Benzinsparendes Fahren

Ich habe mal eine Sendung gesehen, wie man bis 30% Benzin sparen kann, wenn man „sparsam“ fährt:
-vorausschauend fahren (möglichst wenig bremsen)
-tiefe Umdrehzahl (hohe Gänge einlegen) (unter 2000 umin)

Was ich nicht verstehe. Irgendwie hiess es, dass man schnell beschleunigen soll

  • Motor nicht als Bremse benutzen

Stimmt das und weshalb?

Moin,

Stimmt das und weshalb?

Ja, das stimmt. Man muss den Wirkungsgrad des Motors ausnutzen.
Also das Gaspedal nicht zaghaft durchtreten um zu beschleunigen sondern ruhig Vollgas beim Beschleinigen, aber früh hochschalten.
Den Motor nicht als Motorbremse zu benutzen ist allerdings Unsinn.
Zum einen, weil gerade da Dank Schubabschaltung kein Sprit verbraucht wird, zum anderen weils die Bremsen schont.
Das bedeutet alles nicht das man schleichen muss. Im Gegenteil, man kann durchaus flott unterwegs sein.
Ich bin auf diese Weise durchaus zügig unterwegs und verbrauche dabei 5,6l Diesel auf 100km. Das hört sich vielleicht viel an, aber es ist auch ein 150PS Auto. Dafür finde ich es recht ok.

Gruss Jakob

Moin.

Den Motor
nicht als Motorbremse
zu benutzen ist allerdings Unsinn.
Zum einen, weil gerade
dank Schubabschaltung
kein Sprit verbraucht wird, zum
anderen weils die
Bremsen verschont.

Ich würde das gerne mal etwas präziser hinterfragen.

Der als Bremse benutzte Motor erzeugt minimierten Bremsverschleiß und verbraucht nichts. Sehe ich ein. Nun ist es ja so: Lasse ich das Auto rollen mit getretener Kupplung, kann ich durch Loslassen der Bremse hervorrufen, daß das Auto mit fast konstanter Geschwindigkeit rollt. Das geht bei Schubbetrieb nicht. Also ist bei Schubbetrieb die Wahrscheinlichkeit größer, daß ich wieder Gas geben muß, wenn sich durch die Verkehrssituation herausstellt, daß ich weniger früh als anfangs angenommen mein Auto zum Stillstand bringen muß.

Also ist es gewissermaßen so, daß der Vorteil mit einem gewissen „Preis“ erkauft wird. Ein kleiner Anteil des Vorteils wird wieder zu nichte gemacht. Ich-und jeder Fahrer hat schlicht seinen eigenen Fahrstil-nutze zwar auch den Schubbetrieb vor der Kreuzung und dgl., aber in bestimmten Fällen kommt es vor, daß ich früher als sonst dann die Kupplung trete.
Mit freundlichen Grüßen, Michael

Hi,

Schubbetrieb nicht. Also ist bei Schubbetrieb die
Wahrscheinlichkeit größer, daß ich wieder Gas geben muß, wenn
sich durch die Verkehrssituation herausstellt, daß ich weniger
früh als anfangs angenommen mein Auto zum Stillstand bringen
muß.

Deswegen sollte man vorausschauend fahren.

wird wieder zu nichte gemacht. Ich-und jeder Fahrer hat
schlicht seinen eigenen Fahrstil-nutze zwar auch den
Schubbetrieb vor der Kreuzung und dgl., aber in bestimmten
Fällen kommt es vor, daß ich früher als sonst dann die
Kupplung trete.

Ist Dir noch nie aufgefallen, wie instabil das Auto mit getretener Kupplung unterwegs ist?

Gruß
Didi

Hinweis aus der Praxis
Hallo Michael,

ich verwende die Schubabschaltung im hohen Maß. Die Bremswirkung bei der Schubabschaltung durch den Motor ist gering, sehr gering.
Wenn ich von der Autobahn abfahre (eigene abgehende Spur), gehe ich mit 95 km/h vom Gas. Nach ca. 500m habe ich dann 65 km/h.

