Hallo Lutz,
Die Regierung ist sozialdemokratisch, d.h. vor allem erst mal
demokratisch. Sie sind sogar soweit von allen ehemaligen
Idealen weg, dass sie Kriege fuehren (d.h. sich aktiv daran
beteiligen).
Ja, leider finden solche Kriege auch im Lande statt.
In welcher Welt lebst Du? Bis zu wild marodierenden Banden
haben wir es noch nicht gebracht.
Doch, Berlin und auch sonstige Beispiele für jahrelang unbehelligt agierende Verbrecherbanden beweisen das Gegenteil.
Wir driften immer mehr in eine Zweiklassen-Gesellschaft. Die einen bauen immer höhere Mauern und hauen irgendwann ab ins Ausland, die anderen grölen und werden immer ärmer.
Wir diskutieren hier über die USA und Afghanistan, über
Schurkenstaaten und potenztielle Bedrohungen.
Diese Kriege meinte ich. Und z.B. die Ankunft der Gruenen im
Bellizismus, d.h. die Rueckkehr zu ihren kleinbuergerlichen
Wurzeln (grob: strickende Sozialpaedagogen und
Zahnarztgattinnen).
Da gehe ich mit. Ich nenne sie „Schicki-Micki-Grüne“.
Interessant aber
ist, dass unsere ärgsten und direktesten Feinde wohl eher
innerhalb unserer Grenzen zu suchen sind…
Du meinst doch nicht etwa sowas wie Frau Wagenknecht. Deren
Klassenkampf findet vor allem simulativ unter den (im uebrigen
sehr buergerlichen) "Links"intellektuellen statt.
Doch, ich meine auch Brandstifter wie Wagenknecht, Ströbele, Trittin & Co.
Die Kap.-schw. mit den Autos fallen nach Deinen Schubladen
auch unter die Kategorie Proleten.
Nein.
Weiter unten stimmst Du aber zu.
Ich lese weiter…
Proleten gibt es uebrigens nicht mehr, wir sind alle freie und
gleichberechtigte Buerger.
Nein.
Berlin und die stete und deutliche Polarisierung in eine
Zwei-Klassen-Gesellschaft beweisen das Gegenteil.
Aehm, ich habe hier Schwierigkeiten mit dem Klassenbegriff.
Die Spaltung in „rechtschaffend Schuftende“ und
„Sozialschmarotzer“ bzw. einen Arbeitplatz Habende und keinen
Zugang dazu mehr findende ist klar, aber in sich sind diese
Gruppen so inhomogen, dass ich darin keine Klassen sehe.
Ich ziehe die Grenze woanders.
Die Trennung liegt eher zwischen finanziell Abhängigen und finanziell Unabhängigen.
Oder auch zwischen Leistungsträgern und beruflichen Mitläufern. Oder zwischen Leuten mit einer guten ASusbildung und Leuten mit einer schlechten.
Und die Chaoten sind Chaoten sind Chaoten, aber siehst Du in
den paar Hanseln eine Gefahr fuer Demokratie und
Marktwirtschaft?
Frage das die Ladenbesitzer und Fahrzeughalter.
Sachschaeden, die von einem noch funktionierenden Sicherungs-
und Rechtssystem abgefedert werden. Aber keine Gefahr fuer
dieses System.
Für das System Berlin ist die Gefahr schon spannend.
Und sie werden natuerlich streng nach den
buerokratischen Regeln des Rechtssystems zur Verantwortung
gezogen, da muss sich keine Regierung einmischen.
Wovon träumst Du nachts?
Und Du?
Von einem funktionierenden Staaswesen und Rechtssystem.
Glaubst Du, der Besitzer des wunderschönen weissen Mercedes
/8-Coupés, welches umgekippt worden ist, erhält auch nur einen
Euro Schadenersatz?
Ja. Auch wenn es den emotionalen Verlust nicht aufwiegen kann.
Aber was koennte das.
Von wem erhält er das Geld? Von einem der Vermummten?
Der Mensch bastelt vermutlich jedes
Wochenende an seinem 4.000 Euro-Klassiker (ein Bonze kann er
daher wohl nicht sein, was aber auch keine Legitimation zur
Sachbeschädigung wäre)
herum, und nun hauen ihm ein paar anonyme Chaoten sein Hobby
zu brei und müssen dafür noch nicht einmal gerade stehen, weil
die Polizei „abwartete und sich ruhig verhielt, um die
Demonstranten nicht zu provozieren“ (Zitat ARD News).
Darueber kann man streiten, ob ein massives Einschreiten zu
weniger oder mehr Schaeden gefuehrt haette (auch
perspektivisch fuer die naechsten „Veranstaltungen“).
Meine Position hier ist, dass schon bevor der erste Stein fliegt, die Leute eingekesselt und erkennungsdienstlich behandlet werden müssen.
Beckstein schickt sicherlich gerne ein paar Leute hoch, die wissen wie man das macht…
Und
verstehst Du unter „gerade stehen“, dass diese sofoert haetten
zusammengeschlagen werden sollen?
Nein, sondern eingekesselt und gemeinschaftlich zu gleichen Teilen zum Gesamtschadenersatz herangezogen werden.
Das wäre ein gesunder Weg.
Im uebrigen scheinst auch Du der Meinung zu sein, dass die
„Chaoten“ ziemlich ziellos sind, woraus sich fuer mich ergibt,
dass sie zwar eine Stoerung von Ruhe und Ordnung darstellen,
Sachbeschaedigung aber keine „Revolution“ verursachen.
Nein, dafür sind diese Leute zu dumm.
Ich fürchte, die Revolution kommt vom konservativ-rechten Lager noch in diesem Jahrzehnt.
Sieh Dir Holland, Frankreich und Ostdeutschland an. Dies ist nur der Anfang eines politischen Umdenkens weg vom Staat, hin zu vermeintlichen persönlichen Vorteilen.
In 5 Jahren spätestens wird eine Gruppe Leute am 1.5. in Berlin mit dem Maschinengewehr in die Menge halten und das als Notwehr verkaufen.
Um das vorauszusehen, muss man kein grosser Prophet sein.
Hier wäre der BG mit aller Härte gefragt gewesen.
Der Staat hat seine Bürger zu schützen.
Ja, und auch die Chaoten sind nebenbei noch Buerger.
In diesem Fall sind sie als Agressoren weniger schützenswert als die potentiellen Opfer.
Und
nochmals, was verstehst Du unter Haerte? Willst Du eine
ausufernde Gewaltspirale?
Nein, sondern die knallharte Kandarre. Der Staat hat immer das letzte Wort, wenn er das möchte.
Grüße,
Mathias