Benzinspartipp versus Motorvertraeglichkeit

Hallo,

habe im Internet einen Benzinspartipp gefunden, bin mir aber nicht sicher ob sich dieser nicht negative auf die Lebensdauer des Motors auswirkt.

Der Tipp war zum Beschleunigen immer Vollgas zu geben bis eine (geringe) Drehzahl (ca. 1500) erreicht ist - dann schalten und wieder mit Vollgas bis zur Drehzahl von ca. 1500 des naechsten Ganges…bis die gewuenschte Geschwindigkeit erreicht ist.

Als Laie erkenne ich nicht wie so Treibstoff gespart werden soll - kann das jemand erklaeren?

Kann sich so ein Fahrverhalten negative auf den Motor auswirken (Opel Kadett, 1.4 i, 60 PS)?

Gruss und vielen Dank fuer Tipps

Desperado

Kann sich so ein Fahrverhalten negative auf den Motor
auswirken (Opel Kadett, 1.4 i, 60 PS)?

Hallo Desperado,

Du willst/sollst also mit einem 1400er, der ohnehin kaum eine Wurst vom Teller zieht, auch noch untertourig fahren?
Oder kann es sein, daß du anstatt 1500rpm 2500 schreiben wolltest?
Also bei „normaler“ Fahrweise mit einem 1400er und einem Tourenbereich zwischen 2000 und 2500 kannst du durchaus Sprit sparen, die Erfahrung hab ich gemacht.

Gruß
Sticky

Hallo Sticky,

die genauen Motorumdrehungen kenne ich nicht (kein Drehzahlmesser) wollte es nur verdeutlichen.

Beziehe mich auf:
http://www.kfztech.de/Auto/AutoInfospritsparer.htm#K… Fahrweise

Beim Anfahren im 1. Gang nur anrollen
sofort in den 2. Gang schalten

weiter Beschleunigen Gaspedal durchtreten, bei ca. 22 km/h in den 3. Gang schalten
bei 35-40 km/h in den 4. Gang
und bei 40-45 km/h in den 5. Gang
das Gaspedal wird, außer im 5. Gang, immer durchgetreten
also zügig hoch schalten mit Vollgas jeweils bis 2000 1/min, d.h. in kurzer Zeit viel Leistung abverlangen, um zügig hoch schalten zu können
um mit dem Schalten mitzukommen, empfehle ich vom 3. direkt in den 5. Gang zu schalten! (oder vom 2. in den 4.); noch besser: vom 1. in den 3. und dann in den 5. Gang

im Fahrbetrieb immer soweit beschleunigen wie es Sinn macht und wie es von der Geschwindigkeit her erlaubt ist,
solange im höheren Gang bleiben, wie der Motor ohne Ruckeln Gas annimmt; niedrigster Verbrauch ist jeweils im höchsten Gang, der nicht ruckelt. Dies bezeichnet man als niedertourig fahren, jedoch nicht wie oft zu hören als „untertourig“. Dieser Begriff ist unsinnig.
Vorausschauend und konstant fahren, Abstand halten,
In der Stadt möglichst unter 2000 1/ min fahren
Moderne Fahrzeuge können ohne Probleme mit 50 km/ oder darunter im 5. Gang bewegt werden

Merke: Hoher Gang mit viel Gas ist sparsamer als niedriger Gang und wenig Gas!

Aus dem Artikel geht aber nicht hervor ob sich diese Fahrweise negativ auf den Motor auswirkt, deshalb wollte ich das hier fragen.

Gruss

Desperado

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Desperado,

die Idee die dahintersteht,ist, dass ein Motor, der mit voller Last betrieben wird, effektiver ist, als ein Motor mit geringer Last.
Andererseits gibt es aber Hinweise, dass bei Vollgas der Motor wieder etwas uneffektiver wird.
http://home.foni.net/~michaelbosch/auto/economic/cal…
Das bedeutet, dass man am besten mit 3/4 Gas beschleunigt.
Andererseits ist ein Motor umso sparsamer, je höher der Gang ist. Das ist leicht zu begreifen, wenn man sich klar macht, dass ein Auto bei gleicher Geschwindigkeit im niedrigeren Gang mehr „Kraft“, bzw. Drehmoment hat. Diese Kraft bezahlt man mit einem höheren Verbrauch. Deswegen haben leistungsstärker Motoren einen höheren Verbrauch.
Ab welcher Geschwindigkeit ein Gang verwendet werden kann, findet sich im Handbuch. In der Innenstadt verwende ich bei Tempo 50+ den fünften Gang.

In der Praxis bedeutet dies, dass man beim Beschleunigen anständig Gas gibt, es muss ja nicht dass Bodenblech sein, und zügig schaltet. Das geht so schnell, dass man beispielsweise den dritten Gang überspringt.

