- Meines Erachtens war nicht die Wehrpflicht der Grund, dass
die BRD in den letzten 17 Jahren nicht angegriffen wurde,
sondern allerhöchstens die Reguläre.
Die „Reguläre“ was?
Aber du kannst ja mal überlegen, was abschreckender wirkt: Streitkräfte mit 100.000-200.000 Soldaten ohne ausgebildete Reserve oder Streitkräfte mit 250.000 Soldaten und ein paar Millionen ausgebildeten Reservisten. 
Wobei ich davon ausgehe, dass es bei dir wahrscheinlich die wenigen Specialsoldiereliteberufssoldaten sein werden…
- Die Ausbildung in der Grundausbildung ist so gering, dass
es wohl nur zum stramm Stehen, aufgereiht marschieren etc.
reicht. Taktik, Waffenkenntnisse etc. werden m.E. nicht
vermittelt und wenn, dann an Technik die im Fall des Falles
wegen absoluter Veralterung eh unterlegen ist.
Seltsam - kann es sein, dass du eventuell nicht ganz weißt, wovon du sprichst? Die Bundeswehr gehört zu den modernst ausgerüstetsten Streitkräften der Welt. Oder spielst du auf MG3 und G3 an? Nun das MG3 ist seit mehr als einem halben Jahrhundert unangetastet das leistungsfähigste und effektivste MG der Welt und das G3 wurde durch das G36 ersetzt - wobei ich durchaus in diversen Szenarios gerne gegen mein G36 durch ein G3 ersetzen würde…
Und die im Grundwehrdienst vermittelten Waffenkenntnisse sind völlig ausreichend - der Grundwehrdienst soll ja auch nur eine Basis bieten.
Im Fall des Falles nützt die Grundausbildung genausoviel wie wenn man
jedem Bürger eine Waffe nebst Handbuch in die Hand drückt. Die
Ausbildung ist doch keine wirkliche.
Na wenn du das als Wehrexperte sagst, dann wird das wahrscheinlich stimmen.
Entschuldige meinen Sarkasmus, aber Argumente wären hilfreich.
- In der heutigen Zeit wird es m.E. keinen Landeskrieg mehr
geben in welchem 100.000e zu den Waffen gehen. Kriege werden
(siehe Kosovo, Irak, Afghanistan) wohl am Anfang durch die
Luft und strategische Waffen entschieden, aber nicht durch
Massen an Truppen und Panzern und Gewehren nebst Handgranaten.
Insoweit ist eine Ausbildung hierzu Farce.
Seltsam - in allen drei von dir als Beispiel genannten bewaffneten Konflikten ging überhaupt nichts ohne die eingesetzten Bodentruppen. Im Kosovo haben die Serben bis zuletzt weitergemordet, wie du hoffentlich weißt.
- Wenn es doch zu einem Krieg auf deutschem Boden kommen soll
(also mit Panzern von ausländischen Truppen etc.) ist es m.E.
töricht zu glauben, der Feind (wer auch immer) hält sich an
humanes Kriegsrecht und schießt nur auf Soldaten und lässt
Bevölkerung unberührt. Die Erfahrungen aus dem 2. WK zeigen
ein anderes.
Das heutige Humanitäre Völkerrecht ist zum Großteil erst nach dem 2. Weltkrieg international verbindliches Recht geworden, wie du als Jurastudent sicherlich weißt. Die Haager Landkriegsordnung wurde im Zweiten Weltkrieg von allen westlichen Konfliktparteien akzeptiert - wenn es auch teilweise rigorose und dauerhafte Verletzungen in einigen Bereichen gab. Zu glauben, dass sich heute jeder immer an die Vorgaben des HVR hält wäre aber tatsächlich genauso naiv zu glauben, wie der Irrglaube, dass man sicher vor Angriffen wäre, wenn man sich nicht auf sie vorbereitet.
