Belastungen der Weimarer Republik/DNVP

Guten Abend,

kennst du dich zufällig mit der Deutschnationalen Volkspartei aus?

Ich muss nämlich genau zu diesem Thema einen Vortrag halten.

Meine Aufgabe ist es besonders darzustellen, inwiefern die Deutschnationale Volkspartei eine Belastung für die Weimarer Republik war.

Ich würde mich sehr über eine Meinung zu diesem Thema freuen.

Eine Aufgabe lautet unter anderem: Ist es richtig, die DNVP mitverantwortlich zu machen für den Untergang der Weimarer Demokratie?

Mfg
emptybliss

Pkt 1: keine Hausaufgaben

Pkt 2: such doch mal in Wikipedia nach DNVP, Hugenberg, Harzburger Front.

Pkt 3: Vereinfacht gesagt verschaffte Hugenberg Hitler Zugang zu den „besseren Kreisen“ ins Militär und des ostelbischen Großgrundbesitzern, und damit im Endeffekt zu dem politische Biotop, das um den zunehmend vergreisenden und verblödenden Hindenburg herum wucherte.

Gruß
Mike

dankeschön für punkt 2 und 3 =)

Guten Abend =)

ich habe mich jetzt etwas intensiver mit diesem Thema beschäftigt und folgende Fragen:

1.Die DNVP hatte besonders in Wahlkreisen wie Pommern, Ostpreußen oder Schleswig-Holstein überdurchschnittliche Stimmenanteile (30-49%).
meine Frage: Warum?

2.Von 1919 bis 1924 stiege der Stimmenanteil bei den Wahlen zur Nationalversammlung/Reichstag. Ab 1924 fiel dieser drastisch ab.
Ebenfalls die Frage: Warum? Ist sie nicht kontinuierlich „stärker“ geworden, schloss sich dann der NSDAP an?

Guten Morgen

1.Die DNVP hatte besonders in Wahlkreisen wie Pommern,
Ostpreußen oder Schleswig-Holstein überdurchschnittliche
Stimmenanteile (30-49%).
meine Frage: Warum?

Ostpreußen und Pommern (und sicher auch Schleswig-Holstein) waren schon immer Hochburgen der Monarchisten/Konservativen. Hier gab es wenig Industrie (Arbeiter) und dafür viel Landwirtschaft (Junker). Hinzu kommt, daß die drei Länder Gebietsabtretungen durch den Versailler Vetrag hinnehmen mußten.

2.Von 1919 bis 1924 stiege der Stimmenanteil bei den Wahlen
zur Nationalversammlung/Reichstag. Ab 1924 fiel dieser
drastisch ab. Ebenfalls die Frage: Warum? Ist sie nicht kontinuierlich „stärker“ geworden, schloss sich dann der NSDAP an?

Weil die NSDAP u.a. der DNVP die Wähler abgeworben hat. Die DNVP verkam zu einem monarchistischer Altherrenclub, während die NSDAP sich zur Volkspartei entwickelte.

Hallo,

nun ja - die genannten Länder waren nicht unbedingt die Hochburgen neuen Gedankengutes. Die oftmals adligen Grundherren trauerten mehrheitlich der guten alten preußischen Zeit nach, in denen ihr „von“ und ihr Rang als Hauptmann der Reserve sie automatisch noch zur gesellschaftlichen Elite machte. Die wollten ganz gern ihren guten alten Kaiser Wilhelm wiederhaben.
Lies mal Bücher oder schau Filme aus dieser Zeit! Auch wenn es längst die bürgerlichen freiheiten gab - in den Gutsdörfern dieser Länder kam damals immer noch der Gutsherr gleich nach dem lieben Gott. Er war einziger Arbeitgeber und alleiniger Grundherr - praktisch das ganze Dorf gehörte ihm. Und die lieben Bäuerlein (die Schulen dort unterrichteten sehr oft noch alle 8 Klassen in einem raum mit einem Lehrer) wählten so, wie der Gutsherr und der Herr Pastor sagten - also urkonservativ deutschnational.

In diesen Gebieten war es praktisch ein Fortschritt, als die Nazis unehmend an Boden gewannen, weil es endlich einmal da eine Bewegung gab, die wirklich unabhängig von der alten Gutsherrschaft war. Sie agierten ja in ihren Anfangsjahren oft auch Vertreter der kleinen Leute und ermöglichten in gewisser Weise auch einen gesellschaftlichen Aufstieg (zumindest innerhalb ihrer Organisation), viele Leute kamen durch iuhre Zugehörigkeit zur SA, SS, usw. erstmals auch raus aus ihrer unmittelbaren Umgebung. Die liefen den Deutschnationalen schlichtweg den Rang ab.

MAn darf vieles nicht mit unseren Maßstäben messen. Meine Oma hat mir (als sie noch lebte) erzählt, sie habe damals immer Hindenburg gewählt - einfach weil der rein äußerlich eine erhabene und stattliche Erscheinung war, Und als der mal nicht auf dem zettel stand, da hat sie Thälmann genommen - der war auch ein großer, kräfter kerln, sah zudem recht ehrlich aus und war auch noch Arbeiter. Hitler war ihr als Staatsmann zu mickrig und zu sehr Marktschreier - denn hätte sie nie gewählt. Das muß man sich mal reinziehen - von so was hingen damals Wahlentscheidungen ab!!!

Gernot Geyer