Benuron und andere Medikamente

Hallo Leute,

ich denke, ich werde jetzt einen Sturm der Entrüstung auslösen, möchte aber mal eure Meinung hören:

Es geht um mein jüngstes Enkelkind, 13 Monate alt.

Fast täglich bekommt er seit seiner Geburts (meiner Meinung nach unnötigerweise) irgendwelche Medikamente, insbesondere Benuron und andere fiebersenkende Säfte.

Schon mit 3 Monaten haben die Eltern behauptet, das Kind habe Zahnweh.

Meiner Meinung nach, selbst wenn dem so wäre: Manche Schmerzen müssen eben ertragen werden.

Ich (und weitere Familienmitglieder) erleben das Kind aber nicht so, dass es unserer Meinung nach Schmerzen hat.

Kürzlich lag er bei seiner Mutter im Arm, vollkommen ruhig, als diese plötzlich meinte: „Ja, ich weiß, du hast Zahnweh. Ich geb dir gleich was“.

Nur weil wir hier sofort interveniert haben, hat sie es dann gelassen.

Ein weiteres Beispiel: Mein Sohn, der Vater des Kindes, fragte seine Frau, warum sie diese Medikamente denn kaufen würde und sie sich nicht verschreiben ließe. Meine Tochter hörte diese Frage und meinte: Nun, vielleicht bekommt sie nichts mehr verschrieben. Daraufhin die Mutter: Ja, so wird es wohl sein.

Natürlich haben wir die Eltern bereits darauf angesprochen. Die blocken aber mittlerweile völlig ab. Da ist kein Herankommen mehr.

Wir wissen aber, dass er mittlerweile heimlich diese Medikamente bekommt, weil sich die Mutter grade vor ein paar Tagen verplappert hat und meinte, die letzte Flasche habe grad mal 1 Woche gehalten.

Gelegentlich erscheint uns auch das Kind, als lebe es „im Tran“. Ich hoffe, ihr wisst, was ich meine.

Wie würdet ihr euch verhalten?

Wenn ich wüsste, dass keine BLEIBENDEN !! Schäden entstehen würden, wäre es mir egal. Aber das weiß ich eben nicht. Vielleicht werden so zukünftige Suchtpatienten erzogen. Oder es geht an die Leber.

Oder meint ihr, dass ich da übertreibe???

Danke schon mal
Gisela

Hallo Gisela, ich kann Dir zwar jetzt nichts Erhellendes dazu schreiben, das erinnert mich jedoch an einen Fall, der vor einiger Zeit durch die Presse ging. Dort hatte eine Mutter ihre Tochter zwangsmedikamentiert. Diese Frau (Mutter) war psychisch gestört.

Tag

Wenn ich wüsste, dass keine BLEIBENDEN !! Schäden entstehen
würden, wäre es mir egal. Aber das weiß ich eben nicht.
Vielleicht werden so zukünftige Suchtpatienten erzogen. Oder
es geht an die Leber.

ja du hast recht, es gibt eine sehr wesentliche Lebertoxizität bei Paracetamol und das ist gerade auch im Zusammenhang mit Ben-u-ron und Säuglingen und Kleinkindern bekannt.
Das heißt deine Sorge ist anscheinend sehr berechtigt.
Neben einem Tod durch völligem Leberausfall, kann es dabei in Vorstufen zum hepatischen Koma kommen, das mit wesentlichen nicht reversiblen Hirnschäden einhergeht.
Also solltet ihr schnell eingreifen.
Wie ihr eingreifen könnt, kann ich von hieraus nicht sagen.
Aber hierfür gibt es in diesem Brett sicherlich bessere Experten als mich.

Ich drück dir die Daumen, daß ihr erfolgreich und schnell genug seid.
Gruß
Kerstin

bedenklich bis psychisch krank
Hi Gisela,

wenn das Verhalten der Eltern wirklich so ist, wie Du es schilderst, finde ich es äußerst bedenklich. Und - man mag sich wundern - gar nicht so ungewöhnlich.

