Berufsunfähigkeitsversicherung

Hallo,
nehmen wir an Herr X ist erkrankt an einem Hypophysen-Adenom, welches zu sehr drastischem Übergewicht führt. Herr X hatte jetzt vor eine Berufsunfähikeitsversicherung abzuschließen. Die wurde von der Gesellschaft ABC abgelehnt, weil der BMI zu hoch sei… nicht etwa wegen Adenoms, dazu sagte die Gesellschaft, benötige sie ein Gutachten, dass dieses Adenom gutartig sein.
Es ist wirklich NUR wegen des Übergewichtes. Ist das nicht wirklich eine echte (und fiese) Diskriminierung, dann könnte man ja auch andere „gefährdete“ Personen rausnehmen. Obwohl die Gesellschaft X genau weiß, dass das Übergewicht eine klare Folge des Adenoms ist, schrieb man (unverschämterweise) Herrn X unter die Ablehnung, er könne sich ja wieder melden, wenn er einen BMI von … habe!

Hat irgendwer eine Ahnung WO Herr X sich jetzt versichern könnte?

Er fängt erst das Berufsleben an und will sich natürlich entsprechend absichern…

DANKE
Grüße

Guten Tag Marie,
ein Lebensversicherer ist keine Sozialversicherung. Er hat das Recht, seine Kunden aufgrund einer Gesundheitsprüfung auszuwählen.
Das tut er auch und zu diesem Zweck betrachtet er unter anderem das
Verhältnis von Gewicht und Größe des Antragstellers. Das ist schon alles.
Da eine förmliche Ablehnung ausgesprochen wurde, kann jeder andere
BU-Versicherer auf diese Information zugreifen. Die Aussicht, dass
Herr X in absehbarer Zeit anderweitig einen Vertrag bekommt, ist gering bzw. besteht nicht.
Das alles hilft Herrn X nicht weiter. Aber Herrn X wäre auch nicht dadurch geholfen, dass man ihm hier etwas anderes in Aussicht stellt
oder in das Lamento über vermeintliche Diskriminierung einstimmt.
Gruß
Günther

Hallo,
danke für die Info.
Es ist KEINE Lebensversicherung sondern eine Berufsunfähigkeitsversicherung.
Soll das jetzt heißen, dass die Ablehnung dieser Gesellschaft ABC gegenüber Herrn X, wirklich bedeutet, dass er bei KEINER anderen Gesellschaft mehr nachfragen braucht und ALLE anderen Gesellschaften
sich diese Info „irgendwo auf einer schwarzen Liste“ ansehen können?!?

Finde ich SEHR merkwürdig - DATENSCHUTZ???

Also braucht Herr X auch nirgendwo mehr nachfragen, gilt das auch fürs „deutschsprachige“ Ausland…

DANKE DIR

Grüße
Marie

Guten Tag Marie,
Berufsunfähigkeitsversicherung ist ein Teilbereich der Lebenssparte
und eine solche Versicherung wird eben von einem Lebensversicherer angeboten. Wo jemand nachfragt oder nicht, steht nicht in der Verantwortung derjenigen, die hier Ratschläge geben. Ich für meinen Teil habe meine Einschätzung abgegeben - so wie ich es für zutreffend halte. Man kann diese Datei „schwarze Liste“ nennen. Zur Versachlichung trägt das jedoch nicht bei. Die Versicherer selbst sprechen von Wagnisdatei. In Sachen Datenschutz hat es jüngst in dieser Sache eine Verbesserung zugunsten der Verbraucher gegeben.
Jeder kann unter Einsendung einer Ausweiskopie beim GDV in Berlin
Auskunft für sich aus der Wagnisdatei erlangen.
Für das deutschsprachige Auslang bin ich nicht kompetent.
Die Dinge heißen dort gerne völlig anders und sind auch anders gestrickt und funktionieren nach Regeln, dass einem der Kopf saust.
Im Zweifel: Recherchieren.
Gruß
Günther

Hallo,

ich bin zwar kein Arzt, habe mich aber kurz auf verschiedenen Seiten über dieses „hypophysische Adenom“ informiert.

Es besteht ja nicht nur die Gefahr der Gewichtszunahme sondern auch, dass dieses Adenom auf den Sehnerv drückt und so zur Erblindung führt. Also ist die Gefahr einer Berufsunfähigkeit relativ hoch (zumindest im Vergleich zu der nicht erkrankten Bevölkerung). Hier gilt wohl mal wieder der Grundsatz „Ein brennendes Haus kann man nicht versichern“.

Der Versicherung steht grundsätzlich frei, wen sie zu welchen Konditionen versichert (Stichwort Risikozuschlag bzw. -ausschluss). Aber wäre Mister X geholfen wenn alles versichert wäre, ausser die Folge des Adenoms und einer bestehenden Adipositas??

