Berufswahl

Guten Abend!

Ich möchte mich heute mit einer Frage an euch wenden, die mir total blöd vorkommt, die mich jedoch jeden Tag quält. Ich denke zwar, dass dieses Phänomen ziemlich normal ist, hoffe aber hier auf jemanden zu treffen, der mir helfen kann. Oder auf Leute, die ähnliche Probleme haben, wie ich.
Nach den Sommerferien komme ich in die 13. Klasse. Es wird langsam Zeit sich Gedanken über meine Zukunft zu machen. Ich bin jedoch total ratlos. In meinem Kopf schwirrt jeden Tag ein anderer Berufswunsch herum. Und dann immer die Frage, wie ich das erreichen soll. Wie der Wunsch konkrete Formen annimmt. Bei der Berufsberatung war ich schon, aber die konnten mir nicht viel helfen.
Ich habe das Gefühl, dass es so viele Dinge da draußen in der Welt gibt, von denen ich nichts weiß und deswegen habe ich Angst, die falsche Entscheidung zu treffen. Ein großes Problem ist sicherlich auch, dass ich mich selber zu wenig kenne. Zumindest habe ich das Gefühl. Wie ging euch das damals? Wart ihr auch so unsicher?
Ich hoffe, hier ein paar Anregungen zu finden, vielleicht sogar eine Entscheidung.
Ich weiß, dass Geld nicht wichtig ist, jedoch möchte ich mal genug Geld verdienen um sorgenfrei zu leben. Ich denke mir immer…ich mache Abitur, das sollte ich doch auch nutzen!
Mir ist völlig unklar ob ich studieren möchte oder eine Ausbildung machen will. Was mir momentan vorschwebt ist ein duales Studium. Bin wirklich offen für vieles.
Begabt bin ich eher auf der sprachlichen Ebene, interessiere mich auch sehr für Fremdsprachen. Dafür bin ich in den naturwissenschaftlichen Fächern eine Null.
Zu meinem Charakter: Ich bin sensibel, schüchtern, zurückhaltend, zuverlässig, besonders ordentlich, jedoch nicht sehr belastbar, stressanfällig,…mehr fällt mir momentan nicht ein.
Ich weiß, dass das was ich will nicht geht: Am liebsten hätte ich, dass jemand mir sagt, was ich machen soll. Ich will für diese Entscheidung sozusagen nicht verantwortlich sein.
Berufe die mir im Moment vorschweben: Eventmanagerin, Hotelfachfrau (evtl auch Studium in diese Richtung), Fluglotsin, Physiotherapeutin, Germanistik und Geschichtestudium, etwas in der PR-Branche, Mediendesignerin…u.v.m.

Bitte verzeit mir dieses Gesülze, ich weiß noch nicht mal ob das in diesem Forum an der richtigen Stelle ist. Schließlich ist es ein fast völlig eigennütziger Beitrag…

Danke für eure Hilfe

Tamina

Moin!

Nach den Sommerferien komme ich in die 13. Klasse. Es wird
langsam Zeit sich Gedanken über meine Zukunft zu machen. Ich
bin jedoch total ratlos. In meinem Kopf schwirrt jeden Tag ein
anderer Berufswunsch herum. Und dann immer die Frage, wie ich
das erreichen soll. Wie der Wunsch konkrete Formen annimmt.
Bei der Berufsberatung war ich schon, aber die konnten mir
nicht viel helfen.

Ja, das ging mir auch nicht viel anders. Du bist mit den Gefühlen auf jeden Fall nicht allein!

Mir ist völlig unklar ob ich studieren möchte oder eine
Ausbildung machen will. Was mir momentan vorschwebt ist ein
duales Studium.

Dein Posting zeigt mir, dass Du nicht so sehr entscheidungsfreudig bist. (Das ist nichts Schlechtes, versteh mich nicht falsch!) Ich würde Dir eher zu einer Ausbildung raten. Studieren kannst Du später immer noch, wenn Dir die Ausbildung nicht reicht. Schaden kann eine Ausbildung sicher nicht.
Das bedeutet aber, dass es jetzt arg Zeit für Dich wird. Viele Ausbildungsplätze für 2007 werden JETZT vergeben!

Begabt bin ich eher auf der sprachlichen Ebene, interessiere
mich auch sehr für Fremdsprachen. Dafür bin ich in den
naturwissenschaftlichen Fächern eine Null.

