Berufsziel Psychotherapeut - Nur welcher Weg?

Servus, Grüß Gott und Hallo an alle Forenmitglieder

Wie an der Überschrift abzulesen ist, bin ich sehr interessiert an dem Beruf des Psychotherapeuten.

Ich habe mein Abi gerade abgeschlossen und habe mich auch schon bei zahlreichen Unis für Psychologie, in Köln, Bielefeld und Marburg auch für Erziehungswissenschaften beworben, da sich der päd. Studiengang dort jeweils schon rehabilitationspäd., beraterisch, diagnostisch etc. ausrichtet und Psychologie jeweils integraler Bestandteil, zB. als Nebenfach, ist.
Durch den Master in beiden Fächern kann ich ja einen psychotherapeut. Beruf/Weiterbild. aufnehmen - mit Päda als Einschränkung nur als KJ-P. (Kinder- u. Jugendlichenpsychotherapeut).

Mit meinem NC von 1,8 bin ich für Psychologie ein absoluter Wackelkandidat und bin absolut an der Grenze.

Aber auch insgesamt bin ich mir mit dem Psychologie-Studium einfach noch nicht zu 100% sicher.
Ich persönlich bin eher der „Geisteswissenschaftler“ (Deutsch und Päda als LK, Interesse an Philosophie etc.) und kann besser mit Sprache umgehen als mit Zahlen, wodurch ich vor dem naturwissenschaftlichen Studium der Psychologie doch ganz schön Bammel/Respekt habe.

Kurz vor der Bewerbungsfrist hatte ich noch einmal mit dem Landesprüfungsamt für Psychotherapeuten gesprochen und am Rande erfahren, dass auch der Master in Heilpädagogik die Zugangsvorraussetzungen zur KJ-P. Weiterbildung erfüllt. Da allerdings Heilpäd. nur an der FH studiert werden kann, dort die Fristen schon lange abgelaufen sind und auch ein Praktikum meist als Vorraussetzung gilt, kommt dieser Studiengang für mich zumindest zu diesem WiSe nicht in Frage.

Allerdings ist mir die Heilpädagogik doch sehr ins Auge gesprungen, da sie nach meinem Eindruck - was ich mir bisher angelesen hatte - scheinbar spezifischer in den therapeutischen Bereich hineinschneidet als das Psychologie - Studium („Heil-“) und auch aufgrund der geisteswissenschaftlichen Methodik, auf einer philosophisch-anthropologischen Grundlage, meinen Interessen aber auch vor allem meinen Fähigkeiten viel eher gerecht wird, als das Psycho-Studium.
Ich bin an den Studieninhalten der Psychologie natürlich wahnsinnig interessiert, jedoch macht mir die stark ausgeprägte Methodenlehre einen starken Strich durch die Rechnung - ich bin keine große Leuchte in Mathe und finde es auch tierisch zäh und langweilig.
Bisher hatte ich mir gesagt, dass ich mich durch diese für mich unangenehmen Sequenzen des Studiums mit Ehrgeiz durchquäle, zumal mich die anderen Vorlesungen dann wiederum sehr interessieren, nur hatte ich auch immer Hinterkopf, dass ich das vllt einfach nicht packe.
Deswegen scheint für mich nun die Heilpäd. sehr attraktiv, wenn der Eindruck so stimmt, wie ich ihn gewonnen habe, wenn es anders ist, korrigiert mich bitte sofort.
Aus meiner vorläufigen Sicht ist Heilpädagogik wie Psychotherapie auf den notwendigen medizinischen und psychopathologischen Grundlagen, wie (Klinische) Psychologie - bloß eben erkenntnistheoretisch nicht wie Psychologie an empirisch-statistischen Methoden gebunden, sondern eingebunden in einen vertieften geisteswissenschaftlichen Hintergrund ("?Mehr Hermeneutik anstatt Empirie?").
Wenn der Eindruck falsch ist, bitte kräftig auf den Fuß treten!

Da ich mir neben dem Beruf des Psychotherapeuten auch den beruflichen Zweig des „Wissenschaftlers“ offen halten wollte - sprich da ich gerne schreibe zB. Fachartikel, Bücher zu verfassen oder eine dozierende oder in diesem spez. Bereich auch forschende Tätigkeit aufzunehmen, was natürlich jeweils eine perfekte Laufbahn erfordert, das weiß ich, mit dem Beruf des Psychotherapeuten aber denke ich oft Hand in Hand gehen kann (Persönlicher Traum: Praktische Arbeit als Therapeut aber auch wiss. Theorie-Arbeit) - denke ich mir auch, das mir das Studium inhaltlich wie methodisch absolut liegen sollte und man sich in diesem Bereich dann auch besser „etablieren“, „profilieren“ oder eben erfolgreicher sein kann…
Das wäre dann einen weiterer Grund, eben den Bachelor of ARTS (EW oder Heilpädagogik) zu studieren, als den Bachelor of SCIENCE.

Mein vorläufiger Plan wären nun, erstmal die Zulassungsbescheide der Unis abzuwarten.
Ich denke für EW habe ich die Plätze jeweils sicher, für Psycho rechne ich mit höchstens 2-3 Zusagen (über 25 Bewerbungen). Dann wollte ich mir diese Unis und die Inhalte nochmal genau angucken, v.a. ein Auge auf die Ausprägung der naturwiss. Methodik werfen und das Ganze dann mit Heilpädagogik abwägen.
In dieser „Wartezeit“ auf die Bescheide wollte ich mich dann noch mit Heilpädagogik auseinandersetzten (was ich ja gerade auch mache :wink: ). Falls ich mich für Heilpäd. an der FH entscheide, müsste/würde ich dann eben (über ein Jahr) ein Praktikum zB. in einer Fachklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie machen.

Ich hoffe sehr Ihr könnt euch in meine Situation versetzten, meine Überlegungen verstehen und mir weiterhelfen. Über Ratschläger, Tipps, konkrete Infos, Ergänzungen oder Korrketuren bin ich sehr sehr dankbar.
Besonders angesprochen sind natürlich Studierende dieser Fächer oder bereits praktizierende Psychotherapeuten oder eben insbesondere auch Heilpädagogen.

Vielen, vielen Dank für die Mühe und Hilfe im voraus!

Mit freundliche Grüßen

Christian

Servus Christian

und Marburg auch für Erziehungswissenschaften beworben, da
sich der päd. Studiengang dort jeweils schon
rehabilitationspäd., beraterisch, diagnostisch etc. ausrichtet
und Psychologie jeweils integraler Bestandteil, zB. als
Nebenfach, ist.