In einem neuen Antrag bei einem anderen Unternehmen müsste angegeben werden, ob bereits ein Antrag abgelehnt wurde. Wenn das mit „JA“ beantwortet wird, schließen sich meist schon viele Türen zu, ohne einen Blick in die Wagnisliste…

Wie es im Ausland aussieht kann ich dir nicht beantworten. Aber viele Versicherer werden es nicht sein, die jemanden mit „ausländischem“ Wohnsitz versichern. Ausserdem weisst du oft nicht, wann jemand in Österreich z.B. als berufsunfähig gilt. Ob da die gleichen Maßstäbe wie bei uns angesetzt werden?!

Hallo,
vielen lieben Dank für Deine Antwort.
Grüße
Marie

Hallo,

ich bin zwar kein Arzt, habe mich aber kurz auf verschiedenen
Seiten über dieses „hypophysische Adenom“ informiert.

Es besteht ja nicht nur die Gefahr der Gewichtszunahme sondern
auch, dass dieses Adenom auf den Sehnerv drückt und so zur
Erblindung führt.

Ja - auch das, außerdem natürlich noch viele andere „Krankheits-Bilder“, hier im Fall z. B. drückt dieses Adenom auf die Hormon-Produktion bei Herrn X.

Also ist die Gefahr einer Berufsunfähigkeit

relativ hoch (zumindest im Vergleich zu der nicht erkrankten
Bevölkerung).

Da hast Du wahrscheinlich recht.
Hier gilt wohl mal wieder der Grundsatz "Ein

brennendes Haus kann man nicht versichern".

Wie immer bei Versicherern…

Der Versicherung steht grundsätzlich frei, wen sie zu welchen
Konditionen versichert (Stichwort Risikozuschlag bzw.
-ausschluss).

Ja, ist wohl so.

Aber wäre Mister X geholfen wenn alles

versichert wäre, ausser die Folge des Adenoms und einer
bestehenden Adipositas??

Nein, DAMIT wäre Mister X natürlich nicht geholfen, obwohl dann zumindest das „Rest-Risiko“ versichert wäre, also vllt. eine Versicherung unter Ausschluß des Adenoms?

In einem neuen Antrag bei einem anderen Unternehmen müsste
angegeben werden, ob bereits ein Antrag abgelehnt wurde. Wenn
das mit „JA“ beantwortet wird, schließen sich meist schon
viele Türen zu, ohne einen Blick in die Wagnisliste…

So wurde es von Frau ABC bei der Gebäudeversicherung erlebt und es war kein Versicherer zu finden, schließlich haben wir eine Gesellschaft gefunden, die aber eine hohe Selbstbeteiligung verlangt und kräftige Versicherungs-Beiträge…

Wie es im Ausland aussieht kann ich dir nicht beantworten.
Aber viele Versicherer werden es nicht sein, die jemanden mit
„ausländischem“ Wohnsitz versichern. Ausserdem weisst du oft
nicht, wann jemand in Österreich z.B. als berufsunfähig gilt.
Ob da die gleichen Maßstäbe wie bei uns angesetzt werden?!

DANKE Dir sehr!
Grüße
Marie

Hallo,

Hier gilt wohl mal wieder der Grundsatz "Ein

brennendes Haus kann man nicht versichern".

Wie immer bei Versicherern…

diese (ironische)Bemerkung finde ich höchst unüberlegt!
Sollen deiner Meinung nach die Versicherer „brennende Häuser“ versichern? Wie lange, glaubst du, würden Versicherungsgesellschaften dann existieren können? 4 Wochen, 2 Monate oder gar ein halbes Jahr?
Viel eher solltest du dir Gedanken machen, Risiken zu einem Zeitpunkt abzusichern, wenn für beide Seiten (Kunde und Gesellschaft) noch nicht klar ist, wie der Hase läuft!

Gruß cooler

Da hast Du wahrscheinlich recht.
Hier gilt wohl mal wieder der Grundsatz "Ein

brennendes Haus kann man nicht versichern".

Wie immer bei Versicherern…

Hallo,
wollte eigentlich nicht mit der Versicherungsdefinition anrücken, scheint mir aber notwendig: „Versicherung ist die Deckung, eines im einzelnen ungewissen, insgesamt schätzbaren Geldbedarfs, auf der Grundlage eines Risikoausgleiches im Kollektiv und in der Zeit“.

Risikofragen haben den Hintergrund, das „im einzelnen ungewissen“ für den Risikoträger abzusichern. Im beschriebenen Fall liegen Vorerkrankungen vor, so dass hier ein absehbar höheres Risiko für den Versicherer vorliegt.