Vielleicht sowas wie Fremdsprachenkorrespondentin? Keine Ahnung, da kenn ich mich leider gar nicht aus.

Zu meinem Charakter: Ich bin sensibel, schüchtern,
zurückhaltend, zuverlässig, besonders ordentlich, jedoch nicht
sehr belastbar, stressanfällig,…mehr fällt mir momentan
nicht ein.

Das spricht echt für ne Ausbildung.

Bitte verzeit mir dieses Gesülze, ich weiß noch nicht mal ob
das in diesem Forum an der richtigen Stelle ist. Schließlich
ist es ein fast völlig eigennütziger Beitrag…

Kein Problem!

xxx
Nic

Ebenso Moin!

Vielleicht sowas wie Fremdsprachenkorrespondentin? Keine
Ahnung, da kenn ich mich leider gar nicht aus.

Erst mal ein guter Tip, für jemanden, der sprachlich begabt ist und auch nicht jahrelang studieren möchte.

In Berlin dauert die Ausbildung zwei Jahre - also überschaubar (ich hoffe zumindest, dass sich da nix geändert hat…). Inhaltlich war sie zu meiner Zeit sehr vielseitig, VWL, BWL, Bürotechnologien und natürlich zwei Sprachen waren die Schwerpunkte.

Letztlich hast du mit der Ausbildung jede Möglichkeit. Kannst im Hotel anfangen (wobei die ja immer lieber leute selbst im Büro haben, die im Hotel gelernt haben), kannst Event-Management machen (hast du bei vielen Positionen sowieso dabei… kommt natürlich drauf an, in welchen Branchen man sich so bewegt), kannst z.B. auch Messe-Arbeit machen etc. pp.

Ich hab Fremdsprachenkorrespondentin gelernt und bin in den vergangenen 20 Jahren so ziemlich überall rumgekommen. Concertagentur, Veranstaltungsagentur, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Bank, Forschung, Werbung usw. - eigentlich steht dir die Welt offen mit diesem Job und du kannst das jederzeit ausbauen oder durch z.B. ein BWL-STudium (auch abends nebenher) ergänzen.

Allerdings: belastbar musste ich in jedem meiner Jobs sein. Stress hoch zehn und viele Überstunden sind oftmals ein A und O. Vielleicht kannst du ein bisschen dran arbeiten…

Grüße
Demenzia

Hallo,

du schreibst:

Berufe die mir im Moment vorschweben: Eventmanagerin,
Hotelfachfrau (evtl auch Studium in diese Richtung),
Fluglotsin, Physiotherapeutin, Germanistik und
Geschichtestudium, etwas in der PR-Branche,
Mediendesignerin…u.v.m.

Die meisten davon (vielleicht mal abgesehen vom Germanistik- und Geschichtsstudium) passen mir eher nicht zu deiner Selbstcharakterisierung. Als Eventmanagerin, Hotelfachfrau und Fluglotsin musst du (teilweise extrem) streßresistent sein und vor allem belastbar. In der PR-Branche musst du ebenfalls belastbar sein und sehr kommunikativ. Was die Physiotherapeutin und die Mediendesignerin betrifft: es wäre zu klären, warum du dir diese Berufe vorstellen kannst. Also abgesehen von deiner Selbsteinschätzung, dass du sprachliches Talent hast, stelle dir folgende fragen:

  • Wo kannst du dir vorstellen zu arbeiten?
    Werkelst du lieber allein in einem kleinen Büro vor dich hin?
    Möchtest du Publikumsverkehr haben?
    Würdest du lieber in der Natur sein? etc.

  • Was machst du gerne?
    Dabei ist Begabung weniger entscheidend als Interesse, wenn du dich
    für eine Ausbildung entscheidest (denn das lernt man ja, außer man
    ist halt vollkommen unbegabt).
    Arbeitest du gerne mit deinen Händen?
    Schreibst du gern?
    Bist du kreativ? usw.

  • Wie kannst du dir vorstellen zu arbeiten?
    Würdest du gerne mit anderen im Team arbeiten?
    Möchtest du überhaupt mit Menschen zu tun haben?
    Wärst du lieber dein eigener Chef? usw.

