Berufsaussichten Mathematik

Hi Christina,

Ich weiß schon, dass ich wohl in Richtung Habilitation gehen
werde oder in die Forschung, vielleicht Fraunhofer- oder Max
Planck- Institut, oder auch zur esoc (Nebenfach Physik).

wenn das alles so einfach wäre!
Ich bin jetzt kein Mathematiker, aber ich stell mir mal ganz einfach so vor, daß es mit der Habilitation ähnlich aussieht wie bei den Chemikern.
Da was zu kriegen ist überhaupt nicht einfach!
Einfach zu sagen ‚Ich will habilitieren‘ ist nun mal nicht.
Du brauchst einiges an Beziehungen (um es böse zu sagen Arschkriecherei und Speichelleckerei) wenn Du habilitieren willst.
Wenn Du keinen Prof findest, der das unterstützt hast Du keine Chance!

Dann zu Fraunhofer, Max Plank und Co.
Da kriegst Du fast nur befristete Stellen. Das gehört zur Philosophie der Einrichtungen. Als Dauerstellung würde ich mir das abschminken!
Sind

wohl alles nur Wunschvorstellungen, so leicht wird das nicht
werden,

Genau!!!

aber Büro auf keinen Fall.

Was denn nun?!
Forschungsstellen sind zum überwiegenden Teil Innendienststellen.
Selbst wenn Du das Glück hast und auf Expeditionen geschickt wirst, mußt Du die Veranstalltungen nachbereiten und das ist nun mal eine Sesselpuperarbeit.

Hoffentlich hab ich Dich jetzt nicht überfahren.

Gandalf

Hi Gandalf,

Ich weiß schon, dass ich wohl in Richtung Habilitation gehen
werde oder in die Forschung, vielleicht Fraunhofer- oder Max
Planck- Institut, oder auch zur esoc (Nebenfach Physik).

@Chris: Vorsicht, so einfach ist es nicht. Bei Externen gibt es das sogenannte „Habilitandenprügeln“. Uni-Professoren haben dann nämlich die Möglichkeit, den Max-Planck-Leuten zu zeigen, „wo der Bartel den Most“ holt. (Es kommt selten vor, ist aber blöd wenn es einen erwischt. Ich habe es schon erlebt, dass grottenschlechte Interne habilitiert wurden und nicht so schlechte Externe wieder nach Hause gehen durften - durchgefallen. In der Schweiz wird dem Habilitanden in so einem Fall manchmal geraten, das Habilitatinsgesuch zurückzuziehen. Man ist dann zwar auch endgültig gescheitert, es hat sich aber auch niemand die Finger schmutzig gemacht). Eine gute Anleitung für eine Forschungskarriere in D findest Du in: Sigfried Bär "Forschen auf Deutsch
Der Machiavelli für Forscher und solche, die es noch werden wollen " Verlag Harri Deutsch.

wenn das alles so einfach wäre!
Ich bin jetzt kein Mathematiker, aber ich stell mir mal ganz
einfach so vor, daß es mit der Habilitation ähnlich aussieht
wie bei den Chemikern.
Da was zu kriegen ist überhaupt nicht einfach!

Jein. Es ändert sich einiges. Die alten Assistentenstellen werden eingezogen und (teilweise) durch die Juniorprofessur ersetzt. Ich würde aber jedem angehenden Forscher raten, sich so früh wie möglich dem Wettbewerb auszusetzen und sich selbst um entsprechende Stipendien (Emmy Noether, BioFuture, Lichtenberg-Professur, Heisenbergstipendien, EU-Förderung oder ähnliches) zu bemühen. Auf diese Weise kann man früh den eigenen Marktwert realistisch einschätzen - Und rechtzeitig das Projekt „Forscherkarriere“ in die richtigen Bahnen lenken. Der ewige Assistent ist nicht der Mensch, der heute für die W3-Stellen gesucht wird. Gesucht sind vielmehr Leute, die aktiv Forschungsgelder einwerben und international vernetzt sind (und die „nötigen“ Connections in D haben …)

Einfach zu sagen ‚Ich will habilitieren‘ ist nun mal nicht.
Du brauchst einiges an Beziehungen (um es böse zu sagen
Arschkriecherei und Speichelleckerei) wenn Du habilitieren
willst.