Ich habe es schon öfters erlebt, daß Eltern ihre Kinder „krankreden“, wenn auch nie in so heftigem Ausmaße wie gerade von Dir geschildert. So kenne ich eine Mutter, die ihr Kind schon im Kleinkindalter immer wieder fragte „Hast Du Fieber? Hast Du Schmerzen?“ Und das ohne erdenklichen Grund, ohne Anlaß zu der Vermutung, das Kind könne wirklich was haben. Eine ständige Medikation des Kindes ging damit einher. Es handelte sich zwar um homöopathische Medikamente, aber so oder so schluckte das Kind seine gesamte Kindheit hindurch irgendetwas.

Du sagst, wenn ein solches Verhalten ohne körperliche Schäden bliebe, wäre es Dir ja noch egal. Ich sehe das anders.
Denn wenn sich die Mutter tatsächlich so verhält, macht sie ihr Kind auch psychisch krank. Das Kind, von dem ich erzählt habe, ist mittlerweile 12 Jahre alt und ständig krank. Sobald sie nur kalte Füße bekommt, rechnet sie so fest damit, krank zu werden, daß sie es schlußendlich auch wird. Sie fürchtet sich so sehr vor Krankheiten, daß sie ihnen immer häufiger erliebt. Sie ist total auf das Thema Krankheit fixiert und hat m.E. eine schwere hypochondrische Störung.

Es können nicht nur Leberschäden durch solch ein Elternverhalten entstehen, sondern auch seelische Schäden!

Was Du nun genau tun kannst, weiß ich nicht. Eltern, die so etwas tun, wollen ihre Kinder abhängiger und hilfloser machen, als sie es bereits sind. Ich möchte fast annehmen, daß einem solchen Verhalten eine eigene psychische Störung zugrunde liegt.

Das alles vorausgesetzt, daß Du in Deiner Schilderung wirklich nicht übertrieben hast und sich die Lage wirklich so schlimm verhält, was ich für das Kind nicht hoffen will.

Ich würde einen Arzt o.Ä. zu Rate ziehen, aber ohne die Kooperation der Eltern steht Dir da ein schwerer Kampf bevor …

Liebe Grüße,
Nike

Hallo Leute,

ich denke, ich werde jetzt einen Sturm der Entrüstung
auslösen, möchte aber mal eure Meinung hören:

Was ist zur sozialen Situation der Familie zu sagen?
ist es zu befürchten, dass das Kind unter Paracetamol-
Einfluss „handhabbarer“ erscheint?

http://de.wikipedia.org/wiki/Tylenol

Bei häufiger Anwendung in hoher Dosierung 
und/oder über einen langen Zeitraum kann die 
Leber nachhaltig geschädigt werden. Wie bei 
allen Medikamenten muss daher eine fortdauernde 
Anwendung gut begründet sein und sollte 
medizinisch überwacht werden.

Grüße

CMБ

Hallo Gisela,

das Deine Zweifel und Ängste mehr als berechtigt sind haben ja schon meine Vorschreiber/innen aufgezeigt und belegt.
Was sagt denn der Vater des Kindes zu der systematischen Vergiftung seines Kindes?
Wäre ich an Deiner Stelle so würde ich zunächst versuchen mit ihm darüber zu reden. Aber nicht im Rahmen einer seichten Unterhaltung sondern ich würde mich mit ihm ( alleine!!!) treffen und ihm deutlich vor Augen halten was mit seinem Kind geschieht. Vielleicht solltest Du Dir diesen Thread hier ausdrucken und ihm unter die Nase reiben ( beim Lesen aber dabeibleiben um die Reaktion abzuwarten).
Ist er einsichtig, sollte er sich umgehend sein Kind schnappen und mit ihm zum Arzt gehen, diesem die Problematik erklären und den Zwerg GRÜNDLICHST untersuchen lassen ( incl. großem Blutbild, Medikamentenspiegel etc). Wenn er dann das sicher niederschmetternde Ergebnis der Untersuchung in der Hand hat sollte er den Zwerg für ein paar Tage bei Euch lassen und dann mit seiner Frau sprechen und ihr eindringlichst klarmachen, daß sie sich in psychatrische Behandlung begeben muss oder sie sieht das Kind nie wieder.
Bleibt er uneinsichtig würde ich ihm ganz klar sagen, daß mein nächster Weg zum Jungendamt führt, denn daran geht dann kein Weg mehr vorbei.Das Jugendamt kann, muss und wird bei dieser tagtäglichen vorsätzlichen Körperverletzung eingreifen.

