Berufschancen eines Übersetzers?

Hallo!

Wie sehen die Berufschancen eines Übersetzers aus? In einem Test wurde mir empfohlen Übersetzer zu werden und es würde mir auch Spaß machen, aber ich habe gehört, dass Fremdsprachenkenntnisse zwar gut seien, der Beruf des Übersetzers allein aber keine guten Chancen biete.

MfG, Car

Hallo Car,

die besten Aussichten als Übersetzer hat man, wenn man
gleichzeitig noch irgendwelche Fachkenntnisse hat. Denn die
meisten Texte, die übersetzt werden müssen und wo eine
Übersetzung auch bezahlbar ist, sind Fachtexte, z.B. Handbücher,
Gebrauchsanweisungen, Patente, …
Überlege dir, was dich am meisten interessieren würde - niemand
übersetzt auf die Dauer gern und gut etwas, was ihn überhaupt
nicht interessiert, wenn es auch noch so aussichtsreich zu sein
scheint. Dann idealerweise gleich zwei Ausbildungen machen oder
in dem gewählten Bereich eine Zeitlang (oder auch nur in den
Ferien) jobben. Man lernt in der Übersetzerausbildung zwar auch
Fachterminologie, es ist aber viel besser, wenn man die
Zusammenhänge aus dem „echten Leben“ kennt.

Vielleicht hilft dir das ein bisschen weiter,
Klio.

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Hallo Car!

Deine Frage lässt sich nicht einfach so beantworten, da der Übersetzerberuf nicht unbedingt dem entspricht, was sich die Leute so darunter vorstellen. Die meisten Menschen stellen sich nämlich vor, dass man als Übersetzer gemütlich zu Hause vor dem PC sitzt und ein spannendes Buch übersetzt, das dann ein Bestseller wird…
Die Realität sieht aber anders aus. Die meisten Übersetzer (sicher 99 Prozent) übersetzen vorwiegend technische Texte aus den verschiedensten Bereichen. Das kann auch spannend sein, meistens ist es aber auch stressig.

Deshalb zuerst folgende Gegenfragen:

Was verstehst du genau unter Berufschancen?
Hast du dich schon über die verschiedenen Ausbildungen im In- und Ausland erkundigt?
Welche Sprachkombinationen hast du?
Wer hat dir empfohlen, Übersetzer (oder Dolmetscher?) zu werden, und was war das genau für ein Test?
Hat man dir auch gesagt, was ein Übersetzer genau macht?

Gruss
Renato

Hallo Renato!

Deine Frage lässt sich nicht einfach so beantworten, da der
Übersetzerberuf nicht unbedingt dem entspricht, was sich die
Leute so darunter vorstellen. Die meisten Menschen stellen
sich nämlich vor, dass man als Übersetzer gemütlich zu Hause
vor dem PC sitzt und ein spannendes Buch übersetzt, das dann
ein Bestseller wird…
Die Realität sieht aber anders aus. Die meisten Übersetzer
(sicher 99 Prozent) übersetzen vorwiegend technische Texte aus
den verschiedensten Bereichen. Das kann auch spannend sein,
meistens ist es aber auch stressig.

Das war mir auch schon bekannt, hätte ich aber auch überhaupt kein Problem mit. Gestern habe ich für die Schule schonmal einen Text vom Deutschen ins Englische übersetzt, es hat mir sogar Spaß gemacht, obwohl der Text nicht einfach war.

Was verstehst du genau unter Berufschancen?

Wie leicht man mit einer entsprechenden Ausbildung/Studium später einen Beruf als Übersetzer finden kann.

Hast du dich schon über die verschiedenen Ausbildungen im In-
und Ausland erkundigt?

Ja, über ein Studium „Übersetzung und Dolmetschen“.

Welche Sprachkombinationen hast du?

Ich würde gerne etwas mit Spanisch machen, da ich aber gehört habe, dass man mit „exotischen“ Sprachen bessere Aussichten hat, könnte ich mir auch sowas vorstellen. Englisch habe ich zwar als Leistungskurs, dürfte aber zu überlaufen sein.

Wer hat dir empfohlen, Übersetzer (oder Dolmetscher?) zu
werden, und was war das genau für ein Test?
Hat man dir auch gesagt, was ein Übersetzer genau macht?

Ich habe am geva-Test teilgenommen, wurde bei uns an der Schule angeboten. Es ist ein Berufseignungs- und -neigungstest.
Über den Beruf des Übersetzers habe ich mich informiert. Mir wurde zwar Übersetzer/Dolmetscher vorgeschlagen, Letzeres kommk aber eher nicht in Frage.