Beziehungen ergeben sich meist von selbst, wenn die Publikationsliste stimmt.

Wenn Du keinen Prof findest, der das unterstützt hast Du keine
Chance!

Seh das doch nicht gleich so pessimistisch.
In der ersten Reihe ist immer ein Platz frei :wink: , irgendwer findet sich immer (besonders wenn man meinen Rat beherzigt und eigenes Geld mitbringt)

Dann zu Fraunhofer, Max Plank und Co.
Da kriegst Du fast nur befristete Stellen.

das ist an den Unis nicht anders. Feste Stellen sind so etwas wie sechs Richtige im Lotto.

aber Büro auf keinen Fall.

@Chris: Als forschende Mathematkerin??? Wenn ich das richtig lese, dann bist Du gerade im Begriff einen großen Fehler in Deiner Studien-/Berufswahl zu machen. Mit Deinen mathematischen Neigungen solltest Du Dir auch Geophysik (sei es als Haupt- oder Nebenfach) oder ein ähnliches experimentelles Fach genauer anschauen. Als Theoretikerin wirst Du sonst so gut wie immer im Büro sitzen.

Ciao R.

Hi Krizzy,

Ich hab von ganz anderen Sachen gehört. Schonmal in Karlsruhe
gewesen? München? Hamburg?

Die Frage gebe ich zurück: Schon mal in München gewesen? Nicht alle, aber doch so einige Professoren sind vorbildlich engagiert - aber sie erwarten das auch von den Studenten. Wer glaubt, die Super-Angebote auf dem Silbertablett präsentiert zu bekommen, ohne was dafür tun zu müssen, ist im Irrtum.

Aber um auch was Konstruktives beizutragen: An der LMU gibt es einen „Förderverein Mathematik“ mit einer zwar noch nicht so tollen Homepage (habe zu wenig Zeit dafür :wink:, aber immerhin einer Vereinszeitschrift, in der jedes Mal auch Mathematiker-Karrieren beschrieben werden - typische und gar nicht so typische. Außerdem haben wir die „Mathematik am Samstag“, den „Tag der Mathematik“, eine Praktikums- und Jobbörse und demnächste eine Seminarreihe für Mathematiker in der Praxis im Angebot.

Geh mal auf http://www.mathe-lmu.de, dann auf „Zeitschrift“ und „Download-Archiv“. Vielleicht findest du die eine oder andere Anregung.

Versicherungsmathe ist übrigens nicht ohne, genauso wie Finanzmathe. Da gibt es noch eine ganze Menge zu forschen, und z.B. multivariate nichtlineare Zeitreihenmodelle, mit denen ich mich gerade herumschlage, sind schon theoretisch schwierig. Die richtig große Herausforderung ist es, solche Verfahren für die Praxis nutzbar zu machen. Das schließt eigene Forschung nicht aus, im Gegenteil.

Viele Grüße
Katharina

Berufsaussichten Forscher/in
Hallo Chrissi,

ich misch mich mal ein und erzähl ein paar Kleinigkeiten aus dem
Mittel- und Oberbau von Instituten (also ab Doktoranden aufwärts…)

Ich kann mich des Eindrucks nicht richtig erwehren, daß Dir die Lebensverhältnisse in diesen höheren Regionen kaum geläufig sind, pardon. Der Tag der FA und die anderen Veranstaltungen sind in meinen Augen nur die schöne Spitze des Eisbergs…

„Was willst Du später mal machen?“ - Du denkst darüber nach, in die Forschung zu gehen.

Jedenfalls kannst Du davon ausgehen, Diplom und auch Doktor verhältnismäßig schmerzfrei nach Deinem Gusto machen zu können.