Das nützt dir nichts. Psychologie bleibt immder ein Nebenfach für Erziehungswissenschaft und wird niemals zum Hauptfach - du kannst den numerus clausus so nicht umgehen. Ich habe das selobst erlebt. Siehe meine Antwort im Universitäts-Brett dazu.

Durch den Master in beiden Fächern kann ich ja einen
psychotherapeut. Beruf/Weiterbild. aufnehmen - mit Päda als
Einschränkung nur als KJ-P. (Kinder- u.
Jugendlichenpsychotherapeut).

Mit meinem NC von 1,8 bin ich für Psychologie ein absoluter
Wackelkandidat und bin absolut an der Grenze.

Aber auch insgesamt bin ich mir mit dem Psychologie-Studium
einfach noch nicht zu 100% sicher.
Ich persönlich bin eher der „Geisteswissenschaftler“ (Deutsch
und Päda als LK, Interesse an Philosophie etc.) und kann
besser mit Sprache umgehen als mit Zahlen, wodurch ich vor dem
naturwissenschaftlichen Studium der Psychologie doch ganz
schön Bammel/Respekt habe.

Es ist nicht nur schwierig, sondern auch frustrierend, wenn du Geisteswissenschaftler bist. Mindestens ich selber hatte bald genug von diesen Statistik I, Statistik II und ähnlichen Dingen.

Allerdings ist mir die Heilpädagogik doch sehr ins Auge
gesprungen, da sie nach meinem Eindruck - was ich mir bisher
angelesen hatte - scheinbar spezifischer in den
therapeutischen Bereich hineinschneidet als das Psychologie -
Studium („Heil-“) und auch aufgrund der
geisteswissenschaftlichen Methodik, auf einer
philosophisch-anthropologischen Grundlage, meinen Interessen
aber auch vor allem meinen Fähigkeiten viel eher gerecht wird,
als das Psycho-Studium.

Das Solideste wäre allerdings ein Medizin-Studium als Grundlage für die Psychotherapie. Aber das ist auch das Aufwendigste. Ich bin froh, dass ich mich damals dazu entschlossen habe, diesen Weg auf mich zu nehmen.

Ich bin an den Studieninhalten der Psychologie natürlich
wahnsinnig interessiert, jedoch macht mir die stark
ausgeprägte Methodenlehre einen starken Strich durch die
Rechnung - ich bin keine große Leuchte in Mathe und finde es
auch tierisch zäh und langweilig.

Das fand ich auch.
Vielleicht findest du - zumal wenn dich die Heilpädagogik interessiert - sogar den Mut, Medizin zu studieren.
Gruß,
Branden

Hallo Branden,

erstmal vielen Dank für die Antwort und den Rat.

Ich habe mich mit einem Medizin-Studium nie wirklich auseinandergesetzt.
Ich weiß aber, dass man sich dann später auf Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie spezialisieren kann.
Aber für mich kam bisher Medizin nie in irgendeiner Form in Frage. Mein vorläufiger Eindruck ist, dass es doch sehr biologisch- naturwiss. und zunächst einmal allgemeinmedizinisch ausgericht ist, oder täusche ich mich da, für mich hätte es dann einfach zu wenig mit der Psyche des Menschen zu tun.

Mich interessiert auch, wie dein Weg bisher aussah bzw. wie weit du in deinem Studium bist?

Da wir ja offensichtlich beide keine Mathe-Helden sondern eher Geisteswissenschaftler sind, bin ich an deiner Meinung zum Medizin-Studium mit dem Ziel Psychiater natürlich besonders interessiert.
Ehrgeizig bin ich schon, mutig…mal sehen :wink:
Falls ich ein Medizin-Studium aufnehme würde ich mich ja dann zum nächsten WiSe - also 10/11 mit 2 Wartesemestern bewerben - hätte man den da überhaupt mit 1,8 eine Chance. Wie war dein NC?

Ich bin sehr gespannt auf deine Antworten :smile:

Mit freundlichen Grüßen

Christian

Ouh, ich habe gerade an Ihrem Profil gesehen, dass Sie bereits praktizierender Psychiater sind. Insofern fällt die Frage, wie weit sie im Studium sind, natütlich weg :smile:.

Dennoch interessiert mich sehr Ihre Meinung zum Medizin-Studium im Zusammenhang mit meinen / Ihren Interessen an der Psyche / Persönlichkeit des Menschen aber eher geistewissenschaftlichen Fähigkeiten/Talenten in einem naturwiss. Studium.

Mit nun noch gespannterer Freude auf Antwort und Hilfe.

Schöne Grüße

Christian

Hi Christian

Ouh, ich habe gerade an Ihrem Profil gesehen, dass Sie bereits
praktizierender Psychiater sind. Insofern fällt die Frage, wie
weit sie im Studium sind, natütlich weg :smile:.

Das macht nichts, deswegen können wir uns trotzdem weiter duzen, wie vorher. :wink:

Dennoch interessiert mich sehr Ihre Meinung zum
Medizin-Studium im Zusammenhang mit meinen / Ihren Interessen
an der Psyche / Persönlichkeit des Menschen aber eher
geistewissenschaftlichen Fähigkeiten/Talenten in einem
naturwiss. Studium.

Ich habe persönlich die Erfahrung gemacht, dass ich weit mehr A n w e n d b a r e s im Medizin-Studium gelernt habe als im Psychologie-Studium. Die von dir und mir angesprochnenen mathematiklastigen Seiten des Psychologie-Studiums (Statistik etc.) bringen einem so gut wie nichts in der Arbeitsbeziehung zwischen Patient und Psychotherapeut später. Hinzu kommt, dass im Psychologie-Studium in Deutschland die psychoanalytischen und tiefenpsychologischen Inhalte nicht (oder zumindest nicht zwingend) gelehrt werden; sie werden sogar zumeist nicht anerkannt, nicht als wissenschaftlich anerkannt.
Du siehst also, aus m e i n e r Berufsperspektive und -position und -erfahrung kann ich dir das Psychologie-Studium nicht wirklich empfehlen.
Die Crux ist nun, dass ich dir ein heilpädagogisches Studium auch nicht recht empfehlen kann, zum einen, weil ich es nicht genügend beurteilen kann, zum zweiten, weil es -soweit ich orientiert bin- nicht den gleichen akademischen Abschluss mit sich bringt wie ein Medizin- oder ein Psychologie-Studium. Es könnte also schwierig werden, mit Heilpädagogik eine weiterführende Psychotherapie-Ausbildung beginnen zu wollen.
Ich bin Lehrtherapeut und Supervisor an einem Psychotherapie-Ausbildungs-Institut in Berlin und kann dir nur sagen, dass die normalen Voraussetzungen e n t w e d e r ein Medizinstudium oder ein Psychologie-Studium sind. Wir können da kaum Ausnahmen machen, es wäre den Kandidaten auch nicht dienlich, denn die Ärztekammer muss ja letztlich für die Zulassung zustimmen.
Es grüßt dich
Branden

Hallo zusammen!