MfG, Car

Hallo Klio!

die besten Aussichten als Übersetzer hat man, wenn man
gleichzeitig noch irgendwelche Fachkenntnisse hat. Denn die
meisten Texte, die übersetzt werden müssen und wo eine
Übersetzung auch bezahlbar ist, sind Fachtexte, z.B.
Handbücher,
Gebrauchsanweisungen, Patente, …
Überlege dir, was dich am meisten interessieren würde -
niemand
übersetzt auf die Dauer gern und gut etwas, was ihn überhaupt
nicht interessiert, wenn es auch noch so aussichtsreich zu
sein
scheint. Dann idealerweise gleich zwei Ausbildungen machen
oder
in dem gewählten Bereich eine Zeitlang (oder auch nur in den
Ferien) jobben. Man lernt in der Übersetzerausbildung zwar
auch
Fachterminologie, es ist aber viel besser, wenn man die
Zusammenhänge aus dem „echten Leben“ kennt.

Danke (auch an Renato, falls er das liest).
Als Fachrichtung könnte ich mir Sport, Politik/Geschichte oder aber auch den Computerbereich vorstellen.

MfG, Car

Rehi, künftiger Berufskollege :smile:

Wie ich sehe, weisst du ja schon einiges…

Nun, das mit den Berufschancen ist wohl so wie in jedem anderen Beruf auch, gewiss braucht man auch Glück und Stehvermögen. Bestimmt hängt es aber auch davon ab, wie flexibel und mobil du bist und sein willst. Ich kenne die konkrete Lage in Deutschland nicht, aber ich denke, dass sie in vielerlei Hinsicht mit derjenigen in der Schweiz verglichen werden kann.

Auf jeden Fall würde ich dir empfehlen, eine Uni oder eine Übersetzerschule zu suchen, bei der ein Auslandaufenthalt zum Studium gehört. Ein Praktikum nach dem Studium (z.B. in einer Firma, Verwaltung oder internationalen Organisation) erhöht die Berufschancen und bietet eine ausgezeichnete Gelegenheit, die Praxis kennen zu lernen und Kontakte zu knüpfen.

Die meisten meiner Berufskollegen (ich auch) haben so angefangen und sich mit der Zeit selbstständig gemacht. Als Freelancer findet sich immer wieder Arbeit, mal besser, mal schlechter bezahlt… Ideal ist es natürlich, eine feste Anstellung zu haben und nebenbei privat zu übersetzen.

Im Berufsalltag ist es übrigens so, dass die (meisten) Übersetzer in die Muttersprache und nicht in eine Fremdsprache übersetzen. An bekannten Übersetzerschulen gehört es daher auch nicht zur Ausbildung, sich eine (exotische) Fremdsprache anzueignen, die muss man schon können. Während der Ausbildung wirst du in verschiedene Bereiche eingeführt (Jura, Wirtschaft, Medizin, IT usw.), ganz nach dem Motto: Man kann nur das übersetzen, was man kennt!

Viel Erfolg!
Gruss
Renato

Hallo Car,

ich habe vor gut 6 Jahren meinen Abschluss als Übersetzerin und Dolmetscherin gemacht. (Sprachkombination Englisch/Spanisch).

Von den Leuten, die mit mir studiert haben, und zu denen ich noch Kontakt habe, arbeitet heute niemand mehr als Übersetzer (oder hat nie als Übersetzer gearbeitet). Der Job ist verdammt hart und seeeeehr schlecht bezahlt.

Ich bin trotzdem froh, dass ich das Studium durchgezogen habe… Sprachen kann man immer brauchen und als Quereinsteiger in anderen Jobs hat man als Übersetzer keine schlechten Karten. Ich wuerde heute aber - wie Du schon sagtest - eher exotischere Sprachen (zumindest als Zweitsprache) lernen. Deshalb habe ich jetzt auch angefangen, Japanisch zu lernen…

Mein Tipp, wenn Du wirklich als Übersetzer arbeiten willst: suche Dir ein Fachgebiet, das Dich interessiert und spezialisiere Dich darauf. Natürlich sind IT-Fachgebiete wichtig, aber auch Sachen wie Biologie, Biotechnologie etc. sind meiner Meinung nach immer gefragt. (wenn Du nicht nebenbei arbeiten mußt ist ja vielleicht sogar noch ein Grundstudium in einem anderen Fach drin, dann kannst Du das ganz gut verbinden)

Noch eine Sache zu den Berufschancen: Du hast die ‚Wahl‘ zwischen freiberuflichem Übersetzen und festangestelltem Arbeiten. Freiberufler müssen sehr flexibel sein, was die Arbeitszeiten angeht, oft auch am Wochenende arbeiten und gerade am Anfang sehr viel für sehr wenig Geld arbeiten.
Festangestellte (z.B. in einem Übersetzerbüro oder bei einer großen Firma mit eigener Übersetzungsabteilung) haben zwar auch Zeitdruck, aber bis auf kleine Ausnahmen auch geregelte Arbeitszeiten. Leider ist die Abwechslung bei den Texten im festangestellten Verhältnis nicht so doll.

