Berufsunfähigkeit wg. Depressionen

Hallo!

Neu in der Runde (naja, zumindest was dieses Brett angeht) sage ich erstmal „Hallo“ *in die Runde winkt*

Ich denke, hier finde ich Fachleute für ein Gespräch, dass ich heute mit einem guten Freund hatte. Er fühlt sich von seinem Job überfordert. Der ständige Stress, die Existenzangst machen ihn fertig. Ich mag nicht unvoreingenommen an das Thema ran gehen, aber für mich klingt das nach Depressionen bzw. Burn out.

Wir sprachen darüber, was wohl mal passiert, wenn er wirklich nicht mehr kann. Als Selbständiger (das ist er) ist das glaube ich, nochmal schlimmer, als als Angestellter. Ich kann verstehen, dass ihm das zusätzlich Sorgen macht.

Weiß jemand wie das mit längerer Arbeitsunfähigkeit wegen Depressionen / Burn out geht? Wann ist jemand berufsunfähig deswegen? Als Selbständiger kann man nicht mal ein 1/2 Jahr Auszeit nehmen und dann sehen, ob’s wieder geht. Wird so eine Berufsunfähigkeit dann auf eine bestimmte Zeit befristet?

Mein Freund hat natürlich auch die ‚normalen‘ Ängste in Richtung ‚was ist, wenn mir keiner glaubt‘. Das kenne ich - und leider habe ich nichts zu sagen, was ihm diese Angst ein wenig nehmen könnte. Aber ist das für Männer (und er ist einer, der nur schwer über Gefühle reden kann) noch schwerer? Was kann ich ihm sagen, um ihm Mut zu machen?

Ein wenig ratlose Grüße,
Snoef

zum Aspekt ‚überfordert/Exist.ängste‘
Guten Morgen Swantje,

wahrscheinlich ist es eh klar … ich würde hier ansetzen - und zwar gleich (bevor es soweit kommt, dass Dein Bekannter fix und fertig und sogar berufunfähig ist):

Er fühlt sich von seinem Job überfordert. Der ständige
Stress, die Existenzangst machen ihn fertig.

Hier ein paar Fragen, die möglicherweise draufhelfen (nicht zum hier beantworten natürlich). Dein Bekannter sollte sich diese mal SCHRIFTLICH beantworten.
Wichtig dabei ist: nicht zensieren, nicht zurückhalten, keine zu allgemeinen/großen Antworten - sondern jeweils hinterfragen.

  • Warum fühle ich mich überfordert? In welcher Hinsicht (bei bestimmten Aufgaben, nur für bestimmte Aufträge, nur in einer bestimmten Hinsicht wie z. B. Arbeitszeit/-last oder eben KEINE Aufträge, Finanzen …)?

  • Was heißt für mich „überfordert“?

Hi Swantje,

Wir sprachen darüber, was wohl mal passiert, wenn er wirklich
nicht mehr kann. Als Selbständiger (das ist er) ist das glaube
ich, nochmal schlimmer, als als Angestellter. Ich kann
verstehen, dass ihm das zusätzlich Sorgen macht.

Er kann, er legt nur seine Kräfte im Moment an der falschen Stelle an. Am einfachsten ist natürlich die Lösung „auf Rente“ gehen, dann ist man „alle Sorgen“ los. Nur da spielt wirklich keiner mit. Von daher sind dei Ängste schon berechtigt.

Weiß jemand wie das mit längerer Arbeitsunfähigkeit wegen
Depressionen / Burn out geht?

Erstmal kommt es darauf an, wie er als Selbständiger versichert ist. Private zahlen auf jedenfall die besten therapien für Depressionen/Burn out. Er sollte zuerst mal überhaupt einen Neurologen aufsuchen!!!

Wann ist jemand berufsunfähig

deswegen? Als Selbständiger kann man nicht mal ein 1/2 Jahr
Auszeit nehmen und dann sehen, ob’s wieder geht.

Das geht auch, man will es sich nur nicht zugestehen, daß auch mal etwas ohne einen selbst läuft!

Wird so eine

Berufsunfähigkeit dann auf eine bestimmte Zeit befristet?