Beim Doktorbauen gibt es aber möglicherweise schon erste kleine Probleme, die mit Institutsintrigen und anderen äußeren Umständen (wie im richtigen Leben halt) zusammenhängen können. Das führt aber in aller Regel „nur“ zu einer schlechteren Benotung als gerechtfertigt wäre… (is’ scheiße so, wenn einer kein summa cum laude kriegt, nur weil ein Gutachter Analytiker ist und keine Algebra mag [ja, das gibts!!] )

Die Luft nach der Promotion (Post-Doc) aber wird verdammt dünn. Gerade weil die Mathe-Institute so klein sind und die Forschungsthemen so vielfältig sind, ist es ein Glücksspiel, auch nur eine 12-Monate-Stelle (oder sogar nur Stipendium) auf dem eigenen Forschungsgebiet zu finden. (Flexibel einarbeiten is’ nich’, kein promovierter Algebraiker kommt auf eine Geometrie-Stelle oder so - eher hätte ich als Quark-Physiker eine Chance, bei den Supraleitern einzusteigen)

Zur Büroarbeit: klar, daß Du eigentlich so Sekretatiatszeugs gemeint hast, was Du als Mathematikerin nicht willst…schon in Ordnung
Laß mich anmerken, daß zumindestens in D die Profs ganz schön mit Administration zugetextet werden: Anträge schreiben (wie sonst werden Forschungsgelder eingeworben?!?), Gremiensitzungen, Prüfungen abnehmen,… da kommt einiges zusammen. Wenn der Prof forschen will, muß er das zuhause tun, im Institut wird er ständig gestört.
Assis, die solche Arbeiten machen könnten, gibt es ja kaum noch, die Stellen werden alle weggespart.

In den USA ist diese administrative Belastung geringer: dort gibt es professionelle Sekretäre, die auch Ahnung von der Materie haben und Anträge schreiben. Der Prof forscht wirklich.

Es ist in Deutschland grotesk, daß die (vermeintlich) Besten eines Faches in langwierigen Berufungsverfahren ausgesucht werden, um dann als Antragschreiber und Prüfer zu „versauern“ (!). Ein Grund mehr für diejenigen, die in die USA auswandern, dort auch zu bleiben.

Und dabei sind die Universitätsangehörigen noch am besten dran - anderswo muß man viel mehr Bürokram machen. Selbst die tollen Unternehmensberater bei McKinsey und Co. müssen immer wieder Excel-Dateien editieren…

Ja, als Doktor kriegst du vielleicht ne Junior-Professur und
dümpelst dein Leben kang vor dich hin…

*g* Du mußt Dich *echt* mal informieren, was es mit der Junior-Professur auf sich hat. Die JP ist per definitionem auf sechs Jahre befristet (mit Rausschmißoption nach drei Jahren). Weitere Einzelheiten sind hier nicht relevant -

wichtig ist aber: Niemand im wissenschaftlichen Bereich dümpelt sein Leben lang an der Uni herum.

Das tun Hausmeister und Sekretärinnen, aber nicht Wissenschaftler. Von denen geht irgendwann jeder, aber nicht in Rente…
Frag mal die Professoren, wieviele unbefristete Stellen - also jene berühmten „Lebensarbeitszeitstellen“ - unterhalb der Professur es am Mathe-Institut Deiner Uni gibt. Ich wette, Du kommst nicht über fünf
(und da greif ich extra zu hoch).
Die ganzen alten Assis, die Du vielleicht siehst, sind Überbleibsel aus alten Zeiten (bis ca. Mitte 80er Jahre), wo Dauerstellen noch vergeben wurden. Das ist auch schon 20 Jahre her, deshalb müßte der biologische Faktor langsam greifen und den festen Mittelbau ausfegen…

Der biologische Faktor bei den Profs führt bisher zum Wegfall der Stellen - auf die große Stellenanzeigenschwemme von Professuren warte ich schon 10 Jahre (für mich keine Option mehr, rein aus Neugier).

Gut, daß Du Theater machst. Könnte mal sein, daß Du Dir mit Theaterspielen nebenher Deinen Lebensunterhalt erarbeitest, während Du promovierst… (ich spreche aus eigener Anschauung als Bar- und sonstwas-Pianist :smile: )

Fazit:
Wenn Du als Antwort auf „was willst Du mal machen?“ sagst: Forschung! - dann mache Dir ein Bild von den sozialen Begleitumständen (als Studentin bist Du ja mittendrin, schnacke mal mit den Profs und Assis!) und stelle spätestens ab Vordiplom die Weichen (anspruchsvolle(!) Vorlesungen+Seminare besuchen, Tutorien/Übungen leiten, Uni wechseln (jedenfalls nach dem Diplom), viel Theater spielen etc.) In Italien kannst Du auschecken, ob Du ein Auswanderer-Typ bist und Dir vorstellen kannst, den langen Rest Deines Lebens im Ausland zu verbringen.