Liebe Grüße
Alexa

Hallo Alexa!

Von den Leuten, die mit mir studiert haben, und zu denen ich
noch Kontakt habe, arbeitet heute niemand mehr als Übersetzer
(oder hat nie als Übersetzer gearbeitet). Der Job ist verdammt
hart und seeeeehr schlecht bezahlt.

Habe ich auch schon von gehört, eine Studienfreundin meiner Mutter arbeitet als Übersetzerin bei einem Verlag.

Ich bin trotzdem froh, dass ich das Studium durchgezogen
habe… Sprachen kann man immer brauchen und als
Quereinsteiger in anderen Jobs hat man als Übersetzer keine
schlechten Karten. Ich wuerde heute aber - wie Du schon
sagtest - eher exotischere Sprachen (zumindest als
Zweitsprache) lernen. Deshalb habe ich jetzt auch angefangen,
Japanisch zu lernen…

Spanisch und Japanisch könnte ich mir durchaus vorstellen…

Mein Tipp, wenn Du wirklich als Übersetzer arbeiten willst:
suche Dir ein Fachgebiet, das Dich interessiert und
spezialisiere Dich darauf. Natürlich sind IT-Fachgebiete
wichtig, aber auch Sachen wie Biologie, Biotechnologie etc.
sind meiner Meinung nach immer gefragt. (wenn Du nicht
nebenbei arbeiten mußt ist ja vielleicht sogar noch ein
Grundstudium in einem anderen Fach drin, dann kannst Du das
ganz gut verbinden)

Der Bereich Biologie liegt mir eher weniger. Wie sieht es denn mit dem Bereich „Recht“ aus?

Danke und MfG, Car

Hallo Renato!

Rehi, künftiger Berufskollege :smile:

Mal abwarten. :smile:

Auf jeden Fall würde ich dir empfehlen, eine Uni oder eine
Übersetzerschule zu suchen, bei der ein Auslandaufenthalt zum
Studium gehört. Ein Praktikum nach dem Studium (z.B. in einer
Firma, Verwaltung oder internationalen Organisation) erhöht
die Berufschancen und bietet eine ausgezeichnete Gelegenheit,
die Praxis kennen zu lernen und Kontakte zu knüpfen.

Bei dem Studiengang, über den ich mich informiert habe, muss man es sogar. Ist wohl auch am besten, um die Sprache zu beherrschen. Meine Mutter erzählte, dass viele ihre Examensprüfung wegen der Übersetzungen aufgeschoben hätten, sie wegen ihres Auslandsaufenthaltes nicht.

Im Berufsalltag ist es übrigens so, dass die (meisten)
Übersetzer in die Muttersprache und nicht in eine Fremdsprache
übersetzen. An bekannten Übersetzerschulen gehört es daher
auch nicht zur Ausbildung, sich eine (exotische) Fremdsprache
anzueignen, die muss man schon können. Während der Ausbildung
wirst du in verschiedene Bereiche eingeführt (Jura,
Wirtschaft, Medizin, IT usw.), ganz nach dem Motto: Man kann
nur das übersetzen, was man kennt!

Ich weiß, nur für die Schule sollte es komischerweise andersherum sein. Da ich vorher nie übersetzt habe, habe ich es eben ausprobiert (wir können uns pro Quartal 2 Hausaufgaben selbst ausdenken…).
Mit dem Sprachenlernen habe ich auch schon angefangen.

Viel Erfolg!

Danke gleichfalls!

MfG, Car

Hallo Car,

noch ein Nachtrag:
Wenn du dich für den Übersetzerberuf interessierst, würde ich dir
wärmstens empfehlen, ab und zu in www.proz.com reinzuschauen.
Wenn du das Forum dort verfolgst und die Jobangebote, bekommst du
jede Menge Informationen darüber, welche Sprachenkombinationen
und Fachgebiete gefragt sind, wie die Preise sind, und vieles mehr.
Klio.