Hallo,
mal schön der Reihe nach:
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Die Rohre wurden, beginnend an Steuerbord oben nummeriert. Also:
Rohr I: Steuerbord (rechts) oben,
Rohr II Backbord (links) oben,
Rohr III Steuerbord unten,
Rohr IV Backbord unten.
Das ist im Besucherboot U 995 in Laboe (bei Kiel) zu besichtigen. So ist es auch auf dem vor mir liegenden originalen Konstruktionsplan aus 1941 zu erkennen.
Wie in der Seefahrt üblich wird in Fahrtrichtung (recht voraus) betrachtet.
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Buchheim hat sich stets dagegen gewehrt (der Kerl ist ja wortgewaltig gewesen), sein Buch als einen gewöhnlichen Roman zu bezeichnen. Er sprach gerne von „einem Roman, aber keinem Werk der Fiktion“. In Interviews hat er vielfach darauf hingewiesen, bei ihm stimme alles bis auf das letzte Schräubchen. Das ist auch so. Sein Berater war kein Geringerer als Erich Topp, Kommandant von U 552 (es lohnt sich in Yahoo USA die Seite REUBEN JAMES aufzurufen – das war der erste amerikanische Zerstörer der versenkt wurde – von E.Topp) und nach dem Krieg erstklassiger Architekt und später wieder Marinemann!!!
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Einen Torpedo (mehr als 1,5 Tonnen schwer) loszumachen war für die Besatzung (gedrillt) einfach. Allerdings musste nach dem Losmachen gegengeflutet (Ballastwasser aufgenommen) werden. Immerhin war ein Torpedorohr rund 30 Meter vom Gewichtsschwerpunkt (hier geht es um die Querachse des Bootes) etwa in Höhe des Turmes entfernt. Die deshalb enorme Hebelwirkung des Gewichtsverlustes führte, ohne Aufnahme von Wasser unweigerlich zu einem „Auftauchen des Bugs“ mit dem Risiko von einem U-Jäger gesehen zu werden (wenn auf Seerohrtiefe „gefeuert“ wurde). Dagegen war die Hebelwirkung seitlich, also um die Längsachse gering. Die Rohre lagen, wie man sich leicht vorstellen kann, von dieser nur eine kleine Strecke entfernt.
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Die Rohre auf einer Schiffsseite wurden grundsätzlich deshalb bei Mehrfachschüssen kurz nacheinander losgemacht, weil so das spätere Nachladen weniger arbeits- und zeitaufwendig war. Es musste nur ein Hebezeug mit Zubehör (Flaschenzug) aufgebaut werden (für jede Seite war ein solches Hebezeug vorhanden).
Außerdem befanden sich in den Rohren in der Regel unterschiedliche Torpedos: solche mit Aufschlagzünder oder solche mit Magnetzünder. Oder welche mit Druckluftantrieb bzw. mit elektrischem Antrieb. Der Verwendungszweck diktierte vielfach die Rohrwahl zusätzlich. Am Tage wurde wurden vorwiegend Elektrotorpedos (die im Wasser keine Spur in Form von Luftblasen erzeugten), bei Nacht (wegen der Abluft in Form einer deutlich sichtbaren Blasenbahn) Drucklufttorpedos benutzt.
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Die Drucklufttorpedos wurden nicht von Verbrennungsmotoren im automobilen Sinne angetrieben. Sondern von gewöhnlicher Druckluft, die sternförmig angeordnete Zylinder beaufschlagte. Allerdings war vor den Motoren eine Brennkammer angeordnet, in der die Druckluft zusätzlich stark erhitzt wurde. Das erhöhte die Motorleistung.
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Beim Ausstoßen eines Torpedos entstand kein „Blasenschwall“. Hinter dem Torpedo im Rohr steckte eine Art Pfropfen, der dies wirkungsvoll verhinderte.
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Der Kommandant des Buchheimschen Bootes (U 96 Heinrich Lehmann-Willenbrock, der später später die atomar getriebene OTTO HAHN als Kapitän fuhr – gibt’s alles im Netz) befahl „die Rohre zu bewässern“. Weil Torpedo- und Rohrdurchmesser genau kalibriert waren (also zueinander ohne nennenswerte Zwischenräume paßten) entstand nur ein vernachlässigbarer Luftblasenstrom.
Schönen Sonntag
silvaplana