Was die Lebensdauer betrifft, so gibt es unterschiedliche Aussagen. Erfahrungsgemäß sind es aber eher die hochtourig („sportlich“) gefahrenen Motoren, die frühzeitig kaputt gehen.

Gruß
Carlos

P.S. Motoren sollen arbeiten und nicht kreischen.

Hallo!

weiter Beschleunigen Gaspedal durchtreten

Gaspedal durchtreten bedeutet hohe Beschleunigung. Hohe Beschleunigung setzt hohe Leistung voraus und Abverlangen hoher Leistung heißt hoher Treibstoffverbrauch. Vollgas-Tipps zum Spritsparen sind also Quatsch.

… bei ca. 22 km/h in den 3. Gang schalten

Sowas ist realitätsfern. Du hast vor allen Dingen auf den Verkehr zu achten und nicht dauernd auf letzte Details der Tachoanzeige. Beschleunige zügig, schalte frühzeitig hoch, vermeide Vollgas, halte den Gasfuß ruhig und fahre vorausschauend. Vorausschauendes Fahren heißt insbesondere, entbehrliche Beschleunigungsvorgänge zu vermeiden.

Gruß
Wolfgang

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Hallo alle zusammen. Ich erdreiste mich mal, meinen Senf dazuzugeben und hoffe, dass ich damit niemand auf die Füsse trete.

Andererseits gibt es aber Hinweise, dass bei Vollgas der Motor
wieder etwas uneffektiver wird.

Meinst Du das prozentual oder absolut? Denn dass, je mehr Kraft der Motor erzeugt, resp. je mehr Benzin er einspritzt, der absolute Effizienzverlust grösser wird, ist ja klar.

Das bedeutet, dass man am besten mit 3/4 Gas beschleunigt.

Genau so lernt man es in allen Kursen für sparsames Fahren!

Andererseits ist ein Motor umso sparsamer, je höher der Gang
ist. Das ist leicht zu begreifen, wenn man sich klar macht,
dass ein Auto bei gleicher Geschwindigkeit im niedrigeren Gang
mehr „Kraft“, bzw. Drehmoment hat.

Das stimmt nur bis zu einer bestimten Drehzahl. Mein Motor hat max. Nm bei 3000 von höchstens 6300 rpm. Nach der optimalen Drehzahl für das Drehmoment kommen die PS zum tragen, und wer damit fährt, der braucht ordentlich mehr Sprit.
Ich versuche beim Beschleunigen die rpm zwischen 2000 und 3000 zu halten, damit ich nicht unnötig lange warten muss, bis ich die gewünschte Geschwindigkeit habe und schalte dann wieder hoch in den fünften (ab 40kmh). Dadurch brauche ich zwar mehr Sprit, aber dafür über weniger Zeit. Möglich, dass das nicht die optimale Variante ist, aber ich merke halt schon gern, dass der Motor noch dreht.

Diese Kraft bezahlt man mit
einem höheren Verbrauch. Deswegen haben leistungsstärkere
Motoren einen höheren Verbrauch.

Das kommt auch auf den Motor an. Ein Turbo ist hier die Lösung, die hohe Leistung mit niederem Verbrtauch kombiniert. Unverhältnismässig viel Sprit brauchen zum einen grossvolumige Motoren, wie die Amis uns schon seit Zeiten sehr schön demonstrieren, oder hochdrehende Motoren, da die pro Zeit mehr Einspritzintervalle haben.

Gruss Pascal

um mit dem Schalten mitzukommen, empfehle ich vom 3. direkt in
den 5. Gang zu schalten! (oder vom 2. in den 4.); noch besser:
vom 1. in den 3. und dann in den 5. Gang

Naja, ob Du vom 1. in den 3. schalten solltest würd ich mal spontan in Frage stellen, den ersten soll man nur eine Wagenlänge lang beim Anfahren drin lassen, danach in den 2ten.
Da sollte man doch besser richtig und zügig schalten lernen oder Automaten fahren…
Wir haben btw im Veltheim Driving Center mal den Vergleich gemacht, ob hochtouriges (bis Begrenzer) Anfahren was bringt im Vergleich zu schalten bei 2500 und siehe da, keinerlei Gewinn für den heulenden Motor… Der Unterschied war nur, dass man, je höher man den ersten dreht, umso länger braucht, um den 2ten oder 3ten einzulegen, weil die Drehzahl aufgrund der extrem kurzen Übersetzung im ersten eine Riesendifferenz hat, die erst reduziert werden muss, bevor die Zahnräder überhaupt ineinander passen…

In der Stadt möglichst unter 2000 1/ min fahren
Moderne Fahrzeuge können ohne Probleme mit 50 km/ oder
darunter im 5. Gang bewegt werden

Ich fahr in der Stadt, sofern ich nicht ständig die Motorbremse brauche, weil wieder mal jemand ein neues Bremspedal zu Geburtstag bekommen hat, eh bei 1100 rpm.