Und jetzt mal die Frage, wann man überhaupt die Schubabschaltung verwendet? Wenn man mit konstanter Geschwindigkeit fährt, gibt man konstant Gas. Wenn erkennbar ist, dass man langsamer werden oder zum Stillstand kommen muss, dann geht man halt ganz vom Gas und rollt gemütlich weiter. OK, wenn die rote Ampel 2 Km entfernt ist, solte man noch eine Weile fahren, bevor man vom Gas geht.

Die Schubabschaltung ist Bestandteil eines sparsamem Fahrstils. Wenn man sieht, dass man langsamer werden soll, z.B. die roten Ampel, dann bleibt man nicht auf dem Gas um dann kurz vor der Ampel abzubremsen, sondern rollt schon vorher mit Schubabschaltung drauf zu.
Man tritt auch nicht ständig auf die Kupplung sondern behält mit dem Motor Kontrolle über die Geschwindigkeit. Wenn man wieder etwas Geschwindigkeit aufnehmen will, dann tippt man vorsichtig aufs Gas.

Gruß
Carlos

Hallo Carlos,

auf der Autobahn und auch auf Landstraßen kann man die Schubabschaltung oft recht gut über einige 100m nutzen. In der Stadt, bei entsprechend niedriger Motordrehzahl (ich gehe jetzt mal davon aus, dass jemand, der Kraftstoff sparen will im möglichst hohen Gang fährt), sieht das schon schlechter aus. Da dauert es nur wenige Meter, bis die Drehzahl zu niedrig ist und die Schubabschaltung nicht mehr in Betrieb ist (bei unterhalb ca. 1300 U/min, je nach Fzg.)
Außer, man schaltet herunter, was sich wirtschaftlich kaum lohnt. Denn dann hat man schnell das Problem, dass die Motorbremse zu gut funktioniert und man wieder Gas geben muss. Deswegen habe ich es mir angewöhnt, in entsprechenden Situationen recht früh in den Leerlauf zu gehen.

Beste Grüße
Guido

Moin,

prinzipiell hast Du natürlich recht. Aber man hat das ja schnell raus wieweit (auch in welchem Gang) der Motor abbremst.
Und natürlich kann man diesen Vorteil nicht überall ausspielen.
Insgesamt gesehen spart man aber, weils eben mit ein wenig Übung und Erfahrung in locker 95% aller Fälle so klappt.

Gruss Jakob

Moin,

ich verwende die Schubabschaltung im hohen Maß. Die
Bremswirkung bei der Schubabschaltung durch den Motor ist
gering, sehr gering.

Nun, man kann ja runterschalten.

Wenn ich von der Autobahn abfahre (eigene abgehende Spur),
gehe ich mit 95 km/h vom Gas. Nach ca. 500m habe ich dann 65
km/h.

Wenn Du nicht runterschaltest ja. Ich schalte beim entsprechenden Punkt in den 5. runter und kurz vor der Ausfahrtkurve in den 4.
Natürlich ist das aber abhängig von der Antriebsart (Diesel oder Benziner) und der Getriebeabstufung.
Ich habe einen Diesel mit 6-Ganggetriebe. Das funktioniert eigentlich sehr gut.

Gruss Jakob

Moin…

Insgesamt gesehen spart man aber, weils eben mit ein wenig
Übung und Erfahrung in locker 95% aller Fälle so klappt.

Sicher, schon klar. Und letztlich grad’ eben deshalb habe ich ja auch betont, daß nur ein Teil (oder „Bruchteil“) des herausgespielten Vorteils wieder wettgemacht wird.

Allerbeste Grüße, Michael

Hi…

Hi,

…angenommen mein Auto zum Stillstand bringen
muß.

Deswegen sollte man vorausschauend fahren.

