Berufsbezeichnungen

Hallo allerseits,

ausgehend von einer Diskussion im Gender Studies Brett, kam bei mir folgende Frage auf (wenn schon oft dagewesen reicht auch ein Verweis auf archivierte Artikel)

Es geht um folgendes:
Ich dachte immer, dass Berufsbezeichnungen wie Bäcker, Lehrer, Physiker etc. geschlechtsneutral verwendet werden können. So sage ich je nach Lust und Laune „Ich bin Student“ oder „Ich bin Studentin“, ohne dass ich eine Wertung hineinbringen will wie „Ich möchte mich wie ein männlicher Student“ benehmen oder „Ich bin eine Emanze“. Da habe ich bisher noch nie weiter drüber nachgedacht.

Weitere Beispiele:
Sie arbeitet als Physiker.
Sie macht eine Ausbildung zum Bäcker.

sind für mich ebenso geschlechts- und wertneutral.

Liege ich damit richtig? Sollte ich irgendwann sagen: Ich arbeite als Physikerin? Kann man das machen, wie man will?

Gruß
Kati

Hallo Kati,

Ganz lustig wird es jetz, zumindest hier in CH, bei Bauer und Bäuerin, weil das zwei unterschiedliche Berufe sind.

MfG Peter(TOO)

Hallo, Kati,

Ich dachte immer, dass Berufsbezeichnungen wie Bäcker, Lehrer,
Physiker etc. geschlechtsneutral verwendet werden können.

Sie arbeitet als Physiker.
Sie macht eine Ausbildung zum Bäcker.
sind für mich ebenso geschlechts- und wertneutral.

Liege ich damit richtig?

das ist eine häufig und kontrovers diskutierte Frage, auf welche es die Antwort wohl nicht gibt.
Informationen über Hintergründe und Argumente findest Du z. B. auf

http://de.wikipedia.org/wiki/Generisches_Maskulinum

http://www.psychologie.uni-heidelberg.de/personen/fr…

http://www.duden.de/deutsche_sprache/newsletter/arch…

Kann man das machen, wie man will?

Es spricht m. E. nichts dagegen.

Gruß
Kreszenz

Hallo Peter
Ich kann mir Kati sowohl als Student als auch als Bauer gut vorstellen.
Gruß,
Branden

Lustig ist das Ganze schon, denn 1 Beruf und 4 Bezeichnungen treiben die Sache schon auf die Spitze:

Rechtsanwaltsgehile
Rechtsanwältingehilfe
Rechtsanwaltsgehilfin
Rechtsanwältingehilfin

Ok, sollte ein Scherz sein!


Detlev

Hallo zusammen!

Es wird wohl eines Tages dazu kommen, wenn sich der „Sprachgebrauch“ der heutigen Jugend durchsetzt, die sich ja auch heute schon geschlechtsneutral als „Alder“ und „Digger“ bezeichnet. Warum man aber aus dieser Not eine Tugend machen sollte, ist mir schleierhaft. Der Mann, der den Teig in den Ofen schiebt, ist ein Bäcker und die Frau, die das große Auto fährt, eine Busfahrerin. Warum sollte es anders sein? Wer mich Rechtsanwältin nennt, hat jedenfalls eine Klage am Hals. Seien wir doch froh, dass Sprache so schön exakt sein kann!

Als ich noch Raucher(in) war, habe ich mich immer daran gestört, dass diese Zigaretten-Ausgabe-Automaten, wenn sie nichrt funktionieren wollten, einen an „die Kassiererin“ verwiesen hatten. Saß mal ein Mann an der KAsse, musste man ihn immer erst bitten, eine Kollegin herbei zu rufen.

Liege ich damit richtig? Sollte ich irgendwann sagen: Ich
arbeite als Physikerin? Kann man das machen, wie man will?

Ich denke, dass die Berufsbezeichnungen schon gemäß dem Geschlecht der Einzelperson angepasst werden (sollten).
Im Gender-Studies-Brett ging es eher um die Frage, ob man von der deutschen Bäcker-Innung, der BäckerInnen-Innung oder der Innung der Bäckerinnen und Bäcker spricht. Wenn es um Gruppen geht, kann man sich mit der Geschlechtsanpassung meiner Meinung nach ruhig etwas zurückhalten.

Leicht bescheuert …
… wird es, wenn Leute, die von einem Text ablesen, in dem ein „Binnen-I“ vorkommt („LeserInnen“), dieses Unwort so lesen, wie es das steht, vielleicht mit einem leichten Verkrampfen der Stimme beim Binnen-I, damit jeder Hörer auch merkt, dass das politisch korrekt formuliert wurde. Hier sollte in der akustischen, d.h. gesprochen Version wieder „Leserinnen und Leser“ gesagt werden.

Ansonsten: Es gibt viele Berufs- bzw. Tätigkeitsbezeichnungen, wo die weibliche Form gut funktioniert. Es gibt darüber hinaus welche, wo es etwas gewöhnungsbedürftig klingt (vielleicht, weil es diese Beruf für Frauen und damit die Bezeichnung noch nicht lange gibt). Und es gibt sprachliche Verhunzungen, wo nur Alice Schwarzer mit der Rute gedroht haben kann …

Gruß, Dietmar

Danke!
Die Links waren nuetzlich.

Hallo,

Es wird wohl eines Tages dazu kommen, wenn sich der
„Sprachgebrauch“ der heutigen Jugend durchsetzt, die sich ja
auch heute schon geschlechtsneutral als „Alder“

Die benutzen „Alde“ genauso, habe ich zumindest den Eindruck.

und „Digger“

Habe ich noch nie gehoert. Und dabei dachte ich, dass ich so alt noch nicht bin.

bezeichnet. Warum man aber aus dieser Not eine Tugend machen
sollte, ist mir schleierhaft. Der Mann, der den Teig in den
Ofen schiebt, ist ein Bäcker und die Frau, die das große Auto
fährt, eine Busfahrerin. Warum sollte es anders sein? Wer mich
Rechtsanwältin nennt, hat jedenfalls eine Klage am Hals. Seien
wir doch froh, dass Sprache so schön exakt sein kann!

Eben darum ging es mir auch: Das meine Busfahrerin eine Busfahrerin ist, dass dachte ich mir. :wink: Aber es geht eher darum: Uebt sie den Beruf i) der Busfahrerin oder ii) des Busfahrers aus? Ich versuche konkreter zu werden: Version i) klingt fuer mich als waere es ein anderes Berufsbild (Busfahrer fahren gro"se Busse im Winter, Busfahrerinnen VW- Busse im Herbst). Version ii) dagegen klingt doof wenn man sagt „Die Busfahrerin uebt den Beruf des Busfahrers aus.“
Darum ging es mir.

Als ich noch Raucher(in) war, habe ich mich immer daran
gestört, dass diese Zigaretten-Ausgabe-Automaten, wenn sie
nichrt funktionieren wollten, einen an „die Kassiererin“
verwiesen hatten. Saß mal ein Mann an der KAsse, musste man
ihn immer erst bitten, eine Kollegin herbei zu rufen.

:wink:

Ich hoffe, dass ich ober klar gemacht habe, worauf ich hinaus wollte.

Kati