Bessere Bildung= mehr Geld?

Hallo,

kurze Frage, kurzer Sinn.

Bekomme ich mit einer höheren Bildung mehr Geld beim gleichen Beruf?

Beispiel: Ich lerne Bankkaufmann und habe Abitur, bekomme ich dann später mehr Geld als ein Realschüler der auch Bankkaufmann gelernt hat?

Also je höher die Bildung desto besser wird man bezahlt? Ist das so richtig?

Hallo,

die Antwort ist idR ein klares NEIN ! Zumindest bei tarifgebundenen Unternehmen ist es wohl nahezu ausgeschlossen.
Warum sollte das auch so sein ? Abschluß ist Abschluß, ganz egal, wie die Ausgangsposition war.

&Tschüß

Wolfgang

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Nein, da es um die Arbeit geht. Da interessiert sich niemand für den Abschluß. Hauptsache der Job wird gut gemacht. Bei der neuen Entgeltgestaltung nach ERA gibt es da auch keinen Unterschied mehr nach Ausbildung oder Status als Arbeiter oder Angestellter.

Aber was bringt mir denn Abitur? Nur um Studieren zu können oder um Aufsteigen zu können?

Kann ich denn mit Realschulabschluß genauso gut aufsteigen in dem jeweiligen Beruf wie mit Abitur?

Ich denke mal nicht oder? Nämlich wenn ja,warum macht man denn Abitur? Das ist doch dann sinnlos…?

Das kommt darauf an was du damit machen willst.

Eigentlich sollte das Abitur tatsächlich nur aufs Studium vorbereiten (darum ist es auch weniger praktisch angelegt). In den letzten Jahren ist es aber Mode geworden für bestimmte Ausbildungen ein Abitur zu verlangen. Und für diese brauchst du es dann.

Warum solltest du auch mit Abitur KFZ Mechaniker werden?

lg
Kate

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

in Bereichen, wo streng nach Tarif entlohnt wird, nein.
In allen anderen Bereichen gilt ein bedingtes Ja.
Die höhere Ausbildung für sich genommen ist nicht der Grund, aber das damit eventuell einhergehende bessere Ausfüllen der Position.

Gruss,
TR

HalloThoni

Beispiel: Ich lerne Bankkaufmann und habe Abitur, bekomme ich
dann später mehr Geld als ein Realschüler der auch
Bankkaufmann gelernt hat?

Wenn ich Professor der Chemie wäre und die Idee hätte, doch eine Ausbildung zum Bankkaufmann zu machen, kriege ich auch nicht das Geld, das ich als Professor gekriegt habe.
Ich wäre dann Bankkaufmann, nicht mehr, zumindestens für die Bank.

Abi macht man (klassischerweise) um zu studieren.

Gandalf

Hallo Thoni,

Bekomme ich mit einer höheren Bildung mehr Geld beim gleichen
Beruf?

Jein. Im Einstieg kann es tatsächlich sein. Z.B. bekommen bei Ingenieuren im Schnitt Uni-Absolventen die höheren Einstiegsgehälter als FH-Absolventen. Dies wird allerdings in der Regel mit verschiedenen Anforderungen begründet (ob wirklich da oder nicht) und relativiert sich nach 2-3 Jahren. D.h. bist Du eine Uni-Pfeife, bleibst Du stehen, bist Du ein brillianter FHler, dann bist Du nach drei Jahren der Chef vom Uni-Absolventen mit entsprechendem Gehalt.

Allerdings gibt es häufig immer noch das Gesetz des Stallgeruchs. Wenn also die gesamte Führungsriege promovierte Hochschulabsolventen sind, dann hast mit einer FH-Ausbildung oder weniger einfach Schwierigkeiten beim Spiel zugelassen zu werden. Aus diesem Grund sind die Unternehmen sehr stark daran interessiert, dass sich solche Leute mit sichtbarem Potential ihren Abschluss nebenberuflich nacherdienen, bevor es weiter geht.

Auch wird es als kritisch gesehen, einen ausbildungstechnisch deutlich niedrigeren in Führungspositionen über höher ausgebildete zu setzen. Bringt einfach häufig Probleme auf beiden Seiten mit sich (Dünkel gegenüber Minderwertigkeitskomplex).

Grüße
Jürgen

PS: Es lohnt sich grundsätzlich, den höchstmöglichen Abschluss bei hoher Qualität in vernünftiger Zeit anzustreben. Allein mit diesem Anspruch sollte es voran gehen im Leben.