Ich glaube eigentlich schon, von mir sagen zu können, daß ich in einer Weise das Fahren praktiziere, die genügend vorausschauend ist, aber in nicht gerade seltenen Fällen lief es dann ein ganz klein wenig anders, als zu Beginn vermutet (und das Bremsen der Schubabschaltung kam so früher als es optimal wäre.)

Die angesprochene Situation von mir meinte überwiegend Stellen in der Stadt, wo viel Wohngebäude stehen, und in denen man schon oft die 50 km fahren kann, manchmal aber der Entschluß ratsam ist, die Geschwindigkeit etwas zu reduzieren - und es ist dann oft zuerst einmal mehr eine Ermessensfrage, um „wieviel“ man zu reduzieren hat. An solchen Stellen bremse ich sehr oft anfangs mit dem Motor, ab einer gewissen Geschwindigkeit dann aber nicht mehr.

Allerbeste Grüße, Michael Z.

Hallo Jakob,

Wenn Du nicht runterschaltest ja. Ich schalte beim
entsprechenden Punkt in den 5. runter und kurz vor der
Ausfahrtkurve in den 4.

Warum sollte ich runterschalten? Ich kann 50 im 5ten fahren und das tue ich auch. Überhaupt, kann man sich schnell an das niedertourige fahren gewöhnen. Motor und Brieftasche danken es.

Gruß
Carlos

Hallo,

Ist Dir noch nie aufgefallen, wie instabil das Auto mit
getretener Kupplung unterwegs ist?

nein

Gruß, Niels

Hallo,

die Schubabschaltung „vernichtet“ Bewegungsenergie über die Reibung und die Kompressionswärme im Motor, während das Ausrollenlassen Enerige über den Leerlaufbetrieb vernichtet.

In Situationen, in denen eine deutliche Verzögerung nötig ist, ist die Schubabschaltung und Herunterschalten (um die Schubabschaltung wirksam zu halten) besser als Ausrollen und Bremsen. Wenn aber eine längere Strecke zum Ausrollen zur Verfügung steht, halte ich das Auskuppeln / in den Leerlauf schalten für energiesparender, da die Schubabschaltung den Ausrollvorgang deutlich verkürzt, d.h. man muss länger auf dem Gas bleiben.

Gruß, Niels

Moin,

Warum sollte ich runterschalten?

Nun, wir waren doch eben noch auf der Autobahn?
Wenn ich da runterfahre ist schnell Schluss mit Schubabschaltung im 6.ten Gang.

Ich kann 50 im 5ten fahren
und das tue ich auch. Überhaupt, kann man sich schnell an das
niedertourige fahren gewöhnen. Motor und Brieftasche danken
es.

Klar, das mache ich ja auch. Spätestens bei 2.000rpm wird hochgeschaltet.

Gruss Jakob

Hallo Carlos,

Im grossen und ganzen hast du ja recht, und ich will nicht aus Prinzip widersprechen.
Nur: Sparsam ist was anderes.
(…)

Die
Bremswirkung bei der Schubabschaltung durch den Motor ist
gering, sehr gering.

Nein, sie ist riesengross!

Wenn ich von der Autobahn abfahre (eigene abgehende Spur),
gehe ich mit 95 km/h vom Gas. Nach ca. 500m habe ich dann 65
km/h.

Sag ich doch, riesengross.
Mit Leerlauf werden da bei einer klassischen Limousine mindestens 1000 m draus.

(…)

Die Schubabschaltung ist Bestandteil eines sparsamem
Fahrstils.

Ich meine, ein sparsamer Fahrer braucht das eher selten, gerade weil die Bremswirkung einfach zu gross ist.
Unsere W124er haben keine Schubabschaltung, aber was die im Leerlauf „leisten“, ist beeindruckend.
Wenn ich hingegen mit irgendwelchen Mietwagen unterwegs bin (passiert oft), dann bestätigt sich immer wieder von neuem:
Schubabschaltung = Bremsen.

Gruss,
TR

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