ich weiß nicht ob ich hier mit meiner frage überhaupt richtig bin.
letzte woche donnerstag hat mich die mutter meines exfreundes, mittlerweile besten freundes, angerufen um mir mitzuteilen, das er nachts gestorben ist.
am mittwoch ist nun die beerdigung und ich weiß einfach nicht was man eltern eines vor 2 wochen 33jährig gewordenen in die beileids karte schreiben soll.
einen von den vielen sprüchen aus dem internet möchte ich nicht einfach abschreiben, ich denke nach 10 jahren sollte es doch ein paar persönliche worte sein.
es wäre nett wenn ihr vielleicht ein paar ideen für mich hättet, die situation überfordert mich einfach.
Beileidkarten überfordeern mich auch immer - und ich bin gelernter Profitexter. Das einzige, was Du machen kannst: Schreibe einfach unverblümt, was Du selbst empfindest, und wenn’s unbeholfen wird, ist es auch nicht schlimm. Du kannst auch schreibnen, daß Du überfordert bist, daß Du keine Worte findest.
zunächst möchte ich Dir mein Beileid aussprechen, weil ich davon ausgehe, dass der Tod des ehemaligen Partners und guten Freundes auch für Dich ein Verlust ist, der Dich traurig macht.
Zudem macht der Tod eines geliebten Menschen selbst heute noch gottlob „sprachlos“ - uns fehlen passende Worte für diesen endgültigen und unwiderruflichen Verlust . . .
Vllt. kannst Du statt einer vorgefertigten Trauer- oder Beileidskarte eine Art Abschiedsbrief an die Eltern schreiben, in dem Du Deine Erinnerungen an ihren Sohn ausdrückst, was sein Tod Dir bedeutet und wie Du das empfindest.
Bei aller Trauer sollte die Freude über die gemeinsame Zeit mit dem Verstorbenen nicht ausgeklammert werden.
Mich hat nach dem Tod meiner Mutter eine Beleidskarte erreicht, in der diejenige beschrieben hat, wie sie meine Mutter erlebt hat, was für ein Mensch sie für sie war. Sie hat etwas ganz Tolles in meiner Mutter gesehen, und es hat mich unglaublich berührt und glücklich gemacht, dass jemand dies an meiner Mutter so wahrnehmen konnte.
Schreib, was in dir vorgeht und was dir dein Exfreund bedeutet hat - solange es positive Dinge sind. Das wird ihnen sicher gut tun.
leider haben wir mit dem Thema recht häufig zu tun, da meine Frau einen Verein in der Altenhilfe leitet, und ich mich immer noch nebenbei als Anwalt im Bereich Betreuungs- und Erbrecht tummle.
Wir haben uns angewöhnt keine gekauften Karten mehr zu verwenden, sondern haben ein paar eigene Motive auf Karten drucken lassen (machen inzwischen viele Online-Bilderdienste für kleines Geld in beliebig kleiner Stückzahl), die nicht so abgelutscht und mit grausamen Frakturversen so gar nicht zu uns passen würden. In Ermangelung einer Karte, die wirklich zu Dir passt, würde ich im Zweifelsfall dann eher auf den handschriftlichen Brief auf ordentlichem Papier ausweichen.
Dann achte ich immer sehr auf die Wortwahl, die zum konkreten Fall passen sollte. Über den plötzlichen Tod eines jungen Menschen kann man „fassungslos bestürzt“ sein, über die Erlösung nach langer, final verlaufener Krankheit eher nicht. Und Du hast hier - neben aller persönlicher Betroffenheit und Trauer - natürlich leider gerade offenbar die ganz besonders schlimme Situation eines Todesfalls vor Dir, bei dem man wohl nicht die tröstenden Worte finden kann, die einem bei der Erlösung von langen Sichtum vielleicht doch etwas leichter fallen.
Was man aber immer machen kann ist, Erinnerungen hoch zu rufen, die die positiven Eigenschaften des Verstorbenen betonen (da darf durchaus auch was zum Schmunzeln dabei sein - der Chef meiner Tante erinnerte in seiner Trauerrede an das Codewort seiner Abteilung, mit der sie die Kollegen zum gemeinsamen Schnäpschen rief, das fanden wir alle ganz wunderbar), die Bedeutung des Verstorbenen für einen selbst und andere hervorheben, daran eronnern, dass die erste Zeit der Trauer natürlich furchtbar ist, aber genau diese schönen Erinnerungen bleiben werden.
Aufpassen sollte man immer mit Sprüchen wie „bin immer für Dich da, …“ wenn die Situation nicht tatsächlich auch so ist, dass das funktioniert.
an deiner Stelle würde ich gar keinen Brief/Karte schreiben. Ich gehe mal davon aus, dass du zur Beerdigung gehst. Da trägt man sich ja immer ins Kondolenzbuch ein.
Da dich die Mutter persönlich angerufen hat, ist es ihr bestimmt auch wichtig das du kommst.
Ich würde in nächster Zeit die Mutter/Eltern besuchen und persönlich über deinen und ihren Verlust sprechen. In dieser Zeit brauchen manche Familienangehörige persönliche Kontakte. Leider scheuen sich zu viele, solche Kondolenzbesuche zu machen.
Ein Freund hatte vor einigen Monaten einen alten Schulfreund verloren. Man hatte nur sehr losen Kontakt.Er war bei der Trauerfeier und hat die Mutter später persönlich besucht.
Die Mutter betonte extra, dass ihr dieser Besuch sehr viel gegeben hat. Sie berichtete von der vielen Kondolenzpost, aber dieser Besuch war für sie etwas besonderes.