Als Selbständiger einen BU beantragen? Im Ansatz falsch würd ich sagen. Bleibt wieder die Frage: Wie und wo ist er versichert, was steht für solche Fälle in den Verträgen? wie wärs denn erstmal die Krankheit anzugehen und kurieren, bevor man an die rente denkt. Wenn er nen Herzinfarkt hätte, würd er ja auch nciht an eine BU denken, oder? Aber er kriegt bald einen wenn er nicht mal Pause macht und sich kuriert!

Mein Freund hat natürlich auch die ‚normalen‘ Ängste in
Richtung ‚was ist, wenn mir keiner glaubt‘.

Glauben werden sie ihm schon, in dieser Situation möchte jeder gerne „flüchten“, nur es wird ihn keiner dabei aktiv unterstützen!!!

Das kenne ich -

und leider habe ich nichts zu sagen, was ihm diese Angst ein
wenig nehmen könnte.

Sorry, typisch Frau, aber seh doch mal ein, daß DU an dieser Stelle nicht mehr helfen kannst, sondern nur noch ein Arzt.

Aber ist das für Männer (und er ist

einer, der nur schwer über Gefühle reden kann) noch schwerer?

solange er nicht anfängt zu saufen, (eigentlich die „normale“ männliche reaktion) bestehen gute Chancen, daß er wieder ganz gesund wird.

Was kann ich ihm sagen, um ihm Mut zu machen?

„Geh mal zum Neurologen“

gruss
winkel

Hallo Gitte,

ich finde das immer so schade, daß jemand einen Therapieansatz mitten aus einem größeren Zusammenhang reißt und als Lösungsansatz präsentiert.

Deine Fragen können beantwortet werden, wenn der Klient einsieht, daß er mit „Arbeit“ und "(Fremd-/Eigen-)Anforderung falsch umgeht.

ist jemand aber soweit, daß er sich am liebsten zur Ruhe (BU) setzen würde, dann ist das ME der falsche Einstieg.

gruss
winkel

Aber Verhaltenstherapie über alles, anstatt den Menschen erstmal da abzuholen wo er ist, wird er einfach geändert.

hä?
Hallo winkel,

keine Ahnung, was Du meinst: Wir beide kennen den Mann nicht, von dem Swantje erzählt. Von daher ist jeder weitere Schluss völlige Spekulation.

Übrigens sind meine Fragen weder ein Therapieansatz, noch irgendein Versuch, eine fremde Person zu ändern.

Sie ist lediglich eine Hilfestellung, dass sich die Person konkreter mit dem auseinander setzt, was sie bewegt und ihr zusetzt - um dann zu sehen, wo sich ansetzen lässt.

Wenn Du das für Dich schlecht findest, okay - Deine Meinung. Ich find’s konstruktiv.

Schönen Gruß
Gitte

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ich finde das immer so schade, daß jemand einen Therapieansatz
mitten aus einem größeren Zusammenhang reißt und als
Lösungsansatz präsentiert.

Hallo, Winkel,
ich finde Deine Kritik etwas harsch. Genau die gleichen Fragen, die Gitte hier vorschlägt, muß ich mir doch vorlegen, wenn ich meine Situation als unbefriedigend und änderungsbedürftig empfinde. Ob da nun ein Seelendoktor eingeschaltet wird oder nicht.

Normalerweise stellt man sich solche Fragen automatisch schon wenn man Schwierigkeiten von weitem auf einen zukommen sieht, statt panische Ausweichversuche zu machen (Das wäre dann der Grund, warum das Huhn über die Straße läuft :smile: Aber manche Menschen sind, wen sie selbst betroffen sind, nicht in der Lage rational zu denken und zu handeln. Was ist verwerflich daran, dann ein Verhalten zu empfehlen, das diese Menschen ohnehin sonst ständig und ohne nachzudenken anwenden?

Wie dieses - nach meiner Ansicht völlig normale - Fragen nach den Ursachen und aufgrund der Antwort dann mögliche Schlußfolgern bei den Adepten der Seelenklempnerei nun auch immer heißen mag und wie sehr sie sich auch deshalb die Köpfe heiß reden - es ist der natürliche Ansatz, nach Ursachen zu forschen, wenn man Folgen vermeiden oder mildern möchte.

Gruß Eckard.

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