Versuchs doch mal mit Positiv/Negativ-Listen in dieser Hinsicht. Daraus könnten sich schon Hinweise ergeben. Wenn sich beispielsweise herausstellt, dass du überhaupt nicht gerne lange vorm Computer sitzt und dir nicht vorstellen kannst, mit einem Kunden über den Preis für eine Leistung zu diskutieren, dann wäre z.B. (überspitzt gesagt) selbständige Mediendesignerin eher nix für dich.

Gruß

Hallo Tamina,

erstmal eines zur Beruhigung: jeder der Dir erzählt, dass er sich bei seiner Berufswahl sicher war, lügt! Oder anders gesagt - Deine Unsicherheit ist völlig normal. Denn wie um Himmels willen sollst Du mit 17/18 Jahren ahnen, wie der Job einer Fremdsprachenkorrespondentin, Lehrerin oder Reinemachefrau wirklich ist. Und vor allem, ob Dir das dann in 5, 10, 20 Jahren noch Spass macht.

Ich für meinen Teil hab eine ähnliche Analyse wie Du (sprachbegabt, schüchtern etc.) gemacht. Übrigens, dickes Lob: Du bist sehr ehrlich mit Dir - das hilft ungemein weiter! Mit dieser Analyse bin ich dann in die diversen „Welcher Job passt zu mir“ Programme gegangen und hab meine Antworten ganz ehrlich eingetippselt. Die Vorschläge hab ich mir so unvoreingenommen wie nur möglich angeschaut. Das war nicht immer leicht, denn es ist schon irritierend, wenn man mit dem Gedanken spielt Flugzeugmechaniker zu werden und als Ergebnis kommt raus „um Himmels willen nicht Flugzeugmechaniker, eher Gärtner“. Und es ist auch wichtig, mehrere dieser Tests zu machen, denn nicht alle sind gut bzw. zielen auf unterschiedliche Zielgruppen ab. So gibt’s bei dem einen vielleicht schwerpunktmässig Lehrberufe und beim anderen zielt’s darauf ab, dass Du „im Büro“ unterkommst etc.

Dann informierst Du Dich im Internet oder im BIZ (gibt’s die überhaupt noch? Heissen die noch so? Gemeint sind diese Berufsinformationszentren, meist beim Arbeitsamt) über diese Jobs. Schaust Dir an, ob Du alle Voraussetzungen (evtl. kann der Abischnitt ein Problem sein oder es wird eine Lehre vorausgesetzt plus noch charakterliche Eignung) erfüllst und überlegst, ob Dir der Job Spass machen könnte. Ein weiteres Kriterium können dann Fortbildungsmöglichkeiten sein. Als Friseuse wirst Du als „höchstes der Gefühle“ einen eigenen Salon haben, als Mechanikerin kannst Du Meisterin, Technikerin, Intschinöhse etc. machen und trotzdem im gleichen Umfeld bleiben.

Sodele, jetzt sollte Deine Liste schon erheblich geschrumpft sein. Nun kommt die Sache, die Dir am meisten bringt, die aber subjektiv die schwierigste ist. Jetzt musst Du nämlich versuchen, mit dem Beruf in Kontakt zu kommen. Das heisst, Du musst an Leute rankommen, die in diesem Job arbeiten. Dazu muss man üblicherweise den sehr weiten Bekanntenkreis angraben. Ist furchbar doof und peinlich, aber meiner Erfahrung nach redet jeder gerne über seine Ausbildung und den Job. Also nur Mut! Frag die Leute, was und wie und wo sie ihre Ausbildung gemacht haben, was sie gut fanden, was nicht. Frag sie, was sie an ihrem Job gut und was sie Kacke finden. Frag sie, was sie heute anders machen würden. Versuch rauszukriegen, ob sie mit ihrem Gehalt zufrieden sind. (Achtung - lieber nicht fragen, was sie verdienen, darüber redet „man“ meist nicht gerne, aber schon die Aussage, ob sie sich „angemessen“ bezahlt fühlen ist sehr aussagekräftig. Und Durchschnittsgehälter findest eh im BIZ oder im Internet). Achja, wenn Du partout keine Winzerinnen und Astronautinnen im Bekanntenkreis hast, frag einfach hier im Forum (eventuell im passenden Fachbrett) nochmal nach.

