Beratung Finanzierung Wohnungskauf

Hallo,

eine gute Freundin von mir ist vor kurzem von Dänemark nach Deutschland gezogen und überlegt jetzt sich hier eine Eigentumswohnung zu kaufen. Sie ist 27 Jahre alt und hat ihr Psychologie Studium (fast) beendet, sie gibt Kurse (Persönlichkeitsentwicklung usw.) mit denen sie meiner Meinung nach beachtliche Summen verdient darüber hinaus nimmt sie auch noch einzelnen Klienten. Das Problem ist dass sie zur Zeit noch in Dänemark wohnhaft gemeldet ist, und noch nicht steuerlich erfasst ist weder in Dänemark noch in Deutschland! Sie wohnt bei ihrem Bruder zur Zeit wollte sich jetzt eine Wohnung mieten und wurde dabei von einem Klienten angeregt doch gleich eine zu kaufen am besten noch mit integrierter Praxis. Wir sind bei der Suche an einen Makler geraten (meiner Meinung nach sehr seriös, auch von einer grösseren Firma!) der uns diverse Angebote unterbreitet hat.
Uns stellen sich mehrere Fragen…

  1. In welcher Höhe kann sie sich eine Eigentumswohnung überhaupt leisten? Wenn sie die nächsten Jahre selbst in der Wohnung wohnt bezahlt sie sich ja sozusagen selber ihre Miete, wie rechnet man aus wie hoch diese wäre?
    Sie besitzt 25000 € Eigenkapital und verdient monatlich ungefähr 4000 €, was aber aufgrund der abhängigkeit der Klienten stark schwanken kann!

  2. Wie kauft man eine Eigentumswohnung? Man wendet sich sicherlich schon an einen Makler. Dieser Makler der Firma www.raumwert.de klingt absolut kompetent, unterbreitet uns mehrere Angebote rät uns aber von einer Finanzierung bei unserer Hausbank ab!?!?
    Sollten wir uns eher an einen unabhängigen Berater wenden, oder vielleicht zur Verbraucherzentrale gehen?!
    Wir benötigen also wirklich planerische kompetente Hilfe bei dieser Entscheidung sind natürlich auch bereit dafür zu bezahlen! Ich denke sie ist mit dieser Entscheidung einfach total überfordert, sie hat auch absolut keine Wertvorstellungen in Deutschland!

Würde mich über Hilfe/Tipps/Anregungen sehr freuen ich fühle mich sehr verantwortlich ihr zu helfen aber mir fehlt in diesem Gebiet definitiv die Erfahrung!

Danke + Gruss
Tanja

Hallo Tanja,

man muß zuerst einmal wirklich die Wohnlage/Praxislage und deren Wert kennenlernen, da hilft wohl nur studieren der Anzeigen und besichtigen von vielen vielen Wohnung. Die Vorstellungen gehen weit auseinander, sowohl preislich, als auch was die Einschätzung der Wohnlage angeht.

Da hilft nur Erfahrung und Übung.

Wenn sie solide finanzieren will, sollte sie mit ihrem Eigenkapital mind. 20 - 25 % des Kaufpreises zzgl. Nebenkosten abdecken. Wenn man zuviel Kredit am laufen hat, wird einem leicht „anders“. Außerdem ist ihr Einkommen nicht regelmäßig sicher.

Derzeit liegen Hypothekenzinsen bei ca. 5,50 - 5,80 %, den Tilgungsanteil kann man frei gestalten, es fängt bei 1 % an (dann dauert die Tilgung des Kredites 30 Jahre), jedes Prozent mehr Tilgung verkürzt natürlich die Kreditlaufzeit.

Festschreibungen von hypotheken liegen üblicherweise bei 5, 7 oder 10 Jahre, man kann auch 15 Jahre vereinbaren. je niedriger die Zinsen (5,5 ist neidrig), desto erstrebenswerter ist eine langfristige Zinsbindung.

Man muß über einen Makler auch den Verdienst des Maklers berücksichtigen, der makler bekommt hier z.B. 3 % der Kaufpreises + MWSt!

Dann fallen Notarkosten an und Grundbuchkosten und Auflassungskosten. Bei 100.000 Euro Kaufpreis sind das ca. 2.000 Euro. Die Auflassungsvormerkung im Grundbuch verhindert beispielsweise, daß ein Verkäufer am mehrere Käufer gleichzeitig verkauft.

Und Vater Staat möchte 3,5 % Grunderwerbssteuer - auch bei einer Wohnung! Die nicht vergessen!

Man rechnet ungefähr bei Einschaltung eines Maklers mit Gesamtnebenkosten von etwa 10 % des Kaufpreises!

Beste Grüße

Wendy