Gruß
Stefan

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Ich hab von ganz anderen Sachen gehört. Schonmal in Karlsruhe
gewesen? München? Hamburg?

Die Frage gebe ich zurück: Schon mal in München gewesen?

Ja!

Nicht alle, aber doch so einige Professoren sind vorbildlich
engagiert - aber sie erwarten das auch von den Studenten. Wer
glaubt, die Super-Angebote auf dem Silbertablett präsentiert
zu bekommen, ohne was dafür tun zu müssen, ist im Irrtum.

Aber um auch was Konstruktives beizutragen: An der LMU gibt es
einen „Förderverein Mathematik“ mit einer zwar noch nicht so
tollen Homepage (habe zu wenig Zeit dafür :wink:, aber immerhin
einer Vereinszeitschrift, in der jedes Mal auch
Mathematiker-Karrieren beschrieben werden - typische und gar
nicht so typische. Außerdem haben wir die „Mathematik am
Samstag“, den „Tag der Mathematik“, eine Praktikums- und
Jobbörse und demnächste eine Seminarreihe für Mathematiker in
der Praxis im Angebot.

Geh mal auf http://www.mathe-lmu.de, dann auf „Zeitschrift“
und „Download-Archiv“. Vielleicht findest du die eine oder
andere Anregung.

Versicherungsmathe ist übrigens nicht ohne, genauso wie
Finanzmathe. Da gibt es noch eine ganze Menge zu forschen, und
z.B. multivariate nichtlineare Zeitreihenmodelle, mit denen
ich mich gerade herumschlage, sind schon theoretisch
schwierig. Die richtig große Herausforderung ist es, solche
Verfahren für die Praxis nutzbar zu machen. Das schließt
eigene Forschung nicht aus, im Gegenteil.

Zu dem oben: Meine nur, dass bei uns so ziemlich alle Profs engagiert sind. Sprechzeiten gibts im Prinzip bei den meisten nur inoffiziell und in der mensa anlabern geht sowieso. Oder mit manchen eine rauchen und schnacken. Das ist wirklich um einiges näher. Und da lernt man auch lieber, wenn man auch Fehler der Profs kennt und die einem nicht wie Übermenschen vorkommen…
Zu der VF-Mathe: Macht mein Freund. Und der kriegt das kotzen, wenn er daran denkt, dass er sich da jetzt im HS drauf versteifen muss obwohl er auch viel lieber Algebra machen würde…

Viele Grüße
Katharina

Viele Grüße zurück :smile:

Erstmal danke! Hat mir an einigen Stellen gut geholfen :o)

Allerdings mit dem Theater: Da lohnt sich Kellnern wohl wesentlich mehr. Die Arbeitszeit steht da in keinem Verhältnis zum materiellen Lohn…

Zum zweiten: Bin auf jeden Fall auswanderungswillig. Da bin ich absolut flexibel… Und anspruchsvolle Seminare? Weiß ja nicht, was genau anspruchsvoll ist. Spezialisiere mich auf Algebra und als angewandtes Gebiet hab ich Numerik. Das ist wohl eher selten. Vor allem, weil die meisten Leute, zumindest bei mir auf der Uni, Algebra eher als Buch mit sieben Siegeln sehen…
Und im Grunde halt ichs im Moment so, dass ich mein Diplom bestmöglich mache (weil mein Freund auch mit mir studiert bin ich noch extra-ehrgeizig, hat auch was für sich :smile:) und dann werd ich sehen, ob ich irgendwo genommen werde, n Doktor mache bzw. dafür Angebote habe… ein Schritt nach dem anderen…
Hey, hab mir meine Antwort grad selbst gegeben :o)

Gruß
Christina

Hallo Chrissi,
.
.
.
Gut, daß Du Theater machst. Könnte mal sein, daß Du Dir mit
Theaterspielen nebenher Deinen Lebensunterhalt erarbeitest,
während Du promovierst… (ich spreche aus eigener Anschauung
als Bar- und sonstwas-Pianist :smile: )

Fazit:
Wenn Du als Antwort auf „was willst Du mal machen?“ sagst:
Forschung! - dann mache Dir ein Bild von den sozialen
Begleitumständen (als Studentin bist Du ja mittendrin,
schnacke mal mit den Profs und Assis!) und stelle spätestens
ab Vordiplom die Weichen (anspruchsvolle(!)
Vorlesungen+Seminare besuchen, Tutorien/Übungen leiten, Uni
wechseln (jedenfalls nach dem Diplom), viel Theater spielen
etc.) In Italien kannst Du auschecken, ob Du ein
Auswanderer-Typ bist und Dir vorstellen kannst, den langen
Rest Deines Lebens im Ausland zu verbringen.

