Hi,
dem Vorredner (ich schreib’ besser nicht „Vorschreiber“ …) kann ich mich eigentlich voll anschliessen – war sehr ausfuehrlich. Ein oder zwei Punkte wuerde ich aber aus meiner Sicht gerne noch anfuegen (was vielleicht hilfreich ist):
Ob Du an eine Uni oder FH willst, ist schwer zu raten. Unis
sind in der Regel theorielastiger als FHs, aber auch das hängt
vom Engagement der Profs und ihrer Assistenten ab.
Es scheint auch einen sehr grossen Unterschied zwischen Unis zu geben. Z.B. ist Karlsruhe fuer einen sehr mathematisch/theoretischen Einstieg/Grundstudium bekannt. Als ich dort studierte wurden ca. 50% der Anfaenger dadurch regelmaessig ausgesiebt (die meisten gaben von selbst auf, weil zuviel Mathe und der Pruefungsdruck hoch).
Grundkenntnisse sind normalerweise nicht gefragt, aber ein
Interesse an der Materie sollte unbedingt da sein. Auch ein
gewisser Durchhaltewille sollte nicht fehlen, da das
Grundstudium doch arg trocken ist.
Genau hier liegt der Knackpunkt. Wie oben schon angedeutet: Mathe-Kenntnisse/Faehigkeiten sind sehr anzuraten. Man sollte also nicht gleich schreiend aus dem Raum rennen, wenn man eine Formel sieht. Das gilt in noch staerkeren Mass fuer Unis insbesondere KA. An Unis sind Informatik-Grundkenntnisse eher unerwuenscht. Manchmal sogar hinderlich, wenn man schon einen gewissen Einstieg in die Materie gefunden hat und sich dann an eine andere Denkweise nicht gewoehnen will.
Das mit dem Trocken kann ich bestaetigen. Ich hatte irgendwie teilweise das Gefuehl was ganz anderes zu studieren … Aber gleichzeitig wuerde ich sagen, dass es auch etwas bringt. Man lernt eine gewisse Art zu denken und Probleme anders anzugehen – das ist hilfreich. Ich denke, wer einfach nur „Hacken“ will, ist an der Uni sowieso falsch (wie m.E. in der Informatik – der sollte lieber eine Programmierer-Ausbildung machen).
Also: wenn Du eher an der Praxis interessiert bist, waere FH oder BA (Berufsakademie) anzuraten. BAs gibt es m.W. nicht in allen Bundeslaendern (war zumindest mal so). BAs sind noch praktischer angelegt als FHs und das Studium ist das kuerzeste. Ausserdem kriegt man gleich Geld, da man parallel bei einem Arbeitgeber arbeitet.
Teilweise gibt es Unterschiede in der Bezahlung, je nachdem wo (U, FH, BA) man studiert hat – aber das ist auch von Fall zu Fall abhaengig – davon wuerde ich mich nicht leiten lassen. Teilweise interessiert das den Arbeitgeber nachher garnicht mehr.
Viele Gruesse,
/juergen