Beleg vs. Onlinebanking - Was ist sicherer?

Hallo ihr Lieben,

ich habe mal wieder eine Frage und hoffe dass diese beantwortet werden kann.

Nachdem ich vor einiger Zeit einen Überweisungsbetrug per Beleg (Briefkasten der Bank wurde aufgebrochen) erleben musste, ist mir nun das selbige auch noch über das Onlinebanking wiederfahren.

Daher mal eine Grundsatzfrage:

Welches Banking ist statistisch gesehen sicherer?
Das per Beleg oder das Elektronische?
(PS: Dass Belege altmodisch sind, ist mir bekannt :wink:

Leider haben meine bisherigen Nachforschungen bei meinen beiden Hausbanken nichts gebracht. Die erste (eine kleine Hamburger Privatbank) würde es mir zwar gerne verraten, hat aber keine Erfahrung damit.
Die zweite Bank (Postbank) teilte mit, dass man mir keine internen Daten zur Verfügung stellen könne.

Damit wäre ich bei der zweiten Frage:
Wie ist es zu erklären, dass die kleine Privatbank laut ihren eigenen Angaben, noch nie einen Überweisungsbetrug über das Onlinebanking zu verzeichnen hatte, wärend dies bei Großbanken an der Tagesordnung ist?
An der Sicherheit wird es sicherlich nicht liegen, denn diese liegt offenkundig deutlich unter dem Niveau der Großbanken.

Viele Grüße
Daniel

Hi

Welches Banking ist statistisch gesehen sicherer?
Das per Beleg oder das Elektronische?
(PS: Dass Belege altmodisch sind, ist mir bekannt :wink:

Ich würde mal sagen, daß das elektronische Banking sicherer ist und zwar einfach schon deswegen, weil da im Normalfall nur eine Person mit dem Überweisungsvorgang ansich befaßt ist. Je mehr Personen an einer Sache beteiligt sind, um so mehr Schwachstellen können sich auftun.

Beim elektronischen Banking hat nur eine Person die nötigen Unterlagen, Codes usw. um Überweisungen durchzuführen. Wenn diese Daten nicht gerade am Computer gespeichert, durch ein phishing Mail weitergegeben oder sonst irgendwie einer anderen Person bekannt werden (Durch Einbruch in die Wohnung z.B.) ist es eigentlich nur dieser Person möglich sein, über das Konto per elektronischen Banking zu verfügen.

Wenn Du aber einen Beleg ausfüllst, sind es mehrere Personen, die mit dem Überweisungsvorgang befaßt sind bzw. den Beleg in Händen halten. Du, der Mitarbeiter, der die Überweisung am Schalter entgegennimmt oder den Briefkasten der Bank ausräumt (wenn Du den Beleg per Post schickst, dann haben sogar noch einige Leute mehr den Überweisungsbeleg quasi „in der Hand“) und dann der Mitarbeiter, der die Überweisung in die elektronischen Systeme bringt, um die Überweisung durchzuführen.
Sobald Du den Beleg der Überweisung auf den Weg gebracht hast, hast Du die Sicherheit nicht mehr in der Hand, sondern mußt Dich darauf verlassen, daß andere für die nötige Sicherheit sorgen.

Ein Briefkasten ist leichter aufgebrochen und bringt auf Anhieb mehr an Zugangspotential (viele Überweisungen von unterschiedlichen Konten im Briefkasten) zu Bankkonten als elektronische Manipulationen.

Ich würde niemals eine Überweisung per Post an eine Bank schicken und auch beim Einwurf in diese aufgestellten Boxen für Überweisungen hätte ich wesentlich mehr Bedenken als beim online Banking, einfach deshalb, weil ich nicht mehr alleine für die „Absicherung“ meiner Überweisung zuständig bin.

Bei den Fällen, die mir bekannt sind, wo auf elektronischem Weg Konten geplündert wurden, war bislang fast immer die Unvorsichtigkeit des Kontoinhabers der Grund, warum der Betrug möglich wurde.
In nur ganz seltenen Fällen wurden andere Systemlücken ausgenutzt. Im Vergleich dazu wurden Briefkästen/Überweisungsboxen usw. sogar relativ häufig aufgebrochen oder anderweitig manipuliert.

Gruß
Edith

Hallo,

Welches Banking ist statistisch gesehen sicherer?

darüber gibt es keine verfügbaren Statistiken.

M.E. sind die beiden „Techniken“ miteinander genauso wenig vergleichbar, wie ein blinder Geisterfahrer in einem Rennwagen mit einem Panzer, der führerlos durch eine Fußgängerzone rollt.

Schauen wir uns die Risiken hinsichtlich eines vorsätzlichen Eingriffs eines Dritten doch einmal an. Zunächst der „konventionelle“ Überweisungsauftrag:
Bösewicht fälscht sich die Unterschrift des Kontoinhabers bzw. eines Verfügungsberechtigten.