Gruß
Stefan

Danke auch für den Rest. Aber darauf möcht ich kurz antworten :smile:

aber Büro auf keinen Fall.

@Chris: Als forschende Mathematkerin??? Wenn ich das
richtig lese, dann bist Du gerade im Begriff einen großen
Fehler in Deiner Studien-/Berufswahl zu machen. Mit Deinen
mathematischen Neigungen solltest Du Dir auch Geophysik (sei
es als Haupt- oder Nebenfach) oder ein ähnliches
experimentelles Fach genauer anschauen. Als Theoretikerin
wirst Du sonst so gut wie immer im Büro sitzen.

So war das ja nicht gemeint. Stefan (etwas weiter unten) hats richtig erkannt: will nich sowas werden wie bessere Tippse. Etwas haben, was mich herausfordert. Nicht irgendwas, wo ich das mathematische Problem zum Feierabend liebend gerne im Büro lasse sondern mir evtl. noch n paar Gedanken zu Hause mache, weils einfach interessant ist. Finde nichts schlimmer als Routine.

Gruß
Christina

Hi Krizzy,

Die Frage gebe ich zurück: Schon mal in München gewesen?

Ja!

Na, offenbar nicht lange genug :wink:
Im Ernst: Die LMU siebt gnadenlos, v.a. im Grundstudium. Ist aber als Prof auch schwer, großes Engagement zu zeigen, wenn überforderte Studenten Papierflieger schmeißen, weil sie das Mathe-Studium total unterschätzt haben. Am Anfang des Semesters sitzen da halt in Numerik 300 Leute, am Ende nur noch 50…

Ich habe Vorlesungen erlebt (VM!), wo wir zu dritt waren - sehr gemütlich :smile: In einer Vorlesung (Matrixtheorie) war ich sogar mit meinem Prof alleine; da sind wir dann immer Kaffee trinken gegangen, und er hat mir alles kopiert. Allerdings musste ich dann auch immer da sein, sonst hat er mich gleich daheim angerufen.

Zu dem oben: Meine nur, dass bei uns so ziemlich alle Profs
engagiert sind. Sprechzeiten gibts im Prinzip bei den meisten
nur inoffiziell und in der mensa anlabern geht sowieso. Oder
mit manchen eine rauchen und schnacken.

Auch das gibt’s in München. Klar kannst du sowas von einem Otto Forster eher weniger erwarten, aber gerade unsere „Neuen“ sind genauso aufgeschlossen. Aber, wie gesagt, eher nach dem Vordiplom. Bin nach wie vor der Meinung: wie man in den Wald hineinruft… so richtig engagierte Studenten sind heute auch seltener, und vielen kannst du das nicht mal vorwerfen. Der Druck, schnell fertig zu werden und nebenbei noch Praktika zu machen bzw. zu jobben, weil man sich die Wohnung sonst nicht leisten kann, ist schon enorm.

Zu der VF-Mathe: Macht mein Freund. Und der kriegt das kotzen,
wenn er daran denkt, dass er sich da jetzt im HS drauf
versteifen muss obwohl er auch viel lieber Algebra machen
würde…

Das ist nun wirklich Geschmackssache. Ich habe meine DA in VM gemacht und hatte ein super-Thema zu einem weitgehend unerforschten Gebiet. Meiner Erfahrung nach sind die meisten Gebiete, gerade in Mathe, interessant, wenn man sich nur genügend damit beschäftigt.

