ich mache derzeit mein Abitur und es läuft auch alles super.
Doch immer wieder fällt mir auf, dass ich bei Konversationen zusammenbreche.
War nämlich früher ein sehr schlechter Schüler (Hauptschule) und bin auch ausländischer Abstammung.
Habe eigentlich einen sehr großen Wortschatz, und kenne auch sehr viele Fremdwörter. Und das schreiben fällt mir auch nicht schwer, denn da habe ich genug Zeit zum nachdenken.
Aber wenn ich eine Konversation führe, dann komm ich irgendwie durcheinander und spreche nur noch unfug.
Woran kann das liegen ?
Habe jetzt im Internet ein wenig recherchiert, aber nichts gefunden.
Habe schwierigkeiten in der Grammatik und verlier immer meinen Faden bei einer Konversation.
Punkt 1: lesen. Auch die besten Diskutanten konstruieren nicht jedes Argument und jede Satzkonstruktion im Zuge der Diskussion neu, sondern greifen auf einen großen Fundus von schon-mal-gelesen zurück.
Punkt 2: spielen. Such Dir jemand, der Spaß am Reden hat und diskutiere mit ihm alles mögliche und unmögliche. Dabei ist es „erlaubt“, verwurschtelte Sätze nochmal von vorne anzufangen und man kann sich auch Spielregeln geben, z.B. dürfe ein Gespräch nur im Konjunktiv geführt werden.
da es mich interessiert hat, welche Formen die Soll-Regel oder Kann-Erlaubnis sind, habe ich in meinen diversen Duden nachgeschlagen.
Meine Überraschung war groß, denn ich bevorzuge ebenfalls die längere Form im Dativ und Akkusativ und hielt sie für die „richtigere“.
Aber nein, wir liegen falsch, und zwar schon immer!
Bereits im Duden von 1935 (da gab’s mich noch gar nicht) sind beide Formen gleichberechtigt, die unflektierte Form wird als erste genannt:
Wemf.: jemand und jemandem
Wenf.: jemand und jemanden
Mit dem Zusatz: Dieselbe Biegung hat „niemand“
Nein, ich hab mich nicht vertippt, da steht wirklich B ie gung und nicht B eu gung!
Der Duden von 1973 schreibt (§ 719): Im Dativ und Akkusativ kann ein -em bzw. ein -en angehängt werden. Im Akkusativ wird die endungslose Form oft vorgezogen.
Das werde ich aber niemandem sagen, den ich vielleicht mal vom Gegenteil überzeugen wollte
Hey, willst Du ihm (Dein) falsches Deutsch beibringen??? Es
muß natürlich korrekt lauten: „Such Dir jemanden“!!!
Ick will ihm janüscht lernen - ick qwatsch nähmlich Berlinarisch - merkwürdigerweise schreibe ich zwar „jemand“, nutze aber in Gesprächen „jemanden“. Vermutlich liegt es daran, daß ich auf die selbe Stelle im Duden gestoßen bin, wie Gargas.
Gruß von der fröhlich mit Sprache spielenden
Sibylle
merkwürdigerweise schreibe ich zwar „jemand“,
nutze aber in Gesprächen „jemanden“.
Gar nicht merkwürdig - „jemanden“ ist eine Form, die mündlich in der Umgangsprache entstanden ist und von dort erst in die Schriftsprache eingewandert ist. Vermutlich ist diese Unterscheidung bei Dir unterbewusst immer noch vorhanden.
Dein Satz war schriftsprachlich völlig korrekt, sogar korrekter als das, was Uwe hier behauptet. Lass Dir also nichts einreden.
Ich habe mich bei der Lektüre von Perry Rhodan immer gefragt, wieso dort eigentlich immer im Dativ und Akkusativ „jemand“ und „niemand“ verwendet wird (die ersten Bücher sind immerhin aus den 60ern/70ern!). Mir sprang das auch immer als Fehler oder wahlweise Umgangssprache (entweder-oder!) ins Auge.
Gut zu wissen. Ich frage mich nun, was historisch früher da war. Wurde die Endung sehr früh schon abgeschliffen, oder wurde das Wort „jemand“ bzw. „niemand“ als flektierbar reanalysiert?