Im Fall von Berufsunfähigkeitsversicherungen geht´s da um richtig Asche. Also wird kein Versicherer dieser Welt das so ohne weiteres annehmen. Führt also entweder zu hohen Risikozuschlägen oder zu Ablehnungen des Versicherungsschutzes.

Das hat dann wenig mit Diskriminierung zu tun sondern ist die Grundlage des Geschäftsmodells „Versicherung“.

Gruß
Andreas

Hallo,
DANKE für Deine Einschätzungen - wenn ich sie auch
nicht ganz teile… man bekommt schließlichauch eine
Autoversicherung wenn man schon Unfälle gehabt hatte.

wollte eigentlich nicht mit der Versicherungsdefinition
anrücken, scheint mir aber notwendig: „Versicherung ist die
Deckung, eines im einzelnen ungewissen, insgesamt schätzbaren
Geldbedarfs, auf der Grundlage eines Risikoausgleiches im
Kollektiv und in der Zeit“.

Nun ja, da müßte man wahrscheinlich -vorgesetzt man weiß dass
man gesund bleibt- selber was auf die hohe Kante legen, falls
dieser Fall eintreten sollte…

Risikofragen haben den Hintergrund, das „im einzelnen
ungewissen“ für den Risikoträger abzusichern. Im beschriebenen
Fall liegen Vorerkrankungen vor, so dass hier ein absehbar
höheres Risiko für den Versicherer vorliegt.

Im Fall von Berufsunfähigkeitsversicherungen geht´s da um
richtig Asche. Also wird kein Versicherer dieser Welt das so
ohne weiteres annehmen. Führt also entweder zu hohen
Risikozuschlägen oder zu Ablehnungen des
Versicherungsschutzes.

Das hat dann wenig mit Diskriminierung zu tun

OH DOCH - es geht hier zwar nicht um mich - aber die „DICKEN“
werden ja immer an den Pranger gestellt; werden denn z. B. auch Raucher, gelegentlicher Alkohol-Konsumenten, Skifahren oder sonstige Risiko-Sportarten auch hinterfragt und führen zu Ablehnungen…

sondern ist die

Grundlage des Geschäftsmodells „Versicherung“.

Ja wenn ich etwas OHNE Risiko versichern will - warum versichere ich es denn dann - kann ich mir die Beiträge ja auch sparen.

Trotzdem ganz lieben Dank an Dich für diese Einschätzung

Grüße
Marie

Hallo,

man bekommt schließlichauch eine
Autoversicherung wenn man schon Unfälle gehabt hatte.

Der Vergleich hinkt… man bekommt lediglich die KFZ Haftpflicht… und die u.U. auch nur zu den gesetzlichen Deckungssummen. Wenn du dein Auto zig mal an die Wand fährst dann sieht es mit einer Vollkasko oder Teilkasko für dich sehr mau aus. Die Versicherer MÜSSEN dich im Haftpflichtbereich nehmen, alles andere ist ein KANN…

Nun ja, da müßte man wahrscheinlich -vorgesetzt man weiß dass
man gesund bleibt- selber was auf die hohe Kante legen, falls
dieser Fall eintreten sollte…

Das bekommen doch die wenigsten wirklich hin. Wie oft habe ich schon Menschen erlebt, die mit 20 angefangen haben zu sparen und mit 60 dann doch nix mehr übrig war?! Da fehlt den meisten einfach die Disziplin…

OH DOCH - es geht hier zwar nicht um mich - aber die „DICKEN“
werden ja immer an den Pranger gestellt; werden denn z. B.
auch Raucher, gelegentlicher Alkohol-Konsumenten, Skifahren
oder sonstige Risiko-Sportarten auch hinterfragt und führen zu
Ablehnungen…

ganz einfache Antwort: JA… auch Raucher sind oft mit höheren Prämien „gestraft“. Es gibt sogar Versicherungen die fragen in den Anträgen nach Radfahrern und Skifahrern. Also hat es doch wenig mit Diskriminierung zu tun!!

Ja wenn ich etwas OHNE Risiko versichern will - warum
versichere ich es denn dann - kann ich mir die Beiträge ja
auch sparen.

Nenn mir ein für dich kalkulierbares Risiko, dass du versichern kannst… Krankheit? Leben? BU? Hausrat? Haftpflicht? Ich meine alle diese Risiken (und die meisten anderen auch) sind für den einzelnen nicht kalkulierbar. Du kannst so gesund leben wie du willst und dich an alle Vorschriften und Empfehlungen dieser Welt halten. Das bringt dir aber nix wenn du mit 50 einen Hirnschlag bekommst und berufsunfähig wirst. Also versicherst du i.d.R. nichts ohne Risiko.

Hallo,
vielen Dank für die Antwort.
Grüße
Marie