Viele Grüße
Katharina

Na, offenbar nicht lange genug :wink:
Im Ernst: Die LMU siebt gnadenlos, v.a. im Grundstudium. Ist
aber als Prof auch schwer, großes Engagement zu zeigen, wenn
überforderte Studenten Papierflieger schmeißen, weil sie das
Mathe-Studium total unterschätzt haben. Am Anfang des
Semesters sitzen da halt in Numerik 300 Leute, am Ende nur
noch 50…

Das ist ja überall so (vor allem in Numerik :smiley: Bei uns lags aber eher am Prof). Und wer sich da unterschätzt hat, der soll die anderen nicht nerven und es aufgeben. Hat im Job später eh keine Freude, sollte dann lieber umsatteln…

Ich habe Vorlesungen erlebt (VM!), wo wir zu dritt waren -
sehr gemütlich :smile: In einer Vorlesung (Matrixtheorie) war ich
sogar mit meinem Prof alleine; da sind wir dann immer Kaffee
trinken gegangen, und er hat mir alles kopiert. Allerdings
musste ich dann auch immer da sein, sonst hat er mich gleich
daheim angerufen.

Mag nach Streber klingen, aber: traumhaft! :smile: Mit meinem Lieblingsprof (den Algebra-Zyklus bei ihm gehabt) hab ich mich nur mal bei ner Scheinprüfung so richtig unterhalten (irre engagiert für die Studenten, immer busy. Aber man kann immer kommen und ihn was fragen…) und das war richtig toll, quasi Privatunterricht zu bekommen. Da lernt man doch gleich das 10fache…

Auch das gibt’s in München. Klar kannst du sowas von einem
Otto Forster eher weniger erwarten, aber gerade unsere „Neuen“
sind genauso aufgeschlossen. Aber, wie gesagt, eher nach dem
Vordiplom. Bin nach wie vor der Meinung: wie man in den Wald
hineinruft… so richtig engagierte Studenten sind heute auch
seltener, und vielen kannst du das nicht mal vorwerfen. Der
Druck, schnell fertig zu werden und nebenbei noch Praktika zu
machen bzw. zu jobben, weil man sich die Wohnung sonst nicht
leisten kann, ist schon enorm.

Nach dem Vordiplom wirds sicher noch besser. Hab vom Horror-Prof (der oben erwähnte Numeriker) gehört, dass der auch mal nett wird :smiley:
Naja, und engagiert kann man als Student auch nebenbei sein. Wenn mans wirklich gern macht, dann denkt man nicht nur beim denken drüber nach. Treff mich gleich wieder mit n paar Kollegen, weil einer heut Klausur geschrieben hat. Vielleicht hören wir ja wieder Klassik und philosophieren, bevor wir uns abschießen gehn :smiley: das drüber reden ist so extrem wichtig. Man muss ja nicht gleich Theoreme ausarbeiten um engagiert zu sein…

Das ist nun wirklich Geschmackssache. Ich habe meine DA in VM
gemacht und hatte ein super-Thema zu einem weitgehend
unerforschten Gebiet. Meiner Erfahrung nach sind die meisten
Gebiete, gerade in Mathe, interessant, wenn man sich nur
genügend damit beschäftigt.

Naja, wie gesagt: das ist nicht so mein Ding. Meinen Stochastik-Prof kann ich absolut nicht leiden (haben nur 2 Wochen Stochastik gemacht, das restliche Semester vorher Maß- und Integrationstheorie. Ganz toll…). Wie viel daran liegt, ob man mit dem Prof klarkommt… bemerkenswert eigentlich…

Viele Grüße

Christina :wink:

Hi,

So war das ja nicht gemeint. Stefan (etwas weiter unten) hats
richtig erkannt: will nich sowas werden wie bessere Tippse.
Etwas haben, was mich herausfordert. Nicht irgendwas, wo ich
das mathematische Problem zum Feierabend liebend gerne im Büro
lasse sondern mir evtl. noch n paar Gedanken zu Hause mache,
weils einfach interessant ist.

Ach, das ist völlig normal, mach Dir da mal keinen Kopf. Wenn Du in Deinem Job später Theorie machst (machen darfst) musst Du viel Nachdenken. Das kann man nicht an Arbeitszeiten festmachen a la „von 9-17 h wird gedacht“, das Gehirn arbeitet unabhängig von der Stempelkarte. Ich schleppe deshalb inzwischen fast immer ein Notizbuch mit … Was nützt ein Geistesblitz, wenn Du es nicht aufschreiben/ausprobieren kannst?

Ciao R.