Danke für die ausführliche Antwort. Jetzt weiß ich wenigstens bescheid :smile:

Gruß

Hallo Thoni,

oftmals gibt es für Abiturienten getrennte Klassen in den Berufschulen, um die Lehrzeitverkürzung zu unterstützen, die Du in manchen Berufen automatisch hast, wenn Du Abitur machst. Eine weitere Verkürzung ist ggf. bei guten Noten möglich (–> bin aber selbst schon länger raus, könnte sich also geändert haben).

Ich kenne aber auch viele, die erst nicht studieren wollten und eine Lehre gemacht hatten. Später haben sie dann doch noch studiert (wobei man sich zumindest das 1. Praxissemester spart) und waren froh, das Abitur nicht nachträglich machen zu müssen (dauert als Abendschule sehr lang, bereitet als 1-jährige Fachhochschulreife nicht wirklich auf die Anforderungen des Studiums vor --> hohe Versagensquote im Studium).

Und nicht zu vergessen:
der „einfachen“ Mitarbeiter am Bankschalter wird nicht mehr so häufig gebraucht, ist also im Gegensatz zu den 80er Jahren (war mal ein Modeberuf) nicht unbedingt zukunftssicher. Banken benötigen immer mehr hochgebildete Spezialisten und immer weniger Fußvolk.

Der mögliche Aufstieg ist unabhängig von der Schulausbildung, aber sehr abhängig vom Berufsabschluss (Lehre oder Studium), insbesondere bei konservativen Branchen (z.B. Banken im Gegensatz zum Handel). Daher wird ein Aufstieg mit Lehre ohne spätere Weiterbildung (Studium, Betriebswirt (IHK) oder Ähnliches kaum möglich sein).

Grüße

Sven

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

oftmals gibt es für Abiturienten getrennte Klassen in den
Berufschulen, um die Lehrzeitverkürzung zu unterstützen, die
Du in manchen Berufen automatisch hast, wenn Du Abitur machst.
Eine weitere Verkürzung ist ggf. bei guten Noten möglich
(–> bin aber selbst schon länger raus, könnte sich also
geändert haben).

Nicht überall kann verkürzt werden. Bei technischen Berufen bringt ein Abi nichts. Da geht es ums Verständnis. Da wird eben keine Gedichtinterpretation gebraucht sondern Technik.

Ich kenne aber auch viele, die erst nicht studieren wollten
und eine Lehre gemacht hatten. Später haben sie dann doch noch
studiert (wobei man sich zumindest das 1. Praxissemester
spart) und waren froh, das Abitur nicht nachträglich machen zu
müssen (dauert als Abendschule sehr lang, bereitet als
1-jährige Fachhochschulreife nicht wirklich auf die
Anforderungen des Studiums vor --> hohe Versagensquote im
Studium).

Nach Hochschulgesetzt ist auch der Zugang ohne Abi oder FHR möglich. Dazu steht im FAQ einiges. Viele Firmen wolle solche nicht ausbilden, die später doch noch studieren und weggehen. Damit ist die Ausbildung schon zu teuer und aufwändig.

Und nicht zu vergessen:
der „einfachen“ Mitarbeiter am Bankschalter wird nicht mehr so
häufig gebraucht, ist also im Gegensatz zu den 80er Jahren
(war mal ein Modeberuf) nicht unbedingt zukunftssicher. Banken
benötigen immer mehr hochgebildete Spezialisten und immer
weniger Fußvolk.

Der mögliche Aufstieg ist unabhängig von der Schulausbildung,
aber sehr abhängig vom Berufsabschluss (Lehre oder Studium),
insbesondere bei konservativen Branchen (z.B. Banken im
Gegensatz zum Handel). Daher wird ein Aufstieg mit Lehre ohne
spätere Weiterbildung (Studium, Betriebswirt (IHK) oder
Ähnliches kaum möglich sein).

Aber was bringt mir denn Abitur? Nur um Studieren zu können
oder um Aufsteigen zu können?

Kann ich denn mit Realschulabschluß genauso gut aufsteigen in
dem jeweiligen Beruf wie mit Abitur?

Ich denke mal nicht oder? Nämlich wenn ja,warum macht man denn
Abitur? Das ist doch dann sinnlos…?

Eine Weiterbildung bringt später schon Aufstiegsmöglichkeiten. Nicht jeder will oder kann studieren.

Hallo,

oftmals gibt es für Abiturienten getrennte Klassen in den
Berufschulen, um die Lehrzeitverkürzung zu unterstützen, die
Du in manchen Berufen automatisch hast, wenn Du Abitur machst.
Eine weitere Verkürzung ist ggf. bei guten Noten möglich
(–> bin aber selbst schon länger raus, könnte sich also
geändert haben).