Ich wünsche Dir den Mut und die Kraft gegen diese Form der Misshandlung vorzugehen - was ja gerade innerhalb der Familie nicht so ganz einfach ist. Deinem Enkel wünsche ich von Herzen, daß er das was ihm von seiner Mutter angetan wird heil und gesund übersteht. Er kann stolz sein auf seine Großmutter die nicht widerspruchslos zusieht wie ihm übel mitgespielt wird.

Alles, alles Gute
wünscht Euch
Katrin

P.S.: eventuell könntest Du vorher noch ein Gespräch mit Pro familia führen - ich denke, die können Dir auch mit Rat und Tat zur Seite stehen

Hallo Katinka,

die Idee mit pro familia werde ich aufgreifen. Vielen Dank. Mit meinem Sohn habe ich zwar schon gesprochen, allerdings nicht so „ernsthaft“ wie du es vorschlägst. Das werde ich noch tun.

Er blockt schon gleich zu Beginn ab und meint, „Schmerzen muss niemand aushalten“. Ich glaube, zumTeil glaubt er wirklich, dass sein Kind bei jedem Weinen IMMER unter Schmerzen leidet, zum Teil möchte er aber auch (vielleicht unbewusst) seine Frau schützen. Beide meinen immer, man greife sie an.

Verstärkt wird diese Situation noch, nachdem die beiden vor einigen Monaten zu einem Familienfest in ihren Heimatort gefahren sind, dort übernachtet haben und ihre eigene Familie, die Situation auch gleich erfasst haben und sie wohl deswegen so derbe angegangen sind, dass die beiden „nie wieder“ hinfahren wollen.

Ich denke ein Teil der Problematik ist, dass beide, insbesondere die Mutter, sehr jung sind.

Danke aber nochmal an Alle.

Ich bleibe dran.
Gisela

Hallo Gisela,
ich möchte ungern noch mehr Panik verbreiten, als du eh schon hast, aber PCM ist wirklich sehr lebertoxisch und die Schädigungen des Gehirns durch den Leberausfall sind nicht reversibel.
Bei Kindern soll eine Tagesdosis von 65 mg pro kg Körpergewicht nicht überschritten werden und insgesamt gilt eine Dosis von 150 mg pro kg Körpergewicht als akut lebertoxische Dosis.
Wenn dein Enkelkind sagen wir großzügig 10 kg wiegt, dann wäre seine Tageshöchstdosis 650 mg.
Das wären z.B. 3 mal 5 ml, also ein Meßbecher voll, die normal große Dosis für ein ca. 1 jähriges.
Wenn jetzt eine Flasche eine Woche hält, dann gibt sie ihm wohl jeden Tag seine Tageshöchstdosis.

Neben der Leberschädigung (und den psychischen Auswirkungen) gibt es noch ein weiteres Problem. Der sogenannte Analgetika-Kopfschmerz. Regelmäßig PCM einzunehmen kann zu heftigen Kopfschmerzen führen. Dann hätte das Kind tatsächlich Schmerzen, gegen die es dann ja wieder PCM und so weiter und so weiter.

Mir scheint, du solltest nicht nur dranbleiben, sondern schnell reagieren. Beide Kind und Mutter brauchen dringend Hilfe und der Vater wahrscheinlich auch.