Inwiefern es heutzutage aber Mittel und Wege gibt Kriegsverbrechen aufzuklären und die Täter zu bestrafen muss ich dir wohl nicht sagen.
Und wo wir gerade beim Beispiel 2. Weltkrieg und einem Krieg auf deutschem Boden sind: Die Amerikaner hatten im 2. Weltkrieg kaum Probleme damit die geltenden Konventionen zu befolgen, dass die Russen diese Probleme hatten zeigt zwar, dass es Gegenbeispiele gibt, liefert aber keinen Grund anarchistische Zustände, wie von dir gefordert, einzuführen.
- Gibst du selbst zu, dass Wehrpflichtige „missbraucht“
werden. Wehrpflicht sollte nach deiner Aussage der
Verteidigung dienen. Wenn Wehrpflichtige aber im Inland zur
Unterstützung von Auslandseinsätzen eingesetzt werden, ist
dieser Zweck m.E. ein Zweckentfremdung.
Deine Meinung. Da das Grundgesetz aber vorsieht, dass die deutschen Streitkräfte nur zur Verteidigung aufgestellt werden (diesem Fakt müssen sich auch Bündnisverpflichtungen unterwerfen) sind die Auslandseinsätze selbstverständlich ein Teil der Verteidigung. Man könnte es auch drastischer Ausdrücken: Selbstverständlich können Grundwehrdienstleistende rechtlich gesehen auch in Afghanistan und Co. eingesetzt werden, das BMVg verzichtet aber darauf!
Dies sollte wie der echte Auslandseinsatz denen vorbehalten bleiben, :die es freiwillig machen. Es gibt genug Menschen die für Geld in
fremde Kriege ziehen. Die Aussage: „Deutsche Freiheit wird
auch am Hindukusch verteidigt“ ist eine Aussage ohne Sinn und
Verstand.
Nun, nur weil sich dir der Sinn einer Aussage verschließt, muss sie nicht ohne Sinn sein. Aber solange du regelmäßig und pünktlich deine neuen Handys und Computer(teile) und vieles andere aus Asien bekommst bedarf es natürlich auch keiner Überlegung, wie es wohl wäre, wenn sich regionale Konflikte und Terrorgruppen über ganze Regionen ausbreiten und einen Staat nach dem anderen ins Chaos stürzen.
- Und wenn… dann werfen diese Staaten bestimmt mit
A-Waffen, da braucht es auch keine Wehrpflicht, da braucht es
gar nichts mehr… du glaubst doch nicht wirklich, dass ein
Russe etc. mit Panzern nach Deutschland einrollt. So ein
Blödsinn. Da müssten sich ja Russen, Polen, Franzosen und
Engländer gleichzeitig gegen Deutschland stellen, dass es Sinn
machen würde „uns zu überrollen“. Du solltest weniger
Kriegsfilme gucken, ggf. mehr Auslandspolitik beachten.
Ach so ja richtig, das wird es sein. Weil irgendjemand Atombomben hat (die er noch nie eingesetzt hat, aus Angst vor der wohl gleichlautenden Antwort) motten wir unsere Streitkräfte ein. Sauber argumentiert - der Schluss mit den Kriegsfilmen und der Auslandspolitik rundet den Gesamteindruck gut ab. 
- Wäre es nur konsequent, wenn du nun für Deutschland auch
A-Waffen forderst. Ich frage mich, ob es dann nicht jedem
Staat der Erde zustehen müsste über A-Waffen zu verfügen wie
über Gewehr und Panzer. Nach deiner Aussage sichert nur
Rüstung als Abschreckung. Also müssen tendenziell alle Mächte
der Welt über äquivalente Rüstung verfügen.
Was ständiges Wettrüsten bringt haben wir im letzten Jahrhundert doch gesehen. Probier es doch mal mit einem guten Geschichtsbuch, weniger Polemik und evtl. einem Quentchen weniger „Auslandspolitik“.
Gruß Andreas