Als nächstes fragst Du in Deinem Vertrauenskreis (Eltern, Geschwister, Tanten, Omma, Lehrer, Freunde, Jugendleider im Verein etc.) ob sie sich Dich als Wunschberuf einsetzen vorstellen könnten. Dieses Feedback war für mich sehr wichtig, muss allerdings unter der Voraussetzung erfolgen, dass man ehrlich mit Dir ist :smile:

Und nun sollten idealerweise gar nimmer soo viele Jobmöglichkeiten übrig sein - was aber nicht schlimm ist, Du willst ja nur einen davon haben :wink:
Was ich Dir nun wirklich raten kann, ist ein (höchstwahrscheinlich unbezahltes) Praktikum in dem Bereich zu machen. Wenn Du keine Kohle dafür willst, kriegst Du meist auch eine Praktikumsstelle - und sowas ist Gold wert! Klar, ein „echter“ Ferienjob bringt Dir mehr Kohle, aber diese Erfahrung ist unbezahlbar. Ich hatte damals echt Schwein und bin in eine Firma geraten, wo ich alle Facetten meines Wunschberufs mal gesehen habe - und am Ende wusste ich genau, wo der Weg hingehen soll (und dass ich in diesem Umfeld wirklich arbeiten möchte).

Jetzt noch ein paar Worte zu Deinen Vorstellungen

Eventmanagerin,
Hotelfachfrau (evtl auch Studium in diese Richtung),
Fluglotsin, Physiotherapeutin, Germanistik und
Geschichtestudium, etwas in der PR-Branche,
Mediendesignerin…u.v.m.

Hmmm, das alles passt recht wenig zu „schüchtern, zurückhaltend“, denn in diesen Berufen hast Du tendenziell eher viel mit Menschen zu tun. Bist Du sicher, dass das „Dein Ding“ ist? Oder willst Du lieber im stillen Kämmerlein vor Dich hinwurschteln?

Fluglotsin: Läbä isch hart - aber vergiss das. Erstens brauchste dafür Naturwissenschaften, zweitens ist Stressresistenz (bzw. der richtige Umgang mit Stress) essentielle Voraussetzung.

Germanistik und Geschichte: ich hab mich ja nun nie in diese Richtung informiert, kenne aber viele mit diesem Studium die Lehrer sind. Könntest Du Dir das vorstellen?

PR-Branche: auch hier gebe ich nur Gerüchte weiter, habe aber gehört, dass es da ohne Ellenbogen „nicht geht“. Traust Du Dir zu, Dich da durchzusetzen?

Nach dem was Du schreibst, könnte ich mir Dich eher im Bereich Übersetzerin, Dolmetscherin, Fremdsprachenkorrespondentin etc. vorstellen. Oder auch in Richtung Buchhaltung (da bist Du meist recht ungestört und kannst Deine Ordungsliebe ausleben *fg*). Eventuell wäre auch ein Job in einem Amt (Finanzamt oder so) was für Dich? Da ist die Ausbildung ziemlich 50/50 in Theorie und Praxis aufgeteilt.
Ansonsten gibts noch die Berufsakademien, da hast Du ebenfalls Theorie und Praxis 50/50, und am Ende ein Diplom. Nachteil ist, dass dieser Abschluss nicht immer in allen Bundesländern anerkannt ist. Sprich, wenn Du ein „Nomadenleben“ planst, wäre das eventuell etwas hinderlich.
Oder - und diesmal ist der Vorschlag ernst gemeint - wäre vielleicht Fotographin was? Passt irgendwie ein wenig in die „kreative“ Richtung mit PR, Design und so…

Bitte verzeit mir dieses Gesülze, ich weiß noch nicht mal ob
das in diesem Forum an der richtigen Stelle ist.

Hey, Mädel! Im Gegentum - Du bist eine der wenigen, die unsere Kristallkugeln entlasten. Denn wir kennen Dich nicht, darum musst Du uns doch was von Dir erzählen. Auf ein „Hilfe- was soll ich nur werden?!? Es EILT ABER!!!“ kannst Du kaum Hilfe erwarten :wink:

*wink* und wenn Du noch Fragen hast - nur raus damit. Die Zeit, wo man selber so vermeintlich blöd gefragt hat, ist doch noch gar nicht sooo lange her :wink:

*wink*

Petzi

Guten Morgen!

Erstmal ein dickes Dankeschön! Ihr habt mir echt schon viel geholfen.
Über Fremdsprachenkorrespondentin habe ich schon nachgedacht, aber mir ist diese Büroarbeit- und Atmosphäre einfach zuwider.

Was ich mir vorstelle ist vielleicht ziemlich utopisch, aber was da teilweise von euch kam trifft schon sehr zu. Ja, am liebsten würde ich ganz allein in meinem Kämmerchen rumwursteln ohne das jemand ständig vorbeikommt und mir sagt was ich zu tun habe. Gruppenarbeit ist mir zuwider. Das merke ich schon in der Schule. Das heißt nicht, dass ich mit Menschen nicht kann, es ist nur, dass ich lieber etwas für sie tun würde, statt gemeinsam an einer Sache zu arbeiten.
Mein absoluter Traum wäre es, Schriftstellerin, auch im Journalistischen Bereich, zu werden. Da das ein Beruf ist in den man reinwachsen muss, ist das natürlich kein wirkliches Ziel. Das kann man mal nebenbei probieren. Deswegen dachte ich vielleicht daran Bücher zu übersetzen. Also Romane, etc. Das würde mir total gefallen, aber ich habe Angst, dass ich als Übersetzerin von Gebrauchsanweisungen ende. Außerdem ist bei Sprachen da dieses Problem mit dem Auslandsaufenthalt. Ich möchte ungern allein ins Ausland. Wenn dann nur mit meiner späteren Familie, bzw. meinem Freund. Hat man denn überhaupt Chancen wenn man nicht im Ausland war? Eigentlich ist es doch eine Schande eine Sprache zu lernen ohne mal in dem Land gewesen zu sein, in dem sie gesprochen wird. Da gehört ja noch mehr dazu, Kultur zum Beispiel.
Am liebsten wäre mir Heimarbeit. Die nötige Disziplin dazu hätte ich, denke ich.
Ich bin wirklich nicht gerade Entscheidungsfreudig. Das weiß ich und nehme es dir auch nicht übel. Ich ärgere mich ja selber über diese Eigenschaft.
Danke, dass ihr mir von diesen anderen Berufen abgeraten habt. Ich habe kein großes Durchsetzungsvermögen, auch wenn ich ein sturer Typ bin. Ich gehöre eher zur Sorte „Weichei“. Deswegen habe ich auch Angst davor Lehrer zu werden. Mir ging das wirklich schon durch den Kopf. Ich stelle es mir toll vor, anderen etwas beizubringen. Aber wenn ich daran denke, wie sich Schüler verhalten (bin ja selber einer :smile: ), dann frage ich mich, ob ich das nötige Selbstbewusstsein habe einfach drüber zu stehen, wenn Schüler über mich lästern. Dieser Schülerlieblingtyp bin ich sowieso nicht. Ich gehöre wohl eher zur Kategorie gefallsüchtige Spießerin oderso.
Wie kann man dieses Ziel erreichen, Übersetzerin von Büchern zu werden? Reicht da ein Übersetzerstudium? Oder meint ihr man wächst in die Rolle des Lehrers rein?

Nochmal vielen Dank für die Tips. Das hört sich vielleicht schleimig an, aber so sehr hat mir noch keiner geholfen!

Tamina

Hallo,

Mein absoluter Traum wäre es, Schriftstellerin, auch im
Journalistischen Bereich, zu werden. Da das ein Beruf ist in
den man reinwachsen muss, ist das natürlich kein wirkliches
Ziel. Das kann man mal nebenbei probieren.

das ist durchaus ein realistisches Ziel, zumindest was das journalistische betrifft. Du musst dir jedoch darüber im klaren sein, dass man genau das eben nicht „nebenbei probieren“ kann, sondern dass man, um in der Branche erfolgreich zu sein, journalistische Kenntnisse haben muss. Wenn du gerne journalistisch schreiben möchtest, könnte doch freie Redakteurin ein Fernziel werden. Das bedeutet, du wärest nicht fest in irgendeiner Redaktion angestellt (von wegen Büro-Atmosphäre), sondern lieferst Artikel zu. Folgende Probleme gibt es dabei: du musst viel arbeiten, um gut zu verdienen (die Bezahlung erfolgt meist wort- oder zeilenweise), und auch die Schriftstellerei, egal ob Journalismus oder nicht, ist kein Job fürs stille Kämmerlein. Ganz krass gesagt: Romane schreiben sich nicht ohne eine gewisse Lebenserfahrung, und die kriegt man nicht zuhause hinterm Schreibtisch. Ein weiteres Problem: um die nötige Erfahrung im journalistischen Bereich zu sammeln, ist es ratsam, mindestens Praktika, besser aber ein Volontariat vorweisen zu können. Das bedeutet natürlich eine gewisse Leidenszeit in irgendeinem Büro.

Deswegen dachte ich :vielleicht daran Bücher zu übersetzen. Also :Romane, etc. Das würde mir total gefallen, aber ich habe Angst, dass :ich als Übersetzerin von Gebrauchsanweisungen ende.

Wieso hast du da Angst davor? Das ist ein gefragter, gut bezahlter Job :wink:

Wie kann man dieses Ziel erreichen, Übersetzerin von Büchern
zu werden? Reicht da ein Übersetzerstudium?

Es gibt einen Studiengang namens Literaturübersetzer, vielleicht suchst du mal danach. Könnte schon passen, zumal man dann als Freiberufler arbeitet. Vergiß jedoch nicht, dass es auch anstrengend sein kann, nicht zu wissen, wieviel man am Ende des Monats verdient, Rechnungen eintreiben zu müssen, Kundenakquise etc.

Gruß

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Hallo Tamina,

die Fluglotsin solltest Du vergessen. Dafür spricht zwar, dass Du gut in Fremdsprachen bist, aber man braucht dafür ein sehr gutes räumliches Vorstellungsvermögen und eine gute Konzentration. Außerdem muss man ständig mit fremden Leuten reden und das im Schichtdienst. Wenn da dann jemand nicht sehr belastbar ist…

Deshalb würde ich auch nicht zu Lehrerjob raten. Die Kids würden Dir auf der Nase herumtanzen.

Natürlich ist es möglich, dass Deine Schüchternheit irgendwann nachlässt, aber bis dahin solltest Du schon etwas gelernt haben.

Wie wäre es denn mit einem Job in einer Bibliothek oder in einem Museum? Erkundige Dich doch mal dort, welche Berufe gebraucht werden und welche Ausbildung in Frage kommt.

Wenn Du Dir die Arbeit als Physiotherapeutin vorstellen kannst, wäre vielleicht auch ein Job als Logopädin passend. Dort könntest Du evtl. besonders viel Verständnis für gehemmte Sprecher aufbringen, da Du ja selbst auch schüchtern bist.

Auf jeden Fall solltest Du, wenn Du eine Ausbildung machen möchtest, im September anfangen, Dich zu bewerben.

Ich selbst war auch unsicher und zu schüchtern, dem Berufsberater und meinen Eltern zu widersprechen. Das Ergebnis war ein Lehrberuf, der mir nicht gefiel. Es ist also besser, sich eigene Gedanken zu machen und sich nicht überfahren zu lassen.

Viele Grüße

Anne

Arbeiten in einer Bibliothek
Hallo Tamina!

Da Anne das Thema „Jobs in einer Bibliothek“ angesprochen hat, möchte ich meinen Senf da auch noch dazugeben. Ich selber arbeite in einer Universitätsbibliothek, also in einer wissenschaftlichen Bibliothek. Daneben gibt es auch noch die Stadtbüchereien sowie diverse Firmenarchive und -dokumentationsstellen, wo auch Bibliothekare arbeiten.
Grundsätzlich gibt es hier (neben den EDVlern, die sich um unsere PCs kümmern) drei Arten von Berufen:
Die früheren Bibliotheksangestellten (heute Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste (FAMI)), die eher die einfacheren Tätigkeiten übernehmen, z.B. an der Ausleihtheke die Bücher verbuchen, Mahngebühren kassieren, zurückgegebene Bücher wieder in die Regale einräumen etc.

Dann gibt es die Diplom-Bibliothekare im „gehobenen Dienst“ (mit FH-Studium), zu denen ich gehöre. Unser Aufgabenbereich ist sehr vielfältig. Es reicht vom Bestellen und Katalogisieren der Bücher und Zeitschriften (dh. eingeben in den (elektronischen) Katalog) über die Bearbeitung der Fernleihe bis zur Auskunft. Damit ist hier alles drin, vom reinen Bürojob (Katalogisierung) bis zu sehr viel Kundenkontakt (an der Auskunft, wo die Benutzer ihre Fragen stellen und um Hilfe bitten). Je nach Größe der Bibliothek gibt es nur Bibliothekare, die alle diese Aufgaben erfüllen oder spezialisiertere Arbeitsplätze (z.B. jemand, der nur katalogisiert).

Die dritte Art sind die Bibliothekare des „höheren Dienstes“. Sie haben meist irgendein Fach an der Universität studiert (z.B. auch Germanistik oder Geschichte) und haben eine (einjährige?) Zusatzausbildung für Bibliotheken gemacht. Ihre Aufgabe ist es, zu entscheiden, welche Medien im jeweiligen Fachgebiet eingekauft werden. Oft kümmern sie sich auch um Fachdatenbanken in ihrem Fachgebiet und halten Schulungen dazu für die Benutzer ab.

Ich glaube, Dipl.-Bibliothekarin könnte durchaus ein Job für dich sein - meist ist es auch nicht so schrecklich stressig (zumindest nicht im öffentlichen Dienst), obwohl es auch ganz schön heftig werden kann, wenn im Wintersemester die neuen Erstsemester die Bibliothek stürmen. Du kannst mich auch gerne noch fragen, wenn du noch mehr wissen möchtest. Über die Bibliothekare in Stadtbüchereien weiß ich leider nichts aus eigener Erfahrung, nur was wir halt während dem Studium gelernt haben.

Viele Grüße
Annegret

Hallo,

Über die
Bibliothekare in Stadtbüchereien weiß ich leider nichts aus
eigener Erfahrung, nur was wir halt während dem Studium
gelernt haben.

Bibliothekare in Stadtbüchereien habens schon mal stressig, kommt halt auf den Publikumsandrang an. Aber gemessen an der Fluglotsin ist das natürlich lächerlich :smile: Man muss allerdings in einer Stadtbücherei bedenken, dass das Publikum gerne mal den Frust nicht nur an den FaMIs, sondern auch an den Bibliothekaren auslässt, besonders in kleinen Büchereien und besonders dann, wenn sie die Leitungsfunktion haben. Außerdem ist da die Sache mit dem öffentlichen Dienst. Das ist schon noch immer ein recht starres System mit wenigen Aufstiegsmöglichkeiten.

Gruß

Guten Abend!

Logopädin kommt für mich glaube ich gar nicht in Frage. Ich lisple selber etwas. Es ist nicht schlimm, viele Leute merken es nicht einmal. Es wird aber auch oft gesagt, dass ich zu leise rede, nuschle.
Aber das mit dem Museum oder der Bibliothek gefällt mir total gut. Vor allem weil ich dann Germanistik und Geschichte studieren könnte und dann auch noch was mit meinem Fach zu tun hätte. Nicht wie viele andere Geisteswissenschaftler, die später was ganz anderes machen.
Von dem Studiengang des Literaturübersetzers habe ich noch gar nichts gehört. Hört sich auch sehr verlockend an.
Auch das mit dem Journalismus gefällt mir total gut.

Wow, ich bin grad total happy, weil ich schon mal eine Richtung habe und drei Berufe die mir auf jeden Fall gefallen würden.
Vielen Dank für die Hilfe!
Annegret, könnte ich dich vielleicht mal per E-Mail anschreiben?

Tamina

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N’Abend!

Da fällt mir noch was ein…

erstmal eines zur Beruhigung: jeder der Dir erzählt, dass er
sich bei seiner Berufswahl sicher war, lügt! Oder
anders gesagt - Deine Unsicherheit ist völlig normal. Denn wie
um Himmels willen sollst Du mit 17/18 Jahren ahnen, wie der
Job einer Fremdsprachenkorrespondentin, Lehrerin oder
Reinemachefrau wirklich ist. Und vor allem, ob Dir das dann in
5, 10, 20 Jahren noch Spass macht.

Ich für meinen Teil hab eine ähnliche Analyse wie Du
(sprachbegabt, schüchtern etc.) gemacht. Übrigens, dickes Lob:
Du bist sehr ehrlich mit Dir - das hilft ungemein weiter!

In der Schule fühlte ich ähnlich wie Du. Am liebsten alles alleine machen, bloß nicht mit Menschen reden müssen, denn die verstehen mich eh nur falsch. Und so weiter. Schüchtern. Gruppenuntauglich. Das war damals mein Bild von mir selbst und wahrscheinlich war ich auch tendenziell so.

Aber seitdem hat sich einfach vieles geändert. Heute bin ich viel offener und vermisse sogar den Kontakt zu Menschen, wenn ich mal einen Bürotag hab. Ich bin auch viel selbstbewusster und durchsetzungsfähiger als früher.

Am meisten davon kam wohl durch meine Ausbildung. Aber vieles auch durch neue Freunde und den Mann an meiner Seite.

Was ich damit eigentlich sagen will: Du kannst und wirst Dich wahrscheinlich noch verändern. Aber das ist nicht wirklich planbar. Jedes Lebensjahr, jede Erfahrung prägt Dich.

Vielleicht solltest Du wirklich eine Ausbildung machen und dann sehen, ob / wie sich Deine Interessen und Deine Eigenheiten entwickeln.
Solche Fälle, dass man in einem Betrieb ne Ausbildung macht und da auch in Rente geht, die gehören wohl eher der Vergangenheit an. Flexibilität ist gefordert und kann in einem Fall wie Deinem (und meinem) ja auch positiv sein!

Alles Gute!
Nic

Hallo Tamina,

Annegret, könnte ich dich vielleicht mal per E-Mail
anschreiben?

aber klar doch, nur zu! Meine Mailadresse siehst Du ja oben.

Viele Grüße

Annegret

Hallo,

als gelernte Hotelfachfrau kann ich dazu was sagen:

Es ist ein toller Beruf, aber die Ausbildung ist sehr hart. Da Du während der Lehre schon über 18 sein wirst, gelten auch nicht mehr alle Schutzbedingungen bzgl. Überstünden. Rechne also mit harter körperlicher Arbeit, oft länger als 8 Stunden, oft sehr langweilig (8 Std. Gemüse putzen oder Geschirr/Besteck polieren). Schichtdienst ist auch dabei.

In kleinen Hotels ist die Arbeit weniger vielseitig, dafür tragen Azubis oft schon sehr früh viel Verantwortung. In einem großen, hochklassigen Hotel ist es meiner Ansicht für Azubis besser, denn die Ausbildung ist vielschichtiger. In Kettenhotels wird auch mehr auf Standards und Einhaltung bestimmter Regeln geachtet, so dass die Arbeitsbedingungen für Azubis besser sind.

Die Bezahlung ist allerdings unterirdisch schlecht. Meine Ausbildungsvergütung 1991 war DM (nicht EUR!) 450 im ersten Jahr, 550 im zweiten. Die 650 im dritten Jahr bekam ich nie zu sehen, da ich nur 2 Jahre gelernt habe (Verkürzung der Lehre). Mein Einstiegsgehalt als Empfangsdame war ca. DM 1500 brutto. Mein höchstes Gehalt in meiner Hotelzeit war DM 4500 im Jahr 1998 als Reservierungsleiterin in einem Berliner 5*-Haus. Das war ein außergewöhnlich hohes Gehalt für diese Position, welches ich nur deshalb bekam, weil ich „geheadhunted“ wurde. Also reich wird man im Hotelfach nicht.

Im Gegenzug kannst Du aber relativ sicher sein, immer Arbeit zu haben und auch leicht ins Ausland zu können (hier ist wieder ein Kettenhotel von Vorteil). Außerdem wird die Arbeit nie langweilig, und die verschiedenen Abteilungen lassen viel Spielraum. Man kann bei entsprechender Veranlagung schnell die Karriereleiter hinaufklettern, und mit wenigen Ausnahmen sind im Hotelfach Frauen bei Beförderungen auch nicht benachteiligt.

Wenn Du also gerne mit Menschen umgehst und nicht schüchtern bist, wenn Du gut anpacken kannst und Arbeit nicht scheust, wenn Du Dich gerne voll einsetzt, dann ist das Hotelfach etwas für Dich. Wenn Du hingegen Dein Privatleben und Deine Freizeit/Freunde über alles schätzt, ein dünnes Fell bei Angriffen hast, eher der zurückhaltende Typ bist, oder mal die dicke Kohle machen willst, dann ist Hotelfach nix für Dich.

Gruß,

Myriam

Hallo Tamina,
wenn du´s noch gar nicht weißt, mach doch mal diesen Test:

http://www.allianz.de/start/perspektiven_tests/test_…

Hat weiter oben jemand empfohlen (sorry für´s „Stehlen“, aber das ist wirklich ein guter Tipp!!), der Test ist umsonst und wird von der Ruhr-Uni Bochum ausgewertet. Du bekommst eine individuelle Antwort.

Liebe Grüße
Ann