Wenn man die Nachrichten verfolgt, sieht man immer wieder Berichte über diverse große Konzerne. Unternehmen, welche das Vertrauen Ihrer Mitarbeiter mit Videoüberwachung und diversen anderen Taten missbrauchen. Man sieht sich diese Berichte mit Erschrecken an und bemitleidet die Arbeitnehmer. Die Anweisungen für solche Aktionen kommen aus den oberen Etagen. Von Managern, die größtenteils noch nie die Arbeit verrichtet haben, welche Sie anweisen. Was diejenigen allerdings immer wieder vergessen ist, dass ohne die „kleinen“ Arbeitnehmer keiner von Ihnen mehr einen Job hätte. Die „normalen“ Mitarbeiter, die tagtäglich im Tagesgeschäft Ihre Aufgaben bewältigen und für das Unternehmen den Profit erwirtschaften. Warum gibt es aber immer wieder solche Unternehmen, welche das vergessen?
Am Ende eines solchen Berichts schalten wir den Fernseher aus und denken, dass so etwas sowieso nur bei den großen Firmen passiert. Da haben wir uns geirrt. Ich persönlich kenne eine Firma aus unserer Umgebung, die solche Methoden und noch einige Weitere tätigt. Ich selbst habe nie dort gearbeitet, aber ich habe sichere Insiderinformationen über das Handeln der Geschäftsführung. Im Folgenden werde ich diese Punkte schildern. Machen Sie sich danach selbst ein Bild über dieses Unternehmen.
- Unerlaubte Videoüberwachung
a. An der Eingangstür ist ein Schild befestigt auf dem steht, dass der Eingangsbereich Videoüberwacht wird. Das stimmt auch. Allerdings werden sind auch Kameras im Friseursalon installiert und dort ist kein Hinweisschild befestigt. Eine Kamera im Eingangsbereich, welche unter anderem auch das Pin-Pad für Kartenzahlung im Visier hat, dann noch eine Kamera im Färberaum an der Decke. Diese Beobachtet die Arbeitnehmer beim Farbe mischen und auch beim Ausführen Ihrer Pause. Es gibt nämlich keinen Pausenraum. In dem Färberaum steht ein Tisch und Stühle zum pausieren. - Unerlaubtes Abhören mit einem Mikrofon
a. Der Eingangsbereich wird auch per Mikrofon von der Geschäftsführung überwacht. Zumindest ist nur dieses eine bekannt. Die Mitarbeiter sind zwar darüber informiert worden, aber meines Wissens nach ist das gesetzeswidrig. Denn es werden nicht nur Mitarbeitergespräche belauscht, sondern auch private Gespräche der Kunden im Wartebereich. Das verletzt zu 100% die Privatsphäre dieser Menschen. - Niedriglöhne im Solarium
a. Die Mitarbeiter im Solarium bekommen eine Entlohnung von 6 Euro die Stunde. Manche werden jetzt sagen, dass wäre in Ordnung. Wäre es auch, wenn auch nur die Arbeiten erledigt werden müssten, welche im Solarium anfallen. Allerdings muss der Mitarbeiter der Frühschicht die kompletten Geräte des Fitnessstudios säubern, den kompletten Fussboden der gesamten Anlage wischen und polieren. - Mitarbeiter werden von heute auf morgen runter gestuft
a. Die Geschäftsführung stellt neue Leute ein auf Vollzeit ein und wenn diese allerdings nicht ausgelastet ist, werden Sie von einem Monat zum anderen auf Teilzeit runter gestuft. Im Gegenzug dazu werden aber wieder andere Mitarbeiter auf Seminare geschickt, um die Aufgaben zu erlernen, die die nicht ausgelasteten Mitarbeiter machen. Jetzt frage ich, was rechtfertigt dieses Handeln. Es widerspricht sich vollkommen. Wie soll der nicht ausgelastete Mitarbeiter neue Kunden gewinnen, wenn ein anderer dieselben Aufgaben übernehmen soll? Dahinter steckt kein betriebswirtschaftliches Denken. - Mitarbeiter zahlen Seminargebühren, aber erhalten keine Rechnung
a. Wenn ein Mitarbeiter ein Seminar besucht, bekommt er dieses von Geschäftsführung vorgelegt und kann den Betrag in monatlichen Raten abzahlen. Dagegen wäre kein Einwand auszusprechen. Aber die Geschäftsleitung hat einen doppelten Vorteil dadurch. Zum Einen kann Sie es steuerlich als Ausgaben geltend machen und zum Anderen bekommt Sie die Kosten von den Mitarbeitern zurück erstattet. Der Mitarbeiter an sich aber, kann diese Kosten nicht mehr bei der Steuer ansetzen, obwohl er dieses Seminar bezahlt hat.
Diese Geschäftspolitik betreibt das Unternehmen seit längerer Zeit. Und bis jetzt hat es auch immer funktioniert. Aber ich bin der Meinung, dass solches Verhalten Konsequenzen haben muss.