Hallo,

Theoreme, Arbeit mit anderen Mathematikern. Weiß auch
nur, was unsere Profs so machen. Und das ist sicher nicht
alles angewandt (wie deine Beispiele. Algorithmen sind
nicht so das Ding, Statistiken machen andere.
Simulationen?? z.b.?)

Also, ich bin ja kein Mathematiker und ich kenne auch
kaum welche in Natura. Da liegt aber IMHO daran, das
diese Spezis in der freien Wildbahn selten anzutreffen ist.
Warum ??? Tja, weil Mathe kein Selbstzweck ist, sondern
eben Mittel zum Zweck. Mathe wird überall gebraucht
z.B.

  • bei Metereologen um Wettermodelle zu machen
  • Im Maschinenbau um alles mögliche zu Simulieren
  • das gleiche in elektrotechnik/Elektronik
  • in Chemie um chem. Prozesse zu rechene und Simulieren
  • In Umweltbereichen -> Ausbreitungsmodelle
  • Fahrzeugind./Motorenentw. -> auch Rechnungen/Simulationen
  • Softwareentwicklung, KI-Forschung
    u.v.m.

Allen diesen Themen ist gemein, daß die Leute nicht nur
Mathe können müssen, sondern auch richtige Spezis auf
Ihrem Fachgebiet (Meterol./Physik/Technik/BWL)sein müssen.

Bleibt für einen reinen Mathematiker nur die Lehre, wo
er Ing.-Studenten,Physikern oder BWL-ern die Mathematik
beibringt. Mit freien Valenzen kannst Du dann noch neben-
bei an irgend welchen theoretischen Matheproblemen forschen.
Aber dafür wirst Du wohl nicht viel Geld bekommen, wenn’s
nicht einen wirklichen Nutzen für irgendwelche Anwender
bringt (-> wieder das Problem des fachübergreifenden
KnowHows, daß ja nicht von Ganz alleine und nur aus der
Mathematik kommt).

Nee, mir gehts um die Mathematik!! (Was machst du denn?)

Was ich mache? -> steht in mener ViKa.
Ich entwickle Meßgeräte.

Physik ist mein Nebenfach, aber ich bin kein Anwender. Mach
auch nur Physik, weil das mit der Mathe so wunderbar einfach
ist. Aber ich bin kein Chemiker oder Physiker, dafür mag ich
die Mathematik zu sehr.

Das hört sich an wie Mathe als Selbstzweck! Dafür wird
vermutlich niemand Geld ausgeben. Dann suche Dir am
besten einen gut situierten Mann zu Deinem Hobby.

Mir gehts auch gar nicht so großartig darum, dass ich
irgendwas Großes mache, ich will nur die Herausforedrung!
Ohne Herausforderung komm ich absolut nicht weiter.
Doof, aber ist so…

Das ist ja o.K. Bloß wie stellst Du Dir die Herausforderung
vor, ohne daß es praktischen Nutzen haben soll (Physik,
Chemie, Technik,BWL usw.).

Gruß Uwi

Hallo Christina

Einereits schreibst du :

Ich weiß schon, dass ich wohl in Richtung Habilitation gehen
werde

andererseits

Was kommt da noch in Frage? Her mit dem breitgefächerten
Angebot an Jobmöglichkeiten

Ich bin kein Mathematiker.
Aber das mit der Forschung solltest du dir genau überlegen.
Bis zur Promaionist das alles recht ok.
Dann kommt der schwierigste Teil:
Als Festanstellung in der Forschung gibts z.Z. in D nur die Professur.
Um die zu erreichen gilt die Faustregel, dass man sich nach der Promotion ca. 10 Jahre von Zeitvertrag zu Zeitvertrag hangelt. Und bild dir nicht ein, dass jeder Zeitvertrag am selben Ort ist. Musst schon weltweit mobil sein. Ein Jahr in Berlin, ein halbes in München, eins in USA usw… Und publizieren was das Zeug hält.
Ergo Arbeitspensum: Bwegeistert von dem Thema zu sein reicht nicht. Du musst besessen sein und Privatleben hintenan stellen.
Familenleben sowieso.

