ich arbeite in einem Konzern in der IT Abteilung mit Zentrale in GB. Eines Tages kam unser Chef und erzählte uns es wäre ja in den vergangen Jahren viel zu wenig für die Weiterbildung getan worden… und weil sich das ändern solle und der Bedraf auszuloten sei habe er ein „neutrales“ Beratungsunternehmen engagiert dies für ihn zu tun.
Die Kernaussage stimmt, Weiterbildung findet kaum statt (Psychologisch würde ich das seit heute unter dem Gesichtspunkt „Ja’s“ sammeln sehen). Hört sich also erst einmal gut an. Nun gut - am Freitag dieser Woche hat nun jeder sein Interview… und da trudelt heute eine EMail mit ein paar Fragebögen zur „Auslotung des Bedarfs“ herein… nur haben die Fragen m.E. gar nichts mit Schulungsbedarf zu tun. Im Learning Style Fragebogen tauchen 80 Fragen auf. Denen man nur zustimmen oder sie ablehnen (kein Rating), wie: „8. Ich stelle oft die grundlegenden Annahmen anderer in Frage“. - wenn ich wahrheitsgemäß antworte dann „Ja“… das hab ich als Popperkriterium so im Studium gelernt - bos kann ich das antworten? Oder aber: 4. Ich finde, dass formelle Verfahren und Vorgehensweisen Leute in eine Zwangsjacke stecken. - „Ja“ finde ich… aber in einer Gruppe muss man sich unterordnen können. Das geht munter so weiter und ich bin verwirrt ob ich die Fragen wirklich wahrheitsgemäß beantworte. Ich werde stutzig.
Ich lese weiter in der EMail und nun hat der Autor einen Fehler gemacht… er nennt sein Excelmodell „Belbin-Tool“ - ich surfe ein wenig nach Belbin und finde erstaunliches auf einer britischen Seite eines Anbieters - ein Test um die Teamfähigkeit auszuloten - und gleich ein paar Erkenntnisse dazu - ausser dem Rechts- und Linksaussen braucht ein Fussballteam nur 9 weitere gleichartige Spieler und schon gar keine Individualisten oder Spezialisten. Ein Team braucht keine drei Leute die das Team leiten könnten usw. usw… Jetzt bin ich richtig stutzig… denn unsere Softwareeinführungen laufen 2008 aus und was danach kommt weiss z.Zt. niemand - evtl. auch die Entlassung.
Kennt jemand dieses „Belbin-Tool“? Was kann dabei herauskommen? Was will man damit tatsächlich beurteilen. Ich weiss aus früheren Test das man grundsätzlich keinen Test ablehnen sollte. Wie reagiert man also wirklich darauf - was könnte mein HR_manager missinterpretieren?
das ist ein Anzeichen für eine hilflose, überforderte Personalführung. Derartige HR(ha!)-Instrumente dienen nicht der Ausbildung, sondern dem Aussortieren, genauer dem Freisprechen der Geschäftsführung von der Verantwortung beim Aussortieren. Habe ich alles hinter mir, Laden ist jetzt pleite. Mich hat es nicht so hart getroffen, bin gerade noch mit Altersteilzeit davongekommen, aber um den Betrieb ist es schade - kleine, feine GmbH mit 12 Leuten.
Hallo!
Scheiß Situation. Test gehört nicht zu den guten wie du schon gesagt hast. Ablehnen kannst du ihn nicht. Wenn du ihn ehrlich beantwortest, ist das vielleicht ein Grund dich zu feuern, wenn du ihn fakest, merkt man es vielleicht. Ich würde es relativieren. Ich würde bei Aussagen wie „immer“, „nie“ und ähnlichem eher verneinen. Schwäch deine Aussagen ein wenig ab, wenn du sie als zu heftig empfindest. Meistens werden die Ergebnisse eh zu Skalen zusammengefasst und da relativiert sich dann vieles. Wenn es so sein soll, dass dein Arbeitgeber es von so einem Test abhängig macht, ob er jemanden feuert oder nicht, kannst du es nicht ändern.
Wie gesagt, blöde Situation. Vie Glück für die Zukunft.
Hi Ralf, schade für dich. Für den Vorruhestand bin ich aber noch zu jung. Ansonsten… genau das vermute ich auch, wir sind seit 10 Jahren (und noch 1,5 Jahre) in diesem „Team“ mit leichten Veränderungen inzwischen in ganz Europa unterwegs (mit allen schlechten Seiten für die Familie usw.) und jetzt hat man keine passenden Anschlussaufgaben in den Businessunits für uns. Für die neue Software werden gerade die ersten Teams zusammengestellt. Ich hab eigentlich immer damit gerechnet das sich das Unternehmen ähnlich verhält nur nie so richtig geglaubt. Hab den Test mittlerwile im Internet gefunden… und geknackt .
