Liebe Experten,
dass der legendäre Bernd Eichinger gestern gestorben ist, hat auch mich bestürzt.
Vorhin nun höre ich im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, dass er „gestern gestorben *war*“.
Ich bin jetzt kein Grammatikgenie - doch sagt mir mein Sprachgefühl, dass er dann morgen wohl wieder auferstehen kann.
Trügt mich mein Gefühl, oder hat es recht?
Danke & Gruß
sagt Anne
Bernd Eichinger ‚war gestorben‘
Hi.
Trügt mich mein Gefühl, oder hat es recht?
Letzteres. Die Vergangenheitsform des Perfekt ist nur in einem Kontext sinnvoll, der selbst grammatisch in der Vergangenheit steht.
Beispiel: „Wir schalteten den Fernseher aus, löschten das Deckenlicht und zündeten eine Kerze an, denn Bernd Eichinger war gestorben.“
Chan
Hallo, Anne,
Vorhin nun höre ich im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, dass
er „gestern gestorben *war*“.
Ich bin jetzt kein Grammatikgenie - doch sagt mir mein
Sprachgefühl, dass er dann morgen wohl wieder auferstehen
kann.
es kommt auf den Kontext an.
Das Plusquamperfekt drückt einen Sachverhalt aus, der vor dem Sprechmoment und zugleich in Bezug auf etwas anderes Vergangenes abgeschlossen ist.
Im Zusammenhang mit der Erwähnung bereits erfolgter (also ebenfalls „vergangener“) Reaktionen auf den Tod wäre das Plusquamperfekt daher durchaus korrekt (Vorzeitigkeit gegenüber Präteritum oder Perfekt).
Beispiele:
http://www.faz.net/s/Rub8A25A66CA9514B9892E0074EDE4E… : Mit Bestürzung haben Filmwelt und Politik auf den überraschenden Tod Bernd Eichingers reagiert , der am Montag im Alter von 61 Jahren in Los Angeles an einem Herzinfarkt gestorben war.,
http://www.fr-online.de/panorama/bernd-eichinger-ges… : Constantin Film bestätigte am Dienstagabend Meldungen, wonach Eichinger am Vorabend in dem Haus seiner Familie in Los Angeles gestorben war. ).
Siehe auch http://www.mein-deutschbuch.de/lernen.php?menu_id=109 und http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Ver…
Gruß
Kreszenz
Liebe Anne,
Vorhin nun höre ich im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, dass
er „gestern gestorben *war*“.
Auch wenn mir viele Deutsche mit ihrem unsachgemäßen Gebrauch des Plusquamperfekts auf den Wecker gehen, so ist es durchaus korrekt, etwa zu formulieren „Wie uns heute morgen durch… bekannt wurde… Er war gestern im Kreise seiner Familie gestorben.“
oder "Bernd Eichinger ist tot. Dies teilte… heute Mittag mit. Er war gestern an den Folgen einer…gestorben.
Ich bin jetzt kein Grammatikgenie - doch sagt mir mein
Sprachgefühl, dass er dann morgen wohl wieder auferstehen
kann.
Das ist ihm natürlich unbenommen.
LG
ausgerechnet die FAZ
Ich binb bestürzt!
Im Zusammenhang mit der Erwähnung bereits erfolgter (also
ebenfalls „vergangener“) Reaktionen auf den Tod wäre das
Plusquamperfekt daher durchaus korrekt (Vorzeitigkeit
gegenüber Präteritum oder Perfekt).
Ist das wahr? Kann das Plusquamperfekt auch die Vorzeitig zum Perfekt ausdrücken? Ich dachte, die korekten Paarungen sind
Präsens-Pefekt
Imperfekt-Plusquamperfekt
Demnach läge die FAZ falsch:
Mit Bestürzung haben Filmwelt und Politik auf den
überraschenden Tod Bernd Eichingers reagiert , der am Montag im
Alter von 61 Jahren in Los Angeles an einem Herzinfarkt
gestorben war.,
Meiner These nach wäre richtig: „Mit Bestürzung reagierten…“
Gruß,
Andreas
Hi
Demnach läge die FAZ falsch:
Mit Bestürzung haben Filmwelt und Politik auf den
überraschenden Tod Bernd Eichingers reagiert , der am Montag im
Alter von 61 Jahren in Los Angeles an einem Herzinfarkt
gestorben war.,
Meiner These nach wäre richtig: „Mit Bestürzung
reagierten…“
Nö, die Reaktion ist ja bereit beendet. „haben reagiert …“ ist schon richtig. Aber das Plusquamperfekt „gestorben war“ halte ich für ungeschickt. Zwar liegt das Sterben in der Vorvergangenheit, der Zustand des Totseins dauert jedoch noch an. Daher würde ich dhier Imperfekt vorziehen.
Blah
Bedeutung der Zeiten
Hallo Blah,
kann es sein, dass Du die Funktion der Tempora im Deutschen und Englischen verwechselt? Das Deutsche kennt keine Unterscheidung zwische noch andauernden oder schon abgeschlossenen Tätigkeiten.
Ich bin gelaufen oder ich lief - das ist bedeutungsgleich.
Gruß,
Andreas
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Kann das Plusquamperfekt auch die Vorzeitig zum
Perfekt ausdrücken? Ich dachte, die korekten Paarungen sind
Präsens-Pefekt
Imperfekt-Plusquamperfekt
Demnach läge die FAZ falsch:
Mit Bestürzung haben Filmwelt und Politik auf den
überraschenden Tod Bernd Eichingers reagiert ,
Meiner These nach wäre richtig: „Mit Bestürzung
reagierten…“
Da das Perfekt auch in der Funktion des Präteritums verwendet werden kann, sind m. E. beide Zeitstufen möglich.
Gruß
Kreszenz
Plusquamperfekt, oder?
Letzteres. Die Vergangenheitsform des Perfekt ist nur in
einem Kontext sinnvoll, der selbst grammatisch in der
Vergangenheit steht.
Plusquam perfekt meintest du hier, oder? Das nennt man daher im Deutschen ja auch „Vorvergangenheit“. Perfekt wäre ja das standardsprachliche „ist gestorben“.
Gruß,
Die Vergangenheitsform des Perfekt ist nur in
einem Kontext sinnvoll, der selbst grammatisch in der
Vergangenheit steht.
Plusquam perfekt meintest du hier, oder? Das nennt man daher
im Deutschen ja auch „Vorvergangenheit“. Perfekt wäre ja das
standardsprachliche „ist gestorben“.
Plusquamperfekt = „Vergangenheitsform des Perfekt“ (wie ich schrieb). Wo ist also das Problem?
Chan
Plusquamperfekt = „Vergangenheitsform des Perfekt“ (wie ich
schrieb). Wo ist also das Problem?
Das war höchst ambig. Ich habe „Die Vergangenheitsform des Perfekt“ als Gleichbedeutung interpretiert, i.S.v. „Die Vergangenheitsform ‚Perfekt‘ ist…“ — kann man auf beide Arten deuten.