Hierzu mal eine Anmerkung von einem Psychologen^^

Ich habe persönlich die Erfahrung gemacht, dass ich weit mehr
A n w e n d b a r e s im Medizin-Studium gelernt habe als im
Psychologie-Studium. Die von dir und mir angesprochnenen
mathematiklastigen Seiten des Psychologie-Studiums (Statistik
etc.) bringen einem so gut wie nichts in der Arbeitsbeziehung
zwischen Patient und Psychotherapeut später.

Zunächst muss ich allerdings sagen, dass auch ich mich arg durch die Methodenlehre gequält habe und mir oft gedacht habe: „Wozu brauche ich den Mist?“ Inzwischen sehen ich das ein wenig differnzierter und ärgere mich von Zeit zu Zeit, dass ich da oftmals nicht genug bescheid weiß!

Man darf nun mal eben nicht außer acht lassen, dass in Deutschland das Psychologiestudium nicht nur eine Vorbereitung auf die Ausbildung zum Psychotherapeuten ist, sondern auch Grundlage für andere Anwendungsbereiche, in denen die Statistik mehr gefordert ist als im Kontakt mit Patienten/Klienten.
Zudem wird im praktischen Kontext ja auch mitunter testdiagnostisch gearbeitet, und da ist es auch nicht falsch ein bisschen was über den theoretischen Hintergrund zu wissen!

Ich persönlich möchte auch bezweifeln, dass unbedingt das Medizinstudium die „perfekte“ Voraussetzung für einen Psychotherapeuten ist… Wenn ich richtig informiert bin, dann lernt man im Middizinstudium ja auch ziemlich viel, was man als Therapeut nicht unbedingt braucht (und um die Statistik kommt man ja im Medizinstudium auch nicht ganz herum!).

Du siehst also, aus m e i n e r Berufsperspektive und
-position und -erfahrung kann ich dir das Psychologie-Studium
nicht wirklich empfehlen.

Wie angedeutet sehe ich das nicht ganz so wie Brandon, denn ich bin durchaus der Meinung, dass der Studiengang Psychologie sinnvoll ist, zumindest aber sehe ich das Medizinstudium da nicht unbedingt als Vorteil. Oder sagen wir mal versönlicher: Sicherlich bietet das Medinzinstudium Vorteile bei der therapeutischen Weiterbildung; das Psychologiestudium bietet hierbei eben andere Vorteil! =)

Die Crux ist nun, dass ich dir ein heilpädagogisches Studium
auch nicht recht empfehlen kann, zum einen, weil ich es nicht
genügend beurteilen kann, zum zweiten, weil es -soweit ich
orientiert bin- nicht den gleichen akademischen Abschluss mit
sich bringt wie ein Medizin- oder ein Psychologie-Studium. Es
könnte also schwierig werden, mit Heilpädagogik eine
weiterführende Psychotherapie-Ausbildung beginnen zu wollen.
Ich bin Lehrtherapeut und Supervisor an einem
Psychotherapie-Ausbildungs-Institut in Berlin und kann dir nur
sagen, dass die normalen Voraussetzungen e n t w e d e r ein
Medizinstudium oder ein Psychologie-Studium sind. Wir können
da kaum Ausnahmen machen, es wäre den Kandidaten auch nicht
dienlich, denn die Ärztekammer muss ja letztlich für die
Zulassung zustimmen.

Ansonsten sehe ich das aber wie Brandon und würde eher von der Heilpädagogen Ausbildung absehen! Schon alleine aus dem Grund, weil nicht alle Ausbildungsinstitute Heilpädagogen aufnehmen!

Liebe Grüße!
TAndrija

Lieber Christian!

Wie an der Überschrift abzulesen ist, bin ich sehr
interessiert an dem Beruf des Psychotherapeuten.

Aber auch insgesamt bin ich mir mit dem Psychologie-Studium
einfach noch nicht zu 100% sicher.
Ich persönlich bin eher der „Geisteswissenschaftler“ (Deutsch
und Päda als LK, Interesse an Philosophie etc.)

ich gehe mal nur auf diesen „Widerspruch“ ein, denn dass die beiden Wege dahin eigentlich nur Medizin oder Psychologie sind, das ist ja bereits hinreichend benannt worden.

  1. Warum eigentlich der Berufswunsch Psychotherapeut? Gehts dir dabei um den Beruf als solchem oder um einzelne Aspekte dabei (die vielleicht anders genauso zur Geltung gebracht werden könnten)?

  2. Hast du dich darüber eigentlich auch schon richtig informiert? also nicht nur über den abstrakten Tätigkeitsbereich, sondern darüber, wie die Berufsbiographien von Psychotherapeuten in typischer Weise so aussehen. Es gibt einige gute Literatur über den Alltag dieses Berufs, der ja doch auch regelmäßig von zahlreichen Desillusionierungen und Burn Outs geprägt ist.
    Beispiel dafür:
    http://www.amazon.de/Analyse-beraterisch-therapeutis…
    http://www.amazon.de/Konformit%C3%A4t-Eigenst%C3%A4n…

Glaub nicht, ich würde dich mit diesem Hinweis für naiv halten, aber den Blick auf die tatsächliche Alltagspraxis eines Berufs, den tun wir bei der Entscheidung für ein Studium wohl alle eher nicht.

  1. Es gibt ja tatsächlich auch Leute, die „Geisteswissenschaftler“ sind und dennoch im weiteren Sinne „psychotherapeutisch“ tätig sind. Siehe etwa hier: http://www.philosophischepraxis.de/praxenverzeichnis…

Ich schrieb das als Denkanstoß, einen Tipp sollte es man nicht nennen.
(vanBranden soll jetzt ja nicht damit kommen, so könne man keine Familie ernähren … muss ja auch nicht jeder am Lago Maggiore wohnen :wink:

Aber wenn es dir eh von vorne herein um eine Kombination von therapeutischer und wissenschaftlicher Tätigkeit geht, dann muss man das sicher nicht notwendig im Prokrustesbett von Psychologie und Medizin tun.

Es reizt mich, noch schnell den Irrsinn festzuhalten, dass weder Psychologie noch Medizin besonders perfekt auf die psychotherapeutische Tätigkeit vorbereiten (ist ja nicht so, dass das in einschlägiger Literatur nicht ebenso diskutiert würde), dass sie aber dennoch ihre Monopolstellung beanspruchen. Das ist auch nicht anders denn als reine Machtpolitik erklärbar. Was für ein verlogener Scheißdreck!
Ich sag das übrigens als jemand, der sich aus sozialwissenschaftlicher Perspektive mit Psychotherapieforschung beschäftigt. Vielleicht muss man das aus dieser Perspektive des „Ausgeschlossenen“ ja auch so sagen :wink:

_ ℂ Λ ℕ Ð I Ð € _

Hallo Candide,

ich sympathisiere ich mit Deinem letzten Satz und würde gern wissen, welches Studium (oder welche Studiumsfächer) Deiner Meinung nach gut auf den Beruf des Psychotherapeuten vorbereiten.

Außerdem würde mich interessieren (das passt jetzt nicht in den Thread aber naja), auch ne Frage an andere, was man mit dem Schwerpunkt Sozialpsychologie beruflich anfangen kann. In Hagen (Fernuni) können bspw. drei Schwerpunkte gewählt werden, glaube ABO, päd. Psychologie und „Sozialpsychologische Gemeindepsychologie“.

Unter letzterem kann ich mir nix konkretes vorstellen. (Ich überlege, noch zu studieren, nach ner Ergotherapieausbildung.)

Viele Grüße
Anwärter

Hallo an alle fleißgen Helfer,

erstmal vielen Dank für die rege Teilnahme und Hilfe und vor allem die wirlich qualifizierten Ratschläge (von einem Facharzt für psychsomatische Medizin, einem Psychologen und einem Sozialwissenschaftler der sich mit Psychotherapieforschung auseinandersetzt, alles Leute, zu denen ich als Schüler/Abiturient bisher beruflich aufsehe :smile: ).

Lieber vanBranden, ich habe mich ein bisschen in das Medizin-Studium eingelesen und kann absolut nachvollziehen, dass du dieses Studium als besonders geeignet für die psychiatrische-psychotherapeutische Tätigkeit hälst.
Ich habe gelesen, dass man in den ersten sechs Jahren ein allgemeinmedizinisch orientiertes Studium absolviert, dabei auch Praxiserfahrungen in versch. medizinischen Bereichen macht (zB. Chirugie etc.) und dann schließlich noch eine 5jährige Facharztweiterbildung zum Psychiater machen kann.
Das ist finde ich der absolute Hammer!
Das kommt für mich persönlich auch nicht in Frage, da ich sechs Jahre lang ein naturwissenschaftliches und extrem anspruchsvolles Studium, welches zunächsteinmal allgemeinmedizinisch ist, also anfänglich primär nichts mit der Psyche des Menschen zu tun hat, ich wohlmgl. in der inneren Medizin etc. Praktika machen muss, schlichtweg nicht schaffen/durchhalten würde. Das wäre mir persönlich zu sehr an meinen Interessen vorbei, zu naturwissenschaftlich, auch vllt zu lang und anspruchsvoll.

Auch dir TAndrija danke ich für die Auskünfte. Du stimmst ja mit vanBranden hinsichlich des Medizin-Studiums und einer therapeutischen Tätigkeit überein.

Lieber Candide, du hast mit deinen Fragen vielleicht ein bisschen den Nerv getroffen und mich auch weitergebracht:
„1. Warum eigentlich der Berufswunsch Psychotherapeut? Gehts dir dabei um den Beruf als solchem oder um einzelne Aspekte dabei (die vielleicht anders genauso zur Geltung gebracht werden könnten)?“

Gute Frage.
Ich bin theoretisch-fachlich an der Psychotherapie und all ihren Facetten und Nachbar- und Hilfwissenschaften extrem interessiert. All dass, was den Menschen und seine Psyche/Persönlichkeit in das Zentrum stellt, hat mich schon immer sehr interessiert und dementsprechend auch die Störungen.
Auch praktisch bin ich sehr an der Psychotherapie interessiert. Ich gehe gerne mit Menschen um, kann denke ich gut zuhören, menschlich aufangen, beraten, bringe die notwenige Sensibilität und das Einfühlungsvermögen mit, was aber natürlich in der Psychotherapie ambivalent ist, man die emotionale Distanzierung aber auch professionell lernen kann, und ich mir das auch menschlich zu traue. Zusammenfassend glaube ich das die Psychotherapie ein Beruf ist der mich fachlich-theoretisch brennend interessiert, mich dieser Beruf aber auch „menschlich/persönlichkeitsmäßig“ erfüllen würde/mir das liegen oder Spaß machen würde, oder wie man das auch sagen will :wink:.

Wie könnten den deiner Meinung nach Aspekte der Psychotherapie anders zur Geltung kommen (abgesehen von den phil. Praxen)?

Zum typischen Alltag des Berufes: Ich denke das man größtenteils Gespräche/Therapien mit den Patienten führt, dass ganze als „Krankenakte“ dokumentarisch festhält, über mögliche/individuelle Therapiewege für den Patienten nachdenkt/fachlich reflektiert, vllt auch teilweise publiziert und doziert, sich wissenschaftlich austauscht etc. Der Tagesablauf wird wie bei einem normalen Arbeitnehmer aussehen, morgen raus, in die Praxis/Klinik, die von mir genannten Tätigkeiten durchführen, und wenn man abends wiederkommt die Dinge des Alltags möglich gedanklich von sich abschneiden (traurige menschliche Schicksale die einen betroffen machen etc.).

Über Korrekturen und Ergänzungen bin ich dankbar… dass was ich gerade erzählt habe, ist in der Tat abstrakt :wink: aber kläre mich bitte gerne auf.

Zu den philosophischen Praxen, das werde ich mir nochmla anlesen, da gehts scheinbar um Fragen über den Lebenssinn etc. also eher individuell beraterisch auf philosophischer oder lebenskünstlerischer Grundlage, eine Art Lebenshilfe, als medizinisch-therapeutisch. Ich werds mir nochmal durchlesen.

Was heißt und meintest du mit Prokrustesbett?

Und warum sind Mediziner und Psychologen paradoxerweise für die Psychotherapie eher ungeeignete Kandidaten?

Und an alle Helfer:

Nach einem Gespräch mit eine Prof. für Heilpädagogik, ihrer Info das viele ihrer Kollegen eindeutig hermeneutisch ausgerichtet sind und auch dem Wälzen des Vorlesungsverzeichnisses rückt dieses Fach hinsichtlich meiner Interesssen, Fähigkeiten und auch Berufsziel immer mehr in das Zentrum.
Heilpädagogik kennzeichnet sich demnach durch eine Vermittlung psycho-medizinischer Grundlagen für den therapeutischen Beruf aus (Störungsbilder, Klinische Psychologie, Sozialpsychiatrie, Psychoanalyse, Heilpäd. Diagnostik etc.), jedoch dass Ganze eingebettet in philosphische, ethische und anthropologische Denkmodelle (und Erkenntnismethoden).
Da der Beruf des Psychotherapeuten erstmal weit weg ist, sollte ich denke ich den Studiengang wählen, der mich am meisten interessiert und mir liegt, sodass ich mich gut entfalten kann. Da ich mir ja auch den wiss. Bereich aufhalten will, wäre das auch ein weiterer Grund die Heilpädagogik zu wählen. Ich denke so ist es das vernünftigste, an Psychologie und Medizin würde ich vllt verzweifeln, und dass schließlich nur mit dem Ziel wählen, bessere Berufschancen bzw. mein Ziel Psychotherapeut zu werden besser erreichen zu können, dabei ist es noch so weit weg.
SChließlich habe ich dann immer noch eindeutig und rechtlich abgesichert die Möglichkeit laut Landesprüfungsamt für Psychotherapeuten und auch den jeweiligen FH’s die Weiterbildung zum Psychotherapeuten für Kinder und Jugendliche zu machen.
Ich denke Ihr könnt meinen Gedankengang nachvollziehen.

Nochmals danke für die Hilfe und vielen Dank im voraus für die Antworten und die Hilfe.

Ich bin gespannt auf eure Antworten.

Mit freundlichen Grüßen

Christian

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Lieber Anwärter!

ich sympathisiere mit Deinem letzten Satz und würde gern
wissen, welches Studium (oder welche Studiumsfächer) Deiner
Meinung nach gut auf den Beruf des Psychotherapeuten
vorbereiten.

Ich will mich da gar nicht auf einen Studiengang festlegen.

Ich finde es gut, dass die Psychotherapeutenausbildung auf einer grundlegenderen Qualifikation basieren muss - warum das auf Teufel komm raus die Medizin oder die Psychologie sein muss erschließt sich mir so zwingend absolut nicht. Ich würde also schlicht für mehr Breite plädieren, z.B. eben für den Einschluss human- oder sozialwissenschaflicher Studiengänge.

Außerdem würde mich interessieren (das passt jetzt nicht in
den Thread aber naja), auch ne Frage an andere, was man mit
dem Schwerpunkt Sozialpsychologie beruflich anfangen kann. In
Hagen (Fernuni) können bspw. drei Schwerpunkte gewählt werden,
glaube ABO, päd. Psychologie und „Sozialpsychologische
Gemeindepsychologie“.

Unter letzterem kann ich mir nix konkretes vorstellen.

Huch, letzteres ist ja fast ein ‚weißer Schimmel‘:
http://de.wikipedia.org/wiki/Gemeindepsychologie

Ich kann nicht sagen, wozu der obige Studiengang an der Uni Hagen qualifiziert, vermutlich aber jedenfalls nicht zur Aufnahme einer Psychotherapeutenausbildung. Hier wird ja m.W. der neue, weitgehend standardisierte Bachelor/Master in Psychologie vorausgesetzt, vorher der alte Diplompsychologe.

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Hallo Candide.

Naja, die klinische Psychologie ist auch nicht miteingeschlossen. Daher würde es mich interessieren, ob der Abschluss (evtl. Master) qualifizierend ist oder nicht.

Ich würde also schlicht für mehr Breite plädieren, z.B. eben für : den Einschluss human- oder sozialwissenschaflicher Studiengänge.

Soziologische Aspekte sollten auf jeden Fall dazugehören- und pädagogische.

Danke für den Link. Fast interessanter als gedacht. Vermutete, die Sozialpsychologen träten in Konkurrenz zu den Sozialpädagogen. Würde theoretisch gut zur ambulanten ergotherapeutischen Tätigkeit passen.

Gruß Anwärter

Lieber Christian!

Lieber Candide, du hast mit deinen Fragen vielleicht ein
bisschen den Nerv getroffen und mich auch weitergebracht:

Ich bin theoretisch-fachlich an der Psychotherapie und all
ihren Facetten und Nachbar- und Hilfwissenschaften extrem
interessiert. All dass, was den Menschen und seine
Psyche/Persönlichkeit in das Zentrum stellt, hat mich schon
immer sehr interessiert und dementsprechend auch die
Störungen.
Auch praktisch bin ich sehr an der Psychotherapie
interessiert. Ich gehe gerne mit Menschen um, kann denke ich
gut zuhören, menschlich aufangen, beraten, bringe die
notwenige Sensibilität und das Einfühlungsvermögen mit, was
aber natürlich in der Psychotherapie ambivalent ist, man die
emotionale Distanzierung aber auch professionell lernen kann,
und ich mir das auch menschlich zu traue. Zusammenfassend
glaube ich das die Psychotherapie ein Beruf ist der mich
fachlich-theoretisch brennend interessiert, mich dieser Beruf
aber auch „menschlich/persönlichkeitsmäßig“ erfüllen würde/mir
das liegen oder Spaß machen würde, oder wie man das auch sagen
will :wink:.

Wie könnten den deiner Meinung nach Aspekte der Psychotherapie
anders zur Geltung kommen (abgesehen von den phil. Praxen)?

Mit dieser Bandbreite, die du oben nennst, fiele mir nun tatsächlich keine gleichwertige Alternative ein :wink:

Über Korrekturen und Ergänzungen bin ich dankbar… dass was
ich gerade erzählt habe, ist in der Tat abstrakt :wink: aber
kläre mich bitte gerne auf.

Ne, ne, so abstrakt passt das schon.

Zu den philosophischen Praxen, das werde ich mir nochmla
anlesen, da gehts scheinbar um Fragen über den Lebenssinn etc.
also eher individuell beraterisch auf philosophischer oder
lebenskünstlerischer Grundlage, eine Art Lebenshilfe, als
medizinisch-therapeutisch. Ich werds mir nochmal durchlesen.

Nein, man kann diese einzelnen „phil. Praxen“, die da verlinkt sind, inhaltlich überhaupt nicht auf einen Nenner bringen - höchstens in rechtlicher Form als sie sich damit als Nicht-Psychotherapie definieren (müssen).

By the way (und etwas ausgeführt, weil das für mich persönlich Vorbildcharakter hat):
Bei einigen auf dieser Liste passt halt die Kombination wissenschaftliche Tätigkeit + Therapieform ganz gut bzw. vielleicht sogar enger verknüpft als bei den durchschnittlichen ärztlichen oder psychologischen Therapeuten. Als Beispiel fiele mir auf der Liste Herr Weissmüller, allgemein die Düsseldorfer Schule um Rudolf Heinz, ein:
http://www.philos.de/Orte/DuesseldorfUni.htm

Wie gesagt, inhaltlich kann man diese verlinkten „philosophischen Praxen“ nicht über einen Kamm scheren, ich wollte damit eher die spezielle Berufsbiographie aufzeigen.

