Guten Tag,
ich habe hin und wieder Schwierigkeiten mit dem Wort „nutzen“,„benutzen“.
Den Satz habe ich heute in der Zeitung gelesen:„Was nützt einem der Dr.Titel?“. Warum nützt und nicht nutzt? Die Erklärung ist bestimmt ganz einfach, ich danke schon mal für eure Antworten.
M.E. ist die Erklärung wirklich ganz einfach:
Denn ‚nützt‘ ist einfach falsch, zumindest im Hochdeutschen.
In vielen Dialekten werden Sachen halt ‚benützt‘ statt benutzt, aber falsch ist es trotzdem. Weiss nicht, hat das vielleicht mit dem Wort ‚nützlich‘ zu tun, dass die Leute durcheinanderkommen?
Gruss, Isabel
Den Satz habe ich heute in der Zeitung gelesen:„Was nützt
einem der Dr.Titel?“. Warum nützt und nicht nutzt? Die
Erklärung ist bestimmt ganz einfach, ich danke schon mal für
eure Antworten.
Wir können Sie beruhigen: In der Bedeutung besteht kein Unterschied zwischen den beiden Formen. Sowohl nutzen als auch nützen lassen sich intransitiv, d. h. ohne Akkusativobjekt, im Sinne von »Gewinn, Vorteil bringen, von Nutzen sein«, als auch transitiv, d. h. mit Akkusativobjekt, im Sinne von »etwas benutzen, aus etwas Nutzen ziehen«, einsetzen. Es nutzt/nützt alles nichts. Dies sollte der Allgemeinheit nutzen/nützen. Sie hat ihre Chance zu nutzen/nützen gewusst. Eine gewisse Tendenz lässt sich beim Gebrauch der beiden Verben dennoch beobachten: Während man nutzen und die entsprechenden Zusammensetzungen wie ausnutzen, benutzen etc. eher im norddeutschen Raum antrifft, wird man nützen, ausnützen, benützen etc. hauptsächlich in Süddeutschland zu hören bekommen.
Noch eine private Anmerkung von mir: Ich käme niemals auf den Gedanken „benützen“ zu sagen. Die Floskel „das nützt nix“ kommt mir umso leichter über die Lippen. Da ich in der Mitte Deutschlands sitze - zumindest wenn man von Nord nach Süd schaut - behaupte ich einfach mal, daß der Übergang von u nach ü fließend ist.
Denn ‚nützt‘ ist einfach falsch, zumindest im Hochdeutschen.
Ich habe gerade einen Text der Dudenredaktion in meinen Artikel eine Etage weiter oben kopiert. Wenn Du den bei Gelegenheit mal gelesen hast, reden wir vielleicht noch einmal über das Sprachgefühl von Muttersprachlern usw., weil besser is datt.
Ich kann dem, was du sagst, lieber Christian,
nur mit allem Nachdruck zustimmen!
Wir habe es hier mit einem bekannten Phänomen zu tun, nämlich dem unterschiedlichen Sprachgebrauch.
Dabei muss man bedenken,
dass jede Normierung eine Reduzierung der Vielfalt der Formen zu Folge hat;
dass bei der Beurteilung unterschiedlichen Sprachgebrauchs die Kategorien „richtig oder falsch“ einfach nicht einschlägig sind; vielmehr sollte man von „vertraut, üblich, weit verbreitet, häufig gebraucht“ und meinertwegen auch „normalerweise“ oder eben „unvertraut, eher unüblich, nur regional, selten gebraucht“ und „normalerweise nicht“ sprechen. Oder von „eher norddeutsch“ und „nur süddeutsch“;
dass das Süddeutsche eine Tendenz zum häufigeren Gebrauch des Umlauts hat, was an dem Plural „die Wägen“ und der Verbform: „er frägt“ zu bemerken ist.
Ähnlich wie beim erst kürzlich hier thematisierten „als/wie“ oder bei „wir haben gestanden/gesessen/gelegen versus wir sind gestanden/gesessen/gelegen“ oder der Aussprache von „König/Könich“ sollte man hier lokalpatriotische Haltungen, und selbst wenn dies der Duden als Norm so bestätigte, angesichts des geringen Alters der Normierungen diese Freiheit nicht verkürzen.
Obwohl man sich des Unterschieds zwischen Norm und Gebrauch bewusst bleiben sollte.