Viel Erfolg
Gruß
Kerstin

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Hallo Gisela,

leider fällt mir nichts ein wozu ich dir raten kann. Aber ich habe einen Link, der zu dem Thema passen könnte.
http://de.wikipedia.org/wiki/Münchhausen-by-proxy-Sy…
viele Grüße
claren

Tageshöchstdosis
Hi,

Bei Kindern soll eine Tagesdosis von 65 mg pro kg
Körpergewicht nicht überschritten werden und insgesamt gilt
eine Dosis von 150 mg pro kg Körpergewicht als akut
lebertoxische Dosis.
Wenn dein Enkelkind sagen wir großzügig 10 kg wiegt, dann wäre
seine Tageshöchstdosis 650 mg.

also laut ROTE LISTE komm ich auf VIEL WENIGER.
Für kinder bis 3J. soll man höchstens 1 meßbecher (=5ml=200mg paracetamol) pro tag geben.

Bei der hier gegebenen behandlungsaduer finde ich die ganze sache auch sehr bedenklich.
Mit dem analgetika-kopfschmerz gebe ich dir recht.

Das problem, das hier aber wesentlich schwerer zu durchbrechen ist, ist die psychologische komponente auf seiten der eltern.
Man sollte überlegen, ob man nicht den kinderarzt hinzuzieht oder im zweifelsfall weitergeht.

Schönes WE

Lg Alex:smile:

Tag Alex

also laut ROTE LISTE komm ich auf VIEL WENIGER.
Für kinder bis 3J. soll man höchstens 1 meßbecher (=5ml=200mg
paracetamol) pro tag geben.

Du hast recht in der Roten Liste steht das tatsächlich so.
Also hab ich mich entweder mit dem Gewicht verrechnet oder in meinen sonstigen Quellen steht Quatsch mit den 65 mg /kg Körpergewicht. Das werd ich nochmal überprüfen. Oder die Empfindlichkeit bei Kleinkindern ist noch größer.
Dann ist aber das Problem noch deutlich rasanter anzugehen.

Und natürlich hast du recht. Es geht beileibe nicht nur um die körperlichen Probleme des Kindes, sondern um die Dauer und die Ursache.

Ich hoffe, daß Gisela es schafft jemanden zu finden der schnell und konsequent eingreifen kann.

Dir auch ein schönes Wochenende
Gruß
Kerstin

Hallo ihr,

meine Tochter hat sich jetzt der Sache angenommen. Beide Eltern sind grad auf dem Weg zu ihr und sie möchte in aller Ruhe aber konsequent mit ihnen sprechen.

Da sie eine entsprechende psychologische Ausbildung hat, ist sie hier sicher der bessere Gesprächspartner als ich.

Nun mal sehen, was raus kommt.

Gruß
Gisela

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Hallo Gisela,

ich glaube, mich an Deine Freude im Plauderbrett erinnern zu können, als der kleine da war…

meine Tochter hat sich jetzt der Sache angenommen. Beide
Eltern sind grad auf dem Weg zu ihr und sie möchte in aller
Ruhe aber konsequent mit ihnen sprechen.

Das ist möglicherweise schon deswegen besser, weil die dumme Blockade: „Die Alten wissen ja sowieso nicht, was heutzugtage üblicherweise gegeben wird.“ nicht greifen kann.

Da sie eine entsprechende psychologische Ausbildung hat, ist
sie hier sicher der bessere Gesprächspartner als ich.

Hofentlich ist ihr dann aber auch bewusst, dass man Familienangehörige nicht selber therapieren darf. Allerdings wäre ja die emotionale Abhängigkeit bei Dir und Deinem Sohn woh noch größer.

Alles Gute für den kleinen,

Karin

Hallo Gisela.

Ich kenn mich rechtlich damit nicht aus. Meine Idee allerdings war: Ist hier eventuell das Jugendamt der richtige Ansprechpartner? Die Mitarbeiter dort kennen zumindest die ganzen rechtlichen Möglichkeiten.
Alles Gute für Euch und das Kind.
gruss engelsauge

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