Servus, Grüß Gott und Hallo an alle Forenmitglieder
Wie an der Überschrift abzulesen ist, bin ich sehr interessiert an dem Beruf des Psychotherapeuten.
Ich habe mein Abi gerade abgeschlossen und habe mich auch schon bei zahlreichen Unis für Psychologie, in Köln, Bielefeld und Marburg auch für Erziehungswissenschaften beworben, da sich der päd. Studiengang dort jeweils schon rehabilitationspäd., beraterisch, diagnostisch etc. ausrichtet und Psychologie jeweils integraler Bestandteil, zB. als Nebenfach, ist.
Durch den Master in beiden Fächern kann ich ja einen psychotherapeut. Beruf/Weiterbild. aufnehmen - mit Päda als Einschränkung nur als KJ-P. (Kinder- u. Jugendlichenpsychotherapeut).
Mit meinem NC von 1,8 bin ich für Psychologie ein absoluter Wackelkandidat und bin absolut an der Grenze.
Aber auch insgesamt bin ich mir mit dem Psychologie-Studium einfach noch nicht zu 100% sicher.
Ich persönlich bin eher der „Geisteswissenschaftler“ (Deutsch und Päda als LK, Interesse an Philosophie etc.) und kann besser mit Sprache umgehen als mit Zahlen, wodurch ich vor dem naturwissenschaftlichen Studium der Psychologie doch ganz schön Bammel/Respekt habe.
Kurz vor der Bewerbungsfrist hatte ich noch einmal mit dem Landesprüfungsamt für Psychotherapeuten gesprochen und am Rande erfahren, dass auch der Master in Heilpädagogik die Zugangsvorraussetzungen zur KJ-P. Weiterbildung erfüllt. Da allerdings Heilpäd. nur an der FH studiert werden kann, dort die Fristen schon lange abgelaufen sind und auch ein Praktikum meist als Vorraussetzung gilt, kommt dieser Studiengang für mich zumindest zu diesem WiSe nicht in Frage.
Allerdings ist mir die Heilpädagogik doch sehr ins Auge gesprungen, da sie nach meinem Eindruck - was ich mir bisher angelesen hatte - scheinbar spezifischer in den therapeutischen Bereich hineinschneidet als das Psychologie - Studium („Heil-“) und auch aufgrund der geisteswissenschaftlichen Methodik, auf einer philosophisch-anthropologischen Grundlage, meinen Interessen aber auch vor allem meinen Fähigkeiten viel eher gerecht wird, als das Psycho-Studium.
Ich bin an den Studieninhalten der Psychologie natürlich wahnsinnig interessiert, jedoch macht mir die stark ausgeprägte Methodenlehre einen starken Strich durch die Rechnung - ich bin keine große Leuchte in Mathe und finde es auch tierisch zäh und langweilig.
Bisher hatte ich mir gesagt, dass ich mich durch diese für mich unangenehmen Sequenzen des Studiums mit Ehrgeiz durchquäle, zumal mich die anderen Vorlesungen dann wiederum sehr interessieren, nur hatte ich auch immer Hinterkopf, dass ich das vllt einfach nicht packe.
Deswegen scheint für mich nun die Heilpäd. sehr attraktiv, wenn der Eindruck so stimmt, wie ich ihn gewonnen habe, wenn es anders ist, korrigiert mich bitte sofort.
Aus meiner vorläufigen Sicht ist Heilpädagogik wie Psychotherapie auf den notwendigen medizinischen und psychopathologischen Grundlagen, wie (Klinische) Psychologie - bloß eben erkenntnistheoretisch nicht wie Psychologie an empirisch-statistischen Methoden gebunden, sondern eingebunden in einen vertieften geisteswissenschaftlichen Hintergrund ("?Mehr Hermeneutik anstatt Empirie?").
Wenn der Eindruck falsch ist, bitte kräftig auf den Fuß treten!
Da ich mir neben dem Beruf des Psychotherapeuten auch den beruflichen Zweig des „Wissenschaftlers“ offen halten wollte - sprich da ich gerne schreibe zB. Fachartikel, Bücher zu verfassen oder eine dozierende oder in diesem spez. Bereich auch forschende Tätigkeit aufzunehmen, was natürlich jeweils eine perfekte Laufbahn erfordert, das weiß ich, mit dem Beruf des Psychotherapeuten aber denke ich oft Hand in Hand gehen kann (Persönlicher Traum: Praktische Arbeit als Therapeut aber auch wiss. Theorie-Arbeit) - denke ich mir auch, das mir das Studium inhaltlich wie methodisch absolut liegen sollte und man sich in diesem Bereich dann auch besser „etablieren“, „profilieren“ oder eben erfolgreicher sein kann…
Das wäre dann einen weiterer Grund, eben den Bachelor of ARTS (EW oder Heilpädagogik) zu studieren, als den Bachelor of SCIENCE.
Mein vorläufiger Plan wären nun, erstmal die Zulassungsbescheide der Unis abzuwarten.
Ich denke für EW habe ich die Plätze jeweils sicher, für Psycho rechne ich mit höchstens 2-3 Zusagen (über 25 Bewerbungen). Dann wollte ich mir diese Unis und die Inhalte nochmal genau angucken, v.a. ein Auge auf die Ausprägung der naturwiss. Methodik werfen und das Ganze dann mit Heilpädagogik abwägen.
In dieser „Wartezeit“ auf die Bescheide wollte ich mich dann noch mit Heilpädagogik auseinandersetzten (was ich ja gerade auch mache
). Falls ich mich für Heilpäd. an der FH entscheide, müsste/würde ich dann eben (über ein Jahr) ein Praktikum zB. in einer Fachklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie machen.
Ich hoffe sehr Ihr könnt euch in meine Situation versetzten, meine Überlegungen verstehen und mir weiterhelfen. Über Ratschläger, Tipps, konkrete Infos, Ergänzungen oder Korrketuren bin ich sehr sehr dankbar.
Besonders angesprochen sind natürlich Studierende dieser Fächer oder bereits praktizierende Psychotherapeuten oder eben insbesondere auch Heilpädagogen.
Vielen, vielen Dank für die Mühe und Hilfe im voraus!
Mit freundliche Grüßen
Christian