Merke: Hoher Gang mit viel Gas ist sparsamer als niedriger
Gang und wenig Gas!

Auch nur beim Beschleunigen, gell. *g*

Beim Anfahren im 1. Gang nur anrollen
sofort in den 2. Gang schalten

weiter Beschleunigen Gaspedal durchtreten, bei ca. 22 km/h in
den 3. Gang schalten
bei 35-40 km/h in den 4. Gang
und bei 40-45 km/h in den 5. Gang

um mit dem Schalten mitzukommen, empfehle ich vom 3. direkt in
den 5. Gang zu schalten! (oder vom 2. in den 4.); noch besser:
vom 1. in den 3. und dann in den 5. Gang

Irgendwie passen die beiden Aussagen überhaupt nicht zusammen. Wenn ich früh hochschalte und dann noch einen Gang auslasse (ob das fürs Getriebe gut ist, ist eine andere Sache) bin ich mit Sicherheit bei jedem Fzg. in einem Drehzahlbereich, wo der Motor nicht mehr richtig läuft und erst recht keine Leistung zum weiteren Beschleunigen entwickelt.

Moderne Fahrzeuge können ohne Probleme mit 50 km/ oder
darunter im 5. Gang bewegt werden

Ja, ich weiß: Mein Focus I ist nicht mehr modern. Der ist nämlich so lang übersetzt, dass ich erst am 60 km/h im 5. Gang fahren kann, ohne dass der ruckelt, was übrigens nicht gut für die Kupplung ist.

Wenn ich, wie anfangs geschrieben, gleich nach dem Anfahren in den 2. schalte, kann ich gasgeben, soviel ich will, da passiert nicht viel, da der Motor weit unter Leerlaufdrehzahl läuft.

Ich will damit nur aufzeigen, dass man keine generellen Angaben machen kann. Natürlich ist es richtig, dass ein Motor weniger verbraucht, wenn man frühzeitig hochschaltet, auch wenn man mehr Gas geben muss, aber untertreiben sollte man es halt auch nicht. Und vorankommen möchte man ja auch, gerade wenn man wenig Leistung hat.

Beste Grüße
Guido

Kein Quatsch

Gaspedal durchtreten bedeutet hohe Beschleunigung. Hohe
Beschleunigung setzt hohe Leistung voraus und Abverlangen
hoher Leistung heißt hoher Treibstoffverbrauch.

Nach reinem Energieerhaltungssatz wäre hier nicht die Beschleunigung und der Leistungseinsatz von Belang, sondern die Endgeschwindigkeit. Aber hier kommt die Abhängigkeit des Motorwirkungsgrades von der Last (Gaspedalstellung) und Drehzahl.

Vollgas-Tipps
zum Spritsparen sind also Quatsch.

Keineswegs.

Da ein handelsüblicher Benzinmotor im Bereich der hohen Last (nicht zu verwechseln mit der hohen Leistung) und niedriger Drehzahl einen besseren Wirkungsgrad hat, als bei niedriger Last und hoher Drehzahl, ist sowohl das Beschleunigen, als auch Weiterfahren mit niedriger Drehzahl und hoher Last (viel Gas im hohen Gang) besser, als umgekehrt.

Schaue Dir ein paar Muscheldiagramme an.

Es macht schon einen großen Unterschied aus, ob man bis 50 km/h langsam im 2. Gang, oder mit viel Gas und im 4. Gang beschleunigt.

vorausschauend. Vorausschauendes Fahren heißt insbesondere,
entbehrliche Beschleunigungsvorgänge zu vermeiden.

Sollten diese aber notwendig sein, dies mit viel Gas im hohen Gang durchführen

Anmerkung zu Diesel:
Bei Diesel hängt der Wirkungsgrad nicht so sehr von der Last ab, wie beim Benziner. Da kommt es auf richtige - nicht zu hohe, aber auch nicht zu niedrige - Drehzahl an.

MfG

C.

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Moien

Als Laie erkenne ich nicht wie so Treibstoff gespart werden
soll - kann das jemand erklaeren?

Unter- und niedrig-tourig fahren bringt was. Bei hohen bis sehr hohen Drehzahlen ist ein Motor generell ineffizenter (als niedertourig bei gleicher Pedalstellung).

