Besitzer eines Industriegebäudes als Kreditträger?

Liebe Mitglieder,
ich habe seit einiger Zeit die Überlegung im Kopf, ob und wie es möglich ist, aus einer der vielen Industriebrachen und leerstehenden Fabrikhallen ein Veranstaltungshaus zu machen.
Die dafür notwendigen finanziellen Mittel fehlen natürlich.

Meine Frage daher: Gesetzt den Fall, der Eigentümer eines solchen Gebäudes ließe sich ausfindig machen und von diesem Vorhaben überzeugen - wäre es möglich oder vielmehr sinnvoll, auf Basis dieser Immobilie eine Hypothek aufzunehmen, mit der sich dieses Vorhaben realisieren ließe?
Andernfalls besteht ja auch möglicherweise Hoffnung, über Fördermittel zur Beseitigung von Industriebrachen Unterstützung zu finden. Dies wird aber ohne Eigenfinanzierung nicht zu machen sein.

Ich hoffe jemand kann mir bei dieser Überlegung helfen, ich finde den Gedanken sehr interessant.

Beste Grüße
Celebril

Antwort:
Ich habe leider trotz 40 Jahren Berufstätigkeit (35 Jahre Kredit jeglicher Art) in der Bank noch keine Erfahrungen damit.
Vom Prinzip her:
Ein leerstehendes Objekt bringt keinen Ertrag, daher kein Ertragswertverfahren bei der Bewertung der Immobilie, daher: kein Kredit.
Der Rest bleibt der Bank: Will sie dieses Risiko eingehen oder nicht.
Im Ratingverfahren bei der Bonitätsprüfung sind keine griffigen Ertrags-Zahlen für Veranstaltungen vorhanden. Ergebnis: kein Kredit.
Oder: Der Kreditfall ist nicht geeignet für ein Rating.
Dann wird die Bank noch genauer prüfen (Konzept, Einnahmen-Ausgaben-Prognose, Sicherheitsrisiko abgeschirmt? Wer haftet bei Problemen/ Sicherheitsrisiken, wieviel hat der Haftende an Sicherheitsrücklagen?
Eine Symbiose zwischen Eigentümer + Veranstalter + Öffentlichem Träger (Nutzungsänderung!) ist auch erst mal zu klären.
Der Eigentümer will auch Geld sehen (Miete).
Ohne Eigenmittel: no Chance. Da sollten schon solvente Personen am Werk sein, um dem Eigentümer (Miete) und der Behörde ein Garant zu sein, im Fall des Falles einstehen zu können.

Grüsse
Bracco