Gesetz U=IxR eine
Spannung von 2,65V ab.

Du musst also in das Kabel 7,56V einspeisen, um am Ende die
geforderten 5V herauszubekommen.

DAS hat mich allerdings tatsächlich überrascht! Ich wäre nicht von so einer Größenordnung für den Spannungsverlust ausgegangen.

Wenn aber der Strom auf der Leitung nicht konstant ist,
sondern schwankt, dann schwankt natürlich auch die Spannung am
Ende der Leitung – gegenläufig zum Strom.

Ich bin bis jetzt davon ausgegangen, dass der entscheidende Faktor für die max. Belastbarkeit eines Kabels in diesem Bereich nur die Stromdichte ist und nicht die Spannung.

Eben, das ist ja gerade der Anfängerfehler.

Mir geht es ja hauptsächlich darum, dass ich das Kabel nicht abfackele.

Ein lobenswerter Vorsatz, aber es reicht eben nicht.

Sieht wohl ganz danach aus…

Ich hoffe, Du siehst jetzt klarer.
Gruß merimies

Hallo!
Bin mir nicht sicher ob diese Kabel für 220 Volt zugelassen sind.
Ich würde ohne zu zögern die Adern/Klemmen anfassen da ich von Kleinspannungen ausgehe.
Ist das Richtig???
Gruß Werner

Ich würde ohne zu zögern die Adern/Klemmen anfassen da ich von
Kleinspannungen ausgehe.

Hallo Werner,

das ist in jedem Fall leichtsinnig - bei den meisten Datenkabeln ist als „Betriebspitzenspannung“ 250 oder 300 V angegeben, nicht genug für Netzbetrieb, aber zum tot Umfallen reicht es.

Ob ein Kabel, das nach Telefon aussieht, solche Spannungen führen darf, ist eine andere Frage, da weiss ich nicht, wo man suchen müsste. 65V sind aber sicher zulässig.

Gruss Reinhard

Hallo Reinhard,

Ob ein Kabel, das nach Telefon aussieht, solche Spannungen
führen darf, ist eine andere Frage, da weiss ich nicht, wo man
suchen müsste. 65V sind aber sicher zulässig.

z.B. der ISDN U-Bus, also die Leitung zwischen Ortszentrale und NT, führt nominal 96V.

MfG Peter(TOO)

Hallo!
Bin mir nicht sicher ob diese Kabel für 220 Volt zugelassen sind.
Ich würde ohne zu zögern die Adern/Klemmen anfassen da ich von Kleinspannungen ausgehe.
Ist das Richtig???
Gruß Werner

Kabel, welche für den Betrieb im 230V-Netz (220V-Netze gibt es nicht mehr) verwendet werden, müssen für 0,6/1 kV zugelassen sein.

Ein Fernmeldekabel ist in der Regel für 250V= zugelassen und erfüllt damit nicht die obengenannten Anforderungen. Dass der Betrieb mit 230V~ nicht zulässig ist, ist auch schon daraus ersichtlich, dass die Scheitelspannung im 230V-Wechselspannungsnetz 230*1,41=325V beträgt.

Allerdings ist die Forderung, dieses Kabel mit 230V zu betreiben, doch garnicht gestellt worden. Oder ist mir da etwas entgangen?

Gruß merimies