Ganz, ganz grob:

  • der Motor hat mehr Zeit fürs Atmen, die Verbrennung, …

  • Jede Umdrehung des Motors kostet Energie (weil es Reibung im Motor gibt). Kann man selbst schnell nachprüfen, scheib mal ein Auto bei eingelegtem 5 Gang und versuchs dann nochmal mit eingelegtem 1. Gang.

Nun gibt es einen Haken: Vollgas ist ein Sonderfall. D.h. die generelle Regel weniger Touren = weniger Verbrauch gilt bei Vollgas nicht für alle Motoren. Eine klitze-kleine Änderung an der Motorsteuerung und das Vollgas bei 1000rpm wird sauineffzient. Deshalb eher mit 80% Gas fahren (und sich definitiv als Verkehrshinderniss entpuppen).

Kann sich so ein Fahrverhalten negative auf den Motor
auswirken (Opel Kadett, 1.4 i, 60 PS)?

Ja, kann es. Der Motor kann auf lange Sicht etwas zusetzen. Auf sehr lange Sicht. D.h. nach 20.000-50.000 km verliert er ein bisschen an Leistung, läuft ansonsten aber normal. Fährt man aber alle 2000-5000 km mal ein bisschen Überland mit „normaler“ Drehzahl hat sich das Problem erledigt. Den gleichen Zusetz-Effekt bekommen manche schon beim normalen Stadtverkehr hin, ich würde mir darüber keine Sorgen machen.

Allerdings sollte man immer Ruckeln vermeiden. Wenn der Motor nicht mehr ganz rund läuft war es zuviel des guten und man sollte definitiv schalten.

cu

Hallo!

Kann sich so ein Fahrverhalten negative auf den Motor
auswirken (Opel Kadett, 1.4 i, 60 PS)?

Wenn Du dem Motor bei 1500 U die gleiche Leistung abverlangst,
wie bei 3000,
werden die mech. Teile im Motor stärker belastet. Wenn auch seltener.
Bei niedrigen Drehzahlen hat ein älterer Motor oft auch einen relativ geringen Öldruck, was zusätzlich den Verschleiss der Pleullager begünstigt.

Ich würde raten, die untertourige Fahrerei nicht zu übertreiben.
Besser ganz normal weiterfahren.
Ein gebrauchter Motor incl. Montage kostet so ca. 600 €,
das sparst Du bei dem Auto an Kraftstoffkosten nicht mehr ein.

Bei einem Neuwagen wäre das schon ehr was…

Grüße, Steffen!

Hi,

  • Jede Umdrehung des Motors kostet Energie (weil es Reibung im
    Motor gibt). Kann man selbst schnell nachprüfen, scheib mal
    ein Auto bei eingelegtem 5 Gang und versuchs dann nochmal mit
    eingelegtem 1. Gang.

Öh, ja. Aber was willst Du uns mit dem Beispiel verdeutlichen?
Das der Reibwert im 1.Gang höher als im 5.Gang ist?
Die Reibung verändert sich nicht. Ob hohe oder niedrige Drehzahl.

Deshalb eher mit 80% Gas fahren (und sich
definitiv als Verkehrshinderniss entpuppen).

Ich weiss ja nicht was für ein Auto Du fährst, aber bei mir reichen 80% immernoch für gut 200km/h. Und ich fahre keinen Formel-1 Wagen :wink:

Flott beschleunigen, früh hochschalten, hohe Drehzahlen vermeiden.
Ist eigentlich ganz einfach :wink:
Deutlich untertouriges Fahren kostet mehr Sprit, weil beim Tritt auf das Gaspedal zunächst keine Leistung kommt.
Das Ganze ist aber wirklich nun bei jedem Auto anders.
Bei meinem Auto habe ich bei 1.500rpm schon ordentlich Kraft, bei einem 1,4er Kadett sieht das aber ganz anders aus.
Obwohl ich eigentlich immer recht flott unterwegs bin liegt der Verbrauch bei dem Corsa meiner Frau deutlich niedriger wenn ich fahre.
Sie schaltet deutlich später hoch, das bringt aber nix ausser höherem Verbrauch.

Gruss Sebastian

Hallo Wolfgang,

… bei ca. 22 km/h in den 3. Gang schalten

Sowas ist realitätsfern. Du hast vor allen Dingen auf den
Verkehr zu achten und nicht dauernd auf letzte Details der
Tachoanzeige.

Wenn man nach einer Ampel zügig anfährt, wird man nicht ständig auf den Tacho schauen. Aber im alltäglichen Fahrbetrieb, sollte man den Punkt kennen, bei dem man hochschaltet. Bei mir ist das bei 22 Km/h in den Dritten, 32 Km/h in den Vierten und 48 Km/h in den Fünften.

Gruß
Carlos