Sicherheitsmaßnahmen: Unterschriften werden mit Unterschriftenprobe verglichen. Problem: passiert nicht bei allen Kreditinstituten bei allen Beträgen. Vorteil: Ist die Fälschung nicht perfekt, bekommt der Kunde sein Geld definitiv vom Kreditinstitut zurück. Außerdem Außerdem: Soweit mir bekannt ist, erfolgen die betrügerischen Überweisungen zumindest bei Privatkunden in der Regel auf inländische Konten (andernfalls würde der Vorgang eher auffallen), so daß es leichter ist, den Weg des Geldes zu verfolgen bzw. den Urheber zu identifizieren.

Online-Banking:
Der Täter muß sich PIN und TAN (o.ä.) beschaffen. Das ist unter normalen Umständen nur möglich, wenn sich der Kunde unachtsamerweise irgendeinen elektronischen Schädling einfängt. Andererseits kann der potentielle Täter gleichzeitig hunderttausende Kunden belästigen. Insofern ist zwar die Wahrscheinlichkeit geringer, daß ein bestimmter Kunde betroffen ist, aber die Wahrscheinlichkeit höher, daß es überhaupt einen erwischt (jeweils im Vergleich zum beleghaften Geschäft).

Damit wäre ich bei der zweiten Frage:
Wie ist es zu erklären, dass die kleine Privatbank laut ihren
eigenen Angaben, noch nie einen Überweisungsbetrug über das
Onlinebanking zu verzeichnen hatte, wärend dies bei Großbanken
an der Tagesordnung ist?

Aus dem gleichen Grunde, warum der Internet Explorer angeblich unsicherer ist als alle anderen Browser: es ist viel lohnender, sich mit ihm zu beschäftigen, weil er weitaus verbreiteter ist.

Gruß
Christian

Hallo Daniel,

ich bin nun schon seit etwa 15 Jahren Online-Kunde und habe seit dieser Zeit keine Bank mehr von Innen gesehen.

In diesen Jahren hatte ich nie ein Problem mit der Sicherheit. Vielleicht hatte ich nur Glück oder aber, es leigt auch an meinen Vorsichtsmassnahmen. Ich notiere nirgends eine PIN oder TAN, schon gar nicht auf dem PC. Ausserdem gebe ich beim Online-Banking die Website der Bank immer selbst in den Browser ein und verlasse mich nicht auf Links. Dazu noch eine aktuelle Firewall bzw. ein Virenscanner, der auch Phishing-Seiten erkennt. Und ein gesundes Misstrauen.

Das ist das, was ich von meiner Seite aus tun kann. Und ich schlafe ruhig damit.

Ausserdem schaue ich mir mein Online-Konto öfter an, als wenn es bei einer Bankfiliale geführt wird. Betrügereien lassen sich so wohl auch schneller erkennen.

Für mich persönlich ist das Online-Banking mindestens genauso sicher, wie die Filialbank und vor allem bequemer.

Gruß

Willi

Hallo ihr Lieben,

Hallo Du,

Nachdem ich vor einiger Zeit einen Überweisungsbetrug per
Beleg (Briefkasten der Bank wurde aufgebrochen) erleben
musste, ist mir nun das selbige auch noch über das
Onlinebanking wiederfahren.

Mich würde ja interessieren was Dir genau passiert ist. Jemand Zugangsadten geklaut´. Hilft evtl. auch bei der Analsye.

Viele Grüße

Dominik

Hallo,

Danke für die vielen Antworten.

Besonders den Beitrag von exc fand ich sehr interessant, weil er einen Grundsatz bestätigt, den ich schon des öfteren so den Bankverträgen entnommen habe.

Daher mal eine Konkrete Frage:

Wenn es zu einem Überweisungsbetrug via Beleg kommt, ist es einfacher zu ermitteln ob die Überweisung vom Kontoinhaber veranlasst worden ist oder nicht. Wenn man die Standardbankverträge für den Giroverkehr ließt fällt auf, dass die Bank sich bei Missbräuchen nur bei beleghafter Erteilung in der Beweispflicht sieht. Bei OnlineBanking muss der Kunde zunächst nachweisen, dass er nicht fahrlässig gehandelt hat etc… (Ausnahme ist die Netbank mit einer etwas anderen Vertragsgestaltung zugunsten des Kunden).

Insbesondere bei Betrug via OnlineBanking hört man immer wieder von mangelnder Kulanz seitens der Banken und abstrusen Unterstellungen, dass man (trotz vorhandenem Virusschutz) nicht genug für die Sicherheit getan hat usw.

Ist meine grundsätzliche Auffassung, dass die Beweispflicht der Bank nur bei beleghafter Auftragserteilung besteht richtig? Und wenn ja, was kann der Kunde von der Bank verlangen, wenn es über das Online Banking zu einem Betrugsfall gekommen ist? Ist er dann auf die Kulanz der Bank angewiesen?

Wie sieht es eigentlich mit s.g. Fremdsoftware wie StarMoney oder Wiso mein Geld aus? Kann die Bank in dem Fall einreden, dass der Kunde eine zusätzliche Gefahr durch diese Programme eingegangen ist?

Danke und viele Grüße