Ich hatte auch mal das Ziel Forschung und habe auch promoviert und als Jungforscher gearbeitet, daher weiss ich wovon ich rede.
Wenn ich literarisch begabt wäre, würde ich ein Buch darüber schreiben.
Zum Glück habe ich aber rechtzeitig noch die Kurve gekriegt.
Denn in Zeiten knapper Kassen macht das Mobbing auch vor dem Elfenbeinturm nicht halt.
Befreie dich von der Vorstellung, dass an den Instituten eitel Sonnenschein mit ach so tollem Teamwork herrscht.
Eher Hauen, Stechen und Knochenbrechen mit einer Prise Neid und
Missgunst.
Dafür gibts dann noch eine besch… Bezahlung.

Viele Grüße

Ratz

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

Also, ich bin ja kein Mathematiker und ich kenne auch
kaum welche in Natura. Da liegt aber IMHO daran, das
diese Spezis in der freien Wildbahn selten anzutreffen ist.
Warum ??? Tja, weil Mathe kein Selbstzweck ist, sondern
eben Mittel zum Zweck. Mathe wird überall gebraucht
z.B.

  • bei Metereologen um Wettermodelle zu machen
  • Im Maschinenbau um alles mögliche zu Simulieren
  • das gleiche in elektrotechnik/Elektronik
  • in Chemie um chem. Prozesse zu rechene und Simulieren
  • In Umweltbereichen -> Ausbreitungsmodelle
  • Fahrzeugind./Motorenentw. -> auch Rechnungen/Simulationen
  • Softwareentwicklung, KI-Forschung
    u.v.m.

Vorsicht, Mathe ist nicht nur Mittel zum Zweck. Ohne die weitere Forschung an der Mathematik würde es auf diesem Bereich keinen Fortschritt geben. Klar, wird Mathe überall gebraucht. Aber auch fortschrittliche Mathe wird gebraucht um auch in anderen Bereichen vorwärtszukommen.

Allen diesen Themen ist gemein, daß die Leute nicht nur
Mathe können müssen, sondern auch richtige Spezis auf
Ihrem Fachgebiet (Meterol./Physik/Technik/BWL)sein müssen.

Bleibt für einen reinen Mathematiker nur die Lehre, wo
er Ing.-Studenten,Physikern oder BWL-ern die Mathematik
beibringt. Mit freien Valenzen kannst Du dann noch neben-
bei an irgend welchen theoretischen Matheproblemen forschen.
Aber dafür wirst Du wohl nicht viel Geld bekommen, wenn’s
nicht einen wirklichen Nutzen für irgendwelche Anwender
bringt (-> wieder das Problem des fachübergreifenden
KnowHows, daß ja nicht von Ganz alleine und nur aus der
Mathematik kommt).

Klar müssen sie Spezies auf ihrem Gebiet sein. Aber dafür studieren sie die anderen Sachen ja auch als Hauptfach. Die müssen nur minimal Mathe-Scheine machen. Aber wie gesagt: siehe oben.

Was ich mache? -> steht in mener ViKa.
Ich entwickle Meßgeräte.

Alles klar.

Das hört sich an wie Mathe als Selbstzweck! Dafür wird
vermutlich niemand Geld ausgeben. Dann suche Dir am
besten einen gut situierten Mann zu Deinem Hobby.

Da muss ich lachen. Ich hab oben bereits diesen Irrtum aufgeklärt. Das glaub mal, dass ich die letzte bin, die sich n reichen Macker suchen muss. Und im übrigen: Mein Freund studiert mit mir zusammen und hat in diesen Dingen auch die gleiche Meinung.

Das ist ja o.K. Bloß wie stellst Du Dir die Herausforderung
vor, ohne daß es praktischen Nutzen haben soll (Physik,
Chemie, Technik,BWL usw.).

Hast du überlesen, dass Physik mein Nebenfach ist? Und wenn ich zur esoc gehen sollte, irgendwann mal vielleicht, oder anderweitig was in Richtung Astrophysik mache, dann ist Physik da auch mit eingebunden. Aber man muss nicht als Hauptfach Physik machen. Auch Mathematiker werden gebraucht. Wie du sagtest: Du bist keiner. Du weißt nicht, was wir für ne Art zu denken lernen. Da können wir auch in die Unternehmensberatung.
Das denken ist das Ding, nicht die pure Mathematik. Und ich will halt nur keine bessere Sekretärin werden…

Christina