Hallo Nathalie,
-wie der Beruf als Psychologe in der Gesellschaft anerkannt
ist und bedarf, also Gesellschaftliche Relevanz, Anerkennung
und Bedarf.
Zu Anerkennung in der Gesellschaft kann ich nicht ganz so viel sagen. Ich studiere ja noch. Ich glaube & hoffe aber, das Ansehen ist ganz gut.
Bedarf besteht in ganz unterschiedlichen Bereichen:
1.) Klinische Karriere: Hauptrekrutierungsgebiet sind klinische Psychologen, die sich der Behandlung von Menschen mit psychischen Problemen in Kliniken oder ambulant in der eigenen Praxis verschreiben. Diese „Psychotherapeuthen“ sind in Deutschland den Ärzten durch die Approbationsordnung von 1999 gleichgestellt.
2.) Akademische Karriere: Ein weiteren, großen Teil machen Psychologen in „Forschung & Lehre“ aus. Diese ist - außer an den staatlichen Universitäten - auch an privaten Bildungs- oder Forschungsinstituten möglich. Psychologen sind aufgrund ihrer methodischen Ausbildung (u.a. Statistik) geeignet, auch Teams in anderen Fachbereichen zu ergänzen, z.B. der Medizin.
3.) Wirtschaftliche Karriere: Vorwigend Arbeits- und Organisationspsychologen (oder Ergonomen) finden ihren Platz in der Wirtschaft. Das Feld ist weit, denn z.B. die Optimierung von Betriebsabläufen ist in jeder größeren Firma eine gute Sache. Die Ergonomen arbeiten auch an der Entwicklung von Produkten mit. Der Fizechef IKEA Europa ist z.B. nicht BWLer, sondern Diplom Psychologe.
-ob dieser Beruf eine Basis für andere Berufe ist
Psychologie ist ein Studiengang. Der Abschluss ist im Moment noch Diplom Psychologe , in den kommenden Jahren ist der Studiengang eher international orieniert. Abschließen kann man dann in der „light“ - Version (3 Jahre) mit Bachelor oder in der „full“ - Version (5 Jahre) als Master.
Viele fertig studierte Psychologen bilden sich nach Abschluss des Studiums noch weiter.
Um den ersten Bereich, den klinischen Psychologen, zu wählen, schließt sich an das Studium noch eine 3-5 jährige Zusatzausbildung zum Psychotherapeuten an. Erst dann kann man die Approbation zum psychologischen Psychotherapeuten erlangen.
Um im zweiten Bereich (Forschung & Lehre) was zu werden, machen viele zunächst ihren Doktortitel für 2-3 Jahre, um im Anschluss eventuell dann zu habilitieren (d.h. die Vorbereitung auf eine Professur).
In den übrigen Bereichen empfiehlt es sich, möglichst schnell Berufserfahrung zu sammeln, d.h. nach dem Studium beginnt der Einstieg in das Berufsleben.
-welche Kenntnisse und Fähigkeiten in der Ausbildung
„ausgebildet“ werden.
Ein Schwerpunkt des Studiums ist und wird es auch in Zukunft sein, die methodischen Grundlagen der Psychologie zu verstehen. Das includiert auch Experimente mit Menschen.
Die Phisiologie und funktionelle Neuroanatomie nimmt an Bedeutung in der Psychologie immer mehr zu. Man hat Überschneidungen mit dem Medizinstudium. An einigen Universitäten werden auch Präparierkurse angeboten.
Weitere Blöcke beschäftigen sich mit Prozessen in allen Menschen. Dies sind z.B. soziale, entwicklungsabhängige oder persönlichkeitsbedingte Prozesse. Wahrnehmung, emotionale Prozesse, Lernen & Gedächtnis sind weitere Fächer, die Psychologen beherschen müssen.
Ein spezialisierterer Teil des Studiums ist das Erkennen und Behandeln von psychischer Krankheit, die Diagnostik, Intervention und die klinische Psychologie.
Wie schon erwähnt, gibt es auch die Arbeitspsychologie: z.B. Strukturierung von Betriebsabläufen, vermeidung krankmachender Arbeitsbedingungen.
Ergonomie fragt eher nach der Benutzerfreundlichkeit von Produkten, z.B. der sinnvollen Anordnung, Beschriftung und Beleuchtung von z.B. Flugzeugcockpits.
Und noch vieles mehr (alles zu erwähnen würde den Rahmen etwas sprengen).
Insgesamt ein sehr vielfältiger Studiengang, mit dem Menschen im Focus und vielen Bereichen im Blick, die für den Menschen relevant sind.
lieben Gruß
Patrick