Beschäftigungsverbot

Hallo,
war heute beim Frauenarzt, hab mir Schwangerschft bestätigen lassen…Bin in der 5 SSW. Im November wurde bei mir eine Borelliose festgestellt und ich leide immer noch an den Symptomen (Gelenkschmerzen, richtig heftig, v.a. in Knie), kann aber meine Antibiotikabehandlung nicht weiter fortführen…
Ich arbeite im Krnakenhaus auf der Stroke Unit u Frühreha als Therapeutin, also auch immer körperlich anstrengende arbeit…
Meine FA Würde einem Beschäftigungsverbot zustimmen.
Hab irgendwie so ein schlechtes Gewissen…Es ist ja noch sooooo zeitig…aber auf der anderen Seite gings mir auch die letzten Monate durch die Borelliose nicht gut…
Was habt ihr für Tip? Machen oder nicht?
Jemand Erfahrung mit Borelliose in der Schwangerschft?
LG

Hallo und erst mal Glückwunsch zur Schwangerschaft.

Zwar kenne ich mich mit einer Borelliose nicht aus, aber wenn diese Beschwerden verursacht, die Sie bei der Ausübung Ihrer Tätigkeit einschränken, dann kann das alleine schon Grund genug für eine Befreiung sein. Im Normalfall würde man Sie dann einfach für einen gewissen Zeitraum krank schreiben. Bei einer Schwangerschaft besteht zudem die Möglichkeit, ein Beschäftigungsverbot zu erteilen. Dabei geht es aber vor allem um den Schutz des Ungeborenen, also etwa wenn die Schwangerschaft durch starke körperliche Belastung im Job oder durch auftretende Blutungen, Kreislaufprobleme o.ä. gefährdet ist.

Tatsache ist, dass in den ersten 12 Schwangerschaftswochen immer ein Risiko von bis zu 25% besteht, dass es zu einer Fehlgeburt kommt. Das ist unabhängig vom Krankheitsbild der Mutter. Das Risiko kann man durch körperliches Schonen nur bedingt reduzieren, umgekehrt kann eine körperlich oder seelisch belastende Arbeit das Risiko einer Fehlgeburt erhöhen. Und: Ärzte sprechen ein Berufsverbot nicht leichtfertig aus. Wenn Ihnen Ihre Ärztin also eine Beschäftigungsverbot nahelegt, würde ich davon vermutlich Gebrauch machen.

Ein schlechtes Gewissen brauchen Sie auch nicht haben, denn hier geht es zu allererst um Sie und Ihr Baby. Es gehört zum normalen Risiko eines Arbeitsgebers, dass seine Mitarbeiter durch Krankheit, Unfall oder aber auch durch Schwangerschaft kurzfristig und für einen längeren Zeitraum ausfallen können. Das soll im Moment nicht Ihr Problem sein.

Sie haben bisher fleißig und zuverlässig Ihre Arbeit verrichtet und sogar trotz der Beschwerden durch die Borelliose bisher noch weitergearbeitet. Nun haben sich die Bedingungen verändert, eine Entlastung bzw. Besserung durch Medikamente ist momentan nicht möglich und Ihr Kreislauf ist in der Schwangerschaft meist auch nicht mehr ganz so belastbar wie bisher. Grund genug sich im Job zurück zu nehmen und zu schonen. Da die Möglichkeit, Ihnen alternativ eine sitzende Tätigkeit anzubieten, vermutlich nicht gegeben sein dürfte, kann ich der Empfehlung Ihrer Ärztin durchaus zustimmen und würde das Beschäftigungsverbot in Anspruch nehmen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen entspannten und komplikationsfreien Schwangerschaftsverlauf!

Viele Grüße
Anke Merau

Hallo Ja.ne

mit Arbeitsrecht kenne ich mich leider nicht aus, bitte frage einen anderen Experten.

Liebe Grüße und alles Gute
Anja

Ich habe keine Erfahrung mit der Krankheit, aber meine Antwort ist klar: gesundheit geht immer vor! Wenn du zu Hause bleiben sollst, dann mach das! Das wird schon begründet sein und du hast nicht nur für dich sondern nun auch für deinen Mini die Verantwortung zu tragen. Alles GUte!

Hallo,

erstmal Glückwunsch.

Also wenn es Dir im Moment nicht gut geht (und das in erster Linie wg. der Borreliose), dann würde ich mich an Deiner Stelle erst mal eine Zeit krank schreiben lassen und gucken, wie es weitergeht.
Wg. der Borreliose würde ich mich noch mal schlau machen, wie es mit der Therapie weitergehen kann wg. möglicher Langzeitfolgen. Wegen Beschäftigungsverbot würde ich erst mal abklären, in wie weit Deine Berufsgruppe hier berücksichtigt bzw. eingestuft wird.

Gruß,

Nene

Hallo,
tut mir leid, aber damit kenne ich mich nicht wirklich aus. Bei mir lief bei den Schwangerschaften meistens alles problemlos.

LG

Hallo,
da habe ich keinen Tipp. Es ist Deine Entscheidung, ob Du es für notwendig hälst, bereits jetzt Zuhause zu bleiben.
Was mir allerdings nicht klar ist, weshalb Du Deine Antibiotika Behandlung nicht fortsetzen kannst. Soweit ich weiß, ist die Behandlung möglich und gefährdet auch nicht das ungeborene Kind. Da gibt es glaube eine Empfehlung des RKI. Eine Übertragung der Borreliose ist wohl möglich, aber selten. Aber ganz genau weiß ich das nicht.

Gruß

Guten Tag
Dazu habe ich leider keine Erlebnisse. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass es richtig wäre, das Angebot der FA anzunehmen. So kann der Körper sich bestmöglichst auf die bestehenden Anforderungen reagieren und die Lebenskraft bliebe eher stark erhalten. Eine begleitende homöopathische Betreuung würde ich selber dazuziehen, da ich in dieser Hinsicht schon mehrmals gute Erfahrungen gemacht habe.
Ich wünsche Dir und Deiner Familie das Allerbeste für die Zukunft und grüsse herzlich

Hallo Ja.ne,
ich an Ihrer Stelle würde einfach kein Risiko eingehen. Ab ins Beschäftigungsverbot. Vielleicht ist das jetzt für die Kolleginnen blöd und für den Dienstplan. Kann schon sein. Aber dafür ein Risiko in Kauf nehmen? Letztendlich wird die FA schon wissen, was für Sie gut ist und was nicht. Und ersetzbar - das zeigt die Praxis - ist man dann ja doch irgendwie. Alles Gute und schöne Zeit, SAM