Was heißt und meintest du mit Prokrustesbett?

War nur ein etwas spöttischer Hinweis auf die sehr standardisierten Studiengänge der Medizin und besonders auch der Psychologie.

Und warum sind Mediziner und Psychologen paradoxerweise für
die Psychotherapie eher ungeeignete Kandidaten?

Das wollte ich damit nicht sagen.
vgl. meine Antwort an den User Anwärter.

Da der Beruf des Psychotherapeuten erstmal weit weg ist,
sollte ich denke ich den Studiengang wählen, der mich am
meisten interessiert und mir liegt, sodass ich mich gut
entfalten kann.

Genau so sehe ich das auch!

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Hallo Anwärter,

laut LPA und Ausbildungsinstituten muss in das Psycho-Studium klinische Psychologie eingeschlossen sein und dann auch im Master als Schwerpunkt gewählt werden, um die Weiterbildung zu machen.

Gruß

Christian

Moin,

mögliche Wartezeit könntest du durch ein Praktikum oder eine Ausbildung als Krankenpfleger in einer psychiatrischen/psychotherapeutischen Klinik überbrücken.

Gruß
Marion

Lieber Christian, lieber Candide!

  1. Es gibt ja tatsächlich auch Leute, die
    „Geisteswissenschaftler“ sind und dennoch im weiteren Sinne
    „psychotherapeutisch“ tätig sind. Siehe etwa hier:
    http://www.philosophischepraxis.de/praxenverzeichnis…

Ja, allerdings im „weiteren Sinne“! Mag sein, dass philosophische Beratung oder ein Gespräch durchaus hilfreich für Menschen sein kann, aber es ist eben keine Therapie und meiner Meinung nach ersetzt es auch keine solche. Es handelt sich hier um BERATUNG und nicht um THERAPIE! Das sollte man schon auseinanderhalten!

Naja, vielleicht bin ich auch nur zu ahnungslos, aber ich kann mir eben nicht vorstellen, wie in einer solchen philosophischen Praxis eine Panik- oder Borderlinestörung behandelt wird!

Aber wenn es dir eh von vorne herein um eine
Kombination von therapeutischer und wissenschaftlicher
Tätigkeit geht, dann muss man das sicher nicht notwendig im
Prokrustesbett von Psychologie und Medizin tun.

Den Hinweis mit dem Prokrustesbett verstehe ich nicht so ganz.

Es reizt mich, noch schnell den Irrsinn festzuhalten, dass
weder Psychologie noch Medizin besonders perfekt auf die
psychotherapeutische Tätigkeit vorbereiten (ist ja nicht so,
dass das in einschlägiger Literatur nicht ebenso diskutiert
würde),

Allerdings gibt es meiner Meinung nach auch keine bessere Vorbereitung!

Ich gebe Dir, Candide, aber in sofern Recht, dass ein stärker praxisorientiertes Studienfach „Psychotherapie“ oder „integrative Psychotherapie“ sicher eine sinnvolle Neuerung wäre.

dass sie aber dennoch ihre Monopolstellung
beanspruchen. Das ist auch nicht anders denn als reine
Machtpolitik erklärbar. Was für ein verlogener Scheißdreck!

Einerseits ja, andereseits nein, denn es hat auch schon seinen Sinn, dass sich nicht jeder Kaffeesatzleser und Hobbiepsychologe „Psychotherapeut“ nennen darf.

Christian, bei der Überlegung über Dein Studienfach und der sich daraus ergebenen Möglichkeiten zur (Psycho-)Therapie bedenke auch die Unterschiede in der Therapie von Kindern und Jungendlichen gegenüber Erwachsenen. Das ist nämlich nicht nicht so einfach eins zu eins zu übertragen. Nach meiner Erfahrung (Praktikum in der Kinder- und Jugendpsychiatrie)wird in der Praxis (damit meine ich jetzt das Gegenteil von Theorie) mit Kindern häufig mehr pädagogisch und eher weniger therapeutisch gearbeitet. Vor allem mit jüngeren Kindern.

Grüße an Euch!
TAndrija

Lieber TAndrija!

Ich antworte nur ganz knapp, weil das ja nicht mehr direkt mit Christians Anliegen zu tun hat:

  1. Es gibt ja tatsächlich auch Leute, die
    „Geisteswissenschaftler“ sind und dennoch im weiteren Sinne
    „psychotherapeutisch“ tätig sind. Siehe etwa hier:
    http://www.philosophischepraxis.de/praxenverzeichnis…

Ja, allerdings im „weiteren Sinne“!

Klar!

Mag sein, dass
philosophische Beratung oder ein Gespräch durchaus hilfreich
für Menschen sein kann, aber es ist eben keine Therapie und
meiner Meinung nach ersetzt es auch keine solche. Es handelt
sich hier um BERATUNG und nicht um THERAPIE! Das sollte man
schon auseinanderhalten!

Natürlich!
Es IST keine „Therapie“ im Sinne des PsychThG und es DARF auch nicht als solche bezeichnet werden.
Was die Jungs und Mädels, die auf dieser Liste aufgeführt werden, dann tatsächlich inhaltlich tun, das schätze ich als sehr heterogen ein, mag aber in einigen Fällen inhaltlich einer „Therapie“ durchaus nahe kommen.

Naja, vielleicht bin ich auch nur zu ahnungslos, aber ich kann
mir eben nicht vorstellen, wie in einer solchen
philosophischen Praxis eine Panik- oder Borderlinestörung
behandelt wird!

Da bin ich phantasievoller :wink:

Es reizt mich, noch schnell den Irrsinn festzuhalten, dass
weder Psychologie noch Medizin besonders perfekt auf die
psychotherapeutische Tätigkeit vorbereiten (ist ja nicht so,
dass das in einschlägiger Literatur nicht ebenso diskutiert
würde),

Allerdings gibt es meiner Meinung nach auch keine bessere
Vorbereitung!

Da sind wir uns einig.

Ich gebe Dir, Candide, aber in sofern Recht, dass ein stärker
praxisorientiertes Studienfach „Psychotherapie“ oder
„integrative Psychotherapie“ sicher eine sinnvolle Neuerung
wäre.

Wie an den User „Anwärter“ geschrieben, wäre ich eher für den entgegengesetzten Weg.

dass sie aber dennoch ihre Monopolstellung
beanspruchen. Das ist auch nicht anders denn als reine
Machtpolitik erklärbar. Was für ein verlogener Scheißdreck!

Einerseits ja, andereseits nein, denn es hat auch schon seinen
Sinn, dass sich nicht jeder Kaffeesatzleser und
Hobbiepsychologe „Psychotherapeut“ nennen darf.

Darum gehts doch gar nicht!
Es geht mir nicht darum, dass jeder Hobbypsychologe sich „Psychotherapeut“ nennen können soll, sondern darum, dass die Ausbildung zum Psychotherapeuten auch für andere Gruppen geöffnet werden soll als nur für Psychologen und Mediziner.

_ ℂ Λ ℕ Ð I Ð € _

Hallo Candide!

Naja, vielleicht bin ich auch nur zu ahnungslos, aber ich kann
mir eben nicht vorstellen, wie in einer solchen
philosophischen Praxis eine Panik- oder Borderlinestörung
behandelt wird!

Da bin ich phantasievoller :wink:

Hm. Für mich jetzt eher wenig hilfreich! =)

Ich gebe Dir, Candide, aber in sofern Recht, dass ein stärker
praxisorientiertes Studienfach „Psychotherapie“ oder
„integrative Psychotherapie“ sicher eine sinnvolle Neuerung
wäre.

Wie an den User „Anwärter“ geschrieben, wäre ich eher für den
entgegengesetzten Weg.

Sehe ich nicht so. Denn, ich wage mal zu behaupten, dass ein Psychologiestudium (bei allem Mangel)nun eben doch ein bisschen mehr Grundlage für den Beruf des Therapeuten bietet als andere Human- und Geisteswissenschaften. Denn der Durschnittsphilosoph oder -soziologe hat während seines Studiums in der Regel noch nichts von klinischer Psychologie, Psychopathologie, Psychopharmakologie, Psychophysiologie, Entwicklungspsychologie und Persönlichkeitspsychologie, Neurosenlehre usw. gehört. Und meiner Meinung nach sind das alles Dinge, die ein PSYCHOtherapeut wissen sollte. Naja, oder zumindest schon mal was davon gehört haben und wissen müssen, wo er nachgucken muss! ;o)

dass sie aber dennoch ihre Monopolstellung
beanspruchen. Das ist auch nicht anders denn als reine
Machtpolitik erklärbar. Was für ein verlogener Scheißdreck!

Einerseits ja, andereseits nein, denn es hat auch schon seinen
Sinn, dass sich nicht jeder Kaffeesatzleser und
Hobbiepsychologe „Psychotherapeut“ nennen darf.

Darum gehts doch gar nicht!
Es geht mir nicht darum, dass jeder Hobbypsychologe sich
„Psychotherapeut“ nennen können soll, sondern darum, dass die
Ausbildung zum Psychotherapeuten auch für andere Gruppen
geöffnet werden soll als nur für Psychologen und Mediziner.

s.o.

Grüße!
Tandrija

Hallo!

Naja, vielleicht bin ich auch nur zu ahnungslos, aber ich kann
mir eben nicht vorstellen, wie in einer solchen
philosophischen Praxis eine Panik- oder Borderlinestörung
behandelt wird!

Da bin ich phantasievoller :wink:

Hm. Für mich jetzt eher wenig hilfreich! =)

Nochmal: an der Tatsache, dass jemand auf einer Liste „phil. Praxen“ auftaucht, kann ich nicht ablesen, was dieser jemand kann und was er konkret dort tut.
Insofern mag ich dazu so abstrakt auch keine „hilfreicheren“ Antworten geben.

Denn der
Durschnittsphilosoph oder -soziologe hat während seines
Studiums in der Regel noch nichts von klinischer Psychologie,
Psychopathologie, Psychopharmakologie, Psychophysiologie,
Entwicklungspsychologie und Persönlichkeitspsychologie,
Neurosenlehre usw. gehört. Und meiner Meinung nach sind das
alles Dinge, die ein PSYCHOtherapeut wissen sollte. Naja, oder
zumindest schon mal was davon gehört haben und wissen müssen,
wo er nachgucken muss! ;o)

Das sehe ich teilweise auch so, bin aber nicht der Meinung, dass dieses Wissen vollständig bereits in der 1. Ausbildung erworben sein muss bzw. dass es curricular erworben sein muss.
Den Selektionsmechanismen im Rahmen der 2. Ausbildung, also der zum Therapeuten, vertraue ich hier voll und ganz.

Dafür haben sie übrigens anderes Wissen erworben, z.B. zu Gesprächstechniken, oder zur Stellung der Patienten im sozialen Gefüge, das wiederum den Psychologen und Medizinern curricular weitgehend abgeht, das aber für die praktische Tätigkeit des Therapeuten sicher nicht irrelevant ist.

Oder auch genuin sozialwissenschaftliche Perspektiven auf entwicklungspsychologische oder sogar psychopharmakologische Dinge. Ist ja nicht so, dass das alles grundsätzlich kein Gegenstand der Soziologie oder anderer Humanwissenschaften wäre.

Darum gehts doch gar nicht!
Es geht mir nicht darum, dass jeder Hobbypsychologe sich
„Psychotherapeut“ nennen können soll, sondern darum, dass die
Ausbildung zum Psychotherapeuten auch für andere Gruppen
geöffnet werden soll als nur für Psychologen und Mediziner.

s.o.

dieses „siehe oben“ greift hier schlicht nicht, denn ich fordere ja nicht dazu auf, die Therapeutenausbildung zu verwässern, sondern lediglich dazu, den Zugang zu ihr in die Breite zu öffnen. (das hat also mit „Kaffeesatzleserei“ und „Hobbypsychologie“ so gar nichts zu tun)
Ich meine, es täte dem psychotherapeutischen Diskurs auch ganz gut, mehr Perspektiven einzubeziehen.

M.E. ist es lächerlich bzw. berufspolitisch durchsichtig, wenn jetzt die Psychologen gemeinsam mit den Medizinern dieselbe Abschließungstaktik anwenden, die vorher jahrzehntelang die Mediziner gegen die Psychologen angewendet haben …
Der nach langem Kampf erfolgte Einschluss der Psychologen hat ja schön gezeigt, dass sich dadurch die Qualität der psychotherapeutischen Versorgung nicht gerade verschlechtert hat, wie von vielen Medizinern vorher plakativ an die Wand gemalt.

Ich hab übrigens nichts gegen Mediziner oder Psychologen, nicht dass du mich hier falsch verstehst.

_ ℂ Λ ℕ Ð I Ð € _

Nochmals hallo^^

Naja, vielleicht bin ich auch nur zu ahnungslos, aber ich kann
mir eben nicht vorstellen, wie in einer solchen
philosophischen Praxis eine Panik- oder Borderlinestörung
behandelt wird!

Da bin ich phantasievoller :wink:

Hm. Für mich jetzt eher wenig hilfreich! =)

Nochmal: an der Tatsache, dass jemand auf einer Liste „phil.
Praxen“ auftaucht, kann ich nicht ablesen, was dieser jemand
kann und was er konkret dort tut.
Insofern mag ich dazu so abstrakt auch keine „hilfreicheren“
Antworten geben.

Dachte, Du hättest eine konkretere Vorstellung, weil Du ja schriebst, dass Du da phantasievoller bist. Aber gut. Habe ich wohl falsch verstanden.

Denn der
Durschnittsphilosoph oder -soziologe hat während seines
Studiums in der Regel noch nichts von klinischer Psychologie,
Psychopathologie, Psychopharmakologie, Psychophysiologie,
Entwicklungspsychologie und Persönlichkeitspsychologie,
Neurosenlehre usw. gehört. Und meiner Meinung nach sind das
alles Dinge, die ein PSYCHOtherapeut wissen sollte. Naja, oder
zumindest schon mal was davon gehört haben und wissen müssen,
wo er nachgucken muss! ;o)

Das sehe ich teilweise auch so, bin aber nicht der Meinung,
dass dieses Wissen vollständig bereits in der 1. Ausbildung
erworben sein muss bzw. dass es curricular erworben sein muss.

Spricht dann ja eher wieder für ein eigenes Studienfach!

Den Selektionsmechanismen im Rahmen der 2. Ausbildung, also
der zum Therapeuten, vertraue ich hier voll und ganz.

Aber was sollen das denn für Selektionsmechanismen sein? Aktuell ist es das Diplom bzw. die Approbation.

Dafür haben sie übrigens anderes Wissen erworben, z.B. zu
Gesprächstechniken, oder zur Stellung der Patienten im
sozialen Gefüge, das wiederum den Psychologen und Medizinern
curricular weitgehend abgeht, das aber für die praktische
Tätigkeit des Therapeuten sicher nicht irrelevant ist.

Klar gibts das - bestreite ich ja nicht. Dafakto würde aber von einem unterschiedlichen Wissenshintergrund in die Weiterbildung gestartet. Daher würde ich eben auch ein Studium zum Was-auch-immer-Therapeuten als sinnvoller erachten.

Oder auch genuin sozialwissenschaftliche Perspektiven auf
entwicklungspsychologische oder sogar psychopharmakologische
Dinge. Ist ja nicht so, dass das alles grundsätzlich kein
Gegenstand der Soziologie oder anderer Humanwissenschaften
wäre.

Auch klar. Aber auch hier zählt Umfang und Ausrichtung.

Darum gehts doch gar nicht!
Es geht mir nicht darum, dass jeder Hobbypsychologe sich
„Psychotherapeut“ nennen können soll, sondern darum, dass die
Ausbildung zum Psychotherapeuten auch für andere Gruppen
geöffnet werden soll als nur für Psychologen und Mediziner.

s.o.

dieses „siehe oben“ greift hier schlicht nicht, denn ich
fordere ja nicht dazu auf, die Therapeutenausbildung zu
verwässern, sondern lediglich dazu, den Zugang zu ihr
in die Breite zu öffnen. (das hat also mit „Kaffeesatzleserei“
und „Hobbypsychologie“ so gar nichts zu tun)
Ich meine, es täte dem psychotherapeutischen Diskurs auch ganz
gut, mehr Perspektiven einzubeziehen.

M.E. ist es lächerlich bzw. berufspolitisch durchsichtig, wenn
jetzt die Psychologen gemeinsam mit den Medizinern dieselbe
Abschließungstaktik anwenden, die vorher jahrzehntelang die
Mediziner gegen die Psychologen angewendet haben …
Der nach langem Kampf erfolgte Einschluss der Psychologen hat
ja schön gezeigt, dass sich dadurch die Qualität der
psychotherapeutischen Versorgung nicht gerade verschlechtert
hat, wie von vielen Medizinern vorher plakativ an die Wand
gemalt.

Ich verstehe schon was Du meinst. Die Frage ist eben blos, ob sich das so beliebig erweitern lässt. Sprich: Jeder der „irgendwas mit Menschen zu tun hat“ bringt auch die Grundlage mit um Therapeut zu werden?!
Ich denke, das würde der Wertigkeit und Qualität des therapeutischen Berufs nicht gut tun. Das Bild eines Psychotherapeuten ist schon jetzt nicht immer rein positiv besetzt: Viele Menschen haben doch vom Therapeuten noch immer das Bild eines weißbärtigen Mannes im Kopf, der mit kaffeebekleckertem Hemd einen auf der Couch Liegenden fragt, was er im Tintenklecksbild sieht. Die andere Sache ist, dass sich doch insgeheim ein Großteil der Menschen denkt, sie sein selbst verkappte Therapeuten. Hierzu empfehle ich mal einen Blick auf die „Expertenliste“ für dieses Board. (Wobei ich das auch nicht verallgemeinert sehen möchte!).

Diesen Umständen kann man meiner Meinung nach nur mit Aufklärung und einem hohen Qualitätsstandard bei der Ausbildung beikommen.

Ich hab übrigens nichts gegen Mediziner oder Psychologen,
nicht dass du mich hier falsch verstehst.

Habe ich auch nicht behauptet! :smile:

_ ℂ Λ ℕ Ð I Ð € _

PS: Sorry, wenn sich das hier etwas Off-Topic entwickelt!

Lieber TAndrija!

noch ganz schnell zu nächtlicher Stunde um dem Gespräch einen Abschluss zu geben …

Spricht dann ja eher wieder für ein eigenes Studienfach!

Klar gibts das - bestreite ich ja nicht. Dafakto würde aber
von einem unterschiedlichen Wissenshintergrund in die
Weiterbildung gestartet. Daher würde ich eben auch ein Studium
zum Was-auch-immer-Therapeuten als sinnvoller erachten.

Diesen unterschiedlichen Wissenshintergrund möchte ich ja gerade.
Ich würde auch durchaus das von dir favorisierte Modell eines eigenständigen Studiengangs „Psychotherapie“ akzeptieren, solange dieser ‚unterschiedliche Wissenshintergründe‘ im Sinne von Perspektivenvielfalt ermöglicht/zulässt/fördert - was aber eher nicht zu erwarten wäre.

Weshalb ich pro Diversität/Pluralität und contra Standardisierung bin (zumindest contra Standardisierung über ein unverzichtbares Mindestmaß hinaus), wäre eine Argumentation, die mir jetzt schlicht zu lang und zu ot erscheint.

_ ℂ Λ ℕ Ð I Ð € _