Gruss aus der Slowakei
Keuper
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hmmm, ich weiss nicht ob es nur als negativ bewertet werden kann aber ich habe auch 'mal in IT gearbeitet (fuer einen grossen US Konzern) und wir haben 2x so eine Belbin Massnahme veranstaltet - da ging es vorwiegend um Team-Bildung aber auch um Einzelbewertungen der Teammitglieder.
Ich bin laut Belbin ein „team worker“ mit starken Tendenzen zu „resource investigator“ was nicht unbedingt schlechte Voraussetzungen fuer die Mitarbeit in einem Team sind (wurde in Interviews wohlwollend zur Kenntnis genommen).
Und unserem Team hat’s damals wirklich gut getan, Spass gemacht hat’s auch & wir waren einen Tag aus dem Steinbruch 'raus. Aber da gibt es sicherlich x verschiedene Uebungen etc von daher ist es schwierig eine allgemein gueltige Aussage zu machen. Ich wollte auch nur aufzeigen, dass es nicht ausschliesslich negativ ist.
liebe Gruesse,
Astrid
P.S.: „been there, done that, got the t-shirt“ (ist woertlich gemeint, beim 1. Event gab’s wirklich ein T-Shirt *g*)
danke für deinen Tip ich hab den Test mittlerweile geknackt (wenn man ein wenig vonm partiellen differenzieren versteht ) Ich denke ich werde das Ergebnis ein wenig in deine Richtung hinbasteln. Wenn ich deine Vita lese bekomme ich auch Bock den ganzen Sch… hinzuschmeissen… da sind nur noch zwei Kinder gross zu bekommen - 5 bis 10 Jahre muss ich noch.
Gruss aus der Slowakei (in Osteuropa - da wo sich unsere Teams von der Insel nicht hintrauen oder zwei Jahre für ein Projekt brauchen)
Keuper
Hallo Keuper (geiler Name übrigens*g*)
"8. Ich stelle
oft die grundlegenden Annahmen anderer in Frage". - wenn ich
wahrheitsgemäß antworte dann „Ja“…
Dann haste schonmal die Arschkarte gezogen, denn nur ein Querulant und Team-Störenfried stellt OFT (!) die grundlegenden Annahmen anderer in Frage *g*
Oder aber: 4. Ich finde, dass formelle Verfahren
und Vorgehensweisen Leute in eine Zwangsjacke stecken. - „Ja“
Sag mal, willst Du den Job oder willst Du ihn nicht?
ich bin verwirrt ob ich
die Fragen wirklich wahrheitsgemäß beantworte.
Sei bitte nicht so naiv. Wenn Du so einer Job in dieser spätkapitalistischen Geslleschaft willst, kannst Du nicht alles einfach nur wahrheitsgemäß beantworten.
Gruß,
Branden
…wie gesagt seit mehr als dreißig Jahren hab ich diesen Spitznamen… es hat nie aufgehört mich mit diesem Namen anzusprechen somit hab ich ihn einfach behalten.
Sei bitte nicht so naiv. Wenn Du so einer Job in dieser
spätkapitalistischen Geslleschaft willst, kannst Du nicht
alles einfach nur wahrheitsgemäß beantworten.
stimmt …das werde ich auch nicht - die angelernten Yuppies von der Insel glauben allerdings man wäre des Lesens nicht mächtig oder halten einen für genauso verblödet wie die Typen drüben auf der Insel denen man einen Anzug anzieht, ihnen sagt heute gibst du die Zahlen in dieses Feld ein und morgen in das andere - fertig ist der Angestellte. Diese Beratungstypen sind so von sich selbst verblendet den Test als Excelmodel mit dem richtigen Namen und Auswertung (ohne Überschrift… wie clever ) vorab zu schicken, einen Anschreiben dabei zu packen in dem steht es wäre kein Test sondern nur für den Interviewer um sein Gegenüber besser einzuschätzen. Posaunen auf ihrer Internetseite heraus das sie einen „rigorosen Selektionsprozess für ihre Kunden“ anbieten. Ich glaube ich bin ganz gut auf mein Interview morgen vorbereitet - mal sehn wie gut der Interviewer auf mich vorbereitet ist.