Nicht überall kann verkürzt werden. Bei technischen Berufen
bringt ein Abi nichts. Da geht es ums Verständnis. Da wird
eben keine Gedichtinterpretation gebraucht sondern Technik.

Gerade bei der Ausbildung zum Industriemechaniker kenne ich die Verkürzung von 3,5 auf 2,5 Jahre bzw. auf 2 Jahre, wenn der Notendurchschnitt entsprechend gut ist.

Ich kenne aber auch viele, die erst nicht studieren wollten
und eine Lehre gemacht hatten. Später haben sie dann doch noch
studiert (wobei man sich zumindest das 1. Praxissemester
spart) und waren froh, das Abitur nicht nachträglich machen zu
müssen (dauert als Abendschule sehr lang, bereitet als
1-jährige Fachhochschulreife nicht wirklich auf die
Anforderungen des Studiums vor --> hohe Versagensquote im
Studium).

Nach Hochschulgesetzt ist auch der Zugang ohne Abi oder FHR
möglich. Dazu steht im FAQ einiges. Viele Firmen wolle solche
nicht ausbilden, die später doch noch studieren und weggehen.
Damit ist die Ausbildung schon zu teuer und aufwändig.

Ohne Abi nach einer Banklehre später BWL (oder nach einer Mechanikerlehre später Maschinenbau) studieren zu wollen, ist blanker Selbstmord (Mathe…). Übrigens kann man auch ohne Hauptschulabschluss und Ausbildung an der Uni studieren, wenn der Prof einen „akzeptiert“… (wie häufig kommt das vor ?)

Und nicht zu vergessen:

der „einfachen“ Mitarbeiter am Bankschalter wird nicht mehr so
häufig gebraucht, ist also im Gegensatz zu den 80er Jahren
(war mal ein Modeberuf) nicht unbedingt zukunftssicher. Banken
benötigen immer mehr hochgebildete Spezialisten und immer
weniger Fußvolk.

Der mögliche Aufstieg ist unabhängig von der Schulausbildung,
aber sehr abhängig vom Berufsabschluss (Lehre oder Studium),
insbesondere bei konservativen Branchen (z.B. Banken im
Gegensatz zum Handel). Daher wird ein Aufstieg mit Lehre ohne
spätere Weiterbildung (Studium, Betriebswirt (IHK) oder
Ähnliches kaum möglich sein).

Aber was bringt mir denn Abitur? Nur um Studieren zu können
oder um Aufsteigen zu können?

Kann ich denn mit Realschulabschluß genauso gut aufsteigen in
dem jeweiligen Beruf wie mit Abitur?

Ich denke mal nicht oder? Nämlich wenn ja,warum macht man denn
Abitur? Das ist doch dann sinnlos…?

Eine Weiterbildung bringt später schon Aufstiegsmöglichkeiten.
Nicht jeder will oder kann studieren.

Ja, aber spätere Weiterbildung ist oft berufsbegleitend und noch stressiger…

Grüsse

Sven

Gerade bei der Ausbildung zum Industriemechaniker kenne ich
die Verkürzung von 3,5 auf 2,5 Jahre bzw. auf 2 Jahre, wenn
der Notendurchschnitt entsprechend gut ist.

Das hat dabei nichts mit dem Schulabschluß zu tun. Es geht um die Leistungen in der Berufsschule und im Betrieb.

Ohne Abi nach einer Banklehre später BWL (oder nach einer
Mechanikerlehre später Maschinenbau) studieren zu wollen, ist
blanker Selbstmord (Mathe…). Übrigens kann man auch ohne
Hauptschulabschluss und Ausbildung an der Uni studieren, wenn
der Prof einen „akzeptiert“… (wie häufig kommt das vor ?)

Es gibt den Zugang nach einer Weiterbildung. Oft sind diese für das Studium geeigneter als Abituerienten, da es um Leistung und Belastbarkeit geht. Auch die Leistungen sind bei denen gut. Wenn also Meister und Techniker studieren wollen, ist das vollkommen richtig.

Ja, aber spätere Weiterbildung ist oft berufsbegleitend und
noch stressiger…

Dafür gibt es auch mehr Aufstiegsmöglichkeiten. Grade die Bankberufe haben vieles zu bieten. Einiges ist auf dieser Seite zu sehen: http://bankmensch.de/modules.php?op=modload&name=Pag…