Guten Tag,
Ich möchte einen neuen Berufsweg einschlagen.
Da mir Fremdsprachen lernen/anwenden sehr leicht fällt und ich
mich auch dafür interessiere neue Sprachen zu lernen und
anzuwenden würde ich auch gern meinen Beruf in dieser Richtung
wählen.
Da es nicht viele Berufe gibt die direckt auf dieses Muster
passen (denke ich zumindest , vllt werde ich ja hier eines
besseren belehrt ^^) frage ich nun hier was für Berufe könnte
ich erlenen?
Zunächst einmal die klassischen "Sprachen"berufe:
Übersetzer - meist als schriftliche Arbeit
Dolmetscher - simultan - das sind wirkliche Asse, ist sehr anstrengend, wird aber meist gut bezahlt. Diese Leute beherrschen meist mehrere Sprachen. Ich kannte mal zwei Damen, die 8 Sprachen fließend und noch vier weitere sehr gut beherrschten… Beide schon in fortgeschrittenem Alter, die dann für John D. Rockefeller im Ausland dolmetschten…
Für beide ist eine Spezialisierung sinnvoll - z.B. Literatur übersetzen, Fachtexte in verschiedenen Fachbereichen: Technik, Computer, Politik, Volkswirtschaft, Börse, Wirtschaft usw. Für Politiker dolmetschen - sehr interessant, aber ebenfalls sehr anstrengend.
Beim Dolmetschen ist sehr viel Einfühlungs- und Feingefühl erforderlich, damit man den Ton und Inhalt genau erfassen und dolmetschen kann. Es ist allerdings nicht jedermanns Sache, hier die Argumente/Meinungen widerzugeben, die dem Dolmetscher vielleicht völlig gegen den Strich gehen.
In den meisten Führungspositionen ist heute Englisch fast unerläßlich, je nach Firmen-Niederlassungen, dann noch weitere. Welche Sprachen man lernt, sollte hauptsächlich von den eigenen Vorlieben/Begabung abhängig sein - eine Sprache, die man nicht mag lernt sich schlecht. Erst an zweiter Stelle ist zu berücksichtigen, wie die internationalen Märkte bestimmte Sprachen in den Vordergrund rücken und wie hier der Bedarf aussieht.
Im Im- und Export werden jede Menge Sprachen gebraucht, dazu gehört dann auch eine betriebswirtschaftliche Ausbildung. Meist sind diese Jobs mit vielen Auslandsreisen verbunden (worunter das Privatleben stark leiden kann). Man lernt dafür Menschen verschiedenster Kulturen kennen, was sehr bereichernd ist. Je nach Branche, in der man tätig ist, ist es auch eine Herausforderung an das z.B. technische Wissen, etwa im Maschinen-, Kfz-, Gebäudebau usw. Dieser Beruf ist ausgesprochen abwechslungsreich. Je nach Fähigkeit sich Branchenfachwissen anzueignen, kann man auch relativ gut von einer in die andere Branche wechseln, horizontal oder vertikal, selbst fachfremd, wenn das Kaufmännische im Vordergrund steht.
Außer bei Übersetzern, sind die anderen immer mit Reisen verbunden. Auch besteht dann die Möglichkeit für die eigene Firma im Ausland eingesetzt zu werden. Hohe Flexibilität und Mobilität sind dann ebenfalls eine Voraussetzung.
Außer für Dolmetscher/Übersetzer, gehört zusätzlich zur Beherrschung der jeweiligen Fachsprache, eine weitere Ausbildung: Betriebs-, Volkswirtschaft mit ihren eigenen Ergänzungsstudien, etwa Marketing, Controlling usw. usf.
Überspitzt ausgedrückt wird man folgende Jobausschreibungen häufig finden: Viersprachler gesucht (engl., franz., span., russisch), abgeschlossenes BWL- oder VWL-Studium, 5 Jahre Berufserfahrung in gehobener Stellung, Höchstalter 30 Jahre.
Ob ein ganz neuer Berufsweg möglich ist, hängt sehr stark vom Alter ab. Ist man bereits 30 oder älter, ist eher eine Ausbildungsergänzung in Betracht zu ziehen, bei der man im Job bleiben kann und seine Aufstiegschancen verbessert.
Letzteren Weg hatte ich gewählt: vier Sprachen, mehrere Jahre Erfahrung im Im- und Export (versch. Branchen) und dann die Zusatzausbildung zum Betriebswirt. Es gibt natürlich noch weitere Möglichkeiten…
Zu bedenken ist auch, daß einem die häufigen Reisen, besonders nach Übersee mit Langstreckenflügen, mit der Zeit zu schaffen machen, damit ist enormer Streß verbunden, den man in jungen Jahren gut wegsteckt, einem aber später erheblich zu schaffen machen kann. Denn im Flugzeug wird nicht geschlafen, sondern die anstehenden Treffen vorbereitet - also gearbeitet… Von einer 40-/45-stunden-Woche kann man da nur noch träumen… 80 Stunden und viel mehr sind schon realistischer.
Gruß,
Cantate