Berufsschulzeugnis und Bewerbung

Hallo!

Ich habe vor 12 Jahren eine Ausbildung zur Bürokauffrau absolviert. Da ich kein Prüfungstyp bin, habe ich, entgegen guter Schulnoten, die Abschlussprüfung versemmelt (4 x ausreichend und 2 x befriedigend - Gesamtnote ausreichend).
Mein Ausbildungsarbeitszeugnis fällt aber sehr gut aus.

Nach meiner Ausbildung habe ich eine Stelle als Bürokauffrau bekommen, wobei ich mich nicht bewerben musste, da dies über eine Bekannte lief.
Ich habe sehr viel Spaß an meiner Arbeit und denke ich mache mich auch ganz gut.

Bezogen auf meine Stelle habe ich mich während der ganzen Zeit an einer Fernschule weitergebildet.
Meine Kurse waren:
Fremdsprachenkorrespondentin Englisch
Raumgestaltung / Innenarchitektur
Rechtswesen
Personalsachbearbeiterin
die ich alle mit guten Leistungen erfolgreich abgeschlossen habe.
Mein Arbeitszeugnis der jetzigen Stelle fällt auch sehr gut aus.

Ende des Jahres werde ich mir aber wegen Geschäftsaufgabe einen neuen Job suchen müssen.
Wegen meinem schlechten Zeugnis habe ich aber jetzt ein extrem niedriges Selbstbewusstsein und glaube, dass ich mich nur auf anspruchslose Stellen bewerben kann und nicht auf die, die mir Spaß machen würden.

Was glaubt ihr, hab ich trotzdem Chancen auf dem Arbeitsmarkt eine gute Stelle zu bekommen?

Vielen Dank und einen Gruß

Savannah

Hallo Savannah,

natürlich werden bei Bewerbungen von den Personalverantwortlichen die Schulzeugnisse angeschaut und bewertet. Wenn aber eine derart lange Berufserfahrung wie bei Dir vorliegt und diese durch ein positives Arbeitszeugnis belegt ist und Du auch noch Zusatzqualifikationen aufweisen kannst, die Du Dir ja offensichtlich berufsbegleitend erarbeitet hast, würde ich mich auf keinen Fall unter Wert verkaufen!

Was einem Arbeitgeber in der Regel wichtig ist, ist gute Arbeit und hohes Engagement. Durch Deine guten Arbeitszeugnisse und Deine Weiterbildungen kannst Du hier auf alle Fälle punkten. Eine Prüfung ist immer situationsabhängig, das heißt, Du kannst noch so gut vorbereitet sein, aber wenn Du einen schlechten Tag hast, kannst Du die Prüfung trotzdem verhauen. Bei der Arbeit aber zeigen sich Deine tatsächlichen Fähigkeiten. Und das wissen Personalchefs normalerweise auch.

Viel Erfolg bei Deinen Bewerbungen!
BumbleBee

Hallo Savannah,

meist ist es so, daß Dein letztes und ev. vorletztes Arbeitszeugnis wichtig ist, frühere Zeugnisse interessieren meist weniger.
Will meinen, Dein schlechtes Prüfungszeugnis wird man höchstwahrscheinlich als Jugendsünde zu den Akten legen, wenn spätere Beurteilungen gut oder sehr gut sind.

Daß Du Dich selbständig weitergebildet hast, spricht weiter für Dich.

Mach Dir also wegen der versemmelten Prüfung keinen Kopf.

Gandalf