Hallo Iris,
ich denke, daß der grundlegende Fehler von Deiner Seite war,
Deine Kompromißlösung mit dem Dekan und nicht mit dem Dozenten
verhandelt zu haben. Du hast ihn übergangen. Und das wird er
Dich vermutlich spüren lassen.
das stimmt so nicht. Die Unterredung mit dem Dekan erfolgte erst nach mehreren Gesprächen mit dem Dozenten und seiner Weigerung, jegliche Kompromisse einzugehen. Ich habe durchaus anfangs darauf gesetzt, das direkt mit ihm zu klären und mich um einen Dialog mit ihm bemüht. Das ist mir leider nicht gelungen und, wie gesagt, ich fühle mich in mehreren Punkten (auch, was die Gespräche nach dem Seminar bzgl. des Kompromisses angeht) von ihm äußerst unfair sowie anmaßend behandelt. Da ich keinen anderen Weg sah, habe ich also das Gespräch mit dem Dekan gesucht. Dieser hat verständnisvoll reagiert und wir haben uns auf den Kompromiss geeinigt. Statt der einen Fehlstunde zu viel sollte ich in diesem Semester ganze drei Termine besuchen und obwohl ich im letzten Semester sämtliche geforderten Arbeiten eingereicht hatte, in diesem Semester auch noch drei weitere Arbeiten schreiben. Ich finde, das ist mehr als genug für einen krankheitsbedingten Terminausfall.
Wenn Du auf einen
Machtkampf einsteigst - ob mit oder ohne gerichtliche Schiene
- wirst Du den Kürzeren ziehen; abgesehen von der Energie, die
Du verpulverst und für was Besseres einsetzen kannst.
Ich bin schon in einem Machtkampf drin, wenn man sich die Art und Weise ansieht, wie der Dozent auf meine letzte Email geantwortet hat. Was Schlimmeres als ein Jahr Verlust kann mir nun mal nicht passieren. Der Dekan hat bei unserem Gespräch gemeint, es wäre auch möglich, dass ich als Alternative einen anderen, vergleichbaren Kurs woanders besuche und er mir das für den Schein anerkennen würde. Glaube mir, wenn ich eh ein ganzes Jahr verlieren sollte, würde ich diesen Kurs ganz sicher nicht bei DIESEM Dozenten machen, sondern zusehen, dass ich ihn irgendwo an einer anderen Uni in ähnlicher Form finde. Im Moment habe ich aber überhaupt keine Zeit dafür.
Vielleicht gibt es noch jemand von außen der vermitteln könnte
unabhängig von der Hierarchie im Fachbereich (Mediation durch
Studentenberatung).
Bislang ist der Dekan als Vermittler aufgetreten. Er hat mit mir gesprochen, dann hat er mit dem Dozenten gesprochen und hat mir daraufhin geschrieben, dass es so ok ist, wie wir das besprochen hatten. Und nun sieht das der Dozent doch wieder anders.
Ich hatte mal drei Studenten, die sich wenig beteiligten, die
geforderten Arbeiten nicht brachten (Protokoll, Ausarbeitung)
und viele Fehlzeiten hatten. Drei Semester später fiel ihnen
ein, daß sie einen Anwesenheitsschein wollten, obwohl in der
Ausschreibung gestanden hatte, welche Leistungsnachweise zu
erbringen waren und daß es keine Scheine für Anwesenheit gab.
Die haben auch die Schiene über den Dekan versucht. War mit
mir nicht zu machen.
Wie gesagt, in meinem Fall war das so, dass ich bis auf eine Fehlzeit und einen 5-minütigen Vortrag alle geforderten Leistungen(7 schriftliche Arbeiten) erbracht habe. Bei dem letzten Tag, an dem ich ja gefehlt hatte, rief ich, als ich merkte, dass es mir schlecht geht, eine Kommilitonin an und habe sie darum gebeten, vor der Vorlesung den Dozenten zu fragen, ob das ginge, dass ich nicht kommen kann. Er hat explizit zu ihr gesagt, das sei ok und das hat sie mir in einer SMS geschrieben. Hinterher hat er sich herausgewunden, dass er ja nicht aus dem Kopf wissen konnte, ob das gerade bei mir in Ordnung sei. Unfair ist nur, dass ich, wenn ich es von seiner Seite aus unbedingt gemusst hätte, mich eventuell für den zweiten Vorlesungsteil doch noch hingeschleppt hätte. Aber weil er gesagt hatte, es sei ok, ging ich davon aus, dass ich mich auf seine Worte verlassen kann.
Es sind halt die vielen kleinen Ungereimtheiten, die ich hier nicht alle aufzählen kann, die in meinen Augen das Ganze ungerecht machen. Es ist ja nicht so, dass ich mich nicht sofort um Klärung bemüht hätte. Aber er ist mir kein Stückchen entgegengekommen und spätestens seit seiner letzten Email ist klar, dass er überhaupt nicht bereit ist, auf Kompromisse einzugehen (das geht auch aus dem Stil hervor, in dem er die Email geschrieben hat).
Und weil mich diese ganze Angelegenheit sowieso schon sehr viele Nerven gekostet hat und sie mich wütend macht, habe ich jetzt eigentlich nichts mehr zu verlieren. Denn was wäre die Alternative? Ich werde es zeitlich nicht schaffen, sein Seminar dieses Semester komplett zu wiederholen. Das hieße so oder so, dass ich ein Jahr verliere. Aber vielleicht lässt sich ja doch noch etwas erreichen. Und deshalb frage ich hier